News heute: Streit um Schadenersatz – “Ever Given” darf Suezkanal nicht verlassen

Die News am Osterwochenende im stern-Ticker.

Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier

Die News am Osterwochenende im stern-Ticker:   

18.33 Uhr: Biden sagt ukrainischem Präsidenten Unterstützung zu

US-Präsident Joe Biden hat seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj versichert, dass er auf die “unerschütterliche Unterstützung” Amerikas für die Souveränität des Landes zählen könne. Das Weiße Haus warf Russland in der Mitteilung zu dem ersten Telefonat der beiden Präsidenten seit Bidens Amtsantritt im Januar “anhaltende Aggression” im Donbass und auf der Krim vor. Biden habe Selenskyj darüber hinaus Unterstützung bei dessen Anstrengungen zugesagt, die Korruption zu bekämpfen und Reformen umzusetzen. Thema sei auch die Eindämmung der Corona-Pandemie gewesen.

Selenskyj verlieh in Kiew seiner Freude über das Gespräch Ausdruck. “Wir stehen Schulter an Schulter, wenn wir unsere Demokratien bewahren müssen”, schrieb er beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Erklärungen des ukrainischen Verteidigungsministeriums, wonach die USA ihre Unterstützung “im Fall einer Eskalation” in der Ostukraine zugesichert hätten, hatten am Freitag eine Warnung Moskaus vor weiteren Spannungen in der Konfliktregion nach sich gezogen.

18.14 Uhr: De Maizière für befristeten Ausnahmezustand im Grundgesetz

Der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière schlägt eine Änderung des Grundgesetzes vor, um für künftige Krisen in Deutschland die Möglichkeit eines befristeten Ausnahmezustands einzuführen. Die gegenwärtigen Entscheidungsverfahren – zum Beispiel über die Ministerpräsidentenkonferenz – verlangten in Krisensituationen zu viel Zeit, sagte der CDU-Politiker der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. “In der Krise aber braucht man Tempo, Verbindlichkeit, klare Verantwortlichkeiten.”

Nach der Corona-Pandemie werde auch die nächste Krise kommen, sagte de Maizière, der auch Verteidigungsminister war. Deshalb sei “die Regelung eines Ausnahmezustandes für Deutschland” unerlässlich. Dieser müsse immer befristet sein und vom Parlament beschlossen werden. Nötig sei ein ressortübergreifender Krisenstab, der im Verhältnis zu Ländern und Kommunen über ein Weisungsrecht verfüge.

“Wenn das Saarland dann zum Beispiel in der Pandemie Experimente mit Lockerungen machen will, kann er das geschehen lassen oder untersagen”, fügte der CDU-Politiker mit Blick auf die aktuelle Debatte hinzu.

17.55 Uhr: Russlands Menschenrechtsbeauftragte lässt Nawalny-Beschwerden prüfen

Die Menschenrechtsbeauftragte der russischen Regierung, Tatjana Moskalkowa, lässt die Beschwerden des in Hungerstreik getretenen Kremlgegners Alexej Nawalny prüfen. Nach Nawalnys Klage über fehlende medizinische Hilfe im Straflager habe sie eine Reihe von Nachrichten sowohl von den Anwälten des 44-Jährigen als auch von anderen Bürgern erhalten, sagte Moskalkowa der Agentur Interfax zufolge. Sie haben sich daraufhin an den Direktor des russischen Strafvollzugs gewandt mit der Bitte, die Beschwerden zu prüfen.

Nawalny klagt über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in einem Bein. Kürzlich schrieb er, er werde im Lager nicht nur durch Schlafentzug gefoltert, sondern auch medizinisch nicht ausreichend versorgt. Der russische Strafvollzug wies diesen Vorwurf zurück. Nawalny war im Februar zu mehrjähriger Straflager-Haft verurteilt worden, weil er in einem früheren Strafverfahren gegen Meldeauflagen verstoßen haben soll.

17.04 Uhr: Streit um Schadenersatz – “Ever Given” darf Suezkanal nicht verlassen

Wegen der Auseinandersetzung um Schadenersatz könnte sich die Weiterfahrt der “Ever Given” noch längere Zeit hinziehen. Die Kanalbehörde fordert wegen der tagelangen Blockade des Suezkanals Schadenersatz in Höhe von einer Milliarde Dollar und will die Weiterfahrt erst bei einer Einigung erlauben. “Wir haben viel Mühe und Arbeit in die Rettung des Schiffs gesteckt. Wir haben täglich Einnahmen verloren. Uns steht eine Entschädigung zu”, sagte Usama Rabi, Chef der Kanalbehörde der staatlichen Nachrichtenseite Al-Ahram zufolge. An Bord des Containerriesen sei Fracht im Wert von 3,5 Milliarden Dollar, sagte Rabi. Derzeit liegt die “Ever Given” im Großen Bittersee zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Suezkanals.

Für verspätet ankommende Fracht trage die taiwanesische Reederei Evergreen Marine, die das Schiff gechartert hat, nach Worten ihres Präsidenten Eric Hsieh keine Verantwortung. Mögliche Schäden würden durch Versicherungen gedeckt. Sie könnte aber haften für Verspätungen anderer Schiffe, die zu Hunderten tagelang auf Durchfahrt am Kanal warten mussten.

17 Uhr: Wirrwarr um Opferzahl: Zwei Tote und mehrere Verletzte nach Brand in Berliner Klinik

Bei dem Brand heute früh in einer Klinik im Berliner Stadtteil Zehlendorf ist ein Menschen gestorben, eine weitere Patientin starb, als sie wegen des Feuers verlegt werden musste. Ein dritter Patient, der laut Klinik wie die Frau ebenfalls bereits im Sterben gelegen hatte, war entgegen ersten Meldungen nach Ermittlungen der Polizei bereits vor Ausbruch des Feuers tot. Zunächst hatte die Feuerwehr gemeldet, dass es einen Toten gegeben hätte, später sprach die Polizei von zwei Toten. Am Nachmittag hatte die Klinik erklärt, dass neben dem Patienten im brennenden Zimmer selbst auch zwei Palliativ-Patienten gestorben waren.

Sechs weitere Personen wurden laut Polizei verletzt, zwei Patienten davon befinden sich in intensivmedizinischer Behandlung. Gegen vier Uhr sei ein Patientenzimmer aus noch ungeklärter Ursache in Brand geraten, hieß es. Die Feuerwehr sei automatisch durch die ausgelöste Brandmeldeanlage gerufen worden. In dem Zimmer lag der Patient, der durch das Feuer ums Leben kam. Die Flammen konnten laut Klinik innerhalb von rund zwei Stunden gelöscht werden. Der betroffene Gebäudeteil sei komplett geräumt, 70 Patienten verlegt worden.

15.50 Uhr: Nur noch leichte Verzögerungen auf der Bahnstrecke Berlin-Hannover

Reisende auf der Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover können aufatmen: Nach dem Zusammenstoß zweier Loks in Wolfsburg am Mittwochabend steht seit dem frühen Nachmittag wieder ein Gleis zur Verfügung. Wie eine Bahnsprecherin mitteilte, können somit die Züge des Fernverkehrs wieder planmäßig fahren und auch am Bahnhof in Wolfsburg halten. Demnach kommt es nur noch geringfügig zu Verspätungen. Die Bahnverbindung zwischen Berlin und Amsterdam werde allerdings bis einschließlich Ostersonntag ausfallen. Ein Gleis zwischen Wolfsburg und Hannover bleibt gesperrt.

Am Mittwochabend war am Bahnhof Fallersleben in Wolfsburg eine Lok mit dem Triebfahrzeug eines Güterzuges kollidiert. Verletzt wurde nach Angaben der Bundespolizei niemand. Die Kollision sorgte für erhebliche Beeinträchtigungen im Fernverkehr der Bahn.

15.45 Uhr: Einjähriger stürzt zehn Meter in die Tiefe und überlebt

Ein kleiner Junge ist in Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz aus einem Fenster im vierten Stock eines Hauses gestürzt und schwer verletzt worden. Das ein Jahr alte Kind sei bei dem Sturz aus rund zehn Metern Höhe zwar erheblich verletzt worden, es bestehe jedoch keine Lebensgefahr, teilte die Polizei mit. Der Junge sei über einen Sessel zu dem geöffneten Fenster geklettert und dann in die Tiefe auf einen Grünstreifen gestürzt. Beim Eintreffen der Rettungskräfte sei das Kind ansprechbar gewesen und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen worden. Die 28 Jahre alten Eltern hätten das Fenster zum Lüften geöffnet und in der Wohnung geputzt. Der Vorfall werde untersucht.

15.15 Uhr: Junger Mann zeigt Zivilcourage und wird mit Messer schwer verletzt

Ein 25 Jahre alter Mann hat in Regensburg Zivilcourage gezeigt und wurde dabei mit einem Messer schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei hatte es gestern am Busbahnhof einen handfesten Streit zwischen einem 42-Jährigen und seiner zehn Jahre jüngeren Bekannten gegeben. Der junge Mann wollte einschreiten und wurde einem Polizeisprecher zufolge von dem Älteren mit dem Messer mehrfach am Rücken verletzt. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Tatverdächtige und der 25-Jährige nicht kannten. Der Verletzte wurde stationär in einer Klinik aufgenommen. Polizeisprecher Florian Beck beschrieb seinen Zustand als stabil, er sei ansprechbar. Neben dem 25-Jährigen hatten noch weitere Zeugen den Streit beobachtet und teilweise auch versucht, einzuschreiten, wie Beck erklärte. Nach der Messerattacke verfolgten mehrere Passanten den flüchtigen Mann, der schlussendlich von einer Streife der Bundespolizei festgenommen werden konnte. Ein Richter schickte den verdächtigen Deutschen heute wegen des Verdachts des versuchten Totschlags in Untersuchungshaft.

14.25 Uhr: Russisches Gericht verurteilt Twitter zu fast 100.000 Euro Strafe wegen Protest-Aufruf

Im Zusammenhang mit Protesten gegen die Inhaftierung des Kremlgegners Alexej Nawalny ist Twitter in Russland zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Weil der US-Konzern Mitte Januar Demo-Aufrufe an Minderjährige nicht gelöscht haben soll, müsse er nun insgesamt umgerechnet rund 99.200 Euro zahlen, urteilte ein Gericht in Moskau. Im Laufe des Tages wollte das Gericht laut Agentur Interfax außerdem noch über ähnliche Verstöße urteilen, die die russische Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor Facebook vorwirft. Roskomnadsor hatte entsprechende Bußgelder gegen soziale Netzwerke bereits Anfang des Jahres angekündigt.

Ende Januar waren in russischen Städten Zehntausende für die Freilassung von Nawalny, der mittlerweile in einem Straflager inhaftiert ist, auf die Straße gegangen. Die Justiz wirft seinen Mitarbeitern vor, über soziale Medien gezielt Minderjährige zur Teilnahme an den nicht genehmigten Kundgebungen aufgerufen zu haben. Die Unterstützer des 44-Jährigen wiederum sehen darin einen Vorwand, gegen die Proteste und ihre Organisatoren vorzugehen. In Russland sind bereits Hunderte Internetseiten gesperrt, auch Seiten von Regierungsgegnern.

13.52 Uhr: Ronaldos Kapitänsbinde für 64.000 Euro versteigert

Ronaldo ist wütend

Ronaldo ist nach seinem regulären Siegtor gegen Serbien, das ihm aberkannt wurde, zurecht wütend – und die Kapitänsbinde muss es ausbaden.

© Srdjan Stevanovic / Getty Images

Die Kapitänsbinde von Fußballstar Cristiano Ronaldo, die der Portugiese nach einem nicht gegebenen Tor beim 2:2 in der WM-Qualifikation gegen Serbien wutentbrannt weggeworfen hatte, ist für 64.000 Euro versteigert worden. Das meldete das serbische Staatsfernsehen. Die Firma Mozzart Bet, die Wettbüros in Serbien betreibt, hat nach einer dreitägigen Online-Auktion den Zuschlag erhalten. Der fünfstellige Betrag kommt nun einer Wohltätigkeitsorganisation zugute. Die Gruppe sammelt nach eigenen Angaben Geld für die Operation eines sechs Monate alten Jungen mit Muskelschwund. Sie hatte die dunkelblaue Armbinde Ronaldos mit dem Aufdruck “C” nach dem WM-Qualifikationsspiel von einem Stadionarbeiter erhalten.

Portugals Kapitän Ronaldo hatte in Belgrad frustriert den Platz verlassen und die Binde wütend auf den Rasen geworfen, nachdem sein anhand von TV-Bildern nachweislich reguläres Tor in der Nachspielzeit vom niederländischen Schiedsrichter Danny Makkelie aberkannt worden war.

12.45 Uhr: Sommergefühle adé – es wird kühler und ungemütlich

Nach den fast schon sommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage wird das Wetter über das Osterwochenende wieder kühler und unfreundlicher. Am Karsamstag gibt es neben lockeren Quellwolken zunächst noch längere sonnige Abschnitte, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte. Allerdings steigen die Höchstwerte nur noch auf 8 bis 14 Grad. Zwischen Vogtland und Lausitz sowie an den Alpen kann es einzelne Schauer geben. Am Ostersonntag lässt sich bei lockerer Bewölkung die Sonne noch in der Mitte und im Süden blicken. Im Norden ziehen dicke Wolkenfelder auf, doch es bleibt im ganzen Land meist trocken bei Temperaturen zwischen 8 und 14 Grad, am Oberrhein sogar bis 16 Grad. In der Nacht zu Montag ziehen im Norden und Westen Wolkenfelder auf, und es kann regnen. Im Südosten bleibt es klar und die Temperaturen fallen auf bis zu minus 3 Grad.

Der Montag bringt dann typisches Aprilwetter: Von Nordwesten auf die Mitte südwärts übergreifend wird es regnen. Oberhalb von 600 Metern gibt’s Schnee. Nur im Osten rechnen die Meteorologen kaum mit Niederschlag. Später am Tag gibt es von der Nordsee her den Übergang zu Schauern und kurzen Gewittern, teils bis in tiefe Lagen Schneeregen und Graupelschauer. Im Norden und Westen steigen die Temperaturen auf maximal 10 Grad, im Osten und Süden auf 15 Grad. Im Bergland kann es Sturmböen geben.

11.22 Uhr: Wieder tödlicher Streit in Pariser Vorstadt – zwei Menschen sterben

Bei einem Streit um ein gestohlenes Motorrad sind nahe Paris zwei Menschen getötet worden. Zwei Gruppen waren gestern Abend in der Gemeinde Pontoise im Nordwesten der Hauptstadt aneinandergeraten, wie französische Medien heute unter Berufung auf Polizeikreise berichten. Ersten Erkenntnissen zufolge kamen drei Männer aus einem Nachbarort in die Hochhaussiedlung Marcouville, um sich das mutmaßlich gestohlene Motorrad zurückzuholen. Dabei kam schließlich ein etwa 20-Jähriger aus der Siedlung ums Leben. Kurze Zeit später sollen sich mehrere Dutzend wütende Jugendliche versammelt haben, um das Trio anzugreifen. Ein weiterer etwa 30-jähriger Mann aus Marcouville wurde dabei getötet. Die Polizei nahm mehrere Verdächtige fest, darunter auch das Trio aus der Gemeinde Montigny-lès-Cormeilles.

Das Hochhausviertel ist – wie so viele rund um die Hauptstadt – in den 1970er-Jahren im Zuge der Wohnungsnot entstanden. Bei Paris hatten zuletzt tödliche Auseinandersetzungen zwischen Banden für Schlagzeilen gesorgt. Dabei kamen mehrfach Jugendliche ums Leben.

10.24 Uhr: Mindestens 48 Tote bei schwerem Zugunglück in Taiwan

Bei dem schweren Zugunglück in Taiwan sind neuen Behördenangaben zufolge mindestens 48 Menschen ums Leben gekommen. Demnach werden zudem mehr als 60 Verletzte in Krankenhäusern behandelt.

Der Zug mit acht Wagen und mehr als 350 Passagieren an Bord war nach Angaben der Feuerwehr bei der Durchfahrt durch einen Tunnel entgleist. Kurz vor der Ausfahrt des Tunnels sei ein Baustellenfahrzeug einen Hang hinabgestürzt und auf den Gleisen mit dem Zug zusammengeprallt. Taiwans Premier Su Tseng-chang entschuldigte sich bei den Passagieren und drückte sein Beileid aus. “Ich möchte den Familien der Opfer und den verletzten Passagieren mein tiefes Mitgefühl aussprechen”, sagte Su auf einer Pressekonferenz in Taipeh. 

10.07 Uhr: Neue Ermittlungen: Nawalnys Stiftung unter Extremismusverdacht

Die Anti-Korruptions-Stiftung des in einem Straflager inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny sieht sich neuen Ermittlungen der Behörden ausgesetzt. Dabei gehe es um den Verdacht extremistischer Aktivitäten, sagte Nawalnys Mitarbeiter Iwan Schdanow in einem Video in der Nacht. “Es ist offensichtlich, dass sie etwas vorbereiten. Das ist wieder so eine Gemeinheit.” Schdanow zeigte die Kopie eines Schreibens der Moskauer Staatsanwaltschaft, dass sie nun ermittele. Grund seien “Informationen über Verstöße”.

Nawalnys Organisation kämpft gegen Korruption im russischen Machtapparat und hat immer wieder Enthüllungen öffentlich gemacht. Deshalb gab es in der Vergangenheit immer wieder in den verschiedenen Büros Durchsuchungen und Beschlagnahmungen von Computern. Nawalnys ist seit Wochen in einem Straflager etwa 100 Kilometer östlich von Moskau inhaftiert. Er klagte zuletzt über starke Rückenschmerzen und Lähmungserscheinungen in einem Bein. Aus Protest gegen fehlende medizinische Hilfe ist er in einen Hungerstreik getreten.

10.05 Uhr: Gesetz aus der Kolonialzeit: Neue Klage gegen Aung San Suu Kyi

Die Militärjunta in Myanmar hat eine weitere Klage gegen die entmachtete und unter Hausarrest gestellte Regierungschefin Aung San Suu Kyi eingebracht. Dabei gehe es um einen Verstoß gegen ein Staatsgeheimnisgesetz, das noch aus der Kolonialzeit stamme, sagte Suu Kyis Anwalt Khin Maung Zaw der Deutschen Presse-Agentur. Was ihr im Einzelnen vorgeworfen werde, sei noch unklar. “Wer wegen dieses Gesetzes verurteilt wird, kann mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden”, betonte der Jurist. Das frühere Birma war von 1885 bis 1948 britische Kolonie.

Es laufen bereits mehrere Klagen gegen die 75-Jährige. Unter anderem geht es um Verstöße gegen die Außenhandelsgesetze im Zusammenhang mit in ihrem Haus gefundenen Funkgeräten. Zudem wird ihr vorgeworfen, gegen die Corona-Bestimmungen verstoßen zu haben. Am schwersten wiegt bislang der Vorwurf der “Anstiftung zum Aufruhr”. Suu Kyi hatte die Parlamentswahl im November mit ihrer Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) klar gewonnen. Dem Militär, das sich per Verfassung von 2008 eine Machtposition in Parlament und Regierung erhalten hatte, soll sie zuletzt immer gefährlicher geworden sein. Wo sie sich aufhält, ist weiterhin unklar. Seit dem Umsturz von Anfang Februar wurde sie nicht mehr öffentlich gesehen.

News am Osterwochenende: Streit um Schadenersatz – "Ever Given" darf Suezkanal nicht verlassen

9.40 Uhr: Italiens Polizei spürt von Nazis gestohlenes Gemälde auf

Die italienische Polizei hat ein während der Nazizeit in Frankreich einer jüdischen Familie gestohlenes Ölgemälde aufgespürt und den rechtmäßigen Eignern zurückgegeben. Das teilte die Carabinieri-Einheit, die für den Schutz des kulturellen Erbes zuständig ist, in Monza in der Lombardei mit. Das Werk aus dem 17. Jahrhundert sei nach längeren Ermittlungen in der Wohnung eines Antiquars in Padua gefunden worden.

Der Name des Gemäldes wurde mit “Loth avec ses deux filles lui servant à boire” (etwa: Lot mit seinen beiden Töchtern, die ihm zu trinken geben) angegeben. Es werde dem französischen Künstler Nicolas Poussin (1594 bis 1665) zugeschrieben. Wie die Carabinieri berichteten, hatten Nachfahren der früheren Besitzer 2020 den Diebstahl durch deutsche Besatzungstruppen 1944 angezeigt. Das Werk sei in den vergangenen Jahren mehrmals durch Europa transportiert worden, unter anderem zu Messen in Belgien und in den Niederlanden. Es sei dann in Italien beschlagnahmt und den Nachfahren der Eigner übergeben worden.

9.05 Uhr: Dach von russischem Herzzentrum brennt – Ärzte operieren weiter

Ungeachtet eines Brandes in einem russischen Herzzentrum haben Ärzte erfolgreich einen Patienten operiert. Es sei unmöglich gewesen, den Eingriff am offenen Herzen zu unterbrechen, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf die Klinik in Blagoweschtschensk im äußersten Osten Russlands. Nach der OP hätten Patient und Ärzte das Gebäude verlassen. Der Zustand des Mannes wurde als stabil eingestuft. Er liegt demnach nun auf der Intensivstation eines anderen Krankenhauses. Aus noch ungeklärter Ursache war das Dach des alten Klinikgebäudes in Brand geraten. Den Behörden der Stadt nahe dem Pazifik zufolge wurden mehr als 100 Menschen in Sicherheit gebracht. Verletzte gab es nicht.

8.52 Uhr: April, April: First Lady Jill Biden führt Mitreisende als falsche Stewardess hinters Licht

Einen Aprilscherz der netten Art hat sich First Lady Jill Biden ausgedacht: Die Frau von US-Präsident Joe Biden verkleidete sich am Donnerstag (Ortszeit) auf einem Rückflug nach Washington als Stewardess und verteilte Eiscremeriegel an die mitreisenden Journalisten und Mitarbeiter. Mit der schwarzen Kurzhaar-Perücke, der schwarzen Maske und dem Namensschild mit der Aufschrift “Jasmine” habe keiner die First Lady erkannt, berichteten Mitreisende, die Jill Biden bei dem Besuch in Kalifornien begleitet hatten.

US-Medienberichten zufolge ist es nicht der erste Aprilscherz der Präsidentengattin. Als ihr Ehemann Joe Biden noch Vizepräsident war, versteckte sie sich demnach einmal in einem Gepäckfach der Air Force Two und erschreckte die Mitreisenden beim Öffnen des Fachs mit einem lauten “Buh!”.

7.44 Uhr: Dutzende Tote bei Zugunglück in Taiwan befürchtet

Nach einem schweren Zugunglück in Taiwan werden Dutzende Todesopfer befürchtet. Wie die Behörden mitteilten, wurden nach dem Bahnunfall im Landkreis Hualian 36 Menschen geborgen, bei denen zunächst keine Lebenszeichen festgestellt werden konnten. Offiziell bestätigte Todeszahlen lagen zunächst jedoch noch nicht vor. Insgesamt wurden den Angaben zufolge 61 Menschen in Krankenhäuser gebracht. Mehr als 70 Menschen seien weiterhin in den Trümmern des Zuges eingeschlossen.

Der Zug mit acht Wagen und mehr als 350 Passagieren an Bord war nach Angaben der Feuerwehr offenbar bei der Durchfahrt durch einen Tunnel entgleist. Kurz vor der Ausfahrt des Tunnels sei ein Baustellenfahrzeug einen Hang hinabgestürzt und auf den Gleisen mit dem Zug zusammengeprallt.

Wie die taiwanische Nachrichtenagentur CNA berichtete, war der Express-Zug auf dem Weg in die südosttaiwanische Stadt Taitung. Das Unglück ereignete sich zum Auftakt des mehrtägigen Totengedenkfestes. Zuletzt war es im Oktober 2018 in Taiwan zu einem schweren Zugunglück gekommen. Damals starben 18 Menschen. 

7.06 Uhr: Patient stirbt bei Brand in Berliner Krankenhaus – fünf Verletzte

Beim Brand in einer Klinik im Berliner Stadtteil Zehlendorf ist ein Mensch ums Leben gekommen. Fünf weitere Patienten wurden am frühen Morgen verletzt, drei davon schwer, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. Die Brandursache ist noch unklar. Bis zu 100 Einsatzkräfte löschten die Flammen. Sie seien rund drei Stunden lang bis 7 Uhr im Einsatz gewesen, schrieb die Feuerwehr auf Twitter. Es habe in einem Patientenzimmer im zweiten Obergeschosse der Klinik gebrannt, die Brandmeldeanlage habe gegen 4 Uhr Alarm geschlagen, sagte der Feuerwehrsprecher. “Es kam auch zu einer großen Rauchentwicklung.” Der Gebäudeteil sei evakuiert worden.

Betroffen sei eine Station des Krankenhauses, sagte Klinikgeschäftsführer Florian Kell. Auch andere Stationen seien aus Sicherheitsgründen geräumt worden, die Patienten seien in andere Gebäudeteile verlegt worden.

6.19 Uhr: Bahnstrecke Berlin-Hannover nach Unfall auf unbestimmte Zeit dicht

Bahnreisende auf der Strecke Berlin-Hannover müssen nach dem Zusammenstoß zweier Loks in Wolfsburg weiterhin 50 bis 70 Minuten Verspätung einkalkulieren – voraussichtlich auch über Ostern. An dieser Prognose nach dem Unfall habe sich nichts geändert, sagte ein Bahnsprecher am frühen Morgen. Die genaue Dauer der Streckensperrung ist nach wie vor unklar. Fernzüge werden weiterhin umgeleitet und halten statt in Wolfsburg in Braunschweig. Die Bahn rechnet damit, dass die Bergungsarbeiten und die Verspätungen ihrer Fernzüge andauern werden. Auch im Regional- und Nahverkehr verspäteten sich am Donnerstag die Züge. Zwischen Wolfsburg und Hildesheim fuhren die ENNO-Bahnen mit etwa 20 Minuten Verspätung.

Am Mittwochabend war am Bahnhof Fallersleben in Wolfsburg eine Lok mit dem Triebfahrzeug eines Güterzuges kollidiert. Verletzt wurde nach Angaben der Bundespolizei niemand. Man gehe davon aus, dass die Bergung der Loks bis nach Ostern dauern werde. Es müsse zudem ermittelt werden, wer oder was den Unfall verursacht habe. Ein Strafermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Am Donnerstagabend hatte eine Bahnsprecherin mitgeteilt, eine der drei Dieselloks stehe wieder auf den Gleisen, die Strecke sei in Richtung Braunschweig eingleisig befahrbar. Ein Halt in Wolfsburg sei aber weiterhin nicht möglich. Einige Züge fahren wieder über Wolfsburg – ohne dort zu halten – und über Braunschweig, andere werden noch über Magdeburg umgeleitet.

5.19 Uhr: Geiselnahme in Euskirchen – Tatverdächtiger durch Schuss überwältigt

Im nordrhein-westfälischen Euskirchen hat gestern Abend ein Mann einen Hotelangestellten als Geisel genommen und Lösegeld gefordert. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei habe den mit einem Messer bewaffneten Geiselnehmer durch einen Schuss in die Hüfte überwältigt, teilte die Polizei in Köln in der Nacht zu Freitag mit. Der 22 Jahre alte Mitarbeiter wurde durch den Mann leicht verletzt. Beide Männer wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Der mutmaßliche Täter hatte laut Polizei den Angestellten im Eingangsbereich des Hotels mit einem Messer bedroht und festgehalten. Von der alarmierten Polizei forderte er eine größere Summe Lösegeld und gab an, im Besitz von Sprengstoff zu sein. Die Einsatzkräfte durchsuchten in der Nacht mit Diensthunden das geräumte Hotel. Hinweise auf Sprengmittel seien bislang nicht gefunden worden, teilten die Beamten mit. Die Polizei ermittelt nun zu den Hintergründen der Tat.

AFP
DPA

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