Coronavirus-News: EU-Behörde EMA empfiehlt Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Neue traurige Corona-Rekorde in Brasilien +++ Impfungen beim Hausarzt wohl nicht vor Mitte April +++ Parlamentspräsidenten fordern Ende der Grenzkontrollen +++ Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie im stern-Ticker.

EMA gibt grünes Licht für Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Zulassung des Corona-Impfstoffes des US-Herstellers Johnson & Johnson in der EU empfohlen. Das teilte die EMA am Donnerstag in Amsterdam mit. Die endgültige Entscheidung über die bedingte Marktzulassung muss nun die EU-Kommission treffen – das gilt als Formsache und kann ebenfalls am Donnerstag geschehen.

Lockdown-Protest in Frankreich: Weitere Theater besetzt

Der Protest gegen die coronabedingte Schließung französischer Kulturstätten weitet sich aus. Nach der Besetzung des Pariser Theaters Odéon haben Kulturschaffende weitere Schauspielstätten in Besitz genommen, darunter in Pau im Südwesten Frankreichs und in Straßburg. Mit ihrer Aktion fordern Schauspieler, Techniker und Studierende der Dramaturgie die Wiedereröffnung der Kulturstätten sowie finanzielle Hilfen.

Studie: Biontech-Impfstoff schützt zu 97 Prozent vor symptomatischen Erkrankungen

Eine Datenauswertung zur Corona-Impfkampagne in Israel hat nach Angaben der Unternehmen Biontech und Pfizer die hohe Wirksamkeit ihres Vakzins bestätigt. Der Impfstoff schütze zwei Wochen nach Verabreichung der zweiten Dosis zu mindestens 97 Prozent vor symptomatischen Erkrankungen, schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen, teilten die Mainzer Firma Biontech und ihr US-Partner Pfizer am Donnerstag mit. Die Auswertung habe außerdem eine Wirksamkeit des Impfstoffs von 94 Prozent gegen asymptomatische Corona-Infektionen gezeigt. 

Die Angaben beruhen den Angaben zufolge auf Kontrolldaten des israelischen Gesundheitsministeriums, die zwischen dem 17. Januar und 6. März erhoben wurden. Zu dieser Zeit war der Biontech/Pfizer-Impfstoff der einzig verfügbare im Land und die leicht übertragbare britische Variante B.1.1.7 der vorherrschende Stamm des neuartigen Coronavirus in Israel, wie es in der Mitteilung weiter hieß.

Berlin will nach dänischer Impf-Entscheidung Prüfung abwarten

Nach dem vorläufigen Stopp der Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca in Dänemark sieht das Bundesgesundheitsministerium noch keinen Anlass für einen ähnlichen Schritt in Deutschland. “Nach jetzigem Stand gibt es noch keine Hinweise darauf, dass der Todesfall in Dänemark mit einer Corona-Impfung ursächlich in Verbindung steht”, erklärte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag. “Aktuell untersuchen die europäischen Arzneimittelbehörden den Fall.”  

Dänemark hatte das Aussetzen der Astrazeneca-Impfungen mit möglichen Nebenwirkungen begründet. Die dänische Gesundheitsbehörde verwies am Donnerstag auf Berichte über “schwere Fälle der Bildung von Blutgerinnseln” bei Geimpften. Bisher sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gibt, hieß es in Kopenhagen. Österreich hatte am Montag die Impfungen mit einer bestimmten Charge des Astrazeneca-Impfstoffs gestoppt, nachdem eine 49-jährige Krankenpflegerin wenige Tage nach ihrer Impfung gestorben war. Bei der Frau waren ebenfalls schwere Gerinnungsstörungen aufgetreten. 

Öffnung der Bühnen: Berlin plant Pilotprojekt mit Coronatests

In Berlin sollen die ersten Bühnen noch im März für ein Pilotprojekt öffnen. Das Publikum wird vorher auf das Coronavirus getestet. Neben den Philharmonikern, der Berliner Volksbühne und der Staatsoper Unter den Linden ist beispielsweise auch die Clubcommission mit einem Konzert dabei. Geplant sind neun Veranstaltungen bis Anfang April. “So ein Pilot ist in Deutschland einzigartig – und hoffentlich ein Beitrag mit Blick auf ein unbeschwertes Besuchen von Kulturveranstaltungen”, teilte Kultursenator Klaus Lederer (Linke) mit.

Das Publikum muss am Tag der Veranstaltung zu einem Coronatest und soll während der Vorstellung einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Den Auftakt macht das Berliner Ensemble am 19. März, die Stiftung Berliner Philharmoniker plant dann am 20. März ein Sinfoniekonzert.

Dänemark setzt AstraZeneca-Impfungen wegen Blutgerinnseln aus

Dänemark setzt die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca wegen möglicher Nebenwirkungen vorerst aus. Wie die dänische Gesundheitsbehörde am Donnerstag mitteilte, liegen ihr Berichte über “schwere Fälle der Bildung von Blutgerinnseln” bei Geimpften vor. Bisher sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gibt.

Hausärzteverband kritisiert verzögerte Impfungen in Arztpraxen

Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, hat die Verzögerung beim Start der Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen kritisiert. “Wir sind nicht nur bereit, wir scharren seit Wochen ungeduldig mit den Hufen”, sagte Weigeldt im Deutschlandfunk. Der Hausärzteverband wolle bei der Durchimpfung der Bevölkerung endlich “tatsächliche Ergebnisse” haben. “Ich kann nicht verstehen, dass man sozusagen das Volk im Lockdown hält, anstatt zu impfen, um irgendwelche Impfzentren weiter zu bedienen”, sagte Weigeldt.

Da die Impfzentren vorrangig beliefert werden sollen, ist für die Praxen noch nicht genügend Impfstoff vorrätig. Der Impfstart in den Hausarztpraxen war am Montag zunächst noch für Anfang April vorgesehen. Nach dreistündigen Beratungen einigten sich die Gesundheitsminister am Mittwoch auf die 16. Kalenderwoche (19. bis 25. April) oder früher – “sollten es die noch zu konkretisierenden Liefermengen der Hersteller für April zulassen”.

Unicef: Corona-Pandemie macht Fortschritte für Kinder zunichte

Am Jahrestag der Einstufung der Coronavirus-Ausbreitung als Pandemie hat das UN-Kinderhilfswerk Unicef vor langfristigen Folgen für Kinder und Jugendliche gewarnt. “Ein Jahr nach der Corona-Pandemie sind die Fortschritte in nahezu allen wichtigen Bereichen der Kindheit rückläufig”, sagte Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Die Zahl der Kinder, die hungern, isoliert sind, missbraucht werden, in Armut leben oder in Zwangsehen verheiratet werden sei gestiegen. Gleichzeitig habe sich ihr Zugang zu Bildung, sozialer Teilhabe und grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheit, Ernährung und Schutz verschlechtert. “Die Anzeichen dafür, dass Kinder in den kommenden Jahren die Narben der Pandemie tragen werden, sind unverkennbar”, sagte Fore. 

Kassenärzte-Chef erwartet Impfstart in Arztpraxen frühestens im Mai

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, erwartet den Impfstart in Arztpraxen frühestens im Mai – und nicht wie von der Bundesregierung geplant spätestens ab dem 19. April. Bei der Gesundheitsministerkonferenz am Mittwoch sei entschieden worden, dass der Impfstoff zunächst weiter an die Impfzentren gehe, “sodass ich die Haus- und Fachärzte im April eher nicht im Impfgeschehen sehe, weil sie schlicht und ergreifend nicht genug Impfstoff bekommen werden”, sagte Gassen im ZDF-“Morgenmagazin”. Er gehe davon aus, dass “wir auf diese Ressourcen wohl dann erst im Mai zurückgreifen können und es bei dem bisherigen Impftempo bleiben dürfte”.

Gassen zufolge habe die KBV angesichts des schleppenden Impfstarts damit gerechnet, dass die Ärzte schon “sehr viel früher” in die Impfstrategie eingebunden würden. Fünf Millionen Impfungen könnten in den Praxen “ohne größere Anstrengungen” pro Woche geleistet werden. Die Arztpraxen könnten “das Impfen in hoher Frequenz und in großer Menge leisten – wenn sie den Impfstoff bekommen”, so Gassen.

Mehr als 14.000 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind innerhalb eines Tages mehr als 14.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 14.356 neue Ansteckungsfälle registriert. Das sind 2444 mehr als vergangenen Donnerstag. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 69,1. Am Vortag hatte dieser Wert 65,4 betragen.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich den Angaben zufolge auf 2.532.947. Laut RKI wurden ferner 321 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion binnen 24 Stunden registriert, vor einer Woche waren es 359. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich auf 72.810. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI mit 2,337 Millionen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz war zuletzt wieder angestiegen, nachdem sie im Februar zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen war. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums. Sie ist ein wesentlicher Maßstab bei der Verhängung oder Lockerung von Corona-Restriktionen.

Bericht: Mehrere Unternehmen bieten Mitarbeitern Corona-Schnelltests an

Mehrere große Unternehmen wollen ihrer Belegschaft laut einem Medienbericht Corona-Schnelltests in der Firma oder für zu Hause anzubieten. Unter anderem planten dies Aldi Süd, Aldi Nord, Henkel, Metro, Rewe, RWE und Telekom, berichtete die Düsseldorfer “Rheinische Post”. Beim Handelskonzern Metro soll es demnach für die Beschäftigten in der Zentrale pro Woche zwei Tests geben. 

Aldi Süd und Aldi Nord bieten den Beschäftigen in den Filialen ab nächster Woche alle sieben Tage einen kostenlosen Selbsttest an. Der Energieversorger RWE will dem Bericht zufolge Schnelltests und Selbsttests an allen großen Standorten anbieten. Bei Henkel bekämen alle Mitarbeiter in Deutschland fünf Selbsttests nach Hause geschickt, Vodafone prüfe eine ähnliche Aktion. Die Deutsche Post habe schon mehr als 46.000 Tests an deutschen Betriebsstätten vorgenommen.

RKI-Chef Wieler warnt: Dritte Corona-Welle hat begonnen

Ein Jahr nach der Erklärung einer Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Deutschland nach Überzeugung des Robert-Koch-Instituts die dritte Corona-Welle begonnen. “Wir haben ganz klare Anzeichen dafür: In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen”, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler im Gespräch mit der UN-Journalistenvereinigung (ACANU) in Genf. “Ich bin sehr besorgt.” Die strikte Anwendung von Schutzmaßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten sei trotz Impfungen weiter dringend nötig.

Die Impfkampagne sei ein Wettlauf gegen das mutierende Virus. Die Ziellinie sei aber in Sicht: Wenn es keine Unterbrechungen wegen Produktionsausfällen oder aus anderen Gründen gebe, könnten bis Herbst 80 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus seien. “Wenn das der Fall ist, können alle Maßnahmen aufgehoben werden”, sagte Wieler. Er geht davon aus, dass nach den ersten Impfrunden Auffrischungen nötig sind – in welchen Abständen, sei bislang unklar.

Ramelow wirbt für Bestellung von Sputnik-Impfstoff

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat dafür geworben, den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V zu bestellen. “Für mich ist der Sputnik-Impfstoff eine große Chance, wieder schneller zur Normalität zurückzukehren”, sagte der Linken-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. “Ich appelliere an die Bundesregierung, gegenüber der EU deutlich zu machen, dass jetzt bei den Produzenten von Sputnik entsprechende Impfmengen geordert werden sollten.”

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft Sputnik V derzeit. Die EU-Kommission hatte vergangene Woche klargestellt, dass sie mit den Sputnik-Herstellern derzeit nicht über einen Lieferrahmenvertrag für alle 27 EU-Staaten verhandelt.

+++ Die Nachrichten von Mittwoch, den 10. März 2021 +++

Brasilien: Neuer Höchststand bei Corona-Toten pro Tag

Trauriger neuer Rekord in Brasilien: Die Behörden des südamerikanischen Landes haben binnen 24 Stunden mehr als 2200 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. Wie das Gesundheitsministerium in Brasília mitteilte, starben seit Dienstag 2286 Menschen an den Folgen von Covid-19. Die Zahl der Corona-bedingten Todesfälle in dem Land stieg damit auf 270.656. Mehr Corona-Tote wurden seit Pandemie-Beginn nur in den USA gezählt. 

Einen neuen Höchststand verzeichnete Brasilien auch bei den Infektionsfällen: Binnen 24 Stunden wurden nach Behördenangaben fast 80.000 Neuansteckungen registriert. Damit haben sich seit Pandemie-Beginn bereits mehr als elf Millionen der 212 Millionen Einwohner Brasiliens nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.

USA: Neue Corona-Schecks ohne Bidens Namen – Kongress verabschiedet Hilfspaket

Als Millionen US-Bürger im vergangenen Jahr erste Corona-Hilfsschecks erhielten, prangte darauf der Name des damaligen Präsidenten Donald Trump. Sein Nachfolger Joe Biden hält offenbar wenig von dieser Art der Selbstdarstellung: Auf den neuen Corona-Schecks in Höhe von 1400 Dollar, die am Mittwoch im Kongress beschlossen wurden, fehlt der Name des neuen Präsidenten. “Es geht nicht um ihn; es geht darum, dass die Amerikaner Hilfe erhalten”, kommentierte Bidens Sprecherin Jen Psaki diese Woche trocken. Der Präsident habe es nicht als “notwendig” erachtet, seinen Namen auf die Schecks zu setzen. “Sein Fokus war, sie so schnell wie möglich zu verschicken.” Trumps Vorgehen hatte vor knapp einem Jahr Berichten zufolge die Ausstellung der damaligen 1200-Dollar-Schecks verzögert durch das Hinzufügen des Schriftzugs “Präsident Donald J. Trump”, Kritiker warfen ihm seinerzeit Narzissmus vor. Die Hilfsschecks sind Teil eines 1,9 Billionem Dollar schweren Corona-Hilfspakets, das der US-Kongress am Mittwoch verabschiedete. Das entsprechende Gesetz mit dem Titel “Amerikanischer Rettungsplan” will Biden mit seiner Unterschrift am Freitag in Kraft setzen.

Britische Virusvariante setzt sich in Deutschland durch

Die hochansteckende Corona-Mutante aus Großbritannien hat sich offenbar zur beherrschenden Virusvariante in Deutschland entwickelt: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch gingen in der vergangenen Woche rund 55 Prozent der in Laboren untersuchten Proben auf die Virus-Variante B.1.1.7 zurück. In der Vorwoche waren es noch 46 Prozent, in der Woche zuvor nur 22 Prozent gewesen. Die Tendenz der Ausbreitung sei weiter steigend, teilte das Institut mit.

Die Daten basieren auf einer Teilmenge der SARS-CoV-2-positiven Proben, die von Laborverbunden untersucht wurden. Das RKI rechnete seit längerem mit einer starken Ausbreitung der Virusvariante. Die oft als britische Corona-Variante bezeichnete Mutante B.1.1.7, die Ende vergangenen Jahres in England entdeckt wurde, ist deutlich ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Es gibt auch Hinweise, dass sie tödlicher sein könnte.

Die bislang zugelassenen Corona-Impfstoffe sind auch gegen B.1.1.7 wirksam. Das Robert-Koch-Institut wies am Mittwoch aber darauf hin, dass in Deutschland auch die Variante B.1.351 beobachtet werde – diese sogenannte südafrikanische Variante “reduziert möglicherweise den durch die Impfungen vermittelten Schutz”, erklärte das Institut. Von den untersuchten Virusproben machte sie in der vergangenen Woche ein Prozent aus.

Start von Corona-Impfungen in Arztpraxen wohl erst Mitte April

Die Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen können routinemäßig wohl erst Mitte April starten. Dies verlautete am Mittwochabend nach den Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern aus Teilnehmerkreisen. Die bestehenden Impfzentren sollten weiterhin parallel mindestens 2,25 Millionen Impfungen pro Woche verabreichen, hieß es weiter. Der darüber hinaus vorhandene Impfstoff solle den Arztpraxen zur Verfügung gestellt werden. “Um dem Wunsch der Länder, ihre Impfzentren so wie bisher auszulasten, entsprechen zu können, können die Arztpraxen wohl erst Mitte April starten”, hieß es aus dem Bundesgesundheitsministerium. 

Bund und Länder seien sich in den dreistündigen Beratungen einig gewesen, “dass so schnell wie möglich auch die Arztpraxen in die Impfkampagne einbezogen werden sollen”, hieß es weiter aus dem Bundesministerium. “Dafür braucht es aber auch eine gewisse wöchentliche Mindestmenge an Impfstoff.”

 

EMA entscheidet über Johnson-Impfstoff

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) wird am Donnerstag voraussichtlich die bedingte Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson empfehlen. Damit könnte die Behörde mit Sitz in Amsterdam den Weg für den vierten Corona-Impfstoff in der EU freimachen. Die EU-Kommission muss zwar noch zustimmen. Das gilt aber als Formsache und könnte ebenfalls am Donnerstag geschehen. Die EU-Kommission hat bereits Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten. Der Hersteller hatte zugesichert, dass ab April geliefert werde.

USA wollen sich weitere 100 Millionen Johnson-Impfdosen sichern

Die USA wollen sich weitere 100 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson sichern. US-Präsident Joe Biden werde die entsprechenden Verantwortlichen seiner Regierung anweisen, die zusätzlichen Dosen zu beschaffen, sagte der ranghohe Corona-Berater im Weißen Haus, Andy Slavitt, bei einem Briefing.

Biden sollte später am Tag mit den Chefs der Pharmakonzerne Johnson & Johnson und Merck zusammenkommen. Das Weiße Haus hatte vergangene Woche bekannt gegeben, dass die beiden Rivalen bei der Produktion des Corona-Impfstoffs kooperieren. Der Impfstoffhersteller Merck hat bislang keinen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus im Programm.

Spahn legt geänderte Impfverordnung vor

Bei den Corona-Impfungen soll nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mehr Flexibilität möglich werden. “Dafür halten wir an der Priorisierung fest, um besonders Verwundbare zu schützen”, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. “Aber gleichzeitig wollen wir pragmatisch schnelles Impfen möglich machen.”

In der neuen Verordnung, die an diesem Donnerstag im Bundesanzeiger veröffentlicht werden soll, wird keine Altersbegrenzung bezogen auf den Impfstoff von Astrazeneca mehr genannt. Um möglichst viele Erstimpfungen zu ermöglichen, soll bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna der Abstand zur Zweitimpfung von sechs Wochen ausgeschöpft werden – beim Mittel von Astrazeneca von zwölf Wochen.

Abweichungen von der Impf-Priorisierung sollen zudem künftig möglich sein, um eine dynamische Virus-Ausbreitung “aus hochbelasteten Grenzregionen” zu verhindern. Damit könnten etwa Sachsen, Bayern, das Saarland oder weitere Länder die ganze Bevölkerung in solchen Hotspots an der Grenze impfen, wie es zur Erläuterung hieß.

News zur Corona-Pandemie: EU-Behörde EMA empfiehlt Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Parlamentspräsidenten fordern Ende der Grenzkontrollen

Die Parlamentspräsidenten von Österreich, Tschechien und der Slowakei haben in einem gemeinsamen Brief an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ein Ende der von Deutschland eingeführten stationären Grenzkontrollen angemahnt. In dem Schreiben, das am Mittwoch auch den Mitgliedern des Innenausschusses des Bundestages zuging, heißt es, die Folgen dieser Maßnahmen “stehen in Widerspruch zu unserem gemeinsamen Ziel, weitere wirtschaftliche Verluste durch die Pandemie zu vermeiden”. So gestalte sich beispielsweise der Lastwagen-Transitverkehr aufgrund der kurzen Fristen und Gültigkeitsbeschränkungen der von den Fahrern vorzulegenden Corona-Tests schwierig.

Schäuble antwortete ihnen diese Woche nach Angaben der Bundestagsverwaltung, er hoffe ebenso wie sie, dass diese temporären Restriktionen in Kürze überflüssig würden und die EU gestärkt aus dieser Krise hervorgehen werde. Gleichzeitig dürfe man aber auch nicht vergessen, dass eine unkontrollierte Weiterverbreitung des Virus und seiner Mutationen den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Schaden für die Bürger noch erheblich steigern könne.

Ein Video soll das Krankenhaus Policlinico San Marco in der Provinz Bergamo zeigen.

Krisentelefone durch Corona besonders gefragt

In der Coronakrise suchen deutlich mehr Menschen Rat bei einem Krisentelefon oder ähnlichen Anlaufstellen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) informierte sich bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern solcher Hilfsangebote über die Erfahrungen in der Pandemie. Einhellige Aussage war, dass die Sorgen der Menschen deutlich gestiegen sind. Die Hilfesuchenden leiden demnach unter Einsamkeit, Isolation, Problemen in der Familie oder depressiven Stimmungen. Viele hätten auch Suizidgedanken.

Gabriela Piber von der Telefonseelsorge Oberschwaben-Allgäu-Bodensee sagte, aufgrund der Pandemie sei die Zahl der Anrufe wegen Einsamkeit und Isolation um 27 Prozent gestiegen. Zudem riefen deutlich mehr Menschen mit Suizidgedanken an, darunter auch viele Jugendliche. Hier liege der Anstieg bei fast 17 Prozent.

Corona-Ausbruch in Allgäuer Schlachthof: 83 Infizierte

Nach einem Corona-Ausbruch bei einem Schlachthof im bayerischen Buchloe sind 83 Beschäftigte positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Darüber hinaus sei für 93 Kontaktpersonen eine Quarantäne angeordnet worden, teilte das zuständige Landratsamt mit. Bei 3 der 83 Infizierten sei die britische Variante des Coronavirus gemeldet worden.

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers arbeiten in dem Betrieb im Allgäu insgesamt 430 Menschen. Ein Großteil der Infizierten sei im Bereich der Schlachtung tätig. “Die Schlachtung ist seit gestern bis zum Wochenende ausgesetzt”, sagte der Sprecher. Wie es zu dem Ausbruch kam, könne sich das Unternehmen bislang nicht erklären. “Die Behörden bestätigen, dass es keine Anhaltspunkte für eine Lücke in unserem Hygienekonzept gibt.” Anfang Januar war an einem anderen Standort des Unternehmens in Baden-Württemberg ein Corona-Ausbruch mit 23 positiv getesteten Mitarbeitern gemeldet worden. 

Impfstreit mit London eskaliert

Der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca liefert weniger Impfstoff als zugesagt an die EU. Das ist der Ausgangspunkt für eine Konfliktspirale zwischen Brüssel und London. Nach einer Eskalation im Impfstoff-Streit mit der Europäischen Union hat Großbritannien die derzeitige EU-Vertreterin in London ins Außenministerium einbestellt. Hintergrund ist Kritik von EU-Ratspräsident Charles Michel an einer angeblichen Sperre für den Export von Corona-Impfstoffen aus Großbritannien. London nennt dies eine “Falschbehauptung”. Großbritannien verurteile “Impf-Nationalismus in all seinen Formen”. Alle Verweise auf ein Exportverbot oder Einschränkungen für Impfstoffe seien komplett falsch, hieß es zuvor schon von einem Regierungssprecher. Ein gleichlautendes Schreiben schickte Außenminister Dominic Raab an Michel.

Arbeitnehmer sollen bis Ende April im Homeoffice bleiben

Die Bundesregierung hat die Pflicht für Arbeitgeber, ihren Beschäftigten zum Schutz vor Corona Homeoffice zu ermöglichen, bis 30. April verlängert. Das Kabinett verlängerte dafür Mitte März auslaufende SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung. Damit wurde unter anderem auch die vorgeschriebene Verminderung der Personenbelegung in gemeinsam genutzten Räumen durch Vorgabe einer Mindestfläche von 10 Quadratmetern pro Person verlängert. Es gilt zudem weiter eine Verpflichtung zur Bereitstellung und Benutzung hochwertiger Masken.

Mehr als 9000 Neuinfektionen: Intensivmediziner weiter unter Druck

Die Corona-Lage in Deutschland bleibt mit mehr als 9000 Neuinfektionen angespannt – und Intensivmedizinern bereitet die möglicherweise krankmachendere Variante B.1.1.7 Sorgen. Das seit einigen Tagen zu beobachtende Plateau bei der Zahl der Intensivfälle mit Covid-19 bundesweit sei vor diesem Hintergrund “kein gutes Zeichen”, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Fachgesellschaft Divi, Christian Karagiannidis, in einer Videoschalte. Die in Großbritannien entdeckte Mutante greift nach bisherigen Auswertungen in Deutschland zunehmend um sich.

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Corona-Schnelltests für Grenzpendler

Die Landesregierung in Baden-Württemberg stellt Unternehmen in der Grenzregion zu Frankreich und der Schweiz 300.000 Corona-Schnelltests für Grenzpendler zur Verfügung. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sagte, insbesondere im Hinblick auf die Virusmutanten sei der Einsatz von Schnelltests ein wichtiges Instrument, um vor Corona-Infektionen zu schützen.

Die Testmöglichkeiten seien derzeit umso wichtiger, da in der gesamten deutsch-französisch-schweizerischen Grenzregion rund 100.000 Grenzgänger und Pendler von weitergehenden Einschränkungen direkt betroffen seien. Die Schnelltests stammen laut Mitteilung aus der Notreserve des Landes. Sie sollen übergangsweise bis voraussichtlich Ende März dazu beitragen, den Grenzverkehr von und nach Baden-Württemberg, Frankreich und die Schweiz sicherzustellen.

Merkel und Länderchefs sollen bis Ende März Impfstart in Praxen festlegen

Über den Start von Corona-Impfungen in den Arztpraxen sollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder entscheiden. Dies soll “zeitnah” noch vor der anstehenden nächsten Bund-Länder-Beratungen zum weiteren Corona-Vorgehen am 22. März geschehen, wie Regierungssprecher Steffen Seibert ankündigte. Als Basis dafür sollten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern eine Empfehlung vorlegen.

Das Ministerium betonte, Ziel sei weiterhin, Anfang April mit Impfungen in den Praxen zu beginnen. Dabei solle es ein bundeseinheitliches Vorgehen geben, um bekannte Vertriebswege über den Großhandel und Apotheken zu nutzen. Die regionalen Impfzentren der Länder sollen parallel weiterarbeiten, Termine sollen bestehen bleiben. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollten am Mittwoch über den Zeitplan und weitere Details beraten.

Frankreich verlängert Wochenend-Ausgangssperren an der Côte d’Azur

Frankreich greift wegen der angespannten Corona-Lage erneut zu harten Maßnahmen: An der Côte d’Azur gilt am kommenden Wochenende zum dritten Mal in Folge eine ganztägige Ausgangssperre, wie Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch ankündigte. Aus den Krankenhäusern im Pariser Großraum sollen zudem Corona-Patienten in andere Regionen verlegt werden.

“Wir befinden uns auf einer Gratwanderung”, sagte Attal nach dem wöchentlichen Treffen des Verteidigungskabinetts unter Leitung von Präsident Emmanuel Macron. Ausgangssperren wie rund um die Städte Nizza und Cannes seien “eine schwere Entscheidung”. Es gebe aber kaum eine Alternative.

Patientenschützer befürchtet Nachteile für Ältere bei geänderter Impfreihenfolge

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz befürchtet, dass durch Veränderungen bei der Reihenfolge der Corona-Impfungen die besonders gefährdeten Gruppen ins Hintertreffen geraten. “Bundesregierung und Bundestag haben versprochen, alte und kranke Menschen zuerst durch eine Impfung zu schützen”, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. “Schließlich sind sie am stärksten bedroht.”

Die ethisch festgesetzte Impfreihenfolge sei “nur noch eine Farce”, beklagte Brysch. “Länder, Städte und Gemeinden machen, was sie wollen.” Deshalb sei es nicht verwunderlich, dass über drei Millionen Menschen der ersten Prioritätsgruppe immer noch nicht geimpft seien. “Es herrscht das Recht der Starken, Schnellen und Lobbyisten.” Die Schwachen seien hingegen die Verlierer. 

Tirol dringt auf Öffnung der Grenze zu Deutschland

Das österreichische Bundesland Tirol dringt mehr denn je auf die Aufhebung der deutschen Grenzkontrollen. “Das muss ein Ende haben”, forderte Landeschef Günther Platter (ÖVP) im Landtag in Innsbruck. Es sei gelungen, die Fälle mit der Südafrika-Variante des Coronavirus massiv zurückzudrängen – von 193 aktiv positiven bestätigten Fällen und Verdachtsfällen auf 47. Die Kontrollen seien nicht mehr zu rechtfertigen. Zudem seien die Maßnahmen nach Ansicht vieler Experten ohnehin nicht EU-konform.

Deutschland hatte vor einer Woche seine Kontrollen wegen der Gefahr durch die Virus-Varianten an der Grenze zu Tschechien und Tirol bis zum 17. März verlängert. Die Ausreisekontrollen aus Tirol in die benachbarten Bundesländer Salzburg und Vorarlberg durch Österreich sollten am Mittwoch enden. Einen Monat lang war die Ausreise nur mit negativem Coronatest erlaubt.

Holetschek: In Grenz-Hotspots bald andere Impfreihenfolge möglich

In Corona-Hotspots in Grenzregionen soll nach Worten von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) künftig von der eigentlich vorgegebenen Impfreihenfolge abgewichen werden können. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe ihm zugesagt, die Impfverordnung des Bundes entsprechend zu ändern, sagte Holetschek der Deutschen Presse-Agentur in München – er ist derzeit Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz der Länder.

In Grenzregionen, die wegen der Ausbreitung der britischen Coronavirus-Variante mit Sieben-Tage-Inzidenzen von über 100 kämpfen, sollen die Behörden vor Ort nach Darstellung Holetscheks somit freier entscheiden können, ob bestimmte Gruppen früher geimpft werden. “Es geht darum, dieses Ausbruchsgeschehen in den Griff zu bekommen”, sagte Holetschek. Als Beispiel nannte er mögliche Reihenimpfungen in Betrieben, in denen es vermehrt Corona-Infektionen gebe. Theoretisch könnten dann auch alle über 18 geimpft werden, wo dies sinnvoll sei, sagte Holetschek. Über das Vorgehen müssten aber jeweils die Behörden vor Ort entscheiden. “Wir müssen jede Option an der Grenze nutzen, weil wir sehen, dass wir dort wenig andere Handlungsoptionen haben.”

EU-Kommission will wegen Corona mehr humanitäre Hilfe leisten

Angesichts der Corona-Pandemie will die EU-Kommission mehr und wirksamere humanitäre Hilfe leisten. Die EU soll auch direkt in Krisensituationen einschreiten – etwa um Lücken zu füllen, wenn ihre Mitgliedstaaten oder Hilfsorganisationen vor Ort nur unzureichend helfen können. Die Kommission stellte Vorschläge dazu am Mittwoch in Brüssel vor. Die 27 EU-Staaten und das EU-Parlament müssen nun noch eine gemeinsame Linie finden.

Als Beispiel für Hilfe durch die EU nannte der für Krisenmanagement zuständige Kommissar Janez Lenarcic einen Einsatz im vergangenen Jahr: Als der internationale Flugverkehr im ersten Corona-Lockdown zusammengebrochen sei, seien viele Regionen der Welt für Helfer nicht mehr erreichbar gewesen. Die EU habe mit ihren Mitgliedstaaten Flüge organisiert – etwa, um medizinisches Material in hilfsbedürftige Länder zu transportieren.

Spahn spricht sich für Einbeziehung der Arztpraxen bei der Corona-Impfung aus

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich für einen gemeinsamen Beschluss mit den Ministerpräsidenten zur Einbeziehung der Arztpraxen in die Corona-Impfungen ausgesprochen. Das verlautete am Mittwoch aus Regierungskreisen. Zuerst berichtete die Bild-Zeitung. Nach Angaben der Zeitung warb Spahn auch im Kabinett angesichts unterschiedlicher Einschätzungen unter den Ländern dafür. Um so wichtiger sei nun ein gemeinsames Agieren.

Das Gesundheitsministerium erklärte auf Anfrage, Ziel sei weiterhin, Anfang April mit Impfungen in den Praxen zu beginnen. Dabei solle es ein bundeseinheitliches Vorgehen geben, um auch Vertriebswege über den Großhandel und Apotheken zu nutzen. Die regionalen Impfzentren der Länder sollen weiterarbeiten, Termine sollen bestehen bleiben. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollten heute über den Zeitplan und weitere Details beraten.

Mecklenburg-Vorpommern kauft Lizenz für Luca-App

Mecklenburg-Vorpommern will die App Luca zur Kontaktnachverfolgung in der Corona-Pandemie flächendeckend nutzen. Als erstes Bundesland habe Mecklenburg-Vorpommern eine Lizenz für das Luca-System gekauft, um es mit der Kontaktnachverfolgung der acht Gesundheitsämter des Landes zu koppeln. Die Ämter nutzen die Software Sormas. Die Kosten für die Lizenz beliefen sich auf 440 000 Euro. Den Geschäften, Kunden und Kommunen entstünden keine Kosten.

Weiterzahlung der Coronahilfen trotz Betrugsverdacht gefordert

Die FDP im Bundestag fordert, die Staatshilfen für Unternehmen in der Coronakrise trotz Betrugsverdachts weiter zu zahlen. “Die Betrugsfälle müssen zügig aufgeklärt werden. Trotzdem kann das Ministerium die Auszahlung der Corona-Hilfen nicht einfach stoppen”, sagte Fraktionsvize Christian Dürr der Deutschen Presse-Agentur. Das Ministerium müsse die Auszahlung umgehend wieder aufnehmen und die Lücken im System schließen, damit ehrliche Unternehmer und Selbstständige ihre Unterstützung bekämen.

Die Abschlagszahlungen, also quasi Vorschüsse auf die Staatshilfen, waren vorübergehend gestoppt worden, weil die Bundesregierung Hinweise auf Betrugsversuche hat. Das sei vor allem als Vorsichtsmaßnahme zu verstehen, “in Kürze” sollten die Zahlungen wieder aufgenommen werden, hatte das Wirtschaftsministerium erklärt.

Pandemie verschärft Situation von Geringverdienern

Die Corona-Pandemie trifft Menschen mit geringem Einkommen besonders hart. Damit könnte sich die soziale Schieflage in Deutschland verschärfen. Dies geht aus einem umfassenden Sozialbericht des Statistische Bundesamtes, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) hervor.

Demnach waren im ersten Lockdown Menschen mit höherem Einkommen zwar häufiger von Einkommenseinbußen betroffen, die Folgen der Pandemie für Menschen mit Niedrigeinkommen aber härter: Etwa jeder Fünfte gab an, in Finanznöten zu stecken oder dies zu befürchten. Unabhängig vom Beruf waren Alleinerziehende mit 25 Prozent am häufigsten von finanziellen Problemen betroffen. Menschen mit Migrationshintergrund berichteten fast doppelt so häufig von finanziellen Schwierigkeiten wie Menschen ohne Migrationshintergrund (15 beziehungsweise 8 Prozent).

Vier Millionen zusätzliche Impfdosen für die EU

Die Hersteller Biontech und Pfizer wollen in den nächsten beiden Wochenvier Millionen Dosen Corona-Impfstoff zusätzlich an die Europäische Union liefern. Man habe das Zusatzpaket ausgehandelt, damit die EU-Staaten gezielt in Corona-Hotspots impfen und die Ausbreitung der gefürchteten Virusvarianten bremsen könnten, erklärte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Brüssel.

Von dem zusätzlichen Kontingent könnte Deutschland nach dem internen EU-Verteilungsschlüssel 18,6 Prozent bekommen, also rund 740.000 Impfdosen. Die Bundesregierung muss entscheiden, ob sie von dieser Option Gebrauch macht und wie die zusätzlichen Mengen auf die Bundesländer verteilt würden.

Sieben große Open-Air Festivals wegen Corona abgesagt

Sieben große Open-Air-Festivals in Deutschland und der Schweiz fallen auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte das Veranstalter-Netzwerk Eventim Live mit. Abgesagt seien damit unter anderen “Rock am Ring” am Nürburgring, “Rock im Park” in Nürnberg, das “Hurricane Festival” in Niedersachsen und “Southside” in Neuhausen ob Eck in Baden-Württemberg. Auch das “Deichbrand” bei Cuxhaven, “SonneMondSterne” in Thüringen bei Saalburg-Ebersdorf und das Schweizer “Greenfield Festival” fallen somit aus.

“Die Veranstalter mussten sich aufgrund der weiterhin bestehenden unsicheren Infektionslage zu einer Absage entscheiden”, teilte Eventim Live mit. Für die Mitarbeiter und Hunderttausende Fans fallen die Konzert-Events somit zum zweiten Mal aus. Bereits im Sommer 2020 waren alle Großveranstaltungen gestrichen worden. Allen Ticketinhabern werde nun unkompliziert die Möglichkeit gegeben, die Festivals im kommenden Jahr zu besuchen.

Alaska erlaubt Corona-Impfung ab 16 Jahren

In Alaska dürfen sich alle Bewohner ab 16 Jahren von nun an gegen Corona impfen lassen. Damit sei Alaska der erste US-Bundesstaat, der die Zugangsvoraussetzungen für Impfungen bei Erwachsenen abschaffe, teilte Gouverneur Mike Dunleavy mit. Der Impfstoff von Pfizer und Biontech sei für Bewohner ab 16 Jahren erhältlich, die Mittel von Moderna und von Johnson & Johnson für Menschen ab 18 Jahren.

Patentstreit um Corona-Impfstoff geht in die nächste Runde

Im Streit um Patente auf Corona-Impfstoffe verhandeln Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation (WTO) heute wieder in Genf. Mehr als 100 Länder wollen die Patente aussetzen, damit mehr Firmen in mehr Ländern Impfstoffe herstellen können. Länder mit Pharmaindustrie sowie die Industrie blockieren das bislang.

FDP warnt: Mehr Insolvenzen durch ausgesetzte Coronahilfen

Die FDP hat angesichts der ausgesetzten Corona-Hilfen wegen Betrugsverdachts vor weiteren Firmenpleiten und Jobverlusten gewarnt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) habe “immer wieder schnelle Hilfen versprochen und sein Wort immer wieder gebrochen”, sagte Fraktionsvize Michael Theurer. “Mit dem aktuellen Stopp der Abschlagszahlungen für Coronahilfen steigt die Gefahr weiterer Insolvenzen und von noch mehr Arbeitslosen”, fuhr er fort.

Die Bundesregierung hatte wegen Betrugsverdachts die Zahlungen aus mehreren Corona-Hilfsprogrammen vorübergehend eingestellt. Unbekannte sollen sich mit falschen Identitäten beim Wirtschaftsministerium als prüfende Dritte registriert und dann für echte Unternehmen Hilfen beantragt haben. Das Geld sei jedoch nicht an die Unternehmen geflossen, sondern auf die Konten der Betrüger, berichtete etwa das Magazin Business Insider und sprach von Millionenschäden.

Kassenärzte: Ab April 20 Millionen Impfungen pro Monat möglich

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hält es für möglich, dass in Deutschland ab April 20 Millionen Menschen monatlich gegen das Coronavirus geimpft werden können. Eine Erstimpfung für die erwachsene Bevölkerung könne schon in der ersten Juni-Hälfte, die weitgehende Immunisierung Anfang August abgeschlossen sein, sagte Gassen der „Welt“ (Mittwoch). Voraussetzung dafür sei ein rascher Nachschub an Impfstoffdosen.

Ab Anfang April sollen die niedergelassenen Ärzte in Deutschland flächendeckend mit Corona-Impfungen beginnen. Darauf hatten sich die Fachminister von Bund und Ländern am Montag in der Gesundheitsministerkonferenz geeinigt.

9146 Corona-Neuinfektionen und 300 Todesfälle registriert

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9146 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 300 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9019 Neuinfektionen und 418 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 4.50 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 65,4 – und damit niedriger als am Vortag (67,5).   

Merkel spricht mit Beschäftigten von Krisentelefonen über Pandemiefolgen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Mittwoch mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von Hilfs- und Krisentelefonen über deren Erfahrungen in der Corona-Pandemie sprechen (14 Uhr). In dem digitalen Bürgerdialog soll es nach Angaben der Bundesregierung um Themen wie psychische Krisen, Stress in der Familie, Einsamkeit, finanzielle Not durch Jobverlust und Sorgen von Kindern und Jugendlichen gehen. Die Kanzlerin erhoffe sich dadurch Eindrücke von der “Lebenswirklichkeit der Menschen, die sich bei Hilfs- und Krisentelefonen melden”.

Umfrage: Union verliert leicht in Wählergunst

Kurz vor zwei Landtagswahlen hat die Union laut einer Umfrage in der bundesweiten Gunst der Wähler leicht eingebüßt. Im Vergleich zu der Befragung eine Woche zuvor verliert sie einen Punkt und kommt jetzt auf 33 Prozent. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das RTL/Ntv-„Trendbarometer“ hervor. Die Grünen verlieren ebenfalls einen Punkt und könnten bei einer Bundestagswahl zum jetzigen Zeitpunkt mit 18 Prozent rechnen.

Damit liegen die Grünen zwei Prozentpunkte vor der SPD, die unverändert bei 16 Prozent steht. FDP (8 Prozent) und die AfD (10 Prozent) gewinnen jeweils einen Prozentpunkt hinzu. Die Linke liegt weiter bei 8 Prozent. Die Bundestagswahl ist am 26. September. Bereits am Sonntag finden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz statt.

Krankenkassen warnen vor Milliardenlücke

Den gesetzlichen Krankenkassen droht nach Einschätzung ihres Spitzenverbands eine Finanzierungslücke in Milliardenhöhe. Grund sei, dass sämtliche Reserven während der Corona-Pandemie aufgebraucht werden, wie der GKV-Spitzenverband in Berlin deutlich machte. Die Verbandsvorsitzende Doris Pfeiffer sagte: „Für dieses Jahr bin ich noch optimistisch, dass die Zusatzbeitragssätze nicht weiter angehoben werden müssen.“ Im kommenden Jahr drohe aber eine Finanzierungslücke im zweistelligen Milliardenbereich.

anb
DPA
AFP

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