Coronavirus-Liveticker: +++ 02:22 Schwesig: Sorge, dass wir nicht immer genügend Impfstoff haben +++

In der Debatte über den knappen Corona-Impfstoff weist Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf die Verantwortung der Bundesregierung für die Beschaffung hin. “Ich habe die Sorge, dass wir nicht immer genügend Impfstoff rechtzeitig da haben”, sagte die SPD-Politikerin am Sonntagabend in einer “Bild”-Sendung. Sie gehe aber davon aus, dass die Bundesregierung dafür sorgt, dass genügend Impfstoff bereitsteht. “Von Anfang an haben wir uns die Aufgaben so aufgeteilt: Der Bund organisiert den Impfstoff und wir vor Ort die Logistik mit unseren Impfzentren und vor allem mit unseren mobilen Teams.”

+++ 01:14 Spahn gegen Sonderrechte für Geimpfte +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen Sonderrechte für Geimpfte ausgesprochen. “Viele warten solidarisch, damit einige als Erste geimpft werden können. Und die Noch-Nicht-Geimpften erwarten umgekehrt, dass sich die Geimpften solidarisch gedulden”, sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe. “Keiner sollte Sonderrechte einfordern, bis alle die Chance zur Impfung hatten.” Diese gegenseitige Rücksicht halte die Nation zusammen. “Gegen die Pandemie kämpfen wir gemeinsam – und wir werden sie nur gemeinsam überwinden.”

+++ 23:41 Frankreich meldet zum Impfstart mehr als 8800 Neuinfektionen +++
Zum Start der Impfkampagne in Frankreich hat das Gesundheitsministerium einen starken Anstieg der Fallzahlen gemeldet. In den vergangenen 24 Stunden seien 8822 Neuinfektionen registriert worden nach 3039 am Samstag. Insgesamt verzeichnet das Land damit knapp 2,6 Millionen Fälle. Die Zahl der im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldeten Todesfälle stieg zuletzt um 173 auf 62.746.

+++ 22:43 Lindner: Lizenz-Produktion von Biontech-Impfstoff prüfen +++
FDP-Chef Christian Lindner dringt auf eine rasche Impfstoff-Produktion. In einer Talkshow der “Bild”-Zeitung hat Lindner ins Gespräch gebracht, Mittel wie das der Mainzer Firma Biontech gegebenenfalls von anderen Herstellern in Lizenz produzieren zu lassen. “Die Regierung sollte mit der pharmazeutischen Industrie insgesamt prüfen: Wo gibt es noch Kapazitäten, die genutzt werden können für die Produktion eines Impfstoffs”, sagte Lindner laut Vorabbericht.

+++ 21:59 Corona-Fall bei chinesischem Zoll verzögert Impfstoff-Lieferung in Türkei +++
Ein Corona-Fall bei den Pekinger Zollbehörden verzögert die erste Impfstofflieferung der Firma Sinovac in die Türkei. Das Land hatte die ersten drei Millionen Impfeinheiten eigentlich am Montag erwartet, muss sich laut Gesundheitsminister Fahrettin Koca nun aber ein bis zwei Tage gedulden. Gründe dafür seien neben der Corona-Erkrankung unter den Zollbeamten die wieder verschärften Pandemie-Maßnahmen in der Hauptstadt, so der Minister. Diese schränkten die Bewegungsfreiheit der Zöllner ein. Die Türkei hat insgesamt 50 Millionen Impfdosen bei Sinovac bestellt. Von BioNTech und Pfizer will das Land zunächst 4,5 Millionen Einheiten beziehen, hat aber eine Option auf 30 Millionen weitere.

+++ 21:33 Aktuelle Datenlage in Deutschland: Mehr als 30.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Infektion +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 1.651.920 gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 12.889 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 379 auf 30.085. Als aktuell infiziert gelten rund 373.755 Personen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,82 angegeben (Vortag: 0,86). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 82 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,83 (Vortag: 0.89). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 5562 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2960 davon werden beatmet. Rund 5146 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

+++ 20:25 Saudi-Arabien hebt Verbot von internationalen Flügen auf +++
Saudi-Arabien hebt sein internationales Flugverbot auf. Ausländer könnten das Königreich nun wieder auf dem Luftweg verlassen, teilt die Flugaufsicht mit. Aus Sorge vor einer Verbreitung der neuen Virus-Variante hatte Saudi-Arabien seine Grenzen vor einer Woche geschlossen und alle kommerziellen Passagierflüge ausgesetzt.

+++ 19:28 Auch Gütersloh verhängt nächtliche Ausgangssperre +++
In Nordrhein-Westfalen hat mit Gütersloh ein weiterer Kreis wegen hoher Infektionszahlen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung beschlossen. Diese gelte von Montag an zunächst bis zum 10. Januar von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens, teilte der Kreis mit. In dieser Zeit dürfe das Haus nur aus gewichtigen Gründen verlassen werden. Dazu zählen beispielsweise medizinische oder berufliche Notwendigkeiten oder die Versorgung von Tieren. Zuvor hatten bereits Oberhausen, die Kreise Düren und Lippe und die Stadt Solingen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung beschlossen. Eine Ausnahme über Silvester soll es nicht geben. Darüber hinaus dürfen sich bei privaten Zusammenkünften nur noch zwei Hausstände mit maximal fünf Personen treffen. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

+++ 18:40 Lauterbach gegen Sonderrechte für Geimpfte +++
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lehnt Sonderrechte für Geimpfte ab. “Privilegien für die Geimpften sind weder kontrollierbar noch gut zu rechtfertigen”, sagt der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabbericht. “Im Übrigen ist nicht auszuschließen, dass Geimpfte andere noch anstecken können.” Sollten nur die Impfstoffe von Biontech und Pfizer sowie Moderna zur Verfügung stehen, könnten in den kommenden Monaten nur Risikogruppen geimpft werden. Daher gebe es keinen Grund, über Sonderrechte zu spekulieren. Nach Ansicht des SPD-Politikers helfen Privilegien für Geimpfte auch nicht der Wirtschaft. “Wirklich gefährlich ist für die Wirtschaft ein ständiges Hoch- und Runterfahren des öffentlichen Lebens”, so Lauterbach. “Die Frage, ob die kleine Gruppe der Geimpften mehr darf als andere, ist in diesem Zusammenhang nicht relevant.”

+++ 18:02 Biontech garantiert: Impfstoff trotz Temperaturabweichung sicher +++
Das Mainzer Biotechnologieunternehmen Biontech hält seinen Corona-Impfstoff ungeachtet der gemeldeten Probleme mit der Kühlkette für sicher. “Wir haben den Landkreisen Dillingen und Augsburg heute Vormittag mitgeteilt, dass die Temperaturabweichung, die registriert wurde, keinen Einfluss auf die Qualität des Impfstoffes hat”, erklärte eine Biontech-Sprecherin auf Nachfrage gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Im bayerischen Landkreis Lichtenfels kamen die Impfstoffe in einer Kühlbox an, die eine Temperatur von unter acht Grad Celsius haben sollte. Sie soll aber zeitweise darüber gelegen haben, wie ein Sprecher des Landratsamtes sagte. Insgesamt waren 1000 Impfstoffspritzen betroffen.

+++ 17:26 Riesenandrang in Skigebieten: Österreich zieht die Notbremse +++
Am Wochenende gab es bei strahlendem Sonnenschein in Österreich teils so große Verkehrsstaus, dass einige die Notbremse zogen und den Zutritt sperrten. Das Bodental in Kärnten, das Winterwandern und Langlauf bietet, blieb nach dem Ansturm von Samstag heute geschlossen, ebenso die Rodelwiesen in Semmering rund 100 Kilometer südwestlich von Wien. Die Skigebiete Hinterstoder, Wurzeralm und Kasberg in Oberösterreich waren heute Mittag voll, Autos wurden an der Taleinfahrt abgewiesen. Am Samstag musste in Damüls in Vorarlberg rund 70 Kilometer südlich von Lindau am Bodensee eine große Menschenansammlung aufgelöst werden. In Österreich sind viele Skigebiete geöffnet, allerdings praktisch nur für Einwohner. Für Anreisende aus dem Ausland gilt eine zehntägige Quarantänepflicht, was die meisten Touristen abschreckt. Zudem sind die besonders wirksamen FFP2-Masken als Mund- und Nasenschutz für alle Skifahrer über 14 Jahre vorgeschrieben, die Gondeln oder Lifte benutzen oder anstehen müssen. Die Bergbahnen befördern teils nur halb so viele Gäste, um Abstandsregeln einhalten zu können. Tickets sollen online gebucht werden.

+++ 17:07 Mallorca verschärft Maßnahmen wieder +++
Wegen der seit Wochen nahezu unaufhörlich steigenden Corona-Zahlen werden die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auf Mallorca erneut verschärft. Unter anderem werden Restaurants, Cafés und Kneipen auf der spanischen Urlaubsinsel ab Dienstag auch werktags schon um 18.00 Uhr – also vier Stunden früher als bisher – schließen müssen. Das teilte die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol mit. Die neuen Restriktionen sollen bis Montagabend im balearischen Amtsblatt veröffentlicht werden und zwei Wochen lang – bis zum 11. Januar – gelten. Die Balearen sind seit Mitte des Monats die Region mit den höchsten Corona-Zahlen in ganz Spanien. Besonders schlimm ist die Lage auf Mallorca. Dort kletterte am heute die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen zwei Wochen auf 607. Vor einer Woche lag dieser Wert noch unter 400. Zum Vergleich: In ganz Spanien betrug diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz nach Angaben der EU-Behörde ECDC zuletzt 249, in Deutschland knapp 394.

+++ 16:45 Fünf Festnahmen bei illegaler Party in Paris +++
Im Kampf gegen Feiern in Corona-Zeiten hat die Pariser Polizei fünf mutmaßliche Party-Organisatoren festgenommen. Den Verdächtigen werde vorgeworfen, andere Menschen gefährdet zu haben, teilte die Polizei mit. Die Beamten griffen am Wochenende in mehreren Stadtteilen der Millionenmetropole und unweit des Großflughafens Charles de Gaulle im Vorort Tremblay-en-France ein. Zusammen 93 Gäste von verschiedenen Partys bekamen Verwarnungen – üblicherweise sind diese mit einem Bußgeld verbunden. Das von der Covid-19-Pandemie stark getroffene Frankreich hatte Mitte des Monats die Beschränkungen wieder gelockert. Es gilt aber weiter eine Art abendlicher Ausgangssperre: Menschen dürfen zwischen 20.00 Uhr abends und 6.00 Uhr morgens nur mit triftigem Grund auf die Straße.

+++ 16:26 Neue Virus-Variante auch auf Madeira aufgetaucht +++
Die mit dem schnellen Anstieg der Infektionen in Großbritannien in Verbindung gebrachte neue Variante des Coronavirus ist auf der portugiesischen Insel Madeira aufgetaucht. Sie sei “bei Reisenden entdeckt worden, die aus dem Vereinigten Königreich auf Madeira ankamen”, teilt die regionale Katastrophenschutzbehörde am Sonntag mit. Sie gab nicht an, wie viele Menschen damit infiziert waren.

+++ 15:52 Auch Ärzte und Pfleger in Finnland erhalten erste Impfungen +++
Mit der Impfung von Ärzten und Pflegern hat auch in Finnland die Immunisierung gegen das Coronavirus am Sonntag begonnen. Drei Frauen und drei Männer erhielten in der Universitätsklinik Helsinki die Impfung. Die Klinikmitarbeiter gehörten der Intensiv- oder Lungenstation an oder arbeiteten bei den Corona-Tests mit, sagte die stellvertretende Chefärztin der Klinik, Eeva Ruotsalainen. Finnland hatte am Samstag die erste Lieferung von knapp 10.000 Impfdosen gegen das Coronavirus erhalten. Der Impfstoff stammt vom Hersteller Biontech/Pfizer.

+++ 15:19 Kühl-Problem bei Impfstoff in Schwaben hat sich geklärt +++
Die Probleme mit der Kühlkette bei Impfstofflieferungen in Schwaben haben sich offenbar als nicht schwerwiegend herausgestellt. Die betroffenen Landkreise in Schwaben hätten nach Gesprächen mit der Regierung von Schwaben und dem Impfstoff-Hersteller Biontech das Signal erhalten, dass der betroffene Impfstoff problemlos verwendet und mit dem Impfen begonnen werden könne, sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums auf dpa-Anfrage. In den Kühlboxen, in denen der Impfstoff transportiert worden war, hatte es Ungereimtheiten bei der Temperatur gegeben. Es waren Bedenken aufgekommen, ob die Kühlkette durchgehend eingehalten wurde.

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(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 14:51 Erstes Impfzentrum in Berlin eröffnet +++
Nach den ersten Impfungen gegen das Coronavirus in einem Berliner Pflegeheim durch ein mobiles Team startet jetzt auch das stationäre Piksen in der Hauptstadt. Als erstes von sechs Impfzentren wurde jenes in der Arena-Halle in Berlin-Treptow eröffnet. Dort bekommen Ärzte, Krankenschwestern, Krankenpfleger und Pfleger in Heimen die Spritze gegen das gefährliche Virus. Schon vor der Eröffnung um 14.00 Uhr hatten sich Dutzende in eine Schlange mit Abstand eingereiht, um geimpft zu werden. Dort, wo vor der Pandemie Konzerte über die Bühne gingen, wurden 80 Kabinen für das Impfen eingerichtet. Es ist das größte der sechs Berliner Impfzentren.

+++ 14:40 EU-Kommissarin: “Können 2021 mit Optimismus beginnen” +++
Nach Beginn der EU-weiten Impftage gegen das Coronavirus geht EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides optimistisch ins neue Jahr. “Wir können 2021 mit Optimismus beginnen, es gibt Licht am Ende des Tunnels”, sagte Kyriakides am Sonntag. Sichere und wirksame Impfungen ermöglichten es, nach und nach zur Normalität zurückzukehren. Bis genügend Menschen geimpft seien, dürfe die Deckung gegen das Coronavirus jedoch nicht herunter genommen werden.

+++ 14:22 Putin will sich mit Sputnik V impfen lassen +++
Der russische Präsident Wladimir Putin will sich den im eigenen Land entwickelten Corona-Impfstoff Sputnik V spritzen lassen. “Er hat gesagt, dass er sich impfen lassen wird”, wird Kreml-Sprecher Dmitri Peskow auf der Website des Staatssenders Rossija 1 zitiert. “Er hat diese Entscheidung getroffen und wartet, bis alle Formalitäten erledigt sind.” Russland hat Anfang Dezember ein freiwilliges Impfprogramm mit Sputnik V gestartet, beginnend mit den am meisten gefährdeten Gruppen in Moskau. Menschen über 60 Jahre können sich ab Montag impfen lassen, kündigte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin an.

+++ 13:47 Fast 3000 Covid-Patienten werden derzeit beatmet +++

Auf den Intensivstationen verschärfte sich die Lage: Am Sonntag wurden nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) 5562 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt – etwa 200 mehr als an Heiligabend (5354). 2960 von ihnen (53 Prozent) wurden invasiv beatmet. Seit Beginn der Pandemie wurden nach RKI-Angaben von Sonntag (Stand 0.00 Uhr) insgesamt 1.640.858 Infektionen mit Sars-CoV-2 registriert, 29 778 Menschen starben demnach an oder in Verbindung mit einer Corona-Infektion. Etwa 1.236.700 Menschen sind nach RKI-Schätzung wieder genesen.

+++ 13:24 “Gewinner-Formel gefunden”: Astrazeneca hofft auf schnelle Zulassung +++
Kurz vor der Entscheidung über die Zulassung des Corona-Impfstoffs des britischen Herstellers Astrazeneca im Vereinigten Königreich hat das Unternehmen nochmals die volle Zuverlässigkeit seines Produktes versichert. “Wir glauben, dass wir die Gewinner-Formel gefunden haben”, sagte Unternehmenschef Pascal Soriot der “Sunday Times”. Der Impfstoff von Astrazeneca könne einen “hundertprozentigen Schutz” gegen schwere Verlaufsformen einer Erkrankung mit dem Covid-19-Erreger bieten. Astrazeneca entwickelte seinen Impfstoff zusammen mit der Universität Oxford. Es sei inzwischen die Rezeptur gefunden worden, die mit zwei Dosen “genauso gut wirkt wie die anderen” bisher zugelassenen Impfstoffe, sagte Soriot. Er zeigte sich zudem zuversichtlich, dass der Astrazeneca-Impfstoff auch gegen die Corona-Mutation wirksam sei, die kürzlich in Großbritannien entdeckt wurde. Die Entscheidung der britischen Gesundheitsbehörde MHRA über die Marktzulassung des AstraZeneca-Vakzins wird in den kommenden Tagen erwartet, laut “Sunday Times” soll sie bereits am Montag fallen.

+++ 13:03 Papst betet für Pflegekräfte und ihre Familien +++
Zum Tag der Heiligen Familie hat Papst Franziskus der Familien gedacht, die unter der Corona-Pandemie in den vergangenen Monaten zu leiden hatten. Er denke vor allem an jene, die einen Menschen durch Corona verloren haben, und an die Ärzte und Krankenhausbediensteten, die an vorderster Front kämpften, was sich auch auf ihre Familien auswirke, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche beim sonntäglichen Angelus-Gebet. Franziskus betonte, auch wenn es in Familien Streit gebe, müsse am Ende des Tages Frieden herrschen. Wichtig seien dafür drei Worte: Bitte, Danke und Entschuldigung. Zudem begrüßte der Vatikan den Start der europaweiten Impfkampagne. Es sei ein Licht am Ende des Tunnels, aber verlange auch große Verantwortung, sagte der Präsident der päpstlichen Akademie für das Leben, Vincenzo Paglia, der Nachrichtenagentur Ansa. Die Impfstoffe müssen ihm zufolge für alle in allen Ländern zugänglich sein, wie der Papst schon an Weihnachten gefordert hatte.

+++ 12:28 Mögliche Panne verhindert Impfstart in Oberfranken +++
In sechs Landkreisen Oberfrankens ist der geplante Start der Corona-Impfungen wegen möglicher Probleme in der Kühlkette für den Impfstoff verschoben worden. “Beim Auslesen der Temperaturlogger, die in den zentral beschafften Kühlboxen beigelegt wurden, sind Zweifel an der Einhaltung der Kühlkette für den Impfstoff aufgekommen”, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Landräte der Kreise Coburg, Lichtenfels, Kronach, Hof, Wunsiedel und Kulmbach. Wann auch dort geimpft werden kann, stand einem Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums zufolge zunächst nicht fest. Die Landräte wollen zunächst – unter anderem mit der Herstellerfirma Biontech – prüfen, ob der Impfstoff weiterhin problemlos verwendbar ist.

+++ 12:19 Seehofer macht Ministerpräsidenten für Corona-Tote mitverantwortlich +++
Bundesinnenminister Horst Seehofer hat Ministerpräsidenten der Länder für die hohe Zahl der Corona-Neuinfektionen und auch der Toten in Deutschland mitverantwortlich gemacht. “Die ab Oktober ergriffenen Maßnahmen waren unzureichend”, sagte Seehofer der “Bild am Sonntag”. Bei den damals entscheidenden Konferenzen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten einige Teilnehmer “den Ernst der Lage einfach unterschätzt”. “Die Bundeskanzlerin gehörte übrigens nicht dazu”, betonte Seehofer. Kritik übte er auch daran, dass ein Schutzkonzept für Schulen und öffentliche Verkehrsmittel weiterhin fehle. “Sie bekommen die Ausbreitung eines hochinfektiösen und potenziell tödlichen Virus nur mit rigorosen Gegenmaßnahmen in den Griff und nicht mit angezogener Handbremse”, warnte der Innenminister. Bislang gebe es hier “keine zufriedenstellenden Lösungen”.

+++ 12:07 Peking schaltet in den “Notfall-Modus” +++
Peking hat angesichts steigender Neuinfektionen seine Corona-Maßnahmen vor Beginn der Ferienzeit in China verschärft. Alle Stadtbezirke der Hauptstadt wurden am Sonntag aufgefordert, in den “Notfall”-Modus überzugehen und Wohnanlagen abzuriegeln, in denen Neuinfektionen aufgetreten sind. Zuvor waren vier Tage in Folge lokal übertragene Fälle gemeldet worden. Der Stadtbezirk Shunyi – in dem alle Pekinger Fälle der vergangenen Tage aufgetreten sind – hat sogar den Kriegszustand ausgerufen. Alle 800.000 Einwohner wurden getestet. Der angrenzende Stadtbezirk Chaoyang schloss die Tests an 234.413 Menschen ab, wobei kein positiver Fall ermittelt wurde. Wer noch kein Testergebnis erhalten hat, dürfe nicht nach draußen gehen, verfügte die Bezirksregierung. China hat die Pandemie weitgehend unter Kontrolle gebracht, aber sporadisch tauchen immer mal wieder Fälle auf. Die Behörden planen, 50 Millionen Menschen aus Hochrisikogruppen vor den im Februar beginnenden einwöchigen Neujahrsferien zu impfen, wie die staatliche “Global Times” berichtete.

+++ 11:42 Kurz feiert Impfbeginn als “historischen Tag” +++
Auch in Österreich hat heute die großangelegte Impfkampagne gegen das Coronavirus begonnen. “Es ist der 27. Dezember des Jahres 2020, ein historischer Tag”, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz. Es sei “der Anfang vom Sieg gegen die Pandemie”. Jede Impfung sei ein Schritt hin zur Normalität. Bis zum Sommer sollen in dem Land mit knapp neun Millionen Einwohnern gut vier Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Der von der deutschen Firma Biontech und dessen US-Partner Pfizer entwickelte Impfstoff geht in Österreich zuerst an die über 80-Jährigen in Pflegeheimen sowie medizinisches Personal. Theresia Hofer (84) war die erste Patientin, die am Sonntag geimpft wurde. Sie wolle endlich ihre Kinder, Enkel und Urenkel wiedersehen, sagte Hofer.

+++ 11:34 Israel geht wieder in den Teil-Lockdown +++
Israel kehrt in den landesweiten Teil-Lockdown zurück: Ab heute Nachmittag gelten laut Regierungsdekret in dem Land für zunächst zwei Wochen wieder Ausgangsbeschränkungen. Die Maßnahmen können um weitere zwei Wochen verlängert werden, wenn es nicht gelingt, die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf unter 1000 Infektionen zu senken. Im Rahmen des Teil-Lockdowns dürfen die Menschen in Israel sich nicht weiter als einen Kilometer von ihrem Zuhause weg bewegen. Die meisten Geschäfte müssen schließen, Lieferdienste sind aber erlaubt. Bei Unternehmen ohne Publikumsverkehr darf höchstens die Hälfte der Belegschaft ins Büro kommen. Die Schulen bleiben geöffnet und auch der Gang zur Impfung bleibt erlaubt. Israel hatte am vergangenen Montag mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen.

+++ 11:04 Maskenverweigerern droht bei der Bahn künftig größerer Ärger +++
Zwischen September und Dezember wurden nach Angaben der Bundespolizei knapp 200.000 Menschen in Zügen und Bahnhöfen ohne vorgeschriebene Mund-Nasen-Bedeckung angetroffen. In der Regel bleibt es bei einer Ermahnung, renitentere Bahnkunden müssen den Zug bisher an der nächsten Station verlassen, als schärfste Sanktion droht ihnen ein Bußgeld, das jedoch weder Bahn noch Bundespolizei direkt erheben können. Die Bahn bringt nun nach Informationen der “Welt am Sonntag” eine weitere Eskalationsstufe ins Spiel: Einen dauerhaften sogenannten Beförderungsausschluss für Maskenverweigerer, die wiederholt ohne Mund-Nasen-Bedeckung in Zügen erwischt werden. Der Konzern beruft sich auf Paragraf 4, Absatz 2 der Eisenbahn-Verkehrsordnung. Der besage, dass ein Beförderungsausschluss “bei drohender Gefahr präventiv ausgesprochen werden” könne, teilt ein DB-Sprecher mit. “Für den Adressaten eines Beförderungsauschlusses bedeutet das, dass er bei erneut auffälligem Verhalten eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs bekommt.”

+++ 10:31 Russland meldet mehr als 28.000 neue Infektionen und 552 Todesfälle +++
In Russland wurden binnen eines Tages 28.284 Neuinfektionen registriert. Wie die russische Behörde mitteilte, steigt die Gesamtzahl der Infizierten damit auf 3.050.248. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 552 auf nun 54.778. Den Behörden zufolge sind Moskau und die Hafenstadt St. Petersburg im Norden des Landes am stärksten betroffen. Die Regierung hofft, mit den von russischen Forschern entwickelten Impfstoffen die Pandemie in den Griff zu bekommen. Seit Anfang des Monats laufen die Impfungen mit dem Wirkstoff “Sputnik V”, der als weltweit erster Corona-Impfstoff trotz Bedenken internationaler Forscher für eine breite Anwendung freigegeben wurde.

+++ 09:50 Deutsche Top-Politiker warten, bis sie mit der Impfung dran sind +++
Deutschlands Top-Politiker lassen bei der angelaufenen Impfkampagne anderen den Vortritt. “Wenn ich an der Reihe bin, werde ich mich sehr gern impfen lassen”, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte schon vorher die Entscheidung der Bundesregierung verteidigt, sich zu Anfang nicht gleich selbst gegen das Virus impfen zu lassen. “Wir haben bewusst gesagt, wir beginnen zuerst mit einem Impfangebot an die besonders Verwundbaren, die besonders Verletzlichen”, sagte der CDU-Politiker am Samstag in Berlin. Er fügte aber hinzu: “Sollte es zu einem gegebenen Zeitpunkt auch Sinn machen, um Vertrauen zu stärken, ist jeder von uns als erstes bereit, sich auch impfen zu lassen.” In den USA hatten sich Vizepräsident Mike Pence und auch der künftige Präsident Joe Biden öffentlichkeitswirksam impfen lassen. In Israel war es Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der sich die Spritze demonstrativ vor laufenden Kameras geben ließ. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hatte sich dazu am Dienstag geäußert: “Wir sagen, wir stehen hier in der Reihenfolge, in der Priorität, die vorgesehen ist. Wir haben in Deutschland nicht die Tradition, dass man bei der Bundeskanzlerin, bei den Ministern oder Ministerpräsidenten beginnt.” Nach den Empfehlungen der ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts ist “Personal in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen” erst in der fünften von sechs Stufen an der Reihe – zusammen mit den Menschen zwischen 60 und 64.

+++ 09:07 Impfstart in der Hauptstadt: 101-Jährige als erste Berlinerin geimpft +++
In Berlin haben die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Im Beisein von SPD-Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci bekam heute in einem Pflegeheim in Berlin-Steglitz eine 101 Jahre alte Seniorin eine Spritze mit dem Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und des US-Pharmariesen Pfizer. Für den Start hat Berlin nach Angaben der Gesundheitsverwaltung zunächst 9750 Impfdosen erhalten. Die beispiellose Impfkampagne gegen Covid-19 läuft heute bundesweit an. Zuerst sollen Menschen über 80 Jahre sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden. Dazu werden vor allem mobile Impfteams unterwegs sein. Die mehr als 400 Impfzentren werden größtenteils erst in den nächsten Tagen in Betrieb genommen. In einem Seniorenzentrum in Halberstadt in Sachsen-Anhalt waren bereits am Samstag die ersten Bewohner und Mitarbeiter geimpft. Der Landkreis Harz wollte nicht bis Sonntag warten. Die 101-jährige Edith Kwoizalla wurde geimpft, ebenso rund 40 der 59 Bewohnerinnen und Bewohner.

+++ 08:54 Lufthansa-Chef: Langstrecke wohl nur mit Test oder Impfnachweis +++
Langstreckenflüge werden nach Ansicht von Lufthansa-Chef Carsten Spohr künftig wohl nur mit einem negativen Corona-Test oder Impfnachweis möglich sein. “Persönlich gehe ich davon aus, dass bei Interkontinentalflügen auf bestimmten Strecken künftig jeder Passagier entweder getestet oder geimpft ist”, sagte Spohr der “Welt am Sonntag”. In einer ersten Phase werde die Anzahl der Strecken mit verbindlichen Schnelltests zunächst zunehmen. “In der zweiten Phase wird es wahrscheinlich eine Option zwischen Test oder Impfnachweis geben.” Wenn eine ausreichende Immunität der Weltbevölkerung erreicht sei, würde das Impfzertifikat dann überflüssig. Eine Impfpflicht, wie sie die australische Fluggesellschaft Quantas plant, sei bei der Lufthansa nicht vorgesehen. “Nein, das können und wollen wir als Airline nicht vorschreiben”, sagte Spohr.

+++ 08:20 Forschungsministerin wird sich “sehr gern impfen lassen” +++
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht im Beginn der bundesweiten Corona-Impfungen in Deutschland an diesem Sonntag die Chance für eine schrittweise Rückkehr zur Normalität. “Es ist ein Riesenfortschritt, dass bei uns heute und in vielen anderen europäischen Ländern mit dem Impfen begonnen werden kann”, sagte die CDU-Politikerin. “Das normale Leben wird Schritt für Schritt zurückkommen. Ein langer Atem ist aber noch nötig.” Sie selbst werde sich “sehr gern impfen lassen – wenn ich an der Reihe bin”. Sie habe vollstes Vertrauen in Impfstoffe, die von der Europäischen Arzneimittelagentur zugelassen worden seien. “Ich tue mit einer Impfung nicht nur für mich sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes etwas Gutes.”

+++ 07:36 Grütters: Kommunen sollen “nicht ausgerechnet die Kultur bluten lassen” +++
Nach dem erhofften Ende der Corona-Pandemie rutschen Theater, Museen und Kulturschaffende möglicherweise direkt in die nächste Krise. Kulturexperten auf Bund- und Länderebene fürchten bereits mangelnde Wertschätzung und falsche Einsparungen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters warnte die Kommunen vor einer Haushaltssanierung auf Kosten der Kultur. “Die staatlich geförderten Institutionen sind mehrheitlich in kommunaler Trägerschaft, viele Theater und Museen sind städtische Einrichtungen”, sagte die CDU-Politikerin. Die Kommunen seien an anderer Stelle mit mehreren Milliarden entlastet worden, zudem helfe der Bund, nicht-staatliche Einrichtungen wie Kinos, Buchhandlungen, Galerien, Festivals und Privattheater zu finanzieren. “Das schafft Bewegungsspielraum für die Kommunen, sodass wir mit Fug und Recht erwarten können, dass sie beim Kassensturz am Jahresende nicht ausgerechnet die Kultur bluten lassen.” Nach ersten negativen Signalen von Kommunen wie München, wo drastische Einsparungen im Kulturhaushalt anstehen, hofft Grütters, dass nicht noch andere folgen. “Dann würde nämlich mehr wegbrechen, als man wiederaufbauen kann. Denn jeder Ort, jede Kommune lebt in vielerlei Hinsicht von ihrer Kultur. Sie ist nicht nur ein wichtiger Standortfaktor, sondern sie ist vor allem eins: Sie ist Ausdruck von Humanität.”

+++ 07:06 “Bewusst befristet”: Scholz verteidigt Ende der Mehrwertsteuer-Senkung +++
Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat das Ende der befristeten Senkung der Mehrwertsteuer verteidigt. “Die Senkung der Mehrwertsteuer haben wir im Sommer bewusst befristet, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher größere Anschaffungen nicht wegen der Pandemie aufschieben”, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das neue Jahr beginne aber mit einer Steuersenkung, da der Soli für 90 Prozent der Steuerzahler abgeschafft werde. Weitere 6,5 Prozent zahlten weniger. Zudem gebe es mehr Kindergeld und höhere Kinderfreibeträge.

+++ 05:24 RKI meldet 13.755 neue Infektionen +++
Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.755 weitere Coronavirus-Infektionen gemeldet. Da am Wochenende nicht alle Ämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen des RKI sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen. Am vergangenen Sonntag waren gut 22.700 Neuinfektionen gemeldet worden. 356 Menschen, die mit dem Virus infiziert waren, sind in den letzten 24 Stunden gestorben. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten seit Beginn der Pandemie ist damit auf 29.778 gestiegen.

+++ 05:01 Seehofer gegen Sonderrechte für Geimpfte +++
Wer gegen Corona geimpft ist, sollte aus Sicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer keine Sonderrechte bekommen. “Eine Unterscheidung zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften kommt einer Impfpflicht gleich. Ich bin aber gegen einen Impfzwang”, sagte der CSU-Politiker der “Bild am Sonntag”. “Wir alle stecken in dieser Krise. Und wir sollten uns gemeinsam und solidarisch herauskämpfen.” Auch Sonderrechte privater Unternehmen wie von Fluglinien oder Konzertveranstaltern für Geimpfte lehnt Seehofer ab. “Ich kann davor nur warnen”, sagte er dem Blatt. Dies spalte die Gesellschaft. “Des einen Privileg ist die Benachteiligung des anderen.”

+++ 04:36 Pandemie könnte Einbrechern historisch mieses Jahr bescheren +++
Während der Corona-Krise ist die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland im fünften Jahr in Folge zurückgegangen. Im Bereich der Eigentumskriminalität sei der Trend im zu Ende gehenden Jahr rückläufig gewesen, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) mit – auch wenn man noch keine konkreten bundesweiten Fallzahlen nennen könne. Das BKA verwies auf “veränderte Tatgelegenheitsstrukturen” während der Coronavirus-Pandemie. So hätten tagsüber deutlich weniger Wohnungen leergestanden. Die Versicherungsbranche hielt es zuletzt sogar für möglich, dass die Corona-Krise zu einem Allzeittief bei den Wohnungseinbrüchen führen könnte. Die Zahl der versuchten und vollendeten Wohnungseinbrüche war zwischen 2008 und 2015 kontinuierlich nach oben gegangen und hatte ein besorgniserregendes Niveau erreicht. Der Höhepunkt lag schließlich bei 167.136 bundesweit registrierten Fällen. Im Jahr 2016 gab es dann erstmals wieder einen Rückgang, der sich danach fortsetzte. Für 2019 erfasste die Kriminalstatistik bundesweit noch 87.145 Delikte dieser Art.

+++ 04:20 Spahn überrascht von vorgezogenem Impfstart in Sachsen-Anhalt +++
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist überrascht von den bereits am Samstag gestarteten Impfungen in Halberstadt in Sachsen-Anhalt. Der Minister freue sich für die erste Corona-Geimpfte in Deutschland, sagte sein Sprecher der “Bild am Sonntag”. “Allerdings hatten wir mit allen Partnerländern der EU und mit den 16 Bundesländern vereinbart, am Samstag an alle auszuliefern und ab Sonntag gemeinsam mit den Impfungen zu beginnen.” In einem Altenheim in Halberstadt waren am Samstag Bewohner und Personal geimpft worden. Offiziell beginnen die Impfungen in vielen EU-Ländern am Sonntag. Ungarn und die Slowakei waren am Samstag vorgeprescht und hatten bereits mit der Immunisierung begonnen.

+++ 04:01 “Nicht nur für sich selbst sorgen”: Maas mahnt weltweit gerechte Impfstoff-Verteilung an +++
Bundesaußenminister Heiko Maas hat dazu aufgerufen, bei den Corona-Impfungen über den nationalen Tellerrand hinauszuschauen. Zwar gehe es jetzt zunächst um eine gerechte Verteilung im eigenen Land, sagte der SPD-Politiker. Aber man müsse gleichzeitig darauf achten, dass nicht ganze Weltregionen von der Impfstoffversorgung abgeschnitten werden. “Es wird erst jeder einzelne auch von uns sicher sein, wenn wir alle sicher sind auf der Welt vor diesem Virus”, betonte der Minister. Ohne eine flächendeckende Verteilung der Impfstoffe weltweit könne es passieren, dass das Virus zurückkomme. “Deswegen ist es auch eine Frage der Effektivität der Pandemiebekämpfung, dass man nicht nur für sich selber sorgt, sondern dafür sorgt, dass in allen Regionen dieser Welt das Virus ausgerottet wird.” Die Gruppe der führenden Wirtschaftsmächte (G20), zu der auch Deutschland zählt, hatte sich im November zu einer gerechten Verteilung der Impfstoffe verpflichtet. Die von der Weltgesundheitsorganisation getragene Initiative Covax will sich darum kümmern, dass arme Länder nicht benachteiligt werden.

+++ 03:36 Entwicklungsminister ruft zum Spenden auf +++
Entwicklungsminister Gerd Müller ruft die Menschen in Deutschland zu Spenden auf. In Zeiten von Corona sei die Hilfe besonders wichtig, sagte der CSU-Politiker dem “Tagesspiegel”. Durch die Folgen der Pandemie würden 130 Millionen Menschen in Hunger und extreme Armut zurückgeworfen. Kirchliche und andere humanitäre Organisationen täten sich aber gerade schwer, Spenden zu bekommen, weil Gottesdienste oder Veranstaltungen nicht stattfinden können. “Umso wichtiger ist deshalb, dass die Menschen selbst die Initiative ergreifen und spenden”, sagte Müller.

+++ 03:07 Europol warnt vor Impfstoff-Betrug +++
Die europäische Polizeibehörde Europol warnt vor Betrug im Zusammenhang mit Corona-Impfstoffen. Es bestehe die reale Gefahr, dass Kriminelle versuchen, die immense Nachfrage auszunutzen, sagte Direktorin Catherine De Bolle den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Darauf gebe es schon konkrete Hinweise, wie etwa Verkaufsangebote in sozialen Netzwerken. Wer darauf anspringe, dem werde entweder nach Bezahlung gar nicht geliefert oder er bekomme gefälschten Impfstoff. “Wenn man Opfer eines solchen Betrugs wird, kann das natürlich ernste gesundheitliche Folgen haben”, warnte sie. Europol habe den Mitgliedstaaten bereits eine Warnmeldung übermittelt und sie aufgerufen, sehr wachsam zu sein. Zudem müssten die Behörden auf Diebstahlsversuche vorbereitet sein.

+++ 02:24 Argentinien startet Impfungen mit Sputnik V +++
Argentinien will ab Dienstag mit Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Zum Einsatz kommt nach Angaben der Regierung der russische Impfstoff Sputnik V, der eine Notfallgenehmigung der Behörden bekommen hatte. Argentinien ist nach Russland und Belarus das dritte Land, in dem das Vakzin grünes Licht erhalten hat. Rund 300.000 Dosen des Mittels waren am Donnerstag in Argentinien angekommen. Das südamerikanische Land hat außerdem den Impfstoff von Biontech und Pfizer zugelassen.

+++ 01:08 Von Spucken bis Prügeln: 200 Attacken auf Ordnungsamt-Mitarbeiter +++
Bei Versuchen, Corona-Schutzmaßnahmen durchzusetzen, sind Mitarbeiter von Ordnungsämtern sind bundesweit dutzendfach körperlich und verbal attackiert worden. Eine Abfrage der “Welt am Sonntag” bei 15 der größten Städte ergab, dass diese seit dem Frühjahr insgesamt 65 tätliche Angriffe verzeichneten. Besonders häufig waren körperliche Attacken demnach in Berlin mit 23 Fällen, in Köln mit 18 Fällen und in Bremen mit 10 Fällen. Die Stadtverwaltungen berichten von Knochenbrüchen, Prellungen und Verstauchungen. Hinzu kämen Hunderte verbale Attacken, zudem seien Einsatzkräfte angespuckt oder absichtlich angehustet worden. Die Städte stellten in insgesamt mehr als 200 Fällen Strafanzeigen gegen aggressive Bürger.

+++ 00:22 Umfrage: Familie gewinnt in der Krise an Bedeutung +++
In Zeiten der Corona-Pandemie und der Einschränkungen des alltäglichen Lebens besinnen sich die Deutschen auf die Familie. Die “Welt am Sonntag” berichtet unter Berufung auf eine Umfrage des Instituts Infratest Dimap, gut ein Viertel der Befragten (28 Prozent) sei der Ansicht, die eigene Familie sei seit Ausbruch der Corona-Pandemie wichtiger geworden. 71 Prozent sagten demnach, es habe sich nicht viel geändert. Das höre sich zwar im ersten Moment nach einem niedrigen Wert an, sagte der Erziehungs- und Zukunftsforscher Horst Opaschowski der Zeitung, “Aber 90 Prozent der Deutschen sagen ja bereits, dass ihnen Familie das Wichtigste im Leben ist. Das lässt sich kaum noch steigern.”

+++ 23:57 Neue Virus-Mutation auch in Kanada nachgewiesen +++
Die in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante ist jetzt auch in Kanada nachgewiesen worden. In der Provinz Ontario sind zwei Fälle gemeldet worden. Ein Paar aus dem Süden der Provinz sei mit der Mutation infiziert, teilten die Behörden mit. Beide Personen seien zuletzt soweit bekannt nicht gereist und hätten keinen Risikokontakt gehabt.

+++ 22:48 WHO-Chef: Diese Pandemie wird nicht die letzte sein +++
Die aktuelle Corona-Krise wird nach den Worten von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus nicht die letzte Pandemie sein. Alle Versuche, die Gesundheitssituation in der Welt zu verbessern seien zum Scheitern verurteilt, solange der Mensch nicht wirksam gegen den Klimawandel und für den Tierschutz eintrete, warnte der Chef der Weltgesundheitsorganisation in einer Videobotschaft. Die Pandemie habe ein Schlaglicht auf die enge Verknüpfung der Gesundheit von Menschen, Tieren und des Planeten geworfen, so Ghebreyesus. Allzu lange habe die Welt lediglich in einem “Kreislauf von Panik und Nachlässigkeit” gehandelt. “Wir werfen Geld in einen Ausbruch, und wenn er vorüber ist, vergessen wir ihn und tun nichts, um den nächsten zu verhindern. Das ist gefährlich kurzsichtig, und ehrlich gesagt schwer zu verstehen”.

+++ 21:59 Aktuelle Datenlage in Deutschland: Knapp 14.000 neue Fälle gemeldet +++
Die Zahl der gemeldeten Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist auf 1.639.031gestiegen. Wie aus den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Landesbehörden hervorgeht, kamen damit 13.989 neue Fälle hinzu. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion stieg um 277auf 29.706. Als aktuell infiziert gelten rund 376.819 Personen. Durch die Weihnachtsfeiertage ist das Meldeaufkommen allerdings deutlich geringer als normalerweise, die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen dürfte daher höher liegen.

Die Ansteckungsrate (R-Wert) wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) mit 0,86 angegeben (Vortag: 0,87). Das bedeutet, dass im Durchschnitt 100 Infizierte 86 weitere Menschen mit Sars-CoV-2 anstecken. Der 7-Tage-R-Wert liegt aktuell bei 0,89 (Vortag: 0,97). Laut Divi-Register werden in Deutschland derzeit 5535 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt, 2916 davon werden beatmet. Rund 5269 Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

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