Corona-Ticker: Spahn kritisiert Aussetzung von Astrazeneca-Impfung

  • 11:23 Uhr: ➤ Spahn kritisiert Aussetzung von Impfungen mit Astrazeneca
  • 09:46 Uhr: Panne bei Aldi-Selbsttest: Negativ-Ergebnis frei verfügbar
  • 06:22 Uhr: Biden will Impfstoffe für alle Erwachsenen bis Mai freigeben lassen
  • 05:24 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen und Inzidenz steigen erneut
  • 01:44 Uhr: Paul-Ehrlich-Institut hält an Impfstoff von Astrazeneca fest

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➤ Spahn kritisiert Aussetzung von Impfungen mit Astrazeneca

11:23 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Aussetzung von Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca in einigen Ländern kritisiert. Der CDU-Politiker verwies am Freitag in Berlin auf die Europäische Arzneimittelbehörde EMA. Diese habe nach Beratung der Experten erklärt, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe. Das für Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut komme zu derselben Einschätzung. “Ich bedaure es, dass auf dieser Grundlage – Wissensstand jetzt Freitagvormittag – einige Länder in der Europäischen Union das Impfen mit Astrazeneca ausgesetzt haben.”

“Mit dem was wir bisher wissen, ist der Nutzen (…) bei weitem höher als das Risiko”, fügte er hinzu. Es gebe nach derzeitigem Stand und nach Angaben der zuständigen Behörden auch in den Ländern, die die Impfung ausgesetzt hätten, keinen Hinweis für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfung und Erkrankungen. Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sagte, es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keinen Hinweis, dass diese Geschehnisse statistisch auffällig wären.

Dänemark hatte entschieden, vorübergehend niemanden mehr mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca zu impfen. Als Grund wurden Berichte über einen Todesfall und schwere Erkrankungen durch Blutgerinnsel nach der Impfung genannt. Man könne jedoch noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe, hieß es. Norwegen, Island, Bulgarien und Thailand folgten der Entscheidung Dänemarks.

Die weiteren Corona-News des Tages:

Mallorca ab Sonntag kein Corona-Risikogebiet mehr

12:48 Uhr: Wegen stark sinkender Corona-Infektionszahlen hebt die Bundesregierung die Reisebeschränkungen für Mallorca auf. Die beliebteste Urlaubsinsel der Deutschen gilt ab Sonntag wie auch die anderen Balearen-Inseln und einige spanische Festlandsregionen nicht mehr als Risikogebiet, wie das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet mitteilte.

Österreichs Kanzler sieht gerechte Impfstoff-Verteilung gefährdet

12:36 Uhr: Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sieht die angestrebte gerechte Verteilung von Corona-Impfstoff innerhalb der EU in Gefahr. Recherchen des Kanzleramts hätten ergeben, dass möglicherweise Nebenabsprachen zwischen Pharmafirmen und einzelnen Mitgliedsstaaten existierten. Diese Zusatzvereinbarungen unterliefen das gemeinsame EU-Ziel einer pro Kopf berechneten Zuteilung, sagte Kurz am Freitag in Wien.

So würde nach seinen Erkenntnissen zum Beispiel die Niederlande aktuell profitieren, Länder wie Bulgarien oder Kroatien aber viel weniger Dosen erhalten. Er habe jüngst mit mehreren Regierungschefs telefoniert, die davon genauso überrascht gewesen seien wie er, sagte der Kanzler. Er forderte volle Transparenz.

Novavax: Impfstoff schützt zu 96,4 Prozent gegen Corona-Erkrankungen

12:13 Uhr: Ein Impfstoff-Kandidat des US-amerikanischen Herstellers Novavax bietet nach Unternehmensangaben einen hohen Schutz gegen das ursprüngliche Coronavirus sowie die hochansteckende britische Variante. Die Wirksamkeit gegen “leichte, mittelschwere und schwere Erkrankungen durch den originalen Covid-19-Stamm” betrage 96,4 Prozent, teilte Novavax mit. Das bedeutet: Unter den Probanden der geimpften Gruppe traten 96,4 Prozent weniger Erkrankungen auf als unter denen der Kontrollgruppe.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock sprach von “wirklich ermutigenden Ergebnissen”. Großbritannien hat 60 Millionen Dosen des Vakzins bestellt. Hancock betonte am Freitag, diese Dosen würden in Nordostengland hergestellt.

Den Ergebnissen aus der Phase-III-Studie in Großbritannien zufolge habe der proteinbasierte Impfstoff NVX-CoV2373 eine Wirksamkeit von 86,3 Prozent gegen die zunächst in Südengland aufgetretene Variante B.1.1.7, teilte Novavax weiter mit. Die gesamten Daten basieren auf 106 Infektionen. An der Studie hätten etwa 15.000 Menschen im Alter von 18 bis 84 Jahren teilgenommen.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat bereits ein Prüfverfahren für den Impfstoff eingeleitet.

Zahlen steigen wieder: RKI-Chef appelliert an die Bevölkerung

11:15 Uhr: Angesichts einer beginnenden dritten Corona-Welle hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Bürger zum weiteren Einhalten der Schutzmaßnahmen aufgerufen. “Diese dritte Welle müssen wir gemeinsam so flach halten wie möglich”, sagte Institutschef Lothar Wieler am Freitag in Berlin. Es gelte zu verhindern, in eine Situation wie vor Weihnachten zu kommen, als es viele Erkrankungen, schwere Verläufe und Todesfälle sowie eine starke Belastung des Gesundheitssystems gegeben habe. Die Pandemie sei ein Marathon, so Wieler – man sei nun im letzten, besonders anstrengenden Drittel.

Es werde noch dauern, bis der Großteil der Bevölkerung geimpft ist. “Bis dahin bitte ich uns alle, halten wir uns weiter an die AHA+L-Regeln”, appellierte Wieler. Die Abkürzung steht für Abstand, Hygiene, Maskentragen und Lüften. Auch Kontakte gelte es weiterhin zu reduzieren. Die Impfung sei neben “unserem verantwortungsvollen persönlichen Verhalten” das mächtigste Werkzeug, sagte der RKI-Chef. “Der beste Schutz ist eine niedrige Inzidenz.”

Die Fallzahlen in Deutschland hätten sich seit einiger Zeit auf zu hohem Niveau eingependelt, führte der RKI-Chef aus. Die Inzidenzen stiegen bei den unter 60-Jährigen wieder an – und seit Mitte Februar bei den Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren “sehr rasant”. Beobachtet würden wieder mehr Kita-Ausbrüche, sogar mehr als vor Weihachten. Es könne sein, dass die ansteckendere Variante B.1.1.7 hier eine Rolle spiele. In einigen Bundesländern nähmen auch die Fallzahlen auf Intensivstationen wieder leicht zu.

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen liegt nun mit 72,4 deutlich höher als am Vortag (69,1), wie das RKI am Freitag bekanntgab. Vor vier Wochen, am 12. Februar, hatte diese Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 62,2 gelegen. Binnen eines Tages wurden 12 834 Corona-Neuinfektionen gemeldet – 2254 mehr als vor genau einer Woche.

Merkel und Länderchefs wollen am 17. März über Impffragen reden

10:47 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen sich am 17. März unter anderem mit dem Start von Corona-Impfungen in Arztpraxen befassen. An diesem Mittwoch wolle man sich von 19.00 Uhr an über aktuelle Impffragen abstimmen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Teilnehmerkreisen.

Die Gesundheitsminister hatten sich am Mittwoch auf die 16. Kalenderwoche (19. bis 25. April) oder früher als Starttermin für die routinemäßigen Impfungen in Arztpraxen geeinigt – sollten dies die Liefermengen zulassen. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte mitgeteilt, Merkel und die Ministerpräsidenten wollen zeitnah über die Empfehlungen der Gesundheitsministerkonferenz entscheiden. Am 22. März will sich Merkel wie geplant mit der Ministerpräsidentenrunde über das weitere Vorgehen im Corona-Lockdown abstimmen.

Panne bei Aldi-Selbsttest: Negativ-Ergebnis frei verfügbar

09:46 Uhr: Seit letzter Woche sind Corona-Schnelltestes bei einigen Discountern und Drogeriemärkten erhältlich. Die Nachfrage ist groß – erhoffen sich doch sicherlich einige, mit einem negativen Testergebnis mit ruhigem Gewissen die Personen zu treffen oder einen Termin für eine körpernahe Dienstleistung zu bekommen.

Bei den durch Aldi vertriebenen Selbsttests kam es nun wohl zu einer Panne. Die “Deutsche Apotheker Zeitung” (DAZ) berichtet, dass man sich ein Negativzertifikat herunterladen kann, ganz ohne einen Test durchgeführt zu haben.

Auf der Packung des Tests ist ein QR-Code, der zur Seite “ichtestemichselbst.de” führt. Dort muss der Besucher Fragen beantworten, ob der Test negativ oder positiv war und ob man ihn selbst durchgeführt hat. Bestätigt man, dass der Test negativ ausgefallen ist und durchgeführt wurde kann man sich ein Zertifikat heruntergeladen. Geprüft wird es allerdings nicht – nicht einmal, ob man den Test gekauft hat.

Noch ist das nicht weiter tragisch, denn mit dem Zertifikat kann man bislang nicht viel anfangen. Sollte es irgendwann jedoch ein negativer Schnelltest Voraussetzung für den Besuch eines Konzerts sein, dann wären falsche Zertifikate natürlich ein großes Problem.

Bis dahin hat der Anbieter der Aldi-Selbsttests das Problem jedoch hoffentlich behoben.

Mehr als vier Millionen Zweitimpfungen in Israel erreicht

07:32 Uhr: Fast zwei Drittel der derzeit für eine Impfung gegen das Coronavirus in Frage kommenden Israelis haben ihre zweite Dosis erhalten. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mitteilte, wurde die Marke von vier Millionen Zweitimpfungen übertroffen.

Die Regierung will zunächst mindestens 6,2 Millionen Menschen impfen. Rund ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 16 Jahre, diese Gruppe kann bislang nicht geimpft werden. Eine Erstimpfung erhielten in Israel bislang etwa 5,1 Millionen Menschen. Die Impfkampagne in Israel mit seinen etwa 9,3 Millionen Einwohnern hat kurz vor Weihnachten begonnen, sie zählt zu den erfolgreichsten weltweit.

Zum Vergleich: In Deutschland leben etwa neun Mal so viele Menschen wie in Israel. Dort bekamen bislang rund 5,8 Millionen Menschen die erste und etwa 2,7 Millionen die zweite Spritze verabreicht.

Brasilien meldet erneut über 2.000 Corona-Tote binnen 24 Stunden

05:02 Uhr: Nach der bisher todbringendsten Woche in der Pandemie hat Brasilien den zweiten Tag in Folge mehr als 2.000 Corona-Tote an einem Tag erfasst. 2233 Menschen starben nach Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Donnerstagabend (Ortszeit) innerhalb von 24 Stunden (Mittwoch: 2286).

Insgesamt sind damit in Brasilien 272.889 Menschen im Zusammenhang mit COVID-19 gestorben. Neu infiziert haben sich 75.412 Menschen, womit die Zahl der Corona-Infizierten im größten Land Lateinamerikas auf fast 11,3 Millionen stieg. Nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher.

Brasilien hat erst im Januar mit Impfungen begonnen. Das Gesundheitssystem ist in vielen Städten kollabiert oder dabei zusammenzubrechen. Nach dem Kollaps des Gesundheitssystems in der Amazonas-Metropole Manaus bereiten nun auch die Regionen im Süden und Südosten Sorgen, die über eine stärkere Infrastruktur verfügen. Laut dem Nachrichtenportal “G1” haben die Intensivstationen für Covid-19-Patienten in 53 Städten des Bundesstaates São Paulo 100 Prozent Auslastung erreicht.

Lokale Politiker haben den Ernst der Lage erkannt und die Maßnahmen gegen eine rasante Ausbreitung des Coronavirus zuletzt verschärft. So kündigte der Bundesstaat São Paulo am Donnerstag eine Ausgangssperre von 20 Uhr bis 5 Uhr an. Die Maßnahme gilt von kommenden Montag an für 15 Tage.

Biden will Impfstoffe für alle Erwachsenen bis Mai freigeben lassen

06:22 Uhr: US-Präsident Joe Biden will die Staffelung nach Impfgruppen in der Corona-Pandemie aufheben und Impfstoffe bis spätestens 1. Mai für alle Erwachsenen in den USA freigeben lassen. Bei seiner ersten großen Fernsehansprache an die Nation kündigte Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) eine entsprechende Anordnung an die Bundesstaaten an. Der Präsident rief die Amerikaner zugleich eindringlich dazu auf, sich impfen zu lassen. Jeder müsse seinen Teil dazu beitragen, das Virus zu stoppen, betonte er ein Jahr nach Beginn der Pandemie. “Dieser Kampf ist noch lange nicht vorbei.”

Biden stellte seinen Landsleuten in Aussicht, am Nationalfeiertag am 4. Juli wieder in kleinen Gruppen feiern zu können. “Nach diesem langen, harten Jahr wird das diesen Unabhängigkeitstag, an dem wir nicht nur unsere Unabhängigkeit als Nation begehen, sondern auch damit beginnen, unsere Unabhängigkeit von diesem Virus zu begehen, zu etwas ganz Besonderem machen.”

Voraussetzung sei aber, dass die Menschen weiterhin Regeln zum Infektionsschutz einhielten, mahnte er. Wissenschaftler hätten deutlich gemacht, dass sich die Lage mit der Ausbreitung neuer Virus-Varianten wieder verschlechtern könne.

Biden betonte, die Freigabe der Impfstoffe für alle Amerikaner bedeute nicht, dass am 1. Mai sofort alle Erwachsenen geimpft würden. Er kündigte aber Maßnahmen zur Vereinfachung von Impfungen an.

Dänemark hat die Impfung mit Astrazeneca ausgesetzt, da es Berichte über Blutgerinsel nach der Impfung gab. Ob diese im direkten Zusammenhang mit der Impfung standen, ist noch nicht geklärt. Einige Länder haben sich angeschlossen und impfen vorerst nicht mit dem britisch-schwedischen Vakzin. Deutschland hingegen hält daran fest.

Zahl der Corona-Neuinfektionen und Inzidenz steigen erneut

05:24 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 12.834 Corona-Neuinfektionen gemeldet – also 2.254 mehr als vor genau einer Woche. Das geht aus Zahlen des RKI vom Freitag hervor.

Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen mit 72,4 deutlich höher als am Vortag (69,1). Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 252 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 10.580 Neuinfektionen und 264 neue Todesfälle verzeichnet. Bereits am Donnerstag hatte es einen deutlichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche und der Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag gegeben.

Vor vier Wochen, am 12. Februar, hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 62,2 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings und stieg dann wieder an, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 1,04 (Vortag 0,96). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 104 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Intensivmediziner: mehr Spielraum für Ärzte bei Impfreihenfolge

02:00 Uhr: Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis hat mehr Spielraum bei der Impfreihenfolge gefordert, sobald der Corona-Impfstoff in den Arztpraxen verfügbar ist. “Nichts ist schlimmer, als dass Impfdosen am Ende eines Arbeitstages übrig bleiben oder im Müll landen”, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) der “Rheinischen Post” (Freitag). Dann sei es besser, wenn der Arzt ihm bekannte Patienten anrufe, ob sie spontan zur Impfung kämen.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern peilen den Start von Corona-Impfungen in den Arztpraxen bis spätestens Mitte April an. Ziel sei, frühestmöglich, jedoch spätestens in der Woche vom 19. April damit zu starten.

Mit Blick auf eine dritte Corona-Welle sagte Karagiannidis, dass genug Kapazitäten vorhanden seien, um eine leichte Infektionswelle zu verkraften. Eine starke dritte Welle wäre hingegen eine Katastrophe, weil die Zahl der freien Betten derzeit nicht rasch genug steige und das Personal erschöpft sei.

“Entscheidend ist, dass die Ansteckungsrate nicht über den sogenannten R-Wert von etwa 1,2 steigt”, sagte er. Das sei etwa die Grenze, danach werde es kritisch. Am Donnerstagabend lag der Sieben-Tage-R-Wert bei 1,04. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 104 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Paul-Ehrlich-Institut hält an Impfstoff von Astrazeneca fest

01:44 Uhr: Das für Impfstoffe in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut hält weiter am Corona-Impfstoff von Astrazeneca fest. Bislang gebe es keine Hinweise, dass der Todesfall in Dänemark mit der Corona-Impfung mit dem von Astrazeneca “in kausaler Verbindung steht”, teilte das Institut am Donnerstagabend mit. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) halte nach einer ersten Prüfung an der positiven Bewertung des zugelassenen Impfstoffs von Astrazeneca fest.

“In Übereinstimmung mit der EMA überwiegt aus Sicht des Paul-Ehrlich-Instituts der Nutzen der Impfung die bekannten Risiken”, erklärte das Institut mit Sitz in Langen.

Dänemark hatte zuvor die Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers ausgesetzt. Nach Angaben der dänischen Gesundheitsbehörde liegen Berichte über “schwere Fälle” von Blutgerinnseln bei Geimpften vor. Bisher sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gibt. Nach Angaben der dänischen Gesundheitsbehörden starb ein Mensch nach der Impfung. Nach Dänemark setzten auch Norwegen und Island die Impfungen mit dem Impfstoff aus.

Das Paul-Ehrlich-Institut erklärte, in Deutschland seien bis Donnerstag insgesamt elf unterschiedliche Fälle von Gerinnungsstörungen bei etwa 1,2 Millionen Impfungen gemeldet worden. Vier Menschen seien gestorben. Bei der Betrachtung aller derzeit verfügbaren Informationen zu den deutschen und internationalen Meldungen zu Blutgerinnseln nach einer Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca gebe es “derzeit keinen Hinweis, dass die Impfung diese Erkrankungen verursacht hat”.

Die aufgetretenen Ereignisse würden aber in enger Zusammenarbeit der EMA mit den europäischen Arzneimittelbehörden weiter untersucht.




Auf ihnen liegen große Hoffnungen in der Pandemie: Corona-Selbsttests, die in Deutschland bald flächendeckend zu kaufen sein sollen. Wir zeigen, wie die Tests durchgeführt werden und was es zu beachten gilt.

Lauterbach: Corona-Impfungen erst ab Mai großflächig über Hausärzte

01:00 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Corona-Impfungen in den Arztpraxen erst ab Mitte April langsam beginnen. “Es wird aber bis Mai dauern, bevor das in vollem Umfang in allen Ländern laufen kann”, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitag). “Erst dann werden wir genug Impfstoff haben.” Lauterbach verteidigte zugleich die spätere Einbeziehung der Hausärzte in die Corona-Impfkampagne. “Hätten wir jetzt schon die
niedergelassenen Ärzte eingebunden, hätte das zu Enttäuschungen geführt. Wenn ein Arzt am Tag gerade mal ein paar Leute impfen kann, aber 1.000 bei ihm darauf warten, sorgt das nur für Ärger.”

Die Amtsärzte in Deutschland kritisieren hingegen eine mangelnde Flexibilität bei der Ausweitung der Impfungen. “In Deutschland wollen wir immer alles ganz besonders ordentlich und gründlich machen”, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert. Das sehe man jetzt bei den Impfungen: Priorisieren, Einladen, Registrieren und Dokumentieren nähmen viel zu viel Zeit und Energie in Anspruch. “Beim Impfen stehen uns Gründlichkeit und Perfektionismus im Moment im Weg”, sagte Teichert. “Wir müssen unkomplizierte Lösungen finden.” Die niedergelassenen Ärzte und die Betriebsärzte müssten schnell eingebunden werden.

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Mit Material von dpa, afp, sid und apa.

Teaserbild: © picture alliance / ASSOCIATED PRESS/Michael Sohn

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