Corona: Russischer Impfstoff gelobt – Betrug bei Aldi-Tests?

  • Das RKI meldet am Mittwochmorgen die neuen Corona-Fallzahlen binnen eines Tages
  • Kassenärzte schätzen, monatlich 20 Millionen Menschen in ihren Praxen impfen zu können
  • Die Corona-Schnelltests von Aldi sind laut einem Bericht betrugsanfällig
  • Sieben große Festivals fallen dieses Jahr wegen Corona aus
  • Stiko-Chef Mertens bezeichnet das russische Vakzin Sputnik V als „guten Impfstoff“
  • Der Bund stoppt wegen möglichen Betrugs die Auszahlung der Corona-Hilfen für Unternehmen


Berlin. Das Impfen gegen das Coronavirus geht in Deutschland nur schleppend voran. Doch das Verabreichen der Vakzine bei den Hausärztinnen und -ärzten könnte den Durchbruch bringen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen deshalb an diesem Mittwoch den genauen Starttag der Corona-Impfungen in den Praxen bestimmen.



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Auch eine ausgeweitete Teststrategie soll Deutschland den Weg aus dem Lockdown ebnen. Denn obwohl die Zahl der Neuinfektionen wieder ansteigt, haben die meisten Bundesländer in dieser Woche die Corona-Maßnahmen großzügig gelockert. Doch viele Ärzte monieren, Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hätte mit der kurzfristigen Ankündigung für ein „Testchaos“ gesorgt.

Mehr dazu: Darum versagt Deutschland bei den Corona-Schnelltests


Corona-Zahlen: RKI meldet 9146 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9146 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden innerhalb von 24 Stunden 300 weitere Todesfälle durch das Virus verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Mittwoch hervor. Das RKI hatte noch am Mittwoch der vergangenen Woche binnen eines Tages 9019 Neuinfektionen und 418 neue Todesfälle gemeldet.

Für Hamburg veröffentlichte das RKI am Morgen zunächst keine Zahlen zu Neuinfektionen und Todesfällen.

Lesen Sie dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert


Corona – Mehr Infos zum Thema



Corona-News vom 10. März: Spitze der Unionsfraktion setzt in Maskenaffäre Frist bis Freitag

12.04 Uhr: Die Führung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat allen Unionsabgeordneten eine Frist bis Freitagabend gesetzt, sich zu möglichen finanziellen Vorteilen im Zusammenhang mit pandemiebezogenen Geschäften zu äußern. Die Fraktionsmitglieder müssten bis Freitag 18 Uhr „eine Erklärung darüber abgeben, dass keine solche Vorteile im Rahmen der Covid-19-Pandemie erzielt wurden“, schrieben Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in einem Schreiben an die Abgeordneten, der unserer Redaktion vorliegt.

Diese Erklärung müsse sich auf die Jahre 2020 und 2021 beziehen und alle Geschäfte berücksichtigen, die entweder „direkt oder über Gesellschaften“ getätigt wurden, heißt es in dem auf den 10. März datierten Schreiben weiter. Zu berücksichtigen seien dabei im Einzelnen etwaige finanzielle Vorteile „aus dem Kauf oder Verkauf von Medizinprodukten wie etwa Schutzausstattung, Test- und Impfbedarf, aus dem Vermitteln von Kontakten, aus der Weiterleitung von Angeboten oder Anfragen oder aus der Unterstützung oder Beratung Dritter bei solchen Tätigkeiten“.

Mehr dazu: Masken-Affäre: Unionsabgeordnete müssen Erklärung abgeben

Sieben große Open-Air-Festivals wegen Corona abgesagt

11.47 Uhr: Sieben große Open-Air-Festivals in Deutschland und der Schweiz fallen auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Das teilte das Veranstalter-Netzwerk Eventim Live am Mittwoch mit. Abgesagt seien damit unter anderen „Rock am Ring“ am Nürburgring, „Rock im Park“ in Nürnberg, das „Hurricane Festival“ in Niedersachsen und „Southside“ in Neuhausen ob Eck in Baden-Württemberg. Auch das „Deichbrand“ bei Cuxhaven, „SonneMondSterne“ in Thüringen bei Saalburg-Ebersdorf und das Schweizer „Greenfield Festival“ fallen somit aus.

„Die Veranstalter mussten sich aufgrund der weiterhin bestehenden unsicheren Infektionslage zu einer Absage entscheiden“, teilte Eventim Live mit. Für die Mitarbeiter und Hunderttausende Fans fallen die Konzert-Events somit zum zweiten Mal aus. Bereits im Sommer 2020 waren alle Großveranstaltungen gestrichen worden.


Neuer Rückschlag bei Impfstoff: Johnson & Johnson kann wohl
nicht so schnell liefern

11.26 Uhr: Bei der Lieferung von Corona-Impfstoffen in Deutschland
und Europa droht ein neuer Rückschlag: Der Hersteller Johnson &
Johnson
kann voraussichtlich nicht so zügig wie liefern erwartet.
Das Vakzin wird zwar am Donnerstag von der EU-Arzneimittelbehörde
EMA für die Europäische Union zugelassen – aber die Auslieferung
dürfte sich hinziehen.

„Es gibt Zweifel, dass die zugesagte
Liefermenge von 55 Millionen Dosen bis Ende Juni eingehalten werden
kann“, sagte der CDU-Gesundheitsexperte Peter Liese in Brüssel nach
Gesprächen mit Vertretern von Johnson & Johnson. Er sei nach
dem Gespräch „geschockt“ gewesen, sagte Liese. Vor Mitte April sei
mit einer ersten Lieferung nicht zu rechnen, die zugesagte
Liefermenge für Ende Juni habe das Unternehmen nicht mehr
bestätigt. „Dies ist eine große Enttäuschung und ich glaube, die
europäischen Institutionen müssen deutlich mehr Druck auf die
Unternehmen sowie die USA und Großbritannien ausüben“, sagte Liese.


Reisen trotz Corona – Mehr zum Thema



Alaska erlaubt Corona-Impfungen für Bewohner ab 16 Jahren

11.04 Uhr: In Alaska dürfen sich alle Bewohner ab 16 Jahren von nun an gegen Corona impfen lassen. Damit sei Alaska der erste US-Bundesstaat, der die Zugangsvoraussetzungen für Impfungen bei Erwachsenen abschaffe, teilte Gouverneur Mike Dunleavy am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Der Impfstoff von Pfizer und Biontech sei für Bewohner ab 16 Jahren erhältlich, die Mittel von Moderna und von Johnson & Johnson für Menschen ab 18 Jahren.

Der nördlichste US-Bundesstaat mit seinen rund 730.000 Einwohnern steht nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC landesweit mit rund 302.000 verabreichten Impfdosen an der Spitze. Knapp 120.000 Bewohner erhielten örtlichen Angaben zufolge bereits beide nötigen Impfungen. USA-weit meldeten die Behörden am Dienstag knapp 56.000 neue Corona-Fälle und fast 1900 Tote, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Mittwochmorgen (MEZ) hervorging.

Lego verbucht in der Pandemie zweistelliges Umsatzwachstum

10.46 Uhr: Trotz der Corona-Krise hat der dänische Spielwarenhersteller Lego Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz des Unternehmens um 13 Prozent – von 38,5 Milliarden dänischen Krönen (5,2 Mrd. Euro) in 2019 auf 43,6 Milliarden (5,9 Mrd. Euro) in 2020. Das teilte die Lego-Gruppe im dänischen Billund am Mittwoch mit.

Der Nettogewinn stieg um 19 Prozent von 8,3 Milliarden (1,1 Mrd. Euro) auf 9,9 Milliarden Kronen (1,3 Mrd. Euro). Geholfen habe, dass Lego auch im digitalen Bereich gut aufgestellt sei. Die Anzahl der Besuche auf der Webseite Lego.com habe sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt.

Der weltweiten Verkäufe stiegen in 2020 um 21 Prozent dank einer großen Nachfrage in China, Amerika, Westeuropa und Asien. Trotz der Pandemie öffnete Lego im vergangenen Jahr 134 neue Geschäfte, 91 davon in China.


Corona-Impfung – Mehr zu den Impfstoffen:



FDP warnt wegen ausgesetzter Corona-Hilfen vor mehr Insolvenzen

10.19 Uhr: Die FDP hat angesichts der ausgesetzten Corona-Hilfen wegen Betrugsverdachts vor weiteren Firmenpleiten und Jobverlusten gewarnt. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) habe „immer wieder schnelle Hilfen versprochen und sein Wort immer wieder gebrochen“, sagte Fraktionsvize Michael Theurer am Mittwoch. „Mit dem aktuellen Stopp der Abschlagszahlungen für Coronahilfen steigt die Gefahr weiterer Insolvenzen und von noch mehr Arbeitslosen“, fuhr er fort.

Die Bundesregierung hatte wegen Betrugsverdachts die Zahlungen aus mehreren Corona-Hilfsprogrammen vorübergehend eingestellt. „Es besteht in einigen Fällen der Verdacht, dass unrechtmäßig staatliche Hilfsgelder bei den Corona-Hilfen erschlichen wurden“, teilte das Bundeswirtschaftsministerium dazu am Dienstag mit. Demnach wurden Ermittlungen eingeleitet.

Spahn setzt Vertrauen in Ärzte bei Impfreihenfolge

9.51 Uhr: Vor dem für April geplanten Start der Corona-Impfungen in Arztpraxen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Ärzteschaft sein Vertrauen bei der Einhaltung der Impfreihenfolge ausgesprochen. „Ich habe ein sehr hohes Vertrauen in die Ärztinnen und Ärzte, dass sie zuerst diejenigen Patienten impfen werden, die auch am meisten gefährdet sind“, sagte Spahn am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Priorisierung bei der Impfstoffvergabe sei weiterhin notwendig. „Menschenleben retten ist keine Bürokratie.“

Zur Menge der Impfstoffe, die dann in den Praxen verfügbar sein soll, sagte Spahn: „Die Impfmengen werden nicht gleich auf 20 Millionen im Monat oder gar auf 10 Millionen in der Woche wachsen.“ Im April werde es zwar deutlich mehr Impfungen geben, aber noch nicht in dieser Größenordnung. Die Impfungen könnten in den Praxen der Hausärzte dann flexibler erfolgen. „Die Ärztinnen und Ärzte kennen ja ihre Patienten und wissen ja, wer zuerst zu impfen ist.“ Nächster Schritt seien dann Impfungen in Betrieben durch Betriebsärzte.

Hilfsorganisationen beklagen Impfengpässe in armen Ländern

9.29 Uhr: Hilfsorganisationen haben erneut vor Engpässen bei Corona-Impfungen in Ländern mit niedrigem Einkommen gewarnt. Weltweit habe die Mehrheit der ärmsten Länder noch keine einzige Impfung verabreicht, teilte Oxfam gemeinsam mit einer Allianz anderer Hilfsorganisationen in der Nacht zum Mittwoch mit. Bis Ende 2021 könnten demnach bestenfalls nur gut 20 Prozent der Bewohner in Ländern der Südhalbkugel auf eine Impfung gegen das Coronavirus hoffen.

Die Allianz warnte vor einem Machtmonopol der Pharmaunternehmen. Wirtschaftlich privilegierte Staaten würden den globalen Gesundheitsnotstand verlängern, sagte Gabriela Bucher, Geschäftsführerin von Oxfam International, der Mitteilung zufolge. „Indem sie einer kleinen Gruppe von Pharmaunternehmen erlauben, zu entscheiden, wer lebt und wer stirbt“, so Bucher.

In den USA, Frankreich, Deutschland und Großbritannien sind einer Umfrage zufolge mehr als zwei Drittel der Befragten der Meinung, dass Regierungen dafür sorgen sollen, Impfstoff-Technologien mit anderen Ländern zu teilen. Die Befragung hatte die Allianz im Auftrag des Meinungsforschungsinstituts YouGov Ende Februar durchgeführt.

Viele Gerichtsverhandlungen im Norden per Video

9.02 Uhr: Infolge der Corona-Pandemie führen die Gerichte in Schleswig-Holstein inzwischen viele Verhandlungen, bei denen Beteiligte per Video zugeschaltet sind. Nach Angaben des Justizministeriums erfasst die Statistik von Juni 2020 bis Februar des laufenden Jahres allein 866 Videoverhandlungen für die vier Landgerichte, die Amtsgerichte Kiel und Lübeck sowie das Oberlandesgericht.

Die tatsächliche Zahl sei aber höher, weil nicht alle Fälle und bei weitem nicht alle Gerichte in diese Statistik einflossen. Allein das Landgericht Kiel kam auf 222 Verhandlungen per Video, wie aus der Antwort des Justizministeriums auf eine Kleine Anfrage des SSW-Landtagsabgeordneten Lars Harms hervorgeht.


Biontech stellt für 2022 bis zu drei Milliarden Impfdosen in Aussicht

8.41 Uhr: Der Impfstoffhersteller Biontech stellt für den Fall einer entsprechenden Nachfrage eine deutliche Steigerung der Produktion mit seinem Partner Pfizer in Aussicht. Im Jahr 2022 könne die Kapazität für drei Milliarden Corona-Impfdosen erreicht werden, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin der Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag. Das hänge aber auch von der Nachfrage ab und davon, ob etwa Auffrisch-Impfungen benötigt würden. Drei Milliarden Dosen wären nochmals 50 Prozent mehr als die für 2021 geplanten zwei Milliarden.

Diese FFP2-Maske trägt Gesundheitsexperte Lauterbach

8.19 Uhr: Karl Lauterbach möchte zwar keine Empfehlung oder Noten abgeben – auf Twitter verrät der Gesundheitsexperte aber doch, welche Maske er zum Schutz vor dem Coronavirus trägt: Die FFP2-Maske der Firma 3M, die von Stiftung Wartentest empfohlen wird.

In Anspielung auf die Maskenaffäre bei der CDU macht der SPD-Politiker jedoch deutlich, dass er noch nie Masken oder ähnliches an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vermittelt hat.


Krankenkassen warnen vor Milliardenlücke durch Corona-Pandemie

8.02 Uhr: Den gesetzlichen Krankenkassen droht nach Einschätzung ihres Spitzenverbands eine Finanzierungslücke in Milliardenhöhe. Grund sei, dass sämtliche Reserven während der Corona-Pandemie aufgebraucht werden, wie der GKV-Spitzenverband in Berlin deutlich machte. Die Verbandsvorsitzende Doris Pfeiffer sagte: „Für dieses Jahr bin ich noch optimistisch, dass die Zusatzbeitragssätze nicht weiter angehoben werden müssen.“ Im kommenden Jahr drohe aber eine Finanzierungslücke im zweistelligen Milliardenbereich.

Auch wegen der Corona-Folgen rutschten die Kassen im vergangenen Jahr tiefer ins Minus. Insgesamt wurde nach Angaben vom Dienstag ein Defizit von 2,65 Milliarden Euro ausgewiesen. Im Jahr 2019 hatte das Minus bei 1,5 Milliarden Euro gelegen. Beim Gesundheitsfonds als Geldsammel- und Verteilstelle der Kassen stand jetzt ein Defizit von 3,49 Milliarden Euro.

Burlesque-Star Eve Champagne ist jetzt Impfhelferin

7.41 Uhr: Normalerweise leitet die 36 Jahre alte Eve Campagne einen Burlesque-Club auf St. Pauli und ist bei der Kiez-Tour von Dragqueen Olivia Jones im Einsatz. In Zeiten des Corona-Lockdowns geht sie im zentralen Hamburger Corona-Impfzentrum einem etwas anderen Broterwerb nach. „Da ich ein aufgewecktes altes Mädchen bin und nicht gerne rumsitze, habe ich mir gedacht, dass ich persönlich für die Beendigung der Pandemie sorge, indem ich helfe, den Impfstoff zu verteilen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

„Es war die große Liebe, die mich hierher gebracht hat. Ich habe die Pandemie meines Lebens“, sagte Eve Champagne. Inzwischen teile sie sich mit ihrem Freund auch eine Wohnung. „Nach 36 Jahren lebe ich jetzt zum ersten Mal mit einem Partner zusammen.“ Den Traum vom Leben als Revue will sie aber nicht aufgeben. „Ich kann die Welt retten und auf die Bühne gehen, habe ich beschlossen.“


Masken-Affäre: Linke fordert von Laschet und Spahn Namensliste vor den Landtagswahlen

7.19 Uhr: Im Zusammenhang mit der Affäre um Schutzmasken-Deals zweier früherer Unionsabgeordneter hat die Linke jetzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aufgefordert, die Namen von weiteren Vermittlern solcher Geschäfte noch vor den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz publik zu machen.

„Dass der Gesundheitsminister eine Liste der schwarzen Unions-Schafe erst auf öffentlichen Druck erstellt, spricht Bände“, sagte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch unserer Redaktion: „Hier besteht zusätzlicher Aufklärungsbedarf. Das Ministerium muss Tempo machen, damit Schäuble die Namen vor den Wahlen am 14. März öffentlich machen kann. Alles andere wäre ein weiterer Betrug an den Wählern.“ Spahn hatte angekündigt, in Absprache mit der Bundestagsverwaltung eine Liste aller Abgeordneter erstellen zu wollen, die im Zusammenhang mit der Beschaffung von Schutzmasken Kontakt mit dem Gesundheitsministerium aufgenommen hätten.

Auch CDU-Chef Armin Laschet wurde von der Linken aufgefordert, mögliche weitere Namen noch in dieser Woche öffentlich zu machen. „Armin Laschet hat vollmundig angekündigt, den Sumpf in der Union auszutrocknen“, sagte Bartsch: „Ich erwarte jetzt Taten und zwar vor den Landtagswahlen. Laschet ist aufgefordert, Ross und Reiter zu benennen, weil die Affäre ansonsten auch am Parteivorsitzenden der Union klebt.“

So wird in Deutschland gegen Corona geimpft

6.57 Uhr: Der Impfmonitor unserer Redaktion zeigt, wie ganz Deutschland und die Bundesländer beim Impfen gegen das Coronavirus vorankommen. So wurden bundesweit mittlerweile 5.350.408 Menschen geimpft. 6,4 Prozent haben einmal das Vakzin erhalten. 3,4 Prozent genießen bereits den vollen Impfschutz. 70 Prozent der Pflegebedürftigen in den Heimen haben Erst- und Zweitimpfung erhalten. Aktuell würde es noch 506 Tage dauern bis 70 Prozent der Bevölkerung in Deutschland geimpft sind und eine Herdenimmunität erreicht ist.


Stiko-Chef Mertens: Sputnik V „guter Impfstoff“

6.35 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V gelobt. „Das ist ein guter Impfstoff, der vermutlich auch irgendwann in der EU zugelassen wird. Die russischen Forscher sind sehr erfahren mit Impfungen. Sputnik V ist clever gebaut“, sagte Mertens der „Rheinischen Post“.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA prüft die Zulassung von Sputnik V noch. In der EU sind bisher die Vakzine der drei Hersteller Pfizer/Biontech, Moderna und Astrazeneca zugelassen. Am 11. März will die EMA voraussichtlich auch die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson&Johnson empfehlen.

Mertens wollte keine Prognose abgeben, wann alle, die das wollen, in Deutschland geimpft sind. „Ungerne“, sagte er auf eine entsprechende Frage. „Ich hoffe zumindest darauf, dass wir die Lage bis Herbst so weit im Griff haben, dass der Effekt der Impfungen deutlich sichtbar wird“, sagte der Stiko-Chef. Schon jetzt sei ein massiver Abfall von schweren Erkrankungen und Todesfällen in den Alten- und Pflegeheimen festzustellen.

Lesen Sie hier: Sputnik V: Das ist der Corona-Impfstoff aus Russland

Betriebsärzte: Können pro Monat fünf Millionen Beschäftigte gegen Corona impfen

5.34 Uhr: Die Betriebsärzte in Deutschland sehen sich gut aufgestellt für eine Beteiligung an den Corona-Impfungen. Die bundesweit rund 12.000 Werksmediziner könnten „pro Monat etwa fünf Millionen Beschäftigte impfen“, sagte die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Anette Wahl-Wachendorf, unserer Redaktion.

Im Unterschied zu Hausärzten, die sich auch um akute Krankheitsfälle kümmern müssen, seien Betriebsärzte vor allem mit Vorsorgeuntersuchungen befasst. „Bis zu 80 Prozent dieser Untersuchungen lassen sich um einige Woche verschieben, um dem Impfen Vorrang zu geben“, sagte die Vizepräsidentin des Verbands.

Zugleich plädierte Wahl-Wachendorf dafür, sich bei künftigen Corona-Schutzimpfung in den Unternehmen an der derzeitigen Impfreihenfolge zu orientieren. Auch bei Impfungen in den Betrieben „sollte darauf geachtet werden, dass eine gewisse Priorisierung erhalten bleibt“. Die Medizinerin führte aus, wer im Berufsalltag viele Kontakte habe, „etwa weil er mit Kunden zu tun hat oder im Außendienst ist, sollte bevorzugt geimpft werden. Darauf sollten die Unternehmen achten“. Zugleich sprach sich die Vizepräsidentin des Verbands dagegen aus, „dass der Chef beim Impfen als erster an der Reihe ist, wenn er ständig im Homeoffice sitzt. Vielmehr sollte diejenigen Vorrang haben, die in ihrem Berufsalltag das höchste Ansteckungsrisiko haben“.

EU-Kommission kritisiert deutsche Pläne für Milliardengelder aus europäischem Corona-Fonds

4.11 Uhr: Die Pläne der Bundesregierung für die Verwendung von 23,6 Milliarden Euro aus dem europäischen Corona-Wiederaufbaufonds stoßen auf Kritik der EU-Kommission. EU-Wirtschaftsminister Paolo Gentiloni sagte dieser Redaktion, die Kommission erwarte, dass mit dem Geld tatsächlich zusätzliche Projekte finanziert würden und nicht bereits geplante Projekte. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass die Ziele unterlaufen würden und der wirtschaftliche Impuls geschwächt werde.

Die Bundesregierung hatte dagegen schon früh festgelegt, die zu erwartenden EU-Mittel großenteils für schon geplante Vorhaben einzusetzen, vor allem für ihr zuvor beschlossenes deutschen Konjunktur- und Zukunftspaket. Daran üben auch Oppositionspolitiker Kritik. Gentiloni sagte, er kenne die Diskussion in Deutschland. Das Problem gebe es nicht nur in Deutschland, sondern auch in einigen anderen Ländern. „Rechtlich gesehen ist das Vorgehen in Ordnung“, meinte der Kommissar. Die Regeln besagten, dass die Mitgliedstaaten Investitionen fördern könnten, über die seit Februar 2020 entschieden worden sei. „Aber wir wollen, dass die Investitionen zusätzliches Wachstum bringen“, fügte der Kommissar hinzu.

9. März: Schnelltests von Aldi wohl anfällig für Betrug

22.39 Uhr: Die seit Kurzem bei Aldi erhältlichen Corona-Schnelltests für den Heimgebrauch sind wohl betrugsanfällig, berichtet die “Deutsche Apotheker Zeitung“ (DAZ). Demnach könnten sich Personen mit Hilfe der Tests des Herstellers Biotechnologieunternehmens Aesku Diagnostics ein negatives Testergebnis bestätigen lassen, ohne den Test jemals durchgeführt zu haben.

Laut “DAZ“ langt es aus, einen QR-Code auf der Verpackung oder gar nur das Foto des Codes abzuscannen. Dadurch gelange man auf eine Unterseite von ichtestemichselbst.de. Dort würden sich anhand von zwei einfachen Fragen, beliebig viele negative “Testzertifikate“ erstellen lassen.

In Chile wird am schnellsten gegen Corona geimpft

21.32 Uhr: Chile ist das Land mit den weltweit meisten gegen das Coronavirus geimpften Menschen pro 100 Einwohnern innerhalb der vergangenen sieben Tage. Damit hat Chile Israel beim Impf-Tempo überholt. „Heute haben wir einen neuen Grund, stolz zu sein: Chile hat den ersten Platz im weltweiten Ranking der verabreichten Dosen pro 100 Einwohnern eingenommen“, schrieb die Regierung des südamerikanischen Landes am Dienstag auf Twitter, nachdem die Daten des Statistikportals „Our World in Data“ bekanntgeworden waren.

Chile hat insgesamt 18 Millionen Einwohner. Seit die Behörden mit im Dezember mit dem Impfen begonnen haben, wurde 4.176.094 Millionen Menschen mindestens eine Impfstoff-Dosis verabreicht. Das entspricht mehr als 21 Prozent der Bevölkerung.


Immer mehr Engpässe bei Impfstoff-Bestandteilen

20.40 Uhr: Wegen dem beispiellosen Bedarf an Impfstoffen melden immer mehr Hersteller Engpässe bei den Impfstoff-Bestandteilen. Dies betrifft „Roh- und Verpackungsmaterial sowie Ausrüstung“, berichtete die Denkfabrik Chatham House am Dienstag in Genf. Sie hatte ein Treffen mit Vertretern der Industrie, von Verbänden und der UN-Impfinitiative Covax organisiert, um Lösungen zu suchen. In einem Strategiepapier, das bei dem Treffen diskutiert wurde, heißt es, größere Produktionsmengen seien durch Effizienzsteigerungen in den bestehenden Fabriken, dem Umbau bestehender Fabriken für die Herstellung der neuen Stoffe und den Bau neuer Fabriken nötig.

Kretschmann nimmt CDU in Schutz

19.39 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sieht wegen der Maskenaffäre kein strukturelles Problem in der CDU. Es handle sich um das Fehlverhalten Einzelner, sagte Kretschmann am Abend bei einem Rededuell der „Südwest Presse“ zur Landtagswahl mit CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann (CDU). „Das soll man erstmal auch so benennen und nicht rumspekulieren“, sagte Kretschmann. Es sei gravierend, sich in einer Krise zu bereichern. Aber: „Keine Partei ist davor gefeit, dass sie solche Leute in den eigenen Reihen hat.“ Der Fehler sei aber schnell korrigiert worden. Das sei das Positive, dass gezeigt werde, dass die Demokratie schnell darauf reagiere und dass man das nicht zulasse.

Betrugsverdacht: Bundesregierung stoppt Corona-Hilfen für Unternehmen

18.48 Uhr: Die Bundesregierung geht zur Zeit einer Reihe möglicher Betrugsfälle mit Corona-Hilfen für Unternehmen nach. Es bestehe „in einigen Fällen der Verdacht, dass unrechtmäßig staatliche Hilfsgelder erschlichen wurden“, teilten Wirtschafts- und Finanzministerium auf einer Internetseite zu den unterschiedlichen Coronahilfen mit. Wie eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums auf Anfrage dieser Redaktion bestätigte, sind deshalb die Auszahlungen der staatlichen Hilfen für Unternehmen vorerst gestoppt. Diese müssten zunächst überprüft werden. „Sie stehen in Kürze wieder zur Verfügung“, informierte die Sprecherin weiter. Die Auszahlung der Corona-Hilfen durch die einzelnen Bundesländer seien nicht betroffen. Nähere Einzelheiten zu den Betrugsverdachtsfällen könnten aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht mitgeteilt werden.

Zunächst hatte das Magazin “Business Insider“ von den möglichen Betrugsfällen und den Stopp der Auszahlungen berichtet. Laut Informationen des Magazins sollen sich mehrere Personen mit falschen Identitäten Gelder in Millionenhöhe erschlichen haben. Seit Beginn der Coronakrise wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bereits mehr als 86 Milliarden Euro Staatshilfen für die Wirtschaft bewilligt.

Rewe kündigt Schnelltests für mehr als eine Viertelmillionen Angestellte an

18.14 Uhr: Der Handelskonzern Rewe hat angekündigt, er werde seinen mehr als 250.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland „schnellstmöglich“ und kostenlos Corona-Selbsttests zur Verfügung stellen. Diese Tests könnten die Beschäftigten dann „freiwillig nutzen“, teilte Rewe am Dienstag mit. Weitere Angaben machte der Konzern nicht – etwa, wieviele Tests er den Beschäftigten anbieten will oder wie oft.

SPD fordert Rechtsverschärfung nach Maskenaffäre

17.01 Uhr: Angesichts der fragwürdigen Geschäfte von Bundestagsabgeordneten mit Corona-Masken hat die SPD die Union zu Gesetzesverschärfungen aufgefordert. So solle Abgeordnetenbestechung und -bestechlichkeit nicht mehr als Vergehen, sondern als Verbrechen mit mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe eingestuft werden, heißt es in einem Zehn-Punkte-Plan der SPD-Bundestagsfraktion, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete zuerst darüber.

„Die Maskenaffäre bei der Union muss rechtliche Konsequenzen haben, so wie wir sie seit langem schon von unserem Koalitionspartner fordern“, sagte SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich dem RND. Die SPD fordert ein Verbot bezahlter Lobbytätigkeiten neben dem Mandat, ein Verbot der Spendenannahme für Abgeordnete und eine genaue Veröffentlichung von Nebeneinkünften. Der Umfang von Nebentätigkeiten soll angegeben werden müssen, ebenso Aktienoptionen sowie Unternehmensbeteiligungen ab 5 Prozent der Stimmrechte – nicht erst ab 25 Prozent wie heute. Parteispenden sollen auf jährlich maximal 100.000 Euro pro Spender begrenzt werden. Die Veröffentlichungspflicht der Spenden soll von 10.000 Euro auf 2000 Euro gesenkt werden. Treffen mit Lobbyisten sollen bei Gesetzgebungsvorhaben veröffentlicht werden.


Merkel fordert von Firmen Umsetzung von Schnelltest-Angeboten

16.26 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat einen Appell der deutschen Wirtschaft zu mehr Corona-Schnelltests in den Betrieben begrüßt, pocht aber auch auf breite Umsetzung. „Wir erwarten, dass wirklich substanziell die Wirtschaftsunternehmen daran teilnehmen“, sagte sie am Dienstag in Berlin. Die Teststrategie sei „ein Muss für die Möglichkeit von Öffnungen“ und eine Brücke bis zu Impfungen größerer Bevölkerungsteile. Merkel betonte, sie könne nur alle einzelnen Unternehmen aufrufen, sich dem Appell anzuschließen. Anfang April solle eine erste Überprüfung der Beteiligung vorliegen. Die Regierung werde dann sehr genau anschauen, was herausgekommen sei.

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft hatten sich zuvor zu einer „vorübergehenden substanziellen Ausweitung“ von Coronatests in Unternehmen bekannt – allerdings auf freiwilliger Basis. Bund und Länder hatten in der vergangenen Woche beschlossen: „Für einen umfassenden Infektionsschutz ist es erforderlich, dass die Unternehmen in Deutschland als gesamtgesellschaftlichen Beitrag ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest machen.“ Danach hatten die Spitzenverbände und die Bundesregierung allerdings um ein Konzept gerungen.


16.15 Uhr: Die Corona-Pandemie beschert uns allen sehr viele Einwegprodukte, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Doch wie entsorgt man Tests und Masken ordnungsgemäß? Mehr dazu: Masken, Tests und Co.: Wie man Corona-Müll richtig entsorgt

Umfrage: Kaum jemand will nach der Pandemie wieder in ein Großraumbüro

16.04 Uhr: Die meisten Büroangestellten in Deutschland möchten nach der Corona-Krise an einem festen Arbeitsplatz in den Firmenräumen sitzen – aber kaum jemand will ins Großraumbüro. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage unter 1500 Erwerbstätigen ab 16 Jahren hervor, die der Digitalverband Bitkom am Dienstag vorstellte. Demnach möchte nur ein Prozent der Beschäftigten mit Schreibtischarbeit mit fünf oder mehr Kollegen im Raum arbeiten.

38 Prozent der befragten Berufstätigen, „die zumindest teilweise vom Schreibtisch aus arbeiten“, wünschen sich laut Bitkom ein Einzelbüro. 27 Prozent präferieren einen festen Arbeitsplatz in einem Büro mit zwei bis vier Mitarbeitern. 17 Prozent wollen am liebsten am sogenannten Shared Desk arbeiten, also ihren Arbeitsplatz im Unternehmen frei wählen können. Und zwölf Prozent wollen den Angaben zufolge auch nach der Pandemie komplett auf den klassischen Büroarbeitsplatz verzichten und ausschließlich im Homeoffice oder mobil arbeiten.


Norweger im Ausland sollen zu Ostern nicht heimkommen

15.27 Uhr: In Norwegen ruft die Regierung wegen steigender Corona-Fallzahlen zum Verzicht auf Reisen an den Oster-Feiertagen auf. „In den letzten Wochen sind die Zahlen wieder hochgegangen und die infektiöseren Varianten werden bald die dominierende Virusvariante sein“, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg am Dienstag im Parlament. Ebenso appellierte sie an Norweger im Ausland, an Ostern nicht nach Hause zu kommen. Die sogenannte Reproduktionszahl liegt in Norwegen derzeit bei 1,3. Das heißt, dass 100 Erkrankte statistisch gesehen 130 andere Menschen anstecken.

Es gebe lokale Ausbrüche in Kindergärten, Schulen und auf Baustellen, so Solberg. Viele Kommunen hätte strenge Beschränkungen eingeführt. Man wisse jedoch noch nicht, welchen Effekt diese hätten. Deshalb wolle sie mit weiteren nationalen Regeln warten. Besonders betroffen ist nach Behördenangaben die Hauptstadt Oslo, wo die Infektionszahl am Dienstag doppelt so hoch war wie vor einer Woche. Im Stadtteil Grorud kamen auf 100.000 Einbürger 765 Infizierte.

Diese Unternehmen sollen den digitalen Impfpass entwickeln

15.11 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium will vier Unternehmen mit der Entwicklung des geplanten digitalen Impfpasses beauftragen. Das sind der US-Konzern IBM, das Softwareunternehmen Ubirch, die IT-Genossenschaft govdigital und der IT-Dienstleister Bechtle, wie das Ministerium am Dienstag auf Anfrage mitteilte. Ubirch ist auf die Blockchain-Technologie spezialisiert, die fälschungssicher sein soll, da die Ausführung jedes neuen Schritts im Programmablauf auf mehreren Rechnern gleichzeitig verifiziert wird.

Der digitale Impfpass ist ein kürzlich vereinbartes Projekt der EU und soll im Schnellgang entwickelt werden. Den Gesetzentwurf will die Kommission am 17. März vorlegen. Helfen soll der Impfpass bei einer schnelleren Rückkehr zur Normalität. Bedenken angemeldet hat unter anderem die italienische Datenschutzbehörde, die eine Diskriminierung nicht geimpfter Bürger fürchtet.

Entwickler von Astrazeneca-Impfstoff bitten um Vertrauen

15.05 Uhr: Die Entwickler des Astrazeneca-Impfstoffs haben um Vertrauen für in die in Europa verfügbaren Impfstoffe geworben. „Öffentliches Vertrauen ist entscheidend. Wissenschaft und Politiker müssen klare Botschaften vermitteln“, sagte Andrew Pollard von der Universität Oxford, der die klinischen Studien mit dem Präparat betreut, am Dienstag. „Impstoffe haben keine Wirkung, wenn sie im Regal herumliegen.“

In Deutschland blieb in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von Astrazeneca-Impfdosen ungenutzt – unter anderem, weil frühere Berichte über eine geringere Wirksamkeit sowie Nebenwirkungen die Skepsis gegenüber dem Impfstoff erhöht hatten. Zudem empfahl die Ständige Impfkomission (Stiko) das Präparat zunächst nur für Menschen unter 65 Jahren. Mittlerweile rät sie, das Vakzin für alle zu verwenden.


Sachsen will Impfpriorität für Vogtland aufheben

14.53 Uhr: Angesichts hoher Infektionszahlen sollen sich in Kürze im Vogtland alle Einwohner ab 18 Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen können. Das kündigte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden nach einer Kabinettssitzung an. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in dem Landkreis am Dienstag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 251,3. Köpping bat aber darum, dass nun nicht alle gleich losstürmen. Man brauche noch ein paar Tage Zeit, um die Maßnahme umzusetzen.

Lauterbach hält „schwere dritte Welle“ für immer wahrscheinlicher

14.30 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte und Epidemiologe Karl Lauterbach warnt vor einer schweren dritten Pandemie-Welle durch die großzügigen Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Vielerorts werde gelockert, obwohl die Infektionslage dies gar nicht hergebe, erklärte Lauterbach am Beispiel des Landkreis Calw auf Twitter.

Dort liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 und der R-Wert über 1. „Daher ist die Inzidenz für die Öffnung zu hoch und weder stabil oder gar sinkend“, twitterte der Bundestagsabgeordnete. Die Disziplin wackele – und das könnte dramatische Folgen für Deutschland haben. „Eine schwere dritte Welle wird wahrscheinlicher“, so Lauterbach.


Internationale Presse kommentiert das deutsche „Impfdebakel“

14.14 Uhr: Während des ersten Lockdowns, im Frühjahr 2020, galt Deutschland noch als Corona-Musterschüler. Schnelle Reaktion, wirksame Maßnahmen. Im Sommer galt die Pandemie unter Kontrolle. Doch der Umgang mit der zweiten Welle und die Probleme bei der Umsetzung der Impfkampagne haben diesem Image einen ordentlichen Knacks verpasst.

Mittlerweile berichten sogar internationale Medien über das „German Impfdebakel“. Der englische „Guardian“ verglich diese Woche in einem Artikel die Lage in Großbritannien mit der in Deutschland. Fazit: Ausnahmsweise stehen die Briten mal besser da als die Deutschen. Denn beim Impfen liegen sie weit vorn und können sich so auf ein wahrscheinlich nachhaltiges Lockdown-Ende im Juni einstellen.

Auch der amerikanische Fernsehsender CNN berichtet über den Misserfolg von Deutschlands Impfkampagne, nennt es ein „Desaster“. Auch die späte Empfehlung des Astrazeneca-Vakzins für über 65-Jährige wird als ein Grund für die Impfprobleme genannt. Hier wären Zweifel unnötig gesät worden – der Schaden aber nicht reparierbar.


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14.00 Uhr: Hier startet das neue Corona-Newsblog. Alle älteren Nachrichten können Sie hier in unserem bisherigen Corona-Newsticker lesen.

(fmg/dpa/afp)

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