Corona: RKI rechnet mit mehr Fallzahlen an Ostern als an Weihnachten

  • Das RKI rechnet an Ostern mit mehr Neuinfektionen als an Weihnachten
  • Einer Studie zufolge könnten alle deutschen Impfwilligen bis Ende Juli geimpft werden
  • Das RKI meldet am Samstag steigende Corona-Fallzahlen
  • Thüringen stoppt die Impfterminvergabe wegen Astrazeneca-Lieferschwierigkeiten
  • Astrazeneca hat angekündigt, nur 100 Millionen Impfdosen für die EU im ersten Halbjahr zu liefern
  • Mallorca gilt ab dem morgigen Sonntag nicht mehr als Corona-Risikogebiet


Berlin. Mit mehr Impfungen wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder den Weg aus dem Corona-Lockdown schaffen. Doch gerade beim Thema Impfen hagelt es diese Woche schlechte Nachrichten.



Mehrere europäische Länder setzten die Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff wegen möglicher Nebenwirkungen aus. Außerdem kündigte der Hersteller am Freitagabend überraschend eine drastische Liefer-Kürzung an: Im ersten Halbjahr dieses Jahres wird die EU nur 100 Millionen Dosen erhalten. Lesen Sie dazu: Länder stoppen Astrazeneca-Impfung – so reagiert Deutschland



Die FDP fordert unterdessen die Bundesregierung auf, den Bürgerinnen und Bürgern eine Garantie für eine Corona-Erstimpfung bis zum Beginn der Sommerferien zu geben. Bund und Länder wollen sich kommenden Mittwoch mit dem Impfstart in den Arztpraxen beschäftigen. Auch der Termin für den nächsten Corona-Gipfel steht bereits fest.


Corona-Zahlen: RKI meldet 12.674 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 12.674 Corona-Neuinfektionen gemeldet – also 3117 mehr als vor einer Woche. Das geht aus Zahlen des RKI vom Samstag hervor. Zudem wurden 239 weitere Todesfälle verzeichnet. Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Samstagmorgen mit 76,1 deutlich höher als am Vortag (72,4). Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. Lesen Sie dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert


Corona – Mehr Infos zum Thema



Corona-News vom 13. März: Polizei löst Demo gegen Corona-Einschränkungen in München auf

15.10 Uhr: Die Polizei hat eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit mehreren Tausend Teilnehmern in der Nähe des bayerischen Landtags in München am Samstag aufgelöst. „Die Demonstration wurden wegen mehrerer nicht-eingehaltener Auflagen polizeilich beendet, also aufgelöst“, sagte ein Polizeisprecher. So sei nicht nur die zugelassene Teilnehmerzahl überschritten worden. Vielfach sei die Maskenpflicht ignoriert und der Mindestabstand nicht eingehalten worden.

Der Aufforderung, die Demo zu verlassen, kamen allerdings nicht alle Teilnehmer nach. „Wir sind gerade dabei, zu schauen, wie wir jetzt damit umgehen“, sagte der Sprecher. Unter dem Motto „Ein Jahr Lockdown-Politik – es reicht“ hatten Kritiker der staatlichen Corona-Maßnahmen für diesen Samstag Demonstrationen vor Parlamenten überall in Deutschland angekündigt.


RKI rechnet in Osterwoche mit mehr Infektionen als an Weihnachten

14.40 Uhr: Das Robert Koch-Institut prognostiziert in der Woche nach Ostern höhere Neuinfektionszahlen als rund um Weihnachten. „Die Extrapolation der Trends zeigt, dass mit Fallzahlen über dem Niveau von Weihnachten ab KW 14 zu rechnen ist“, heißt es im Lagebericht vom Freitagabend. Die Kalenderwoche 14 beginnt am 5. April, dem Ostermontag. Die Inzidenz könnte dann bei 350 liegen. Demnach zeigt sich bei der Variante B.1.1.7 ein exponentiell ansteigender Trend der Sieben-Tage-Inzidenz seit der zweiten Kalenderwoche. Alle zwölf Tage habe sich diese verdoppelt. Demgegenüber zeige der Verlauf bei allen übrigen Varianten einen Rückgang um etwa 19 Prozent pro Woche. Diese beiden Trends würden sich zurzeit noch überlagern, was insgesamt zu der nur langsam ansteigenden Sieben-Tage-Inzidenz der vergangenen vier Wochen geführt habe.


Corona-Impfung – Mehr zu den Impfstoffen:



WTO-Chefin ruft zu Lizenzherstellung von Corona-Impfstoffen auf

14.22 Uhr: Die neue Generaldirektorin der Welthandelsorganisation WTO, Ngozi Okonjo-Iweala, appelliert an die Hersteller von Corona-Impfstoffen, den Weg für eine Lizenzfertigung ihrer Vakzine durch andere Unternehmen freizumachen. Dies sei dringend notwendig, um auch arme Länder mit Impfstoff zu versorgen, sagte die WTO-Chefin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Es gebe weltweit mehr als 130 Staaten „ohne eine einzige Dosis“ Impfstoff. „Das ist nicht akzeptabel, denn es sterben deshalb Menschen.“

Vakzine für arme Länder zu beschaffen sei im Eigeninteresse der reichen Staaten, betonte Okonjo-Iweala: „Wenn wir nicht weltweit solidarisch handeln, dann werden sich die Virus-Mutationen vervielfachen und uns alle heimsuchen.“

Studie: Alle deutschen Impfwilligen bis Ende Juli immunisiert

13.47 Uhr: Laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung könnten alle deutschen Impfwilligen bis Ende Juli immunisiert sein. Für ihre Berechnung haben die Autoren der Studie die zu erwartenden Impfstoffdosen addiert und der Anzahl von deutschen Impfwilligen, die sich aus einer Umfrage ergeben hat, gegenübergestellt.

Aktuell sind vier Impfstoffe zugelassen – bis Ende Juli werden von diesen insgesamt 136,6 Millionen Dosen erwartet. Rein rechnerisch könnten damit 77,6 Millionen Erwachsene vollständig geimpft werden, so die Autoren. Tatsächlich liegt die Zahl der deutschen Impfwilligen sogar nur bei 52,5 Millionen.

So wird in Deutschland gegen Corona geimpft

13.46 Uhr: Der Impfmonitor unserer Redaktion zeigt, wie ganz Deutschland und die Bundeslänger beim Impfen gegen das Coronavirus vorankommen. Mittlerweile haben 6.113.484 Menschen mindestens eine Erstimpfung erhalten. Das entspricht 7,4 Prozent der Bevölkerung. 3,3 Prozent genießen bereits einen vollen Impfschutz.


Panne: Nicht-Getestete erhielten in Duisburg Corona-Testergebnis

13.14 Uhr: In Duisburg haben Menschen ein Corona-Testergebnis erhalten, obwohl sie noch gar nicht getestet waren. Auf Grund eines Anwenderfehlers sei es zu einer Übermittlung von fehlerhaften Testergebnissen gekommen, teilte die Feuerwehr am Samstag mit. Betroffene wurden gebeten, an ihrem vereinbartem Test-Termin festzuhalten und die Nachricht zu ignorieren. Es werde mit Hochdruck an der Behebung des Problems gearbeitet. Dennoch könne es mitunter zu längeren Wartezeiten an den Teststellen kommen.


Reisen trotz Corona – Mehr zum Thema



Land weist Kreis Elbe-Elster auf Regelung zu Corona-Maßnahmen hin

13.06 Uhr: Die Brandenburger Landesregierung hat den Landkreis Elbe-Elster auf die geltende Regelung für zusätzliche Corona-Schutzmaßnahmen ab einem Sieben-Tage-Inzidenz-Wert von 100 aufmerksam gemacht. Damit reagierte sie darauf, dass der Kreis trotz eines Wertes neuer Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche über 100 keine zusätzlichen Corona-Maßnahmen einführen will. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) hatte gesagt, wenn die geltenden Regelungen beachtet werden, bedürfe es keiner neuen Einschränkungen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag dort am Samstag bei 156.

Frankreich strebt mehr als zehn Millionen Corona-Imfpungen bis Mitte April an

13.04 Uhr: Die französische Regierung hofft darauf, bis Mitte April mehr als zehn Millionen Menschen im Land gegen das Coronavirus geimpft zu haben. „Wir haben uns das Ziel von zehn Millionen Impfungen bis 15. April gesetzt und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir es übertreffen“, sagte Regierungschef Jean Castex am Samstag beim Besuch eines Impfzentrums im westfranzösischen Saint-Maixent-l’Ecole.

„Wir werden im April eine große Herausforderung zu stemmen haben, weil wir sehr viele Vakzine haben werden“, sagte Castex. „Einigen Kummer“ bereiteten jedoch die Hersteller wegen der Verzögerungen bei den Impfstofflieferungen, kritisierte er. Landesweit haben bislang rund 4,5 Millionen Menschen eine Corona-Impfung erhalten.

Niederlande: Halten uns bei Impfstoffbeschaffung an EU-Regeln

12.53 Uhr: Die Niederlande haben Vorwürfe Österreichs zurückgewiesen, sich außerhalb der EU-Vereinbarungen extra Impfdosen zu beschaffen. Das Land erhalte Impfstoffe über den Mechanismus in der EU, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir halten uns an die Absprachen.“ Die Niederlande nutzten aber den Spielraum „maximal“ aus. Kontingente könnten freikommen, weil ein Land verzichte, sagte der Sprecher. Dann könnten andere Länder diese übernehmen. Das hätten die Niederlande getan.

Die Niederlande, die als letztes Land der EU die Impfkampagne begonnen hatten, holen inzwischen auf. Zur Zeit haben etwa 1,4 Millionen Bürger zumindest eine Dosis erhalten. Mehr als 400.000 hätten bereits zweimal eine Spritze bekommen. Das sind etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung.

Fast 1800 Corona-Tote binnen 24 Stunden in den USA

12.51 Uhr: In den USA sind den Behörden für den Freitag 1798 Tote im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet worden. Zudem wurden für denselben Zeitraum 61.204 Neuinfektionen registriert, wie aus der Internetseite der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Samstagvormittag (MEZ) hervorging. Der bisherige Tageshöchstwert an Todesfällen seit Beginn der Pandemie war in den USA am 12. Januar mit 4465 Toten erreicht worden. Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden markierte am 2. Januar mit 300.416 ihren bisher höchsten Wert.

Immer mehr Infektionen: Inzidenz im Corona-Hotspot Thüringen steigt

12.45 Uhr: Thüringen entfernt sich bei der Sieben-Tage-Inzidenz immer weiter von der wichtigen Markierung von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche. Der Inzidenzwert im Freistaat lag am Samstag bei 152,1, wie die Thüringer Staatskanzlei mitteilte. Am Samstag vor einer Woche hatte der Wert noch bei rund 128 gelegen. Thüringen bleibt bundesweit das Land mit den höchsten Inzidenzwerten. Dagegen sank die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten in Thüringen unter den als kritisch geltenden Anteil von 20 Prozent. Den Daten zufolge waren am Samstag 623 Intensivbetten belegt, 116 Covid-19-Patienten befanden sich in intensivmedizinischer Behandlung. Ihr Anteil an der Intensivbettenbelegung betrug rund 18,6 Prozent.

109 Millionen Euro Lockdown-Hilfen für Betriebe und Selbstständige

12.22 Uhr: Seit Mitte Februar sind an hessische Unternehmen und Selbstständige insgesamt 109 Millionen Euro Lockdown-Hilfen geflossen. Das teilte das Wirtschaftsministerium in Wiesbaden am Samstag mit. Es seien bislang Abschläge der sogenannten Überbrückungshilfe III in Höhe von 75,7 Millionen Euro an Betriebe sowie 33,3 Millionen Euro als Neustarthilfe an Solo-Selbstständige ausgezahlt worden, so Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Das Land könne nun mit der eigentlichen Bearbeitung der Anträge beginnen, da der Bund das entsprechende Verfahren dafür freigeschaltet habe. Dabei geht es dem Ministerium darum, die restlichen Beträge der Überbrückungshilfe III, die die Betriebe über die ersten Abschlagszahlungen hinaus erhalten, zu bewilligen.

Paris: Höchste Vorsicht bei Preisverleihungen

12.15 Uhr: Am 12. März fand die 46. Verleihung des Filmpreises César im Konzertsaal «The Olympia» in Paris, Frankreich statt. Eine DarstellerIn mit Schutzanzug bringt während der Veranstaltung eine Trophäe auf die Bühne.


Thüringen stoppt Impfterminvergabe wegen Astrazeneca-Lieferproblemen

11.28 Uhr: Wegen drastischer Lieferprobleme des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca stoppt Thüringen vorerst die Terminvergabe für Impfungen und verschiebt den Start von Impfungen bei Hausärzten. Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) bezeichnete die angekündigte Lieferkürzung als „absolut inakzeptabel“, wie Werners Ministerium am Samstag mitteilte. Nach Thüringen sollten kommende und die darauffolgende Woche 31.200 Astrazeneca-Impfdosen geliefert werden. Laut Gesundheitsministerium werden es nun nur noch 9600 sein.

Mit RTL-Moderatorin: Virologe Streek bekommt eigenen Podcast

11.15 Uhr: Nach dem Virologen Christian Drosten geht jetzt auch sein Wissenschaftskollege Hendrik Streeck unter die Podcaster. Zusammen mit der RTL-Moderatorin Katja Burkhard („Punkt 12“) beantwortet der Professor der Uni Bonn ab dem 13. März Fragen rund um das Coronavirus, wie die Mediengruppe RTL am Freitag mitteilte. Immer samstags beantwortet der Experte unter dem Titel „Hotspot – der Pandemie-Talk mit Katja Burkard und Hendrik Streeck“ Fragen. Dabei soll die aktuelle Situation für jeden verständlich erklärt und eingeordnet sowie Tipps an die Hand gegeben werden, teilte RTL mit. Lesen Sie hier: „Hotspot“: Das steckt hinter Hendrik Streecks neuem Podcast

Kreis Elbe-Elster trotz höherer Zahlen gegen schärfere Corona-Regeln

10.58 Uhr: Der Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg will trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 keine schärferen Corona-Regeln einführen – anders als vorgegeben. Der Kreis betont zwar, er gehöre seit mehreren Wochen zu den Regionen mit den höchsten Infektionswerten im Land. «Wenn die geltenden Regelungen beachtet werden, bedarf es keiner neuen Einschränkungen», erklärte Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) aber am Freitag bei Facebook. Die meisten Infektionen gingen auf private Zusammenkünfte und Feiern sowie Nachlässigkeiten beim Arbeitsschutz zurück. Weitergehende Einschränkungen für Geschäfte, Kitas oder Schulen hätten auf das Infektionsgeschehen vergleichsweise wenig Einfluss, wären aber mit gravierenden Nebenwirkungen verbunden. Bei Twitter kritisierten viele die Entscheidung.

Ministerin spricht von schlimmem Impf-Start in Brandenburg

10.57 Uhr: Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hat sich für den holprigen Start der Corona-Impfungen entschuldigt. «Am 4. Januar ist die Hotline an den Start gegangen. Da haben am ersten Tag 200 000 Menschen angerufen. Unter dieser Last ist die Hotline zusammengebrochen», sagte sie der Zeitung «Der Prignitzer» und den «Potsdamer Neuesten Nachrichten» (Samstag). «Dass so viele alte Menschen tagelang, von morgens bis abends, am Telefon sich die Finger wund gewählt haben, tut mir aufrichtig leid. Einen schlimmeren Start hätte man kaum hinlegen können.» Nun bekämen alle über 80-Jährigen schrittweise einen Brief mit Sonderrufnummer, es gebe Online-Buchungen und die Kommunen würden stärker eingebunden.

Bildungsministerin wirbt für Corona-Schnelltests an Schulen

10.55 Uhr: Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat vor dem Start von Corona-Selbsttests an den Schulen bei den Eltern für den Einsatz geworben. «Wir bitten Sie und Ihre Kinder darum, dieses Angebot zur freiwilligen Selbsttestung zu nutzen, um die Sicherheit an unseren Schulen für die Schülerinnen und Schüler sowie die Beschäftigten zu erhöhen», heißt es in einem Schreiben vom Freitag von Ernst und Staatssekretärin Ines Jesse an die Eltern und Erziehungsberechtigten. Alle Schülerinnen und Schüler erhielten das Angebot eines Selbsttests pro Woche an einem Tag mit Anwesenheit in der Schule.

Am Montag öffnen Gesamtschulen, Oberschulen und Gymnasien für den Wechselunterricht zwischen der Schule und zuhause. Die Grundschulen sind hierfür seit 22. Februar geöffnet. Für Brandenburg stehen zunächst 300 000 Selbsttests für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler bereit, bis zum Sommer sollen es 2,6 Millionen sein. Die erste Lieferung werde die Schulen ab Montag erreichen, schrieb Ernst. Die Schülerinnen und Schüler sollen den Test selbst machen, die Lehrkräfte erklären ihnen, wie es funktioniert. Bei einem positiven Selbsttest folgt ein PCR-Test – bis zum Ergebnis geht es zunächst in häusliche Quarantäne.


Fünf Regierungschefs fordern EU-Gespräche zu Impfstoffverteilung

10.46 Uhr: Fünf EU-Länder dringen auf hochrangige EU-Gespräche für eine gerechtere Verteilung von Corona-Impfdosen. Das derzeitige Bestellsystem würde sonst «bis zum Sommer riesige Ungleichheiten unter Mitgliedsstaaten schaffen und vertiefen», schrieben die Regierungschefs von Österreich, Bulgarien, Lettland, Slowenien und Tschechien an den EU-Ratspräsidenten Charles Michel und die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Der Brief lag der Deutschen Presse-Agentur am Samstag vor.

Mehr als 10 000 Verfahren wegen Coronavorschriften

10.36 Uhr: In der Corona-Pandemie haben die Verfassungs- und Verwaltungsgerichte in Deutschland im vergangenen Jahr in mehr als 10.000 Verfahren die Verordnungen von Bund, Ländern und Gemeinden überprüft. Das geht aus Zahlen des Deutschen Richterbundes hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Zuerst hatte der «Spiegel» darüber berichtet. Ein deutlicher Rückgang zeichne sich auch in diesem Jahr nicht ab.

Die Verfahren drehen sich zum Beispiel um Kontaktverbote und Schulschließungen, Testpflichten und Quarantäneauflagen. Aber auch Kinos oder Restaurants wollen vor Gerichten erreichen, dass sie ihre Betriebe wieder öffnen dürfen. Zum größten Teil hätten die Gerichte die jeweiligen Corona-Beschränkungen bislang bestätigt, erklärte der Deutsche Richterbund. Unter den Bundesländern liegt laut den Zahlen Nordrhein-Westfalen an der Spitze. Die sieben Verwaltungsgerichte und das Oberverwaltungsgericht des Landes haben demnach 2020 rund 2000 Corona-Verfahren erreicht.

Gesundheitsexperte Lauterbach twittert Studie zu „Long-Covid“

9.26 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat auf Twitter eine wissenschaftliche Studie aus Kalifornien zu „Long-Covid“ geteilt. Dabei geht es darum, dass nach einer Infektion mit dem Coronavirus bestimmte Symptome noch lange anhalten können. „Auch die leichten Fälle, kein Krankenhaus, hatten zu 27 Prozent nach zwei Monaten noch Symptome“, schreibt Lauterbach. Auch viele, die anfangs keine Symptome zeigten, entwickelten später welche.


Handelsverband fordert Ende der Grenzkontrollen zu Corona-Risikogebieten

8.50 Uhr: Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat ein Ende der Kontrollen an den Grenzen zu Österreich, Tschechien und der Slowakei gefordert. „Das einseitige Herunterlassen von Schlagbäumen ist zu keiner Zeit ein gutes Signal, in Corona-Zeiten aber ist es vollkommen kontraproduktiv“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der „Heilbronner Stimme“ vom Samstag. Die Grenzkontrollen dürften nicht über den 17. März hinaus verlängert werden, forderte er.

„Innerhalb der EU und des Schengen-Raums müssen Grenzkontrollen so gut es geht vermieden werden“, sagte Genth. Sonst drohten Verunsicherung und Verzögerungen bei den Lieferketten. „Wir müssen das Virus grenzüberschreitend bekämpfen. Ein Rückfall in Nationalismen und in die Engstirnigkeit der eigenen Grenzen hilft nichts“, sagte er der Zeitung.

Italien geht wieder in den Corona-Lockdown

8.05 Uhr: In Italien müssen ab Montag erstmals auch die Grundschulen schließen. Mit einer Verschärfung der Corona-Maßnahmen zieht die italienische Regierung die Notbremse. Am Donnerstag war die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf knapp 26.000 gestiegen. Deshalb wird die Mehrheit der insgesamt 20 Regionen im geltenden Ampelsystem ab nächster Woche als rot eingestuft.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Erneuter Corona-Lockdown: Italien zieht die Notbremse

Lindner: Bundesregierung soll Impfgarantie bis Sommerferien geben

7.46 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat die Bundesregierung aufgefordert, den Bürgern eine Garantie für eine Corona-Erstimpfung bis zum Beginn der Sommerferien zu geben. Dazu müsse es beim Impfgipfel von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Landesregierungschefs am kommenden Mittwoch aber handfeste Ergebnisse geben. „Insbesondere erwarte ich, dass schneller über Haus-, Fach- und Betriebsärzte geimpft wird“, sagte Lindner der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Merkel hatte davon gesprochen, dass allen Erwachsenen bis zum kalendarischen Sommerende am 21. September ein Impfangebot gemacht werden solle.

Lindner sagte, US-Präsident Joe Biden habe den US-Bürgern zum Nationalfeiertag am 4. Juli ein weitgehend normales Leben in Aussicht gestellt. Die Bürger in Deutschland wüssten dagegen noch nicht einmal, ob das Land am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, so weit sei.

Ärztegewerkschaft fordert höheres Tempo in den Impfzentren

5.35 Uhr: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert ein höheres Tempo in den Impfzentren: „Die Impfzentren der Länder müssen endlich besser aufgestellt werden“, sagte die Vorsitzende, Susanne Johna, dieser Redaktion. Es müsse unbedingt verhindert werden, dass durch ausgefallene Termine Impfstoff vorübergehend auf Halde liege oder gar verworfen werde. „Alles, was an einem Tag verimpft werden kann, muss jetzt schnell an die Leute.“ Nötig seien dazu „flexible und pragmatische Lösungen, um das Tempo beim Impfen weiter zu erhöhen“. Gerade angesichts der dritten Welle komme es buchstäblich auf jeden Tag an, so Johna.

Konkret schlug Johna vor, mit Hilfe von Nachrückerlisten und lokalen Hotlines übrig gebliebenen Impfstoff noch am selben Tag zu verimpfen: „Nachrücker müssten die aktuelle Impfpriorität oder die nächste aufweisen, möglichst schnell ins Impfzentrum kommen können und einverstanden sein, dass ihre Telefonnummer dem Impfzentrum bekannt ist.“ Dazu müsse es in jedem Impfzentrum eine Art Disponenten geben, der die Nachrückerlisten führe und die Impfkandidaten anrufe, sobald ein Termin freigeworden sei. Zudem müsse es eine Nachrücker-Hotline in jedem Impfzentrum geben, bei der sich jeden Tag für kurze Zeit Interessenten melden könnten.

Impfstoffbeauftragter: Europa soll 500 Millionen Impfdosen in drei Monaten produzieren können

2.59 Uhr: Der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Krupp, fordert einen massiven Ausbau der deutschen und europäischen Impfstoffproduktion. „Im Pandemiefall sollten die Europäer in der Lage sein, einen neuen Wirkstoff in einem Vierteljahr für die gesamte europäische Bevölkerung zu herzustellen“, sagte Krupp unserer Redaktion. „Das wären 500 Millionen Impfdosen. Dazu sollte Deutschland einen kraftvollen Beitrag leisten.“ Von 2022 an solle „ eine sichere Versorgung Deutschlands über eigene Produktionskapazitäten gewährleistet“ sein, betonte Krupp. Die Taskforce der Bundesregierung werde dazu bis Mai ein Konzept erstellen. Im Vordergrund stünden neuartige Technologien wie mRNA.

Mehr dazu im Interview: Impfstoffbeauftragter: So will er die Engpässe bezwingen

Corona-News vom 12. März: Mehr als 100 Millionen Impfdosen in den USA verabreicht

23.01 Uhr: Knapp drei Monate nach Beginn einer beispiellosen Impfkampagne gegen Covid-19 ist in den USA die Marke von 100 Millionen verabreichten Impfdosen überschritten worden. Bis einschließlich Freitag wurden in den Vereinigten Staaten mehr als 101 Millionen Dosen eines der drei zugelassenen Impfstoffe gespritzt, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht.

Demnach hat in dem Land mit etwa 330 Millionen Einwohnern mehr als jeder vierte Erwachsene mindestens eine erste Dosis verabreicht bekommen. 13,5 Prozent sind vollständig geimpft. Bei der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe im Alter von mehr als 65 Jahren lagen diese Werte bei 61,1 Prozent beziehungsweise 32,4 Prozent.

Millionen Italiener von Montag an im Lockdown

21.13 Uhr: Für mehr als die Hälfte der italienischen Regionen und auch die Hauptstadt Rom soll von Montag an wegen der sich verschlechternden Corona-Lage ein Lockdown gelten. Dies teilte die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi am Freitagabend in Rom mit. Betroffen sind unter anderem auch die Emilia-Romagna, die Lombardei und das Piemont. Sie gehören dann zur sogenannten Roten Zone mit den strengsten Corona-Regeln. Rot sind bereits Kampanien und die Basilikata.

In Regionen dieser Zone dürfen Bars und Restaurants nur noch Bestellungen zum Mitnehmen verkaufen. Die Bewegungsfreiheit innerhalb der Region ist eingeschränkt. Schulen bleiben vorerst zu und die Kinder müssen auf den Unterricht via Internet ausweichen. Das Haus sollen die Menschen nur noch für notwendige Erledigungen verlassen, wobei Ausnahmen für die Arbeit oder in Notfällen gelten. Besuche sind nur einmal am Tag maximal zu zwei bei einem Haushalt erlaubt.


Astrazeneca liefert nur 100 Millionen Impfdosen für EU im ersten Halbjahr

20.03 Uhr: Astrazeneca hat eine weitere drastische Kürzung seiner Impfstoff-Lieferungen in die Europäische Union angekündigt. Man beabsichtige, im ersten Halbjahr dieses Jahres 100 Millionen Dosen in die EU-Staaten liefern, 30 Millionen davon im ersten Quartal, teilte der britisch-schwedische Pharmakonzern am Freitagabend mit. Zuletzt war der Konzern noch von 220 Millionen Dosen bis zur Jahresmitte ausgegangen.

„Obwohl unermüdlich daran gearbeitet wurde, die Lieferungen zu beschleunigen, muss Astrazeneca enttäuschenderweise eine Kürzung der geplanten Corona-Impfstoff-Lieferungen in die EU ankündigen“, hieß es in einer Mitteilung. Schon vor Wochen hatte Astrazeneca Lieferkürzungen bekanntgegeben: Damals hatte der Konzern angekündigt, im ersten Quartal statt mindestens 80 Millionen Impfdosen nur 40 Millionen in die EU liefern zu können. Allerdings versprach der Hersteller, die Produktion schnellstmöglich hochzufahren und die EU auch aus anderen Teilen der „globalen Lieferkette“ zu versorgen.

Alle Unionsabgeordneten geben in Maskenaffäre Ehrenerklärung ab

19.42 Uhr: Nach dem Ultimatum ihrer Fraktionsspitze haben alle gut 240 Unionsabgeordneten in der Maskenaffäre die angeforderte Ehrenerklärung unterzeichnet. Sie bestätigten damit, keine finanziellen Vorteile im Zusammenhang mit der Corona-Bekämpfung erzielt zu haben. Das teilten Fraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt am Freitag nach Ablauf des Ultimatums um 18.00 Uhr den Bundestagsabgeordneten mit. Die E-Mail liegt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.

Die Fraktionsspitze hatte die Parlamentarier aufgefordert, bis zu diesem Zeitpunkt zu erklären, dass sie keine finanziellen Vorteile im Zusammenhang mit der Bekämpfung der Corona-Pandemie erzielt hätten – weder direkt noch über Gesellschaften. Mehr dazu:

Woidke schließt Impfungen für alle in Corona-Hotspots nicht aus

18.31 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) schließt eine Impffreigabe für alle Bürger in Corona-Hotspots nach dem Vorbild des sächsischen Vogtlandkreises nicht aus. Derzeit sei das in Brandenburg zwar kein Thema, sagte Woidke der „Märkischen Allgemeinen“ (Maz/Samstag). „Wenn es allerdings regionale Infektionsherde wie in Sachsen gibt, kann ich das nicht ausschließen.“ Grundsätzlich sei es aber richtig, die über 65-Jährigen zuerst zu impfen, betonte der Regierungschef. „Sie stehen für mehr als 90 Prozent der Todesfälle in der Corona-Pandemie.“

Das sächsische Gesundheitsministerium hatte am Freitag mitgeteilt, dass das Portal für die Terminbuchungen für alle Menschen ab 18 Jahren im Vogtlandkreis freigeschaltet worden sei. Das Robert Koch-Institut hatte am Freitag fast 253 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen ausgewiesen.

Auch WHO gibt grünes Licht für Impfstoff von Johnson & Johnson

18.06 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dem Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson eine Notfall-Zulassung erteilt. Somit kann das Produkt des US-Herstellers für das internationale Covax-Programm zur Versorgung ärmerer Länder eingesetzt werden, gab die UN-Behörde am Freitag in Genf bekannt. Zuvor hatte die WHO die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und von Astrazeneca gelistet

Astrazeneca für Ältere – Stiko legt neue Impfempfehlung vor

17.58 Uhr: Die Nachricht kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt für den von Negativschlagzeilen geplagten Astrazenca-Impfstoff: Gut eine Woche nach einer entsprechenden Ankündigung hat die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Corona-Impfempfehlung aktualisiert. das Vakzin darf damit auch für Menschen ab 65 verwendet werden. Das Dokument samt wissenschaftlicher Begründung ist am Freitagnachmittag auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) veröffentlicht worden. Nach sorgfältiger Prüfung neuer Daten empfehle die Stiko seit 12. März das Astrazeneca-Präparat für Menschen ab 18 Jahren ohne obere Altersgrenze, heißt es darin.

Zwischen der Gabe der zwei Impfdosen soll nach dem Rat des Gremiums ein verlängerter Abstand von 12 Wochen liegen, „da dadurch die beste Schutzwirkung zu erzielen ist“. Die Impfung habe in der Altersgruppe ab 65 eine „gute Effektivität“, um eine Covid-19-Erkrankung und eine damit verbundene Krankenhausbehandlung zu verhindern, schreibt die Kommission.


Spahn pocht auf digitale Vernetzung aller Gesundheitsämter

17.51 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) pocht auf mehr digitale Kommunikation im öffentlichen Gesundheitsdienst. „Wir brauchen vernetzte Gesundheitsämter“, sagte er am Freitag bei einem digitalen Termin mit dem rheinland-pfälzischen CDU-Landtagskandidaten Pascal Badziong. Nach mehr als 70 Jahren öffentlicher Gesundheitsdienst gebe es endlich die Chance dafür, erklärte Spahn mit Blick auf die Corona-Software „Sormas“. Damit sollen die Gesundheitsämter beispielsweise die Kontakte von Infizierten effizienter identifizieren und nachverfolgen können.

Bund und Länder hatten ursprünglich die deutschlandweite Einführung der neuen Software in allen rund 375 Gesundheitsämtern bis Ende Februar beschlossen. Doch dieses Ziel wurde bislang nicht erreicht, viele der Ämter nutzen das System noch nicht. Spahn sprach sich gegen digitale Insellösungen und für eine Vereinheitlichung mit „Sormas“ aus.


Reisen trotz Corona – Mehr zum Thema



Bulgarien stoppt Corona-Impfungen mit Astrazeneca

17.13 Uhr: Trotz schnell steigender Corona-Zahlen ist in Bulgarien am Freitag ein vorübergehender Impfstopp für Dosen von Astrazeneca angeordnet worden. Der Chef der Arzneimittelagentur in Sofia, Bogdan Kirilow, verfügte, dass die dem Lande bereits gelieferten Mengen des Impfstoffs von Astrazeneca blockiert werden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Die Verimpfung werde wegen Bedenken bei Nebenwirkungen, die in anderen Staaten und auch in Bulgarien angemeldet wurden, bis zur Entscheidung der Europäischen Arzneimittelagentur ausgesetzt. Gesundheitsminister Kostadin Angelow sagte, er erwarte eine klare Stellungnahme zu Astrazeneca. Anlass des Impfstopps sei der Tod einer 57-jährigen Frau mit einer Reihe von begleitenden Erkrankungen in der Nacht zum Freitag, der am Donnerstagmittag eine Dosis von Astrazeneca verabreicht worden sei, erläuterte Gesundheitsminister Angelow. Hier eine Übersicht aller Länder, die die Astrazeneca-Impfungen gestoppt haben: Astrazeneca: Wo die Impfung gestoppt wurde – und wo nicht

Nach Corona-Infektion mit Operationen sieben Wochen warten

16.21 Uhr: Operationen sollten nach einer Infektion mit dem Corona-Virus erst mindestens sieben Wochen nach dem Nachweis stattfinden. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie, an dem auch die Universitätsmedizin Halle beteiligt war. Wie die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg am Freitag berichtete konnte darin nachgewiesen werden, dass Operationen innerhalb von sechs Wochen nach dem Nachweis einer Sars-CoV-2-Infektion mit einer erhöhten Sterblichkeit einhergehen.

Deshalb sollten planbare Eingriffe, bei denen kein Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung oder zwischenzeitlicher Komplikationen besteht, mindestens sieben Wochen aufgeschoben werden, erklärte Jörg Kleeff, einer der Autoren der Studie.

Bei dringenden Eingriffen, wie etwa Tumoroperationen, müsse das Risiko eines Fortschreitens der Erkrankung streng gegen das erhöhte Operationsrisiko abgewogen werden. In bestimmten Fällen müsse dann auch früher operiert werden, so Kleeff weiter.


Kanzler Kurz sieht gerechte Impfstoff-Verteilung in der EU gefährdet

16.02 Uhr: Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sieht die angestrebte gerechte Verteilung von Corona-Impfstoff innerhalb der EU in Gefahr. Recherchen des Kanzleramts hätten ergeben, dass möglicherweise Nebenabsprachen zwischen Pharmafirmen und einzelnen Mitgliedsstaaten existierten. Diese Zusatzvereinbarungen unterliefen das gemeinsame EU-Ziel einer pro Kopf berechneten Zuteilung, sagte Kurz am Freitag in Wien.

Von der EU-Kommission hieß es dazu, die Verteilung laufe zunächst nach Bevölkerungszahlen. Dies könne sich aber verschieben, wenn nicht alle Länder gemäß ihrem Anteil bestellen. Nicht genutzte Kontingente könnten unter anderen Mitgliedstaaten aufgeteilt werden.

Südafrika-Mutation im Saarland bereits bei rund 15 Prozent

15.41 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich besorgt gezeigt über die Ausbreitung der südafrikanischen Corona-Variante im Saarland. „Es ist auf dem Weg zu 15 Prozent Südafrika-Variante“, sagte Spahn am Freitag in Berlin. „Das ist der höchste Anteil mit Abstand in ganz Deutschland.“

Er sei mit Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) in engem Austausch darüber. Gemeinsames Interesse sei es, dass diese Variante sich nicht in ganz Deutschland ausbreite – so wie die zuerst in Großbritannien entdeckte Virus-Mutante. Der Anteil der britischen Variante war im Saarland in den vergangenen Tagen ebenfalls besonders hoch. Bundesweit ist die südafrikanische Variante B.1.351 insgesamt bislang ziemlich selten.

So wird in Deutschland gegen Corona geimpft

15.20 Uhr: Der Impfmonitor unserer Redaktion zeigt, wie ganz Deutschland und die Bundeslänger beim Impfen gegen das Coronavirus vorankommen. Mittlerweile haben 5.978.551 Menschen mindestens eine Erstimpfung erhalten. Das entspricht 7,2 Prozent der Bevölkerung. 3,3 Prozent genießen bereits einen vollen Impfschutz.


EMA: Schwere Allergien mögliche Nebenwirkung von Astrazeneca-Impfstoff

14.47 Uhr: Der Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca kann nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) schwere allergische Reaktionen auslösen. Anaphylaxie sowie Überempfindlichkeitsreaktionen sollten in die Liste der möglichen Nebenwirkungen des Vakzins aufgenommen worden, erklärte die EMA am Freitag unter Verweis auf mehrere solcher Fälle in Großbritannien.

Es gebe Berichte über 41 mögliche Anaphylaxie-Fälle unter fünf Millionen Impflingen in Großbritannien, erklärte die Behörde mit Sitz in Amsterdam. Nach einer sorgfältigen Auswertung der Daten halte das für die Impfstoff-Risikobewertung zuständige Komitee einen Zusammenhang zwischen der allergischen Reaktion und der Impfung mindestens in einigen dieser Fälle für wahrscheinlich.

Gleichzeitig wies die EMA darauf hin, dass schwere allergische Reaktionen auch bei Impfungen gegen andere Krankheiten eine bekannte seltene Nebenwirkung sind. Der Astrazeneca-Beipackzettel empfiehlt bereits jetzt, dass Patienten nach einer Impfung noch mindestens 15 Minuten unter Beobachtung bleiben sollten, um auf mögliche allergische Reaktionen reagieren zu können.

WHO sieht keinen Grund zur Aussetzung von Impfungen mit Astrazeneca-Vakzin

14.30 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht nach Berichten über schwere Fälle von Blutgerinnseln keinen Anlass, die Impfungen mit dem Corona-Vakzin des Herstellers Astrazeneca zu stoppen. „Ja, wir sollten den Astrazeneca-Impfstoff weiterhin verwenden“, betonte WHO-Sprecherin Margaret Harris am Freitag vor Journalisten. „Es gibt keinen Grund, ihn nicht einzusetzen.“

Am Donnerstag hatten Dänemark, Island und Norwegen den vorsorglichen Stopp der Impfungen mit Astrazeneca bekannt gegeben. Hintergrund waren Befürchtungen, wonach es einen Zusammenhang zwischen der Impfung und Thromboembolien geben könnte. Am Freitag erklärte auch Bulgarien, die Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers vorerst auszusetzen.

Vereinfachter Zugang zu Kurzarbeit soll verlängert werden

14.09 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will die Regeln für einen vereinfachten Zugang zum Kurzarbeitergeld bis Ende Juni verlängern. Eine entsprechende Verordnung solle noch im März im Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Berlin. Die Regeln sind bis Ende dieses Monats befristet. Es gebe aber weiterhin große Unsicherheiten, begründete Heil das Vorhaben. Kurzarbeit sei das wichtigste Instrument im Kampf um Arbeitsplätze und habe Arbeitsplätze in vielen Branchen gesichert.


Reguläre Auszahlung der Überbrückungshilfe III angelaufen

13.51 Uhr: Unternehmen, die besonders unter der Corona-Krise leiden, können bald mit neuen Überweisungen vom Staat rechnen. Neben den Abschlagszahlungen sind am Freitag auch die regulären Auszahlungen der sogenannten Überbrückungshilfe III angelaufen, wie das Wirtschaftsministerium erklärte. Die Länder könnten nun mit der Prüfung der Anträge beginnen.

„Die vollständigen Auszahlungen werden damit wie geplant noch im März fließen können“, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist eine wichtige Nachricht für viele Unternehmerinnen und Unternehmen, die weiterhin stark von den Corona-Beschränkungen betroffen sind.“

USA starten Impf-Allianz mit Japan, Indien und Australien

13.21 Uhr: Die USA starten am Freitag eine groß angelegte Impf-Allianz mit Japan, Indien und Australien. Die sogenannten Quad-Staaten wollen zusammenarbeiten, um bis 2022 bis zu eine Milliarde Impfdosen herzustellen, vor allem um dem Impfstoff-Mangel in Südostasien entgegenzuwirken, wie es aus US-Regierungskreisen hieß. Wenngleich nicht explizit erwähnt, dürfte die Initiative auch eine Reaktion auf das chinesische Engagement bei der Verteilung von Impfstoffen in der Welt sein.

Der neue US-Präsident Joe Biden wollte am Freitag einen virtuellen Gipfel mit den Regierungschefs von Indien, Australien und Japan abhalten. Sie wollten ein „historisches Abkommen“ zu einer „drastischen“ Steigerung der Impfstoff-Produktion verkünden, wie es aus US-Regierungskreisen weiter hieß. Der Plan sehe vor, die Produktionskapazitäten vor allem der indischen Pharma-Industrie zur Herstellung des Impfstoffs der Firma Johnson & Johnson zu nutzen. Japan solle bei der Finanzierung helfen und Australien den Transport organisieren.

Mallorca ab Sonntag kein Corona-Risikogebiet mehr

12.51 Uhr: Wegen stark sinkender Corona-Infektionszahlen hebt die Bundesregierung die Reisebeschränkungen für Mallorca auf. Die beliebteste Urlaubsinsel der Deutschen gilt ab Sonntag wie auch die anderen Balearen-Inseln und einige spanische Festlandsregionen nicht mehr als Risikogebiet, wie das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet mitteilte.


Späte Lieferung von Johnson & Johnson wegen Zweifel an US-Linie

12.30 Uhr: Hintergrund des späten Lieferstarts für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in Europa sind neue Zweifel, dass die USA die Ausfuhr dort abgefüllter Impfstoffe gestatten. Deshalb habe das Unternehmen nach eigenen Angaben die Lieferkette umgestellt, um die USA zu umgehen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus EU-Kreisen. Die Abfüllung solle nun an einem anderen Ort stattfinden, und die Änderung brauche etwas Zeit.

Der Impfstoff des US-Herstellers war am Donnerstag in der EU zugelassen worden und die EU hat 200 Millionen Dosen davon bestellt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte aber anschließend in der ARD: „Die Wahrheit ist, dass frühestens Mitte, Ende April mit Lieferungen zu rechnen ist nach Angaben von Johnson & Johnson.“

Kritik an Start von Corona-Schnelltests in Brandenburg wächst

12.20 Uhr: Der Widerstand gegen den Beginn der möglichst flächendeckenden Corona-Schnelltests in Brandenburger Schulen ab Montag wächst. Der Landeslehrerrat wandte sich gegen die Pläne, deren Umsetzung mit der Öffnung der Gesamtschulen, Oberschulen und Gymnasien für den Wechselunterricht zwischen der Schule und zuhause beginnen soll. Das Gremium hat Bedenken wegen der Handhabung der Tests, warnt aber auch vor einem Gesundheitsrisiko.

„Als pädagogisch ausgebildetes Personal sehen wir uns nicht in der Lage, alle Schülerinnen und Schüler zu medizinischen
Maßnahmen anzuleiten“, schreibt der Landeslehrerrat an Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in einem Brief, der am Freitag veröffentlicht wurde.

Spahn: Impfstoff-Liefermengen im April teils noch nicht klar

12.06 Uhr: Im April soll neuer Impfstoff geliefert werden – doch wie viel das sein könnte, das ist nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch unklar. „Wir wissen noch nicht abschließend alle Lieferdaten für den nächsten Monat von allen Herstellern“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Bei Biontech/Pfizer hätten sich die Planungen gut eingespielt, von deren Impfstoff seien im April gut neun Millionen Dosen zu erwarten. Für die anderen beiden zugelassenen Impfstoffe von Astrazeneca und Moderna seien Planungen und Produktionsprozesse vorerst noch volatiler.

Spahn kritisiert Aussetzung von Impfungen mit Astrazeneca

11.29 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Aussetzung von Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca in einigen Ländern kritisiert. Der CDU-Politiker verwies am Freitag in Berlin auf die Europäische Arzneimittelbehörde EMA. Diese habe nach Beratung der Experten erklärt, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe. Das für Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut komme zu derselben Einschätzung. „Ich bedaure es, dass auf dieser Grundlage – Wissensstand jetzt Freitagvormittag – einige Länder in der Europäischen Union das Impfen mit Astrazeneca ausgesetzt haben.“ „Mit dem was wir bisher wissen, ist der Nutzen (…) bei weitem höher als das Risiko“, fügte er hinzu.

Verwaltungsgericht kippt Maskenpflicht für Jogger an Alster und Elbe

11.21 Uhr: Das Verwaltungsgericht Hamburg hat die an Wochenenden und Feiertagen geltende allgemeine Maskenpflicht für Jogger an Alster, Elbe und im Jenischpark gekippt. Einem entsprechenden Eilantrag wurde in einem am Freitag veröffentlichten Beschluss stattgegeben. Zwar diene die Maskenpflicht einem legitimen Zweck. Insbesondere die Tatsache, dass sie allgemein und unabhängig von Wetter und Zahl der Besucher in den Grünanlagen jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr gelte, entspreche aber nicht dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz, entschieden die Richter. Weder in der Verordnung selbst noch in dem Verfahren habe die Stadt deutlich machen können, warum dies aus Infektionsschutzgründen erforderlich sein soll, hieß es. Gegen die Entscheidung kann die Stadt Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht einlegen.

„Ihr seid doch Spinner“-Durchsage: Netz-Zuspruch für Rettungsdienst

11.15 Uhr: Das kurze Video eines Düsseldorfer Rettungswagens, dessen Besatzung selbst ernannte „Corona-Rebellen“ über Lautsprecher als „Spinner“ bezeichnet hat, sorgt für Debatten und eine Welle der Solidarität im Internet. Der Hashtag #IhrSeidDochSpinner war einer der meist benutzten am Freitag bei Twitter. In der Sequenz, die am Donnerstag in zahlreichen Sozialen Medien geteilt wurde, ist zu sehen, wie ein Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn an der Kundgebung vorbeifährt und aus dem Lautsprecher „Ihr seid doch Spinner“ zu hören ist.

Die Düsseldorfer Feuerwehr bestätigte den Vorfall, das Video sei am vergangenen Sonntag entstanden. „Die Äußerung über die Lautsprecheranlage des Fahrzeugs ist unangemessen und spiegelt nicht die Professionalität wider, die wir von allen Mitarbeitenden erwarten“, teilte die Feuerwehr am Donnerstagabend mit. Es habe sich wohl um eine Reaktion „aus einer sehr belastenden Situation heraus gehandelt“. Der Mitarbeiter habe ermittelt werden können und gehöre zu einer Partnerorganisation des Rettungsdienstes. Dort solle der Sachverhalt intern aufgeklärt werden.


Merkel und Länderchefs wollen am 17. März über Impffragen reden

10.53 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder wollen sich am 17. März unter anderem mit dem Start von Corona-Impfungen in Arztpraxen befassen. An diesem Mittwoch wolle man sich von 19.00 Uhr an über aktuelle Impffragen abstimmen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Teilnehmerkreisen.

Die Gesundheitsminister hatten sich am Mittwoch auf die 16. Kalenderwoche (19. bis 25. April) oder früher als Starttermin für die routinemäßigen Impfungen in Arztpraxen geeinigt – sollten dies die Liefermengen zulassen. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte mitgeteilt, Merkel und die Ministerpräsidenten wollen zeitnah über die Empfehlungen der Gesundheitsministerkonferenz entscheiden. Am 22. März will sich Merkel wie geplant mit der Ministerpräsidentenrunde über das weitere Vorgehen im Corona-Lockdown abstimmen.

Kosmetische Gesichtsbehandlungen ab Montag nur mit Corona-Test

10.31 Uhr: Wer sich ab Montag beim Friseur rasieren oder im Kosmetiksalon im Gesicht behandeln lassen will, muss vorher einen Corona-Test machen. „Ein Nachweis über einen negativen Coronavirus-Testbefund ist Voraussetzung, um bestimmte Einrichtungen zu besuchen und Leistungen in Anspruch zu nehmen“, teilte die Hamburger Gesundheitsbehörde am Freitag mit. Sollten demnächst auch Gaststätten und Hotels in Hamburg öffnen dürfen, brauchen Gäste auch dafür einen Test. Selbsttests reichen nicht aus. Akzeptiert würden nur maximal zwölf Stunden alte Schnelltests, die von geschultem Personal durchgeführt werden müssen, oder höchstens 48 Stunden alte PCR-Tests.

Spahn: Impfungen gewinnen an Dynamik – Corona-Lage weiter angespannt

10.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts wieder steigender Infektionszahlen zu Vorsicht in der Corona-Krise gemahnt, setzt aber auch auf weiter anziehende Impfungen. „Die Lage bleibt angespannt“, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Man müsse sich noch „auf einige sehr herausfordernde Wochen“ einstellen, in denen um die Balance zwischen Gesundheitsschutz und der ersehnten Rückkehr in die Normalität mit vorsichtigen Öffnungen zu ringen sei.

Spahn sagte, die Impfkampagne gewinne deutlich an Dynamik. Mehr als sieben Prozent der Bevölkerung seien nun mindestens einmal geimpft. Zuletzt habe es bundesweit mehr als 270.000 Impfungen am Tag gegeben. Auch die Arztpraxen sollten so früh wie möglich routinemäßig mitimpfen – spätestens ab Mitte April. Angesichts von Rufen nach einem früheren Start erläuterte Spahn erneut, dass zunächst genügend Impfstoff verfügbar sein müsse, um Praxen und parallel die Impfzentren zu beliefern, die Länder und Kommunen weiterbetreiben wollten.

Auch in den Arztpraxen könne nicht gleich auf Priorisierungen bei der Reihenfolge von Impfungen zunächst für gefährdete Gruppen verzichtet werden, sagte Spahn. Mit wachsender Impfstoffmenge könnten Übergänge zusehends fließend gestaltet werden.Die Zahl der bundesweit gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt nun mit 72,4 deutlich höher als am Vortag (69,1), wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag bekannt gab. Vor vier Wochen, am 12. Februar, hatte diese Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 62,2 gelegen.


Steinmeier nennt Masken-Geschäfte „Gift für die Demokratie“

10.20 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Geschäfte einzelner Unions-Abgeordneter mit Corona-Schutzmasken als „schäbig“ und „schändlich“ verurteilt. Die bekannt gewordenen Fälle persönlicher Bereicherung verdienten nicht nur Empörung – „sie sind Gift für die Demokratie“, sagte er am Freitag laut Redemanuskript bei einem digitalen Kongress der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Steinmeier betonte, es gehe um sehr viel mehr als individuelles Fehlverhalten. „Es geht nicht nur um das Vertrauen in die Integrität Einzelner – es geht um das Vertrauen in die Integrität des Staates und seiner Institutionen.“ Steinmeier rief „um der Demokratie willen“ alle im Bundestag vertretenen Parteien dazu auf, „nicht nur schnell, sondern vor allem belastbar zu klären, ob weitere Fälle zu befürchten sind“. Das sei dringlicher denn je.

Corona-Mutation: Symptome und Verlauf der britischen Variante

10.10 Uhr: Die britische Corona-Variante B.1.1.7. hat sich in Deutschland und der Welt verbreitet. Welche Symptome ruft die Mutation hervor? Lesen Sie hier: Corona: Symptome und Verlauf der britischen Virus-Variante

Preisunterschiede bei Selbsttests im Einzelhandel

9.55 Uhr: Mittlerweile sind Corona-Selbsttests in Supermärkten und Drogerien erhältlich. Bei dem Verkauf im Einzelhandel machen sich allerdings preisliche Unterschiede bemerkbar: Während bei der Drogeriemarktkette dm ein Antigen-Schnelltest für 4,95 Euro erhältlich ist, bietet Lidl ein Set von fünf Tests an. Kostenpunkt: 21,99 Euro und damit 2,76 Euro weniger als bei der Konkurrenz.

Wolfgang Bosbach: Wurde auch von Schutzmasken-Anbietern kontaktiert

9.30 Uhr: Auch der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach (68) ist nach eigenen Angaben von zahlreichen Anbietern von Corona-Schutzmasken kontaktiert und um Vermittlung gebeten worden. Das sei im Frühjahr und Sommer 2020 der Fall gewesen. „Damals haben sich die Anbieter die Klinken in die Hand gegeben. Einige waren tatsächlich persönlich da, die allermeisten haben sich per Mail gemeldet oder angerufen“, berichtete der Bosbach im Podcast „Die Wochentester“ von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Freitag. „Manchmal hatte ich das Gefühl, es gibt mehr chinesische Maskenhersteller als Chinesen.“

Neue Schutzverordnung erlaubt wieder Veranstaltungen in Pflegeheimen

9.02 Uhr: Die neue Version der nordrhein-westfälischen Coronaschutz-Verordnung erlaubt wieder „interne Veranstaltungen in stationären Pflegeeinrichtungen“, an denen neben den Bewohnerinnen und Bewohnern Beschäftigte und direkte Angehörige teilnehmen dürfen. Die entsprechende Regelung wurde am Donnerstagabend veröffentlicht. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte am Donnerstag bereits umfassende Lockerungen für die Altenheime in Nordrhein-Westfalen angekündigt.


Hintergrund sei die die breit angelegte Impfaktion und der deutliche Rückgang der Corona-Infektionen in diesen Einrichtungen. Laumann sprach von einer „Herdenimmunität“ in den Heimen. Der Minister hatte mitgeteilt, dass gemeinschaftliche Aktivitäten wie Singen, Gottesdienste, Basteln oder Kochen wieder möglich sein sollen. Bewohner dürften auch wieder zusammen essen.

Altmaier: Auszahlung der Corona-Hilfen startet ab sofort wieder

9.00 Uhr: Von der Corona-Krise betroffene Unternehmen erhalten ab sofort wieder Abschlagszahlungen des Bundes im Rahmen der November-, Dezember- und Überbrückungshilfe III. „Die Abschlagszahlungen für Corona-Hilfsprogramme starten heute wieder“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) der „Rheinischen Post“ (Freitag). „Das ist eine gute Nachricht für unsere Unternehmen. Aufgrund von Betrugsfällen mussten die Abschlagszahlungen zuvor kurzfristig angehalten werden.“

Die Bundesregierung hatte die Zahlungen nach mehreren Betrugsfällen Ende vergangener Woche gestoppt. „Die kurzzeitige Unterbrechung der Abschlagszahlungen war rechtlich geboten und notwendig, um im Austausch mit den strafrechtlichen Ermittlungsbehörden, aber auch dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und dem Bundesfinanzministerium Unregelmäßigkeiten zu prüfen und Vorkehrungen zu treffen, um die Wiederholung derartiger Betrugsversuche künftig zu verhindern“, sagte eine Ministeriumssprecherin dem Blatt.

Mehrheit nicht mehr mit Krisenmanagement der Regierung einverstanden

8.55 Uhr: In der Corona-Pandemie kippt offensichtlich die Stimmung. Nachdem lange eine breite Mehrheit den Kurs der Regierenden in Bund und Ländern unterstützte, bescheinigen laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Instituts YouGov nur noch 35 Prozent der Befragten der Bundesregierung einen guten Umgang mit der Krise. Im vergangenen September waren dies noch 63 Prozent gewesen, im Februar immerhin noch 43 Prozent

Durchbruch in Indien: Ältere verlassen für Impfungen wieder das Haus

8.50 Uhr: Pandemiemüde und ein Jahr lang meist in ihren Häusern eingesperrt, stehen Indiens ältere Menschen jetzt in langen Schlangen vor den Impfstellen und krempeln dann die Ärmel hoch, um sich gegen das neuartige Coronavirus impfen zu lassen.


Corona-Lockerungen in Los Angeles: Kinos dürfen wieder öffnen

8.40 Uhr: In der Filmstadt Los Angeles dürfen die Kinos nach monatelanger Zwangspause aufgrund der Corona-Krise nun wieder öffnen. Bei abnehmenden Neuinfektionen und verstärkten Impfmaßnahmen kündigte die Gesundheitsbehörde am Donnerstag die Lockerung strikter Auflagen für kommende Woche an. Dann dürfen Lichtspielhäuser mit 25-Prozentiger Auslastung wieder öffnen. Sitzplätze müssen vorab reserviert werden, ein Mindestabstand gewahrt bleiben. Vorige Woche hatte auch New York grünes Licht für die eingeschränkte Öffnung der Kinos in der Ostküsten-Metropole gegeben.

Kunst-Initiative zieht in Bayern vor Verfassungsgericht

8.35 Uhr: Die Initiative „Aufstehen für die Kunst“ will wegen der Schließung von Theatern und Opernhäusern im Corona-Lockdown vor den Bayerischen Verfassungsgerichtshof ziehen. „Wir wollen Mitte der Woche eine Popularklage einreichen, weil wir grundsätzliche Klarheit wollen“, sagte der Opernsänger Wolfgang Ablinger-Sperrhacke der Deutschen Presse-Agentur. „Die geplanten allgemeinen Öffnungsschritte zeigen zwar Perspektiven für die Theater auf, sind aus unserer Sicht aber immer noch verfassungswidrig, weil sie inzidenzabhängig sind und mit zahlreichen Auflagen versehen sind, die anderen Bereichen so nicht zugemutet werden.“

Fläschchen von erster Corona-Impfung in den USA kommt ins Museum

8.31 Uhr: Das Fläschchen von der ersten Corona-Impfung in den USA kommt ins Museum. Der New Yorker Krankenhausbetreiber Northwell Health spendete das leere Fläschchen des Biontech-Pfizer-Vakzins dem Nationalmuseum für Amerikanische Geschichte in Washington, wie das Museum mitteilte. Gespendet wurden außerdem die Impfkarte, die Mitarbeiterkarte und der Kittel der New Yorker Krankenschwester Sandra Lindsay, die am 14. Dezember als offiziell erste US-Bürgerin geimpft worden war.


Verbraucherpreise ziehen an – Inflation im Februar bei 1,3 Prozent

8.29 Uhr: Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im Februar weiter beschleunigt. Die Inflationsrate lag bei 1,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im Januar hatte sie noch eine Rate von 1,0 Prozent und im Dezember von minus 0,3 Prozent gemessen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Februar 2021 um 0,7 Prozent. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit vorläufige Daten.

Mittlerweile zehn NRW-Kommunen über 100er-Wert bei Corona-Infektion

8.25 Uhr: In Nordrhein-Westfalen liegen mittlerweile wieder zehn Kommunen über der für Lockerungen relevanten Schwelle von maximal 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag überschritten Herne (140,6), der Märkische Kreis (138,9), der Kreis Düren (138,3), Remscheid (115,0), der Kreis Kleve (113,0), Hagen (112,9), der Oberbergische Kreis (107,7), Duisburg (106,1), Solingen (104,2) und Wuppertal (102,5) den kritischen Wert. Er gilt als Voraussetzung für Lockerungen, etwa beim Shoppen oder bei Ausstellungen.

Dockville-Festival und Schlagermove hoffen weiter auf Neuauflage

8.20 Uhr: Trotz der Absage zahlreicher Großveranstaltungen hoffen die Verantwortlichen des Hamburger Festivals „MS Dockville“ und des Schlagermoves weiter auf eine Neuauflage. „Die Tatsache, dass das “MS Dockville”-Wochenende recht spät im Sommer liegt, erhält bei uns eine Resthoffnung, dass wir das Festival regulär veranstalten können“, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Dementsprechend haben wir die Planungen auch noch nicht aufgegeben.“ Das Festival ist vom 13. bis 15. August vorgesehen. Gleichzeitig laufen den Angaben zufolge intensive Planungen zu kleineren Alternativen.


Mitglied des Ethikrats: Mehr Spielraum für Ärzte beim Impfen

8.18 Uhr: Das Ethikratmitglied Wolfram Henn hat mehr Spielraum für Hausärzte bei der Impfreihenfolge gefordert, sobald der Corona-Impfstoff in den Praxen verfügbar ist. Grundsätzlich sei es richtig, an der Impfpriorisierung festzuhalten, aber: „Je mehr Impfstoff verfügbar wird, desto stärker kann man die weiterhin bestehenden ethischen Kriterien individualisieren“, sagte Henn am Freitag dem Bayerischen Rundfunk. Sobald Hausärzte mitimpfen dürfen, sollte die Entscheidung in den Praxen liegen.

Start zum 1. April – Bayerns Hausärzte sollen schneller impfen

8.15 Uhr: In Bayern sollen die Hausärzte früher gegen das Coronavirus impfen können als anderswo in Deutschland. „Wir erwarten, dass die Impfstofflieferungen des Bundes die Arztpraxen in die Lage versetzt, ihren Patienten zum 1. April ein Impfangebot machen zu können“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) laut Mitteilung vom Freitag. „In Bayern werden ab Anfang April die niedergelassenen Ärzte als zweite Säule die Bayerische Impfstrategie ergänzen.“

Thailand setzt Impfungen mit Astrazeneca-Präparat vorerst aus

8.05 Uhr: Der thailändische Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha und Mitglieder seines Kabinetts haben ihre für Freitag geplante Impfung mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca vorerst verschoben. Die Regierung reagiere damit auf die Entscheidung Dänemarks und anderer Länder, vorübergehend niemanden mehr mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens zu impfen, berichtete die Zeitung „Bangkok Post“. Als Grund wurden Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln genannt.

Sasha singt in leerer Barclaycard-Arena für einen einzigen Fan

7.59 Uhr: Sänger Sasha (49) hat inmitten der leeren Hamburger Barclaycard-Arena ein exklusives Konzert für einen einzelnen Fan gegeben. Umgeben von Lagerfeuer- und Kerzenschein hat der Pop- und Rockmusiker am Donnerstagabend für die Sächsin Heike Hacker mehrere Lieder gespielt. „Es ist eine coole Aktion. Einen Fan einzuladen zu einem One-and-One-Campfire-Konzert in der großen Barclaycard-Arena – ich glaube, das hat es noch nie gegeben. Ich darf der erste sein und ich freue mich tierisch darüber“ sagte Sasha kurz vor dem Konzert der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.


Mit der Aktion – Fans konnten sich auf dem Instagram-Account von Sasha um das exklusive Ticket bewerben – solle auch ein positives Signal gesendet werden, sagte Mitorganisator Jan Schierhorn. Er ist auch Initiator des Hamburger Fame Forests. Ursprünglich sollte Sasha das kuschelige 1:1-Konzert in dem kleinen Wald – für jeden Auftritt eines Künstlers in der Arena wird in Hamburg-Schnelsen ein Baum gepflanzt – geben.

Zweiter Sanofi-Impfstoff geht in klinische Testphase

7.55 Uhr: Der französische Pharmariese Sanofi geht mit seinem zweiten Corona-Impfstoff in die klinische Testphase. Der Wirkstoff werde zunächst an einer Gruppe von gut 400 Menschen getestet, teilte Sanofi am Freitag mit. Der Wirkstoff auf Basis von Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA), die auch als Boten-RNA bezeichnet wird, wurde zusammen mit dem US-Unternehmen Translate Bio entwickelt. Erste Ergebnisse sind laut Sanofi vor der entscheidenden dritten Testphase im Herbst zu erwarten.

Sanofi arbeitet mit seinem Partner GlaxoSmithKline (GSK) bereits länger an einem weiteren Corona-Impfstoff. Im Februar gaben die beiden Unternehmen neue klinische Tests mit dem Wirkstoff bekannt, der im vierten Quartal auf den Markt kommen soll. Im Dezember hatten Sanofi und GSK einen Rückschlag bei der Entwicklung dieses Impfstoffs eingeräumt. Erste Testreihen bei älteren Menschen waren nicht so gut verlaufen wie erhofft. Die Europäische Union hat bei den beiden Konzernen 300 Millionen Impfdosen reserviert.

Mehr als vier Millionen Zweitimpfungen in Israel erreicht

7.43 Uhr: Fast zwei Drittel der derzeit für eine Impfung gegen das Coronavirus in Frage kommenden Israelis haben ihre zweite Dosis erhalten. Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstagabend mitteilte, wurde die Marke von vier Millionen Zweitimpfungen übertroffen.

Die Regierung will zunächst mindestens 6,2 Millionen Menschen impfen. Rund ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 16 Jahre, diese Gruppe kann bislang nicht geimpft werden. Eine Erstimpfung erhielten in Israel bislang etwa 5,1 Millionen Menschen. Die Impfkampagne in Israel mit seinen etwa 9,3 Millionen Einwohnern hat kurz vor Weihnachten begonnen, sie zählt zu den erfolgreichsten weltweit.

Brasilien meldet erneut über 2000 Corona-Tote binnen 24 Stunden

6.45 Uhr: Nach der bisher todbringendsten Woche in der Pandemie hat Brasilien den zweiten Tag in Folge mehr als 2000 Corona-Tote an einem Tag erfasst. 2233 Menschen starben nach Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Donnerstagabend (Ortszeit) innerhalb von 24 Stunden (Mittwoch: 2286). Insgesamt sind damit in Brasilien 272.889 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Lauterbach: „Zu Ostern wird die Inzidenz über der 100er-Marke liegen“

5.40 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet mit stark steigenden Infektionszahlen in den kommenden drei Wochen: „Zu Ostern wird die Inzidenz über der 100er-Marke liegen“, sagte der Mediziner dieser Redaktion. Ursache dafür sei vor allem die Ausbreitung der britischen Mutante: Der Anteil der hochansteckenden Mutationen liege bei den gemeldeten Fällen aktuell bei etwa 55 Prozent.

„Bei denen, die sich in diesen Tagen anstecken, liegt er wahrscheinlich bereits bei über 70 Prozent. Bleiben wir bei den aktuell geltenden Corona-Regeln, werden die Inzidenzen in der Folge weiter steigen“, mahnte Lauterbach. Da die Sterblichkeit bei der britischen Mutante um über 60 Prozent höher liege als bei den herkömmlichen Virusvarianten, werde man in der Folge auch wieder mehr Patienten auf Intensivstationen sehen „und vier Wochen später auch wieder mehr Todesfälle“, so Lauterbach. Zudem geht der studierte Epidemiologe davon aus, dass es erst im Mai zu einer flächendeckenden Beteiligung der Hausärzte an den Corona-Impfungen kommen wird.


Biden will Impfstoffe für alle Erwachsenen bis Mai freigeben lassen

4.30 Uhr: US-Präsident Joe Biden will die Staffelung nach Impfgruppen in der Corona-Pandemie aufheben und Impfstoffe bis spätestens 1. Mai für alle Erwachsenen in den USA freigeben lassen. Bei seiner ersten großen Fernsehansprache an die Nation kündigte Biden am Donnerstagabend (Ortszeit) eine entsprechende Anordnung an die Bundesstaaten an. Der Präsident rief die Amerikaner zugleich eindringlich dazu auf, sich impfen zu lassen. Jeder müsse seinen Teil dazu beitragen, das Virus zu stoppen, betonte er ein Jahr nach Beginn der Pandemie. „Dieser Kampf ist noch lange nicht vorbei.“

Biden stellte seinen Landsleuten in Aussicht, am Nationalfeiertag am 4. Juli wieder in kleinen Gruppen feiern zu können. „Nach diesem langen, harten Jahr wird das diesen Unabhängigkeitstag, an dem wir nicht nur unsere Unabhängigkeit als Nation begehen, sondern auch damit beginnen, unsere Unabhängigkeit von diesem Virus zu begehen, zu etwas ganz Besonderem machen.“ Voraussetzung sei aber, dass die Menschen weiterhin Regeln zum Infektionsschutz einhielten, mahnte er. Wissenschaftler hätten deutlich gemacht, dass sich die Lage mit der Ausbreitung neuer Virus-Varianten wieder verschlechtern könne.

Vorsitzende der Amtsärzte kritisiert mangelnde Flexibilität beim Impfen in Deutschland

4.01 Uhr: Die Amtsärzte in Deutschland kritisieren die mangelnde Flexibilität bei der Ausweitung der Impfungen gegen das Coronavirus. „In Deutschland wollen wir immer alles ganz besonders ordentlich und gründlich machen“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, unserer Redaktion. Das sehe man jetzt bei den Impfungen: Priorisieren, Einladen, Registrieren und Dokumentieren nehme viel zu viel Zeit und Energie in Anspruch.

„Beim Impfen stehen uns Gründlichkeit und Perfektionismus im Moment im Weg“, so Teichert. „Wir müssen unkomplizierte Lösungen finden“, forderte sie. Ziel müsse es sein, „den vorhandenen Impfstoff so schnell wie möglich zu verimpfen“. Jeder, der impfen könne, „sollte jetzt impfen“. Dazu müssen die niedergelassen Ärzte und die Betriebsärzte schnell eingebunden werden. Zudem könnten die Gesundheitsämter Impfsprechstunden anbieten.

Evangelische Kirche will Entscheidung über Präsenzgottesdienste erst kurz vor Ostern treffen

3.31 Uhr: Die Evangelische Kirche (EKD) will die Entscheidung über die Form der Ostergottesdienste kurzfristig von der Infektionslage abhängig machen: „Mit Blick auf Ostern fahren wir im Moment auf Sicht“, sagte EKD-Sprecher Carsten Splitt dieser Redaktion. „Wir haben vor Weihnachten gesehen, wie schnell sich die Infektionslage verschärfen kann.“

Die Kirchen und Gemeinden würden kurzfristig entscheiden, ob und in welchem Umfang Präsenzgottesdienste zu Ostern möglich sein werden. Wahrscheinlich werden hybride Angebote umgestzt. Anders als im vergangenen Jahr rechnet die Evangelische Kirche zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit einer kompletten Schließung der Kirchen zu Ostern.

Rückzahlungen drohen: Unternehmer können Antrag auf Überbrückungshilfe III bislang nicht korrigieren

2.44 Uhr: Bei Fehlern in Anträgen auf Überbrückungshilfe III ist bislang keine Korrektur möglich. So können Unternehmerinnen und Unternehmer trotz der weiter unklaren Öffnungsperspektive nicht nachträglich ihre Umsatzprognose anpassen. Das geht aus einem Schreiben der Bundesregierung auf eine Anfrage von Marco Buschmann, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, hervor, das unserer Redaktion vorliegt. „Statt schneller, unbürokratischer Hilfen, gibt es überbordende Bürokratie, einen Regelungsdschungel, den Verwaltung und Anwender nicht mehr durchschauen und Software-Tools, die nicht zu Ende gedacht sind“, kritisierte Buschmann.

Um die Antragssteller etwa vor hohen Rückzahlungsforderungen zu schützen, sei es nachvollziehbar, wenn die Umsatzprognose im Antrag auf Überbrückungshilfe eher vorsichtig ausfalle, erklärt Wirtschaftsstaatssekretär Ulrich Nußbaum in dem Schreiben. Sollte der tatsächliche Umsatzeinbruch höher liegen als die Prognose, könne dies mit einem Änderungsantrag korrigiert werden, teilte er mit und schränkte ein: „Sobald diese Funktion verfügbar ist.“ Einen Termin dafür nannte Nußbaum nicht. Die Schlussabrechnung für die Überbrückungshilfe III habe bis zum 30. Juni 2022 zu erfolgen.

Corona-News vom 11. März: Lieferungen von Johnson & Johnson laut Spahn frühestens Mitte April

21.22 Uhr: Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson erwartet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nicht sofort Lieferungen. Der CDU-Politiker sagte am Donnerstag in den ARD-„Tagesthemen“: „Die Wahrheit ist, dass frühestens Mitte, Ende April mit Lieferungen zu rechnen ist nach Angaben von Johnson & Johnson.“ Nun wolle man genau wissen, woran das liege, warum andere Länder beliefert würden und ob die Europäische Union möglichst bald dran sein könne. Die Gespräche führe die Europäische Kommission.

Der Impfstoff wird in den USA abgefüllt – dort herrscht faktisch ein Exportstopp für Corona-Impfstoffe. Spahn sagte, man habe es auch bei Medikamenten und Tests in den letzten zwölf Monaten immer wieder erleben müssen, dass „bestimmte Produkte die USA nicht verlassen haben“. „Dies finde ich problematisch, auch im Miteinander in der transatlantischen Partnerschaft.“ Dies müsse man nun mit den Partnern besprechen. Jetzt müsse man mit der Situation erst einmal umgehen und dafür sorgen, dass es mehr Produktionen in Deutschland und Europa gebe – auch des Impfstoffes von Johnson & Johnson.


Deutschland setzt Impfungen mit Astrazeneca-Impfstoff nicht aus

20.25 Uhr: Deutschland setzt die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca nicht aus. Bislang gebe es keine Hinweise, dass der Todesfall in Dänemark mit dem Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca in kausaler Verbindung stehe, teilte das Paul-Ehrlich-Institut am Donnerstagabend in Langen mit. Nach einer ersten Prüfung halte auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) „an der positiven Bewertung des zugelassenen Astrazeneca-Impfstoffs fest“, hieß es.

Dänemark hatte entschieden, vorübergehend niemanden mehr mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens zu impfen. Als Grund wurden Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln genannt. Dabei wurde auch über einen möglichen Todesfall berichtet. Man könne jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Vakzin und den Blutgerinnseln bestehe, hieß es. Nach Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern.


Biden setzt billionenschweres Corona-Hilfspaket mit Unterschrift in Kraft

20.14 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat das vom Kongress verabschiedete billionenschwere Corona-Hilfspaket mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt. Der Präsident unterzeichnete den sogenannten Amerikanischen Rettungsplan mit einem Umfang von 1,9 Billionen Dollar (1,6 Billionen Euro) am Donnerstag im Weißen Haus. Das Maßnahmenpaket umfasst unter anderem Schecks in Höhe von 1400 Dollar für Millionen Bürger, Hilfen für Arbeitslose sowie Milliarden für Impfungen und Corona-Tests.

Nach dem Senat hatte am Mittwoch das Repräsentantenhaus für das Gesetz gestimmt. Biden wollte den Text ursprünglich am Freitag unterzeichnen, zog dies nun aber um einen Tag vor.

Frankreich hält an Impfstoff von Astrazeneca fest

19.29 Uhr: Frankreich hält am Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca fest. Europa, Frankreich und Deutschland seien zurzeit der Ansicht, dass es kein übermäßiges Risiko gebe, sagte der französische Gesundheitsminister Oliver Véran am Donnerstagabend in Paris. „Wir überwachen, wir beobachten“, fügte er hinzu.

Er reagierte auf den Schritt Dänemarks, das nach Berichten über vereinzelte ernsthafte Erkrankungen nach Impfungen den Gebrauch des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca vorsorglich ausgesetzt hatte. Nach der Bekanntgabe in Kopenhagen entschlossen sich auch die Nicht-EU-Länder Norwegen und Island, den Gebrauch des Präparats von Astrazeneca vorübergehend zu stoppen.

Schwedens Kronprinzessin Victoria positiv auf Coronavirus getestet

18.40 Uhr: Die schwedische Kronprinzessin Victoria (43) und ihr Ehemann Prinz Daniel (47) sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das schwedische Königshaus am Donnerstag mit. Die Thronfolgerin und ihr Gatte hätten sich bereits am Mittwoch wegen Anzeichen einer Erklärung bei Victoria in Quarantäne begeben, daraufhin seien dann die Infektionen festgestellt worden.

Beide zeigten leichtere Symptome, ihnen gehe es den Umständen entsprechend gut, hieß es vom Hof in Stockholm. Auch ihre beiden Kinder, Prinzessin Estelle (9) und Prinz Oscar (5), sitzen nun in Quarantäne. Für Victoria kommt das Ganze zur Unzeit: Am Freitag ist ihr Namenstag, der in Schweden traditionell größer gefeiert wird. Eine ohnehin wegen der Corona-Krise in begrenzter Form geplante Veranstaltung an dem Tag wird nun gänzlich abgesagt.


Spahn optimistisch bei Corona-Impftermin in Arztpraxis

17.28 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich optimistisch gezeigt, dass mit Hilfe der Arztpraxen bis Ende des Sommers große Teile der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft sein werden. Bis im dritten Quartal werde man allen Menschen nicht nur eine Impfung anbieten können, sondern sie auch dazu auffordern können, sagte Spahn am Donnerstag in Berlin-Prenzlauer Berg bei einem der ersten Impftermine eines Pilotprojekts mit knapp 150 Arztpraxen in der Hauptstadt. „Da bin ich sehr sicher, da werden wir spätestens im Sommer sein.“

Er setze große Hoffnung auf die Arztpraxen, wenn dann große Mengen der Impfstoffe ab Mitte April geliefert werden, sagte Spahn. Die Infrastruktur aus Großhändlern, Apotheken und Praxen sei für umfassendes Impfen optimal. „Das ist so eingespielt, das wird unfassbar schnell gehen.“ Nach jetzigem Stand und den zugesagten Lieferungen könne ab der 16. Kalenderwoche und dem 19. April der Start für erste reguläre Impftermine in den Praxen erfolgen.

EU-Kommission lässt Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson zu

17.05 Uhr: Die EU-Kommission hat das Corona-Vakzin des US-Unternehmens Johnson & Johnson zugelassen. „Wir haben gerade die Verwendung von Johnson & Johnsons Impfstoff in der EU genehmigt“, erklärte Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hatte zuvor grünes Licht dafür gegeben.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist der vierte Corona-Impfstoff nach den Vakzinen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca, der eine EU-weite Zulassung erhält. Gegen schwere Covid-19-Erkrankungen hat das Vakzin eine Wirksamkeit von rund 85 Prozent. Ein wichtiger Vorteil des Vektorviren-Impfstoffs von Johnson & Johnson ist, dass nur eine Dosis erforderlich ist. Außerdem ist er bei normalen Kühlschranktemperaturen lagerbar.


Weitere Länder setzen Impfung mit Astrazeneca-Chargen aus

16.24 Uhr: Auch Island und Italien setzen vorübergehend den Einsatz des Impfstoffs vom schwedisch-britischen Konzern Astrazeneca aus. In Italien ist eine bestimmte Charge betroffen. Zuvor hatten bereits Norwegen und Dänemark verkündet, dass erst einmal niemand mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft werden solle. Grund dafür waren Berichte über schwere Blutgerinnungsstörungen. Allerdings ist unklar, ob der Impfstoff ursächlich war für die Gerinnsel.

Die italienische Medizin-Aufsichtsbehörde Aifa erklärte, bei den Dosen der Kennung ABV 2856 habe es einige ernst zu nehmende negative Auswirkungen gegeben. Es handele sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme, da noch kein Zusammenhang zwischen den Beschwerden und der Impfung festgestellt werden konnte. Österreich hatte bereits am Wochenanfang den Einsatz einer bestimmten Charge des Astrazeneca-Impfstoffs gestoppt – diesem Beispiel waren Estland, Luxemburg, Lettland sowie Litauen gefolgt.

Biontech-Impfstoff schützt laut Studie auch vor asymptomatischer Infektion

16.00 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer schützt laut offiziellen israelischen Daten nicht nur vor schwerer Erkrankung und Tod, sondern auch vor einer asymptomatischen Infektion. Das israelische Gesundheitsministerium und Pfizer veröffentlichten am Donnerstag entsprechende Erkenntnisse aus der praktischen Anwendung. Demnach hat der Impfstoff eine Wirksamkeit von 94 Prozent bei der Verhinderung asymptomatischer Infektionen. Es besteht damit die Hoffnung, dass geimpfte Personen andere nicht mehr anstecken können und Infektionsketten so unterbrochen werden können.

Die neueste Analyse bestätigte vorherige Studienergebnisse, die bereits eine starke Wirkung nach der zweiten Impfdosis gezeigt hatten. Die Wirksamkeit des Impfstoffs beim Schutz vor symptomatischen Erkrankungen, schweren Verläufen und Todesfällen liege bei mindestens 97 Prozent, hieß es.

EMA sieht kein erhöhtes Blutgerinnsel-Risiko durch Astrazeneca-Impfungen

15.51 Uhr: Das Risiko von Blutgerinnseln erhöht sich nach Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) durch eine Corona-Impfung nicht. Nach bisherigen Erkenntnissen sei „die Zahl der thromboembolischen Ereignisse bei geimpften Menschen nicht höher als in der Allgemeinbevölkerung“, teilte die EMA am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit. Zuvor hatten Dänemark und Norwegen den Gebrauch des Astrazeneca-Impfstoffs wegen eines befürchteten Zusammenhangs zwischen einer Impfung und einem Blutgerinnsel-Fall ausgesetzt.


Die deutsche Bundesregierung verwies nach dem vorsorglichen Stopp von Corona-Impfungen mit dem Präparat des Herstellers Astrazeneca in einigen EU-Ländern auf laufende Untersuchungen auf EU-Ebene. Nach jetzigem Stand gebe es noch keine Hinweise darauf, dass ein Todesfall in Dänemark mit einer Corona-Impfung ursächlich in Verbindung stehe, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag in Berlin. Aktuell untersuchten die europäischen Arzneimittelbehörden den Fall.

Impfbereitschaft von Ärzten und Pflegekräften auf Intensivstationen gestiegen

15.32 Uhr: Die Impfbereitschaft unter Ärzten und Pflegekräften auf Intensivstationen ist laut einer Umfrage zweier medizinischer Fachverbände im Februar auf 75 Prozent gestiegen. Das berichteten die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) sowie die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin (DGIIN) am Donnerstag in München gemeinsam unter Verweis auf eine Onlinebefragung unter 3500 Mitgliedern.

Demnach stieg die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, im Vergleich zu einer identischen Umfrage vom Dezember um zehn Prozentpunkte. Damals hatte der Wert laut Divi und DGIIN bei 65 Prozent gelegen. Die Impfbereitschaft der Beschäftigten sei insbesondere im Vergleich zum Interesse an Immunisierungen gegen Grippe generell sehr hoch. Allerdings zögerten vor allem junge Frauen in der Pflege noch bei einer Corona-Schutzimpfung.


Brüssel kündigt weitere Millionenhilfe für Anti-Corona-Maßnahmen an

15.16 Uhr: Deutschland und andere Staaten sollen zur Bewältigung der Corona-Krise weitere Millionenhilfen aus dem EU-Solidaritätsfonds bekommen. Insgesamt geht es um 530 Millionen Euro für 17 EU-Länder und drei Beitrittskandidaten, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte.

Darin sind 132,7 Millionen Euro für Deutschland und sechs weitere Länder enthalten, deren Auszahlung bereits im Oktober angekündigt worden war. Das Geld soll unter anderem dazu dienen, Präventionsmaßnahmen gegen die Virusausbreitung zu unterstützen. Das Europäische Parlament und die EU-Staaten müssen dem Vorschlag der Kommission noch zustimmen.

Norwegen stoppt ebenfalls Impfungen mit Astrazeneca

15.10 Uhr: Nach Dänemark hat am Donnerstag auch Norwegen den Gebrauch des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca ausgesetzt. Zur Begründung verwies Geir Bukholm von der Nationalen Gesundheitsbehörde in Oslo auf Hinweise auf mögliche gefährliche Nebenwirkungen des Impfstoffs: „Wir warten auf mehr Informationen, um zu prüfen, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der Impfung und diesem Blutgerinnsel-Fall“, sagte er.

Zuvor hatte bereits Dänemark den gleichen Schritt angekündigt. Grund dafür sind laut der dänischen Gesundheitsbehörde Berichte über „schwere Fälle“ von Blutgerinnseln bei Geimpften vor. Ein Zusammenhang mit dem Impfstoff von Astrazeneca sei bisher aber noch nicht geklärt. Nach Angaben der dänischen Gesundheitsbehörden starb ein Mensch nach der Impfung.

Britische Regierung feiert Impfkampagne mit eigenem Film

15.04 Uhr: Die britische Regierung feiert die Fortschritte der eigenen Impfkampagne mittels eines extra produzierten Films. Dafür veröffentliche die Downing Street sogar einen mit dramatischer Musik und markigen Sätzen gespickten Trailer, der einen längeren Film namens „A Beacon of Hope“ (deutsch: „Ein Leuchtfeuer der Hoffnung“) ankündigt.

Die Opposition fragte schnell nach den Produktionskosten. Keine, hieß es aus der Downing Street laut Medienberichten. Das Ganze sei im eigenen Haus entstanden. Auf Twitter musste die Regierung unter ihrem Video einige Häme einstecken. Der Clip müsse heißen „Wie Wissenschaft und Gesundheitssystem die Nation vor einer korrupten und tödlichen Antwort der Regierung auf die Pandemie retteten“, so einer der am häufigsten geteilten Kommentare.


EMA empfiehlt Zulassung von Johnson & Johnson-Vakzin

14.29 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Zulassung des Impfstoffes des US-amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson in der EU empfohlen. Das teilte die EMA am Donnerstag in Amsterdam mit. Die endgültige Entscheidung über die bedingte Marktzulassung muss nun die EU-Kommission treffen. Das könnte jedoch ebenfalls schon am Donnerstag geschehen. Die Entscheidung gilt als Formsache und folgte bei anderen Impfstoffzulassungen in der Regel am selben Tag wie die Emfpehlung.

Biontech-Impfstoff bieten zu 97 Prozent Schutz

14.07 Uhr: Neue Daten aus Israel haben die hohe Schutzwirkung des Vakzins der Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer bestätigt. Das teilten die beiden Unternehmen am Donnerstag mit. Demnach schützt der Impfstoff zwei Wochen nach Verabreichung zu mindestens 97 Prozent vor symptomatischen Erkrankungen, schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen. Die Auswertung habe außerdem eine Wirksamkeit des Impfstoffs von 94 Prozent gegen asymptomatische Corona-Infektionen gezeigt.

Diese Werte könnten auch für die Corona-Variante B.1.17 gelten. Laut der Mitteilung der Unternehmen beruhen die Angaben auf Kontrolldaten des israelischen Gesundheitsministeriums, die zwischen dem 17. Januar und 6. März erhoben wurden. Zu dieser Zeit sei die leicht übertragbare britische Mutante der vorherrschende Stamm des neuartigen Coronavirus in Israel gewesen.


NRW fordert zusätzlichen Impfstoff für Menschen in Grenzregionen

13.11 Uhr: Nordrhein-Westfalen stimmt in die Forderung von Sachsen mit ein und fordert zusätzliche Impfdosen für Menschen in Regionen, die an Corona-Hotspots im Ausland grenzen. In NRW kommt dafür laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann die Grenzregion zu den Niederlanden in Frage. Aus den Impfzentren soll dafür aber kein Impfstoff abgezogen werden.

Abweichungen von der bisherigen Impfreihenfolge sollen dem Bund zufolge künftig möglich sein, um eine dynamische Virus-Ausbreitung aus hochbelasteten Grenzregionen zu verhindern. In Frage kommen etwa Grenzregionen in Sachsen, Bayern und dem Saarland.

Mehr als drei Jahre Haft für Klopapier-Räuber in Hongkong

12.51 Uhr: Ein Gericht in Hongkong hat drei Toilettenpapier-Räuber zu mehr als drei Jahren Haft verurteilt. Die Männer, die im Februar 2020 inmitten panischer Hamsterkäufe wegen der Corona-Pandemie mit einem Messer bewaffnet einen Lastwagenfahrer ausgeraubt und rund 600 Rollen Klopapier erbeutet hatten, müssen jeweils für 40 Monate ins Gefängnis, wie die Zeitung „Mingpao“ am Donnerstag berichtete.

Sie waren mit 50 Paketen Toilettenpapier im Wert von 1700 Hongkong-Dollar (gut 180 Euro) entkommen, wurden aber schon bald von der Polizei gefasst.

Laut „Mingpao“ bekannten sie sich schuldig, baten den Lastwagenfahrer um Entschuldigung und bezahlten für das erbeutete Toilettenpapier. Der Richter verurteilte sie trotzdem zu einer Haftstrafe, weil sie ihre Tat geplant und mit Vorsatz begangen hätten.

Hunderttausende Inder feiern trotz Corona religöses Fest mit Bad im Ganges

12.28 Uhr: Hunderttausende Menschen haben in Indien trotz der Corona-Pandemie das hinduistische Kumbh-Mela-Fest gefeiert. Die Behörden in der Stadt Haridwar am Fuße des Himalaya erwarteten am Donnerstag 2,5 Millionen Besucher. Negative Corona-Tests waren – theoretisch – Pflicht. Schon im Morgengrauen drängelten sich am ersten von drei Badetagen aber Massen von Männern, Frauen und Kindern am Ufer des Ganges, um ein rituelles Bad in dem Fluss zu nehmen.

Wegen der Pandemie hatte die indische Regierung das Kumbh-Mela-Fest eigentlich eingeschränkt. Lautsprecher-Durchsagen mahnten die Menschen in Haridwar zum Tragen von Masken und zum Abstandhalten, hunderte Freiwilligen besprühten die Pilger mit Desinfektionsmittel.

Das Kumbh-Mela-Fest gehört zu den heiligsten Zeremonien der Hindus und findet in Haridwar nur alle zwölf Jahre statt. Der Höhepunkt des ersten Badetags ist eine Prozession von hunderten Naga Sadhus – nackte heilige Männer mit langen Dreadlocks, deren Körper mit Asche beschmiert sind.


Obama, Bush, Clinton und Carter werben für Corona-Impfungen

12.09 Uhr: Die früheren US-Präsidenten Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter haben in einer Werbekampagne zu Corona-Impfungen aufgerufen. „Diese Impfung bedeutet Hoffnung. Sie wird Sie und die, die Sie lieben, vor dieser gefährlichen und tödlichen Krankheit schützen“, sagt Obama (2009-2017) in einem der Videoclips, die die gemeinnützige Werbeagentur Ad Council in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) veröffentlichte. Als einzige der lebenden Ex-Präsidenten und First Ladys waren Obamas Nachfolger Donald Trump (2017-2021) und dessen Ehefrau Melania in keinem der Werbespots zu sehen.

Der einminütige Clip zeigt, wie die vier Ex-Präsidenten und ihre Ehefrauen ihre Impfungen erhalten. „Ich will wieder arbeiten, und ich will mich bewegen können“, sagt Clinton (1993-2001). Sein Nachfolger George W. Bush (2001-2009) hat als Baseball-Fan ein konkreteres Ziel: „Worauf ich mich wirklich freue, ist der erste Spieltag im Texas-Rangers-Stadion mit einem vollen Stadion.“


Dresden untersagt „Querdenken“-Demos auf drei Plätzen im Zentrum

11.41 Uhr: Die Stadt Dresden hat die für Samstag geplante „Querdenken“-Demonstration gegen Corona-Auflagen auf drei großen Plätzen im Zentrum untersagt. Die Kundgebungen und damit einhergehende Anreisen aus Sachsen und angrenzenden Bundesländern würden dem „Schutzzweck aller Corona-Schutzverordnungen zuwiderlaufen“, teilte die Stadt als Versammlungsbehörde am Donnerstag mit. Der Anmelder habe infektionsschutzrechtliche Bedenken nicht entkräften können.

„Die Versammlungsbehörde musste daraus schlussfolgern, dass der Veranstalter nicht in der Lage und nicht willens ist, seine Mobilisierung und den damit verbundenen Zustrom von Tausenden Teilnehmern auch aus Hochinzidenz- und Mutationsgebieten nach Dresden zu beeinflussen“, hieß es.

Dänemark setzt Astrazeneca-Impfungen vorerst aus

11.19 Uhr: Der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke hat am Donnerstag via Twitter bekanntgegeben, dass das Land die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vorerst aussetzt. Grund dafür sollen mögliche Nebenwirkungen sein. Wie die dänische Gesundheitsbehörde laut Nachrichtenagentur AFP mitteilte, liegen ihr Berichte über „schwere Fälle der Bildung von Blutgerinnseln“ bei Geimpften vor. Bisher sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gibt.

Nach Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern, danach wird geschaut, wie es weitergeht. Es sei wichtig, zu unterstreichen, dass man den Astrazeneca-Impfstoff nicht ablehne, sondern die Verabreichung pausiere. Es sei gut dokumentiert, dass das Mittel sowohl sicher als auch effektiv sei. Man müsse jedoch auf Berichte zu möglichen ernsthaften Nebenwirkungen reagieren.


Michelle Obama spricht über ihre Gesundheit in der Pandemie

10.51 Uhr: Die ehemalige First Lady der USA hat öffentlich über ihre persönliche Krise in der Corona-Krise gesprochen. Im Gespräch mit dem US-Magazin „People“ bezeichnete Michelle Obama ihren Gesundheitszustand als „leichte Depression“. Sie warb für einen offeneren Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Lesen Sie hier mehr: Michelle Obama spricht über Depressionen in Pandemie

Kretschmer will schnell alle Menschen in Sachsens Grenzregionen impfen lassen

10.39 Uhr: Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat schnellstmögliche Corona-Impfungen für die gesamte Bevölkerung an der Grenze zu Tschechien gefordert. „Wir werden dort nicht erfolgreich sein mit den bisherigen Regeln“, sagte Kretschmer am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“ und forderte eine „Brandmauer“ gegen die hohen Infektionszahlen in dem Nachbarland. Andernfalls könne sich das erhöhte Infektionsgeschehen in den Grenzregionen auf ganz Deutschland auswirken.

Dieses Infektionsgeschehen mache ihm mittlerweile nicht nur in sächsischen Regionen wie dem Vogtland, sondern auch in Thüringen „große Sorge“, sagte Kretschmer weiter. Es sei „keine Option“, dass Schulen und Geschäfte in den betroffenen Landkreisen geschlossen blieben. Für die Impfungen in den Grenzregionen will das Bundesgesundheitsministerium mit einer Änderung der Impfverordnung den Weg ebnen.


Ethikrat-Chefin Buyx fordert höheres Tempo beim Impfen

10.12 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hat die schnelle Beteiligung niedergelassener Ärzte bei den Corona-Impfungen gefordert. „Es ist ein ethisches Gebot, jetzt Meter zu machen beim Impfen“, sagte Buyx am Donnerstag in der Sendung „Frühstart“ von RTL und n-tv. „Ich bin ein ganz großer Befürworter, dass man das in die niedergelassenen Praxen bringt – so schnell wie möglich.“

Sie habe großes Vertrauen, dass die niedergelassenen Ärzte die vorgegebene Impfreihenfolge im Großen und Ganzen gut umsetzen können, sagte die Ethikratsvorsitzende. Sie sei zwar dafür, grundsätzlich an der Priorisierung festzuhalten. Aber den Ärztinnen und Ärzten solle die Möglichkeit gegeben werden, „selbst zu entscheiden, wen impfe ich jetzt von meinen Patientinnen und Patienten besonders schnell, wer braucht besonders viel Schutz“.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Vortag beschlossen, dass die Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen routinemäßig wohl erst Mitte April starten können

Konjunkturprogramm: Kinderbonus kurbelt Konsum an

9.51 Uhr: In der Corona-Krise hat sich der Kinderbonus als wirksameres Instrument zur Ankurbelung des privaten Konsums erwiesen als die zwischenzeitlich abgesenkte Mehrwertsteuer. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Statistischen Bundesamtes zu dem im Juni vergangenen Jahres beschlossenen Konjunkturprogramm hervor. Laut einer repräsentativen Befragung zogen 20 bis 25 Prozent der Hauhalte geplante Anschaffungen wegen der um drei Prozentpunkte abgesenkten Mehrwertsteuer vor oder betrachteten sie als zusätzlichen Kaufanreiz.

Der Kinderbonus in Höhe von 300 Euro pro berechtigtem Kind sollte den Angaben zufolge von weit mehr Haushalten für Konsumausgaben genutzt werden. Mehr als jeder zweite kindergeld-berechtigte Haushalt setzte den Kinderbonus ganz oder teilweise zu Konsumzwecken ein, hieß es.

Ifo: Firmen sparen wegen Corona bei der Forschung

9.28 Uhr: Die deutschen Firmen haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Geld für Forschung ausgegeben. Der Anteil am Umsatz sank über alle Branchen auf 3,2 Prozent und somit 0,3 Prozentpunkte weniger als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag mitteilte. Zudem sei in vielen Branchen der Umsatz gesunken. Dadurch war der Rückgang der investierten Summen noch stärker.

Besonders deutlich fiel der Rückgang in der eigentlich sehr forschungsstarken Automobilindustrie aus. Hier sackte der Anteil von 6,9 auf 4,8 Prozent ab. Selbst die Pharmaindustrie verzeichnete einen Rückgang – wenn auch nur von 7,2 auf 7,0 Prozent. Der für Deutschland wichtige Maschinenbau und die Elektroindustrie konnten den Anteil mit einem minimalen Sinken um je 0,1 Punkte beinahe stabil halten. In einzelnen Branchen stieg der Anteil am Umsatz sogar – besonders stark im Textilgewerbe, wo er sich von 2,1 auf 4,8 Prozent mehr als verdoppelte.

Essen gehen in der Pandemie – Wohnmobil-Dinner

9.09 Uhr: Öffnen dürfen sie nicht, aber Außer-Haus-Verkauf ist erlaubt: Immer mehr Gastronomen servieren ihre Köstlichkeiten auf dem Parkplatz nebenan – direkt in die Wohnmobile der Gäste. Ein Internet-Portal nennt schon über 900 Wohnmobil-Dinner-Anbieter. Die meisten gibt es in den Ballungsräumen entlang der Rheinschiene. In ländlichen Regionen sind die Angebote spärlicher, vor allem östlich von Berlin.


Kassenärztliche Vereinigung geht von Impfungen in Arztpraxen erst ab Mai aus

8.51 Uhr: Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sieht die Haus- und Fachärzte nicht wie von der Bundesregierung geplant im April mit den Corona-Impfungen starten. Auf die Impfressourcen könne „wohl erst im Mai in Arztpraxen zurückgegriffen werden“, sagte Gassen am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Es fehle an Impfstoff. Außerdem habe die Regierung entschieden, vorerst die Menschen prioritär weiter in Impfzentren zu immunisieren.

„Fünf Millionen Impfungen pro Woche sind in Arztpraxen ohne große Anstrengung machbar“, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende. Voraussetzung sei, dass diese Impfstoffmengen verfügbar seien. „Dann wären 50.000 oder 100.000 Praxen im Impfprozess beteiligt. Das können sogar mehr werden“, stellte Gassen in Aussicht.

Nach Beratungen im Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch hieß es, die Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen könnten routinemäßig wohl erst Mitte April starten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder hatten in ihren Corona-Beratungen vergangene Woche noch einen Impfstart in den Praxen Anfang April anvisiert.

Weltnaturschutzunion: Pandemie hat Naturschutz schwer getroffen

8.29 Uhr: Der Naturschutz hat in vielen Teilen der Welt wegen der Corona-Pandemie schweren Schaden genommen. So mussten in mehr als der Hälfte aller Schutzgebiete in Afrika Patrouillen und Einsätze gegen Wilderer reduziert oder eingestellt werden, wie die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Donnerstag in Gland bei Genf berichtete. Auch ein Viertel aller Schutzgebiete in Asien meldete Einschränkungen bei Naturschutzaktivitäten. In Nord- und Lateinamerika sowie in Europa und der Region Ozeanien seien die wichtigsten Funktionen aufrecht erhalten worden, obwohl Einkünfte durch Touristen fehlten.

Nach Umfragen in mehr als 60 Ländern verlor jeder fünfte Wildhüter seinen Arbeitsplatz, jeder vierte musste mit einer Einkommenskürzung oder Auszahlungsverspätung fertig werden, schreibt die IUCN in der hauseigenen Zeitschrift „Parks“. In 22 Ländern seien in mindestens 64 Fällen Erhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten zugunsten von Straßenbau oder Öl- und Gasförderung zurückgenommen worden.

Schwesig twittert, wie die Luca App funktioniert

8.11 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zeigt auf Twitter, wie die Luca App funktioniert. Das Bundesland hat als erstes in Deutschland eine Lizenz für das Kontaktnachverfolgungs-System in der Corona-Pandemie gekauft.


Staat nimmt 1,6 Millionen Euro Steuern durch Kurzarbeit ein

7.52 Uhr: Arbeitnehmern in Kurzarbeit drohen Steuernachforderungen, obwohl das Kurzarbeitergeld selbst steuerfrei ist. Wie die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag mitteilte, nimmt der Fiskus für das Steuerjahr 2020 1,6 Milliarden Euro durch den sogenannten Progressionsvorbehalt beim Kurzarbeitergeld ein. Die Antwort liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Dieser Vorbehalt bedeutet, dass das Kurzarbeitergeld den Steuersatz für den regulären Lohn und sonstige Einkünfte der Beschäftigten erhöht.

Kurzarbeit dürfte auch an diesem Freitag bei einem gemeinsamen Auftritt von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und dem Vorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, mit im Zentrum stehen. Beide wollen eine arbeitsmarktpolitische Bilanz zu „Ein Jahr Corona“ ziehen. Nach Einschätzung Scheeles sichert die Kurzarbeit in großem Umfang Beschäftigung und verhindert Arbeitslosigkeit.

Brasilien meldet erstmals über 2000 Corona-Tote in 24 Stunden

7.31 Uhr: Nach der bisher todbringendsten Woche in der Pandemie hat Brasilien erstmals mehr als 2000 Corona-Tote an einem Tag erfasst. 2286 Menschen sind nach Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Mittwochabend (Ortszeit) innerhalb von 24 Stunden gestorben.

Insgesamt sind damit in Brasilien 270.656 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Neu infiziert haben sich 79 876 Menschen, womit die Zahl der Corona-Infizierten in dem größten Land Lateinamerikas auf mehr als 11,2 Millionen stieg. Nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher.

Brasilien, das erst im Januar mit Impfungen begann, ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Das Gesundheitssystem ist in vielen Städten zusammengebrochen.


Hemdenhersteller will ab April 20 Millionen Corona-Tests monatlich verkaufen

7.19 Uhr: Der Hemdenhersteller van Laack, der in der Coronazeiten massenhaft Stoffmasken in Umlauf gebracht hat, will ein weiteres Pandemieprodukt verkaufen. Als Importeur bekomme man allein im März 10 Millionen Corona-Selbsttests des Herstellers Lepu Medical aus China geliefert, sagte Firmenchef Christian von Daniels in Mönchengladbach. Ab April sollen es pro Monat 20 Millionen sein.

Die Sonderzulassung durch eine Bundesbehörde steht noch aus. Van Laack will das für die Eigenanwendung bestimmte Produkt vor allem an Firmen und an den Einzelhandel weiterverkaufen. Es gibt zahlreiche weitere Anbieter von Tests. Teilweise hat der Einzelhandel bereits mit dem Verkauf begonnen, bei Aldi und Lidl waren die Bestände aber schnell ausverkauft. Der Einstieg von van Lack verdeutlicht, dass die derzeitige Marktknappheit bald Geschichte sein könnte.

So wird in Deutschland gegen Corona geimpft

7.01 Uhr: Der Impfmonitor unserer Redaktion zeigt, wie ganz Deutschland und die Bundesländer beim Impfen gegen das Coronavirus vorankommen. Mittlerweile wurden 5.555.420 Menschen ein entsprechendes Vakzin verabreicht. Das entspricht 6,7 Prozent der Bevölkerung. 3,1 Prozent haben sogar schon den vollen Impfschutz. Von den Pflegebedürftigen, die in Heimen leben, haben 93 Prozent ihre erste Impfdosis erhalten.

EMA entscheidet über Impfstoff von Johnson & Johnson

6.40 Uhr: Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) wird an diesem Donnerstag voraussichtlich den Weg für den vierten Corona-Impfstoff in der EU freimachen. Es wird erwartet, dass die Behörde mit Sitz in Amsterdam die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Johnson & Johnson empfehlen wird. Dann muss zwar noch die EU-Kommission zustimmen – doch das gilt als Formsache und könnte noch am selben Tag erfolgen.

Die EU-Kommission hat bereits Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass das Unternehmen nicht rechtzeitig liefern könne. Der Hersteller sicherte zu, dass er sich an die Absprachen halten und ab April liefern werde.

Umfrage: Vakzin von Astrazeneca mit Akzeptanzproblemen in Deutschland

6.19 Uhr: Das Vertrauen der Deutschen in die Sicherheit der bisher in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffe ist unterschiedlich ausgeprägt. Nach einer YouGov-Umfrage sagen zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent), der Impfstoff von Biontech/Pfizer sei ihrer Meinung nach sicher. Nur 43 Prozent machten diese Angabe beim Vakzin von Astrazeneca und 54 Prozent bei dem von Moderna. 27 Prozent der deutschen Befragten wollen sich nicht mit dem Astrazeneca-Vakzin impfen lassen und warten, bis ihnen ein anderer Impfstoff angeboten wird. 35 Prozent würden sich damit impfen lassen. Bei Moderna sagen dies 49 und bei Biontech/Pfizer 61 Prozent.

Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hatte mehr als 8000 Menschen in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und USA im Zeitraum vom 23. Februar bis 2. März befragt. Die Briten sehen in den Impfstoffen von Biontech/Pfizer (79 Prozent) und Astrazeneca (81 Prozent) eine nahezu gleich hohe Sicherheit. In Großbritannien ist das Impfen bereits fortgeschritten, mehr als ein Drittel der Bürger hat eine erste Corona-Impfdosis erhalten.

Corona-Trend: Chef, ich bin dann mal auf Workation

5.31 Uhr: Nach der Corona-Pandemie werden wahrscheinlich deutlich mehr Menschen mobil arbeiten können als zuvor. Auf diesen Trend reagieren Hotels und Gaststätten mit besonderen Workation-Angeboten. War mobiles Arbeiten bis Anfang 2020 eher die Ausnahme, so wird laut einer repräsentativen Studie des Digitalverbands Bitkom in Zukunft mehr als jeder Dritte den Arbeitsort flexibel wählen können.

Dabei ist das Konzept der so genannten Workation nicht neu. Seit vielen Jahren sieht man in Cafés auf Bali, im mexikanischen Cancún oder auf den Kanaren neben cocktailschlürfenden Touristen arbeitende Reisende an ihren Laptops sitzen, sogenannte digitale Nomaden. Nach Freelancern sind es nun aber auch immer mehr Festangestellte, welche die Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten nutzen.

Tourismusforscher Harald Pechlaner von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt glaubt, dass uns der Trend zur Workation auch nach der Pandemie erhalten bleibt und sogar einen Entwicklungsschub erleben könnte. Schon jetzt würden sich klassische Ferienregionen wie die Kanaren damit ein neues Segment aufbauen.


Ramelow für schnelle Nutzung von Sputnik V in Deutschland

4.01 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat sich für eine schnelle Nutzung des russischen Impfstoffs Sputnik V ausgesprochen. „Für mich ist der Sputnik-Impfstoff eine große Chance, wieder schneller zur Normalität zurückzukehren“, sagte Ramelow den Zeitungen der Dieser Redaktion. Er appellierte an die Bundesregierung, gegenüber der EU deutlich zu machen, „dass jetzt bei den Produzenten von Sputnik entsprechende Impfmengen geordert werden sollten“. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA prüft derzeit die Zulassung.

Er selbst habe keine Präferenz beim Impfstoff, sagte Ramelow dieser Redaktion: „Wenn ich an der Reihe bin, werde ich mich mit dem impfen lassen, was zur Verfügung steht.“ Angst vor Nebenwirkungen gebe es bei ihm keine: „Ich lasse mich auch regelmäßig gegen Grippe impfen. Körperliche Reaktionen zeigen, dass der Impfstoff wirkt.“ Lesen Sie hier: Sputnik V: Das ist der Corona-Impfstoff aus Russland

Bundesregierung rechnet mit Anstieg der Gewalt gegen Polizeibeamte in der Corona-Pandemie

2.22 Uhr: Die Bundesregierung erwartet für das Pandemie-Jahr 2020 einen Anstieg der Zahl der Übergriffe auf Polizeibeamte. Es werde „ein erhöhtes polizeiliches Vorgangsaufkommen“ im Bereich des Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte festgestellt, erklärte das Bundesinnenministerium gegenüber dieser Redaktion. Eine Umfrage dieser Redaktion ergab, dass die Zahl der Übergriffe auf Vollzugsbeamte im Jahr 2020 in zehn Bundesländern gestiegen ist, in Baden-Württemberg um 3,2 Prozent, in Bayern um 4,2 Prozent, in Rheinland-Pfalz um 8,4 Prozent, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hamburg jeweils um mehr als zehn Prozent, in Berlin sogar um rund 18 Prozent. Dagegen gingen die Zahlen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen zurück. Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, das Saarland und Niedersachsen haben noch keine Zahlen gemeldet.

Union verliert durch Maskenaffäre Vertrauen

1.11 Uhr: Die Union verliert durch die Maskenaffäre an Vertrauen in der Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag dieser Redaktion. Demnach vertrauen nur rund ein Drittel der Befragten der Union in gleichem Maße wie vor den Korruptionsvorwürfen. Rund 60 Prozent gaben hingegen an, dass die Maskenaffäre ihr Vertrauen in die Union negativ beeinflusst habe. Das gewachsene Misstrauen gegenüber CDU und CSU zieht sich laut Umfrage gleichmäßig durch alle Altersgruppen, nur bei den 18 bis 29-Jährigen ist es noch ausgeprägter.

Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer rechnet damit, dass die Union durch die Maskenaffäre bei der Bundestagswahl mit großer Wahrscheinlichkeit Schaden nehmen wird. Gut 75 Prozent der Befragten antworteten auf eine entsprechende Frage mit Ja. Lediglich vier Prozent der Umfrageteilnehmer waren sich sicher, dass die Korruptionsvorwürfe die Union keine Wählerstimmen kosten werde. Selbst rund 65 Prozent der potentiellen Wähler von CDU/CSU glauben dagegen, dass die Union aufgrund der Maskenaffäre bei der anstehenden Bundestagswahl Probleme bekommen wird.

Corona-News vom 10. März: Britische Corona-Variante hat sich in Deutschland durchgesetzt

  • Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) sieht derzeit keinen Zusammenhang zwischen einem Todesfall und einer Astrazeneca-Impfung in Österreich.
  • Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) hat sich die hoch ansteckende Mutante aus Großbritannien als die vorherrschende Corona-Variante in Deutschland durchgesetzt.
  • Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern peilen den Start von Corona-Impfungen in den Arztpraxen spätestens für Mitte April an.
  • Die Corona-Lage in Deutschland wird nach Einschätzung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) noch bis in den Sommer angespannt bleiben.
  • Die Corona-Warn-App des Bundes wird um eine „Event“-Funktion erweitert, die die Kontaktverfolgung nach einem Restaurant-, Konzert- oder Theaterbesuch verbessern und erleichtern soll.
  • Die Deutsche Stiftung Patientenschutz befürchtet, dass durch Veränderungen bei der Reihenfolge der Corona-Impfungen die besonders gefährdeten Gruppen ins Hintertreffen geraten.
  • In Corona-Hotspots in Grenzregionen soll nach Worten von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) künftig von der eigentlich vorgegebenen Impfreihenfolge abgewichen werden können.
  • Die Europäische Union hat mit dem Hersteller Biontech/Pfizer die Lieferung von vier Millionen zusätzlichen Dosen Corona-Impfstoff im März vereinbart.
  • Sieben große Open-Air-Festivals in Deutschland und der Schweiz fallen auch in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Lesen Sie hier mehr: Corona: Diese Open-Air-Festivals sind für 2021 abgesagt
  • Bei der Lieferung von Corona-Impfstoffen in Deutschland und Europa droht ein neuer Rückschlag: Der Hersteller Johnson & Johnson kann voraussichtlich nicht so zügig wie liefern erwartet.
  • In Alaska dürfen sich alle Bewohner ab 16 Jahren von nun an gegen Corona impfen lassen.
  • Vor dem für April geplanten Start der Corona-Impfungen in Arztpraxen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Ärzteschaft sein Vertrauen bei der Einhaltung der Impfreihenfolge ausgesprochen.
  • Den gesetzlichen Krankenkassen droht nach Einschätzung ihres Spitzenverbands eine Finanzierungslücke in Milliardenhöhe. Grund sei, dass sämtliche Reserven während der Corona-Pandemie aufgebraucht werden.
  • Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V gelobt.
  • Die seit Kurzem bei Aldi erhältlichen Corona-Schnelltests für den Heimgebrauch sind wohl betrugsanfällig, berichtet die “Deutsche Apotheker Zeitung“ (DAZ).

Corona-News vom 9. März: Engpässe bei Rohstoffen für Vakzine – Dritte Welle droht

  • Wegen dem beispiellosen Bedarf an Impfstoffen melden immer mehr Hersteller Engpässe bei den Impfstoff-Bestandteilen.
  • Der Handelskonzern Rewe hat angekündigt, er werde seinen mehr als 250.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Deutschland „schnellstmöglich“ und kostenlos Corona-Selbsttests zur Verfügung stellen.
  • Angesichts der fragwürdigen Geschäfte von Bundestagsabgeordneten mit Corona-Masken hat die SPD die Union zu Gesetzesverschärfungen aufgefordert.
  • Das Bundesgesundheitsministerium will vier Unternehmen mit der Entwicklung des geplanten digitalen Impfpasses beauftragen.
  • Angesichts hoher Infektionszahlen sollen sich in Kürze im Vogtland alle Einwohner ab 18 Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen können.
  • Der SPD-Gesundheitsexperte und Epidemiologe Karl Lauterbach warnt vor einer schweren dritten Pandemie-Welle durch die großzügigen Lockerungen der Corona-Maßnahmen.

Alle bisherigen Corona-News

14.00 Uhr: Hier startet das neue Corona-Newsblog. Alle älteren Nachrichten können Sie hier in unserem bisherigen Corona-Newsticker lesen.

(fmg/dpa/afp)

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