Corona: RKI meldet aktuelle Zahlen – Drosten gibt düstere Prognose für März

  • Die USA lassen dritten Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson zu
  • Christian Drosten sieht Deutschland „am Anfang einer neuen Verbreitungswelle“
  • Der Städtetag warnt Bund und Länder vor umfassenden Corona-Lockerungen
  • Die Bundesärztekammer fordert eine zentrale Erfassung der Ergebnisse von Corona-Schnelltests
  • Deutsche Pflegeheime verzeichnen laut einem Bericht seit Beginn der Corona-Impfungen weniger Tote
  • Patientenschützer kritisieren Lockerungen mit Hilfe von Schnelltests als „reines Wunschdenken“


Berlin. Das Corona-Virus breitet sich in Deutschland wieder weiter aus. Experten halten im April eine so starke Ausbreitung wie vor Weihnachten für wahrscheinlich. Denn die ansteckendere und wohl auch tödlichere Mutation B.1.1.7 greift um sich. Zugleich gibt es mehr Kontakte wegen Lockdown-Lockerungen. Zwar wollen Bund und Länder erst am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten, doch Friseure und in einigen Ländern auch Baumärkte sollen schon ab Montag öffnen.



In einem Podcast der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gefragt, ob sich Deutschland schon in einer dritten Welle befinde, sagte Drosten, man sei „zu Beginn“ dieser Entwicklung. Drosten wies auf die schnellere Ausbreitung der Virus-Mutationen: „Deswegen muss man einfach an diese Daten glauben und auch an die Modellierungen glauben, und deswegen sind wir jetzt nun mal am Anfang einer neuen Verbreitungswelle.“ Der Mutations-Anteil stieg binnen zwei Wochen von knapp 6 auf mehr als 22 Prozent zum Ende der dritten Februarwoche. Nach den jüngsten Zahlen großer Labore hat die britische Variante dann einen Anteil von 30 Prozent in Deutschland erreicht. Ein aktuellerer Stand vom RKI wird erst kommende Woche wieder erwartet.



Corona-News des Tages: RKI meldet 7890 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7890 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 157 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Sonntag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7676 Neuinfektionen und 145 neue Todesfälle verzeichnet.

Lesen Sie dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert



Corona – Mehr Infos zum Thema



Corona-News vom 28. Februar: USA lassen dritten Corona-Impfstoff zu

5.30 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus können die USA künftig auf einen weiteren Impfstoff zurückgreifen. Als drittes Vakzin erteilte die Arzneimittelbehörde FDA am Samstag (Ortszeit) dem Mittel des Herstellers Johnson & Johnson eine Notfallzulassung zur Anwendung bei Erwachsenen. Bei dem Impfstoff reicht eine einzige Spritze, er kann zudem bei normalen Kühlschranktemperaturen gelagert werden. Präsident Joe Biden sprach von „aufregenden Nachrichten für alle Amerikaner“ und einem ermutigenden Schritt.

Bislang waren in den USA schon die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen. US-weit wurden bereits mehr als 66 Millionen Injektionen verabreicht. Vorprüfungen der FDA bescheinigen dem Vakzin von Johnson & Johnson eine sehr hohe Wirksamkeit.


Corona-News vom 27. Februar: Städtetag warnt Bund und Länder vor umfassenden Corona-Lockerungen

22.02 Uhr: Städtetagspräsident Burkhard Jung hat Bund und Länder vor der nächsten Corona-Schaltkonferenz am Mittwoch zur Vorsicht bei weiteren Öffnungsschritten aufgerufen. „Umfassende Lockerungen kann es jetzt noch nicht geben“, sagte er unserer Redaktion. „Nur ein stabil niedriges Niveau bei den Neuinfektionen bringt uns die Aussicht, einen erneuten exponentiellen Anstieg zu verhindern.“

Jung, der auch Leipziger Oberbürgermeister ist, betonte: „Wir brauchen Öffnungsschritte, die durch gute Schutzmaßnahmen und eine passende Teststrategie abgesichert werden. Wer aber zu viel und zu früh öffnet, den bestraft das Coronavirus.“

Es gebe eine Sehnsucht nach nächsten Öffnungsschritten, aber die Lage sei weiter fragil, mahnte der Präsident Deutschen Städtetages. „Jetzt muss die Gratwanderung gelingen, Perspektiven aufzuzeigen, ohne eine dritte Infektionswelle zu riskieren.“


Bundesärztekammer fordert zentrale Erfassung der Ergebnisse von Corona-Schnelltests

22.00 Uhr: Die Bundesärztekammer fordert eine zentrale Erfassung der Ergebnisse von Corona-Schnelltests durch das Robert-Koch-Institut: „Mit der wachsenden Bedeutung der Antigen-Schnelltests in Deutschland sollten die Ergebnisse dieser Testverfahren detailliert ausgewertet werden“, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt unserer Redaktion.

Unkomplizierte digitale Meldeverfahren und eine zentrale Erfassung der Testergebnisse durch das Robert Koch-Institut würden das Dunkelfeld nicht registrierter Infektionen aufhellen und ein umfassenderes Lagebild der Pandemie in Deutschland ermöglichen. Bislang werden in Deutschland nur die Ergebnisse der laborgebundenen PCR-Tests an das RKI gemeldet.

Die so gewonnenen Daten könnten wichtige Erkenntnisse über den Nutzen und die Einsatzszenarien der Schnelltests in den unterschiedlichen Settings verschaffen, so Reinhardt. Etwa darüber, wie häufig die Tests angewendet werden, wo Kapazitäten ausgeweitet werden müssen und wie hoch die Positivraten in den einzelnen Einsatzbereichen sind. „Genau solche Informationen brauchen wir, um schrittweise in ein normales Leben zurückzukehren.“

Nach Kritik an Tests und Terminen – Kretschmann wirbt um Verständnis

21.30 Uhr: Nach der lauter werdenden Kritik an der Impfterminvergabe und an einer ruckelnden Teststrategie wirbt Ministerpräsident Winfried Kretschmann um Verständnis für Fehler in der Organisation.

„Das ist doch ein Ding der Unmöglichkeit, dass das alles rund läuft“, sagte der Regierungschef am Samstagabend bei einer Talkrunde der „Badischen Neuesten Nachrichten“ zur Landtagswahl im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medien (ZKM). „Niemand kann erwarten, dass das alles rund läuft. Das kann nicht sein. Das ist die erste Pandemie. Wir lernen ständig dazu.“ Natürlich mache man auch Fehler und manches könne auch besser laufen, räumte er ein. „Aber das Grundproblem ist: wir haben noch zu wenig Impfstoff.“

Er könne die wachsende Ungeduld der Menschen aber nachvollziehen, sagte der Regierungschef. „Das ist klar, dass die Leute darunter leiden“, sagte er. „Nur ist es dem Virus egal, ob wir müde sind oder nicht. Es steckt einfach nur an.“ Das breite Testen eröffne nun zunächst die Möglichkeit, Öffnungen zu riskieren. Die Pandemie könne aber nur durch das Impfen besiegt werden. „Und wenn nicht neue Mutanten kommen, dann kann man erwarten, dass wir im Sommer oder im Herbst die Pandemie geknackt haben“, sagte Kretschmann.


Ukraine – Ein Toter und ein Verletzter bei Brand auf Corona-Station

21.00 Uhr: Durch die Explosion einer Sauerstoffleitung auf einer Corona-Station in der Ukraine sind ein Patient getötet und ein weiterer verletzt worden. Die Explosion ereignete sich ain der ersten Etage der fünfstöckigen Klinik in Tscherniwzi im Südwesten des Landes, wie die Rettungskräfte mitteilten. 20 Menschen konnten den Angaben zufolge noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Auf Bildern des Unglücksorts waren verkohlte Betten und Stühle zu sehen.

Papst-Botschafter in Bagdad positiv auf Corona getestet

20.45 Uhr: Der päpstliche Botschafter in Bagdad, Erzbischof Mitja Leskovar, ist laut internationalen Medienberichten positiv auf das Coronavirus getestet worden. Leskovar habe sich außerhalb der Botschaft in Selbstisolation begeben und werde den Papst bei dessen Irak-Besuch ab kommenden Freitag nicht begleiten können.

Normalerweise bleibt der Päpstliche Nuntius in einem Land beim Besuch des Kirchenoberhauptes dort ständig an dessen Seite. Die Räume der Nuntiatur, in der Papst Franziskus ab Freitag übernachten soll, seien desinfiziert und das übrige Personal getestet worden, heißt es. Allerdings wurde der Pontifex bereits gegen das Coronavirus geimpft. Die gesamte vatikanische Delegation soll vollständig immunisiert in den Irak einreisen.

Corona-Hilfspaket – Joe Biden fordert Zustimmung des US-Senats

20.15 Uhr: Nach der Billigung eines Corona-Hilfspakets im Umfang von 1,9 Billionen Dollar (1,6 Billionen Euro) durch das Repräsentantenhaus hat US-Präsident Joe Biden den Senat aufgerufen, ebenfalls rasch zuzustimmen. “Ich hoffe, es wird schnell mit ihm verfahren”, erklärte Biden. “Wir haben keine Zeit zu verlieren. Wenn wir jetzt entschieden, schnell und mutig handeln, können wir bei diesem Virus endlich vorankommen.”

Die Republikaner lehnen das zweitgrößte Konjunkturpaket in der US-Geschichte als zu teuer und zu wenig zielgerichtet ab. Sie warnen, dass die Hilfen eine schädliche Inflation verursachen könnten. Damit die Maßnahmen in Kraft treten können, muss noch die zweite Kongresskammer zustimmen. Hier haben Bidens Demokraten eine denkbar knappe Mehrheit.

Das Konjunktur- und Hilfspaket sieht Schecks über 1400 Dollar für Millionen Bürger vor. Außerdem sind unter anderem 160 Milliarden Dollar für Corona-Impfungen, Tests und Gesundheitspersonal vorgesehen, 130 Milliarden Dollar für eine sichere Wiederöffnung von Schulen sowie 350 Milliarden Dollar Hilfen für Städte und Bundesstaaten.


20.00 Uhr: Erzwungene Nähe in der Pandemie stellt Beziehungen auf eine harte Probe. Bestseller Autor Michael Nast sagt, wie die Liebe halten kann. Lesen Sie hier: Corona – Wie die Liebe eine Pandemie übersteht

Bischöfe gedenken der Corona-Toten

19.45 Uhr: Zahlreiche Bischöfe in Deutschland haben in Gedenkgottesdiensten an die Opfer der Corona-Pandemie gedacht. In Limburg erinnerte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, an die Schicksale der Verstorbenen. “Hinter diesen kaum begreiflichen Zahlen der Toten stehen einzelne Schicksale”, sagte Bätzing.

Auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf feierte einen Gottesdienst im dortigen Dom. Viele Menschen hätten in den letzten Monaten Trauer und Einsamkeit erfahren, sagte Kohlgraf. Aber es habe auch viel Rücksichtnahme und Solidarität gegeben. Man solle in diesen Zeiten das Danken nicht vergessen, zum Beispiel für die wissenschaftlichen Gaben des Menschen und die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes, sagte Kohlgraf.

Mit einer Andacht im Hamburger Mariendom erinnerte Erzbischof Stefan Heße daran, dass hinter jeder Zahl in der Pandemie ein einzelner Mensch stehe. “Kein Mensch ist eine Nummer, kein Mensch ist überflüssig, kein Mensch ist einfach weg und dann hätten wir ihn vergessen”, sagte Heße. Die Gottesdienste sind Teil einer Aktion des römisch-katholischen Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), der dazu aufgerufen hatte, an jedem Tag der Fastenzeit in einem europäischen Land an die Opfer der Corona-Pandemie zu erinnern.

Dublin – Hunderte demonstrieren gegen Lockdown

19.15 Uhr: Hunderte Menschen haben in der irischen Hauptstadt Dublin zum Teil gewaltsam gegen die Lockdown-Maßnahmen im Land demonstriert. Zu Zusammenstößen mit der Polizei kam es nach Angaben der irischen Rundfunksenders RTÉ, als Demonstranten versuchten, zu einem zentral gelegenen Park durchzudringen. Mehrere Menschen wurden demnach festgenommen. In einem Video, das im Internet kursierte, war zu sehen, wie ein Mann Polizisten mit einer Art Feuerwerksraketen beschießt. Daraufhin scheint die Lage zu eskalieren.

Irlands Vizepremier Leo Varadkar zeigte sich bestürzt. “Gewalt gegen Polizisten oder sonst jemanden ist unentschuldbar”, schrieb er auf Twitter. Die irische Regierung hatte kürzlich angekündigt, die höchste Lockdown-Stufe in dem Land bis mindestens zum 5. April beizubehalten. Die Schulen sollen allerdings schrittweise bereits vom kommenden Monat an wieder geöffnet werden.

Dänemark probt Corona-Massenimpfung

18.43 Uhr: Wie viele Menschen können an einem Tag gegen Covid-19 geimpft werden? Bei einer Generalprobe für die Hochphase der Corona-Impfkampagne haben in Dänemark mehr als 37.500 Menschen einen Stich erhalten. 36.564 Menschen bekamen ersten Zahlen zufolge am Freitag ihre erste Impfdosis, 990 weitere ihre zweite, wie Gesundheitsminister Magnus Heunicke auf Twitter mitteilte. Damit wurden bisher mehr als 412.000 Dänen erstmals geimpft, rund 182.000 davon haben beide notwendigen Impfungen erhalten.

Wie aus den Daten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hervorgeht, zählt Dänemark im europäischen Vergleich zu den Ländern in der EU, die bislang den größten Bevölkerungsanteil gegen eine Covid-19-Erkrankung geimpft haben. 7,1 Prozent der Bevölkerung haben laut Heunicke ihre erste Dosis verabreicht bekommen, 3,1 Prozent ihre zweite.

Bei der Generalprobe am Freitag wollten die dänischen Regionen testen, ob sie und ihre Impfzentren bereit sind, um an einem Tag deutlich mehr Impfungen zu verabreichen als bislang. Die sozialdemokratische Regierung in Kopenhagen hat sich zum Ziel gesetzt, dass 100.000 Däninnen und Dänen pro Tag geimpft werden können, sobald mehr Impfstoff zur Verfügung steht.


Corona-Verschärfungen trotz Drohungen von Bolsonaro

18.00 Uhr: In Brasilien wollen zwölf Bundesstaaten und der Hauptstadtdistrikt Brasília ihre Maßnahmen gegen eine rasante Ausbreitung des Coronavirus verschärfen. Das reicht von Einschränkungen bei nicht lebensnotwendigen Dienstleistungen über die Schließung von Schulen bis hin zu einer nächtlichen Ausgangssperre, wie das brasilianische Nachrichtenportal “G1” am Freitagabend berichtete. So trat etwa im Bundesstaat Ceará eine verlängerte Ausgangssperre von 20 Uhr bis 5 Uhr an Wochenenden in Kraft. An den anderen Wochentagen beginnt sie bereits 19 Uhr. Mit den Restriktionen sollen auch die an ihre Grenzen geratenen Krankenhäuser entlastet werden.

Zuletzt hatten verschiedene Bundesstaaten vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems gewarnt. ​​​​Der linke Gouverneur Camilo Santana hatte am Freitag auch ein Treffen mit Präsident Jair Bolsonaro bei dessen Besuch in der nordöstlichen Region abgelehnt, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Präsident Bolsonaro hatte das Coronavirus von Anfang an verharmlost und Einschränkungen aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt. Auch jetzt warnte er Gouverneure, “die ihren Bundesstaat schließen”, dass sie für die Nothilfe des Staates selbst aufkommen müssten. Eine Impfung zieht er in Zweifel.


Arzthelferin mit Corona-Mutante infiziert – hunderte Kontakte

17.30 Uhr: Bei einer Arztpraxis-Mitarbeiterin in Düsseldorf, die mit bis zu 450 Personen Kontakt hatte, ist die hochansteckende Coronavirus-Mutante B.1.1.7 nachgewiesen worden. Das teilte die Stadt am Samstag mit. Die Nachverfolgung der Kontaktpersonen laufe auf Hochtouren. Die Angestellte soll den Angaben zufolge trotz Krankheitssymptomen weitergearbeitet haben. Die Arztpraxis wurde geschlossen.

Mitarbeiter im Gesundheitsamt versuchten derzeit, alle Kontaktpersonen, vor allem Patienten der Praxis, zeitnah telefonisch zu erreichen, hieß es bei der Stadt. Für alle Kontaktpersonen der Medizinischen Fachangestellten werde vorsorglich eine Quarantäne angeordnet. Das Ordnungsamt sowie die Kassenärztliche Vereinigung wurden informiert. Frühestens für Montag erwarte man eine Auswertung zu den Kontaktpersonen.

Firmen können Corona-Hilfen von mehr als zwei Millionen Euro beantragen

16.27 Uhr: Vom Corona-Lockdown betroffene Firmen können nun auch große Hilfsbeträge von mehr als zwei Millionen Euro beantragen. Hintergrund sind neue Vereinbarungen mit der EU-Kommission, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Samstag mitteilte. Dabei geht es um die sogenannten November- und Dezemberhilfen.

Für November und Dezember 2020 können Unternehmen, die direkt vom Lockdown betroffen waren – etwa Restaurants – Zuschüsse von bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahreszeitraum bekommen. Für Abschlagszahlungen ist der Bund zuständig, für die Abwicklung der eigentlichen Zuschüsse die Länder. Bislang wurden laut Wirtschaftsministerium rund 7,2 Milliarden Euro an die betroffenen Unternehmerinnen und Unternehmer ausgezahlt.

Lockdown in Auckland nach einem Corona-Fall

15.50 Uhr: Nach der Meldung einer einzigen Corona-Neuinfektion in der neuseeländischen Stadt Auckland ist ein Lockdown von mindestens einer Woche verhängt worden. Wie es zu der Ansteckung gekommen war, war zunächst unklar.

Ab Sonntagfrüh (Ortszeit) sind in der größten Stadt Neuseelands unter anderem Schwimmbäder, Museen, Kinos und Spielplätze geschlossen. Schulen bleiben weiterhin geöffnet, bieten jedoch nur Notbetreuung an. Zahlungen müssen ohne Bargeld erfolgen. Im Rest des Landes sind Versammlungen von mehr als 100 Menschen verboten.

Neuseeland gilt als Musterland in der Corona-Pandemie. In dem Land mit 4,8 Millionen Einwohnern wurden nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bisher 2016 Infektionsfälle nachgewiesen, 26 Menschen sind nach einer bestätigten Corona-Infektion gestorben.

Auch FDP-Politiker Lambsdorff fordert einen europäischen Trauerakt

15.31 Uhr: Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff unterstützt die Forderung von Außenminister Heiko Maas (SPD) nach einem gemeinsamen europäischen Trauerakt für die Corona-Toten. „Europa trauert gemeinsam um die Corona-Opfer – das wäre ein starkes Signal für die europäische Wertegemeinschaft“, sagte Lambsdorff unserer Redaktion. Der Zusammenhalt in der EU habe sich in der Corona-Pandemie als enorm wichtig erwiesen. „Diesem europäischen Geist sollte auch in der gemeinsamen Trauer um die Opfer Ausdruck verliehen werden.“

Lolek und Bolek haben Corona überstanden, aber kein Zuhause

15.09 Uhr: Nach einem negativen Coronatest haben zwei Katzen am Samstag die Quarantäne im Hamburger Tierheim verlassen können. Das Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald habe bestätigt, dass die Vierbeiner die Infektion überstanden haben, sagte die Leitende Tierärztin Urte Inkmann. Daraufhin habe das Bezirksamt die Quarantäne aufgehoben. Die Tiere hatten einer Hamburgerin gehört, die nach einer Coronavirus-Infektion gestorben war.

Die Kater hatten nach Angaben von Inkmann nur einen leichten Schnupfen. Sie seien nun in den Vermittlungsbereich des Tierheims umgezogen und suchten ein neues Zuhause. Weil ihre ursprünglichen Namen nicht mehr ergründbar waren, seien sie Lolek und Bolek getauft worden. „Die sind wirklich niedlich“, sagte Inkmann.


Corona-Impfung – Mehr zu den Impfstoffen:



Grüne fordern Verlängerung der Homeoffice-Pflicht

14.42 Uhr: Die Grünen-Fraktion im Bundestag fordert eine Verlängerung der Homeoffice-Pflicht. „Wir stehen vermutlich am Beginn einer dritten Welle“, erklärte die Grünen-Arbeitsmarktexpertin Beate Müller-Gemmeke am Samstag. „Wenn in Schulen die Kontakte wieder steigen, dann müssen wir im Gegenzug Maßnahmen in der Arbeitswelt stärken, um ein massives Ansteigen der Corona-Infektionen zu verhindern.“ Es sei daher „dringend notwendig“, die Homeoffice-Verordnung über den 15. März hinaus zu verlängern.

Die Ende Januar verabschiedete Verordnung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verpflichtet Arbeitgeber, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen, sofern keine zwingenden betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Ein verbindliches Recht auf Homeoffice gibt es aber nicht. Heil hatte bereits kurz nach dem Kabinettsbeschluss gesagt, es werde „rechtzeitig“ geprüft, ob eine Verlängerung nötig werde.

Regierung schickt ab Montag SMS mit Corona-Infos an Einreisende

14.04 Uhr: Wer nach Deutschland einreist, bekommt ab Montag zur Begrüßung eine SMS mit Informationen der Bundesregierung über die geltenden Corona-Regeln. Die Kurznachricht enthält einen Link auf eine Internetseite, die unter anderem Einreise- und Quarantänebestimmungen sowie allgemeine Hygienevorschriften wie etwa die Maskenpflicht erläutert, wie das Bundesgesundheitsministerium am Samstag mitteilte.

Die SMS wird demnach von den Mobilfunkanbietern verschickt, sobald sich ein Handy in ein deutsches Netz einbucht. Der Text lautet: „Die Bundesregierung: Willkommen/Welcome! Bitte beachten Sie die Test-/Quarantäneregeln; please follow the rules on tests/quarantine: https://bmg.bund.de/covid19“.


Reisen trotz Corona – Mehr zum Thema



Corona: Mehr als 2000 Tote und 73.000 Neuinfektionen in den USA

13.42 Uhr: In den USA sind 2151 Todesfälle binnen eines Tages im Zusammenhang mit dem Corona-Virus registriert worden. Diese Zahl für Freitag meldete die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore am Samstagvormittag (MEZ) auf ihrer Internetseite. Der bisherige Höchstwert an Corona-Toten war am 12. Januar mit 4407 verzeichnet worden. Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden erreichte am Freitag 73 006. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 299 786 neuen Fällen verzeichnet.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang fast 28,5 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 510 000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Österreich und Dänemark für Zusammenarbeit mit Israel in der Corona-Krise

13.11 Uhr: Österreich und Dänemark wollen mit Israel eine enge Zusammenarbeit bei der Erforschung und Produktion von Impfstoffen sowie Medikamenten vereinbaren. Dazu werde er mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am 4. März Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu besuchen, teilte Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am Samstag mit.

„Unsere 1. Priorität ist es, die Produktion und Beschaffung von Impfstoffen für die Zukunft zu beschleunigen“, so Kurz auf Twitter. Ziel müsse es sein, sich auch angesichts möglicher weiterer Mutationen auf die Phase nach dem Sommer vorzubereiten. Israel hat mit dem grünen Pass für Geimpfte inzwischen für die Betroffenen eine weitgehende Rückkehr zur Normalität ermöglicht. Kurz ist ein vehementer Fürsprecher eines solchen Projekts auch in der EU.


Weniger Corona-Tote in Deutschlands Pflegeheimen

12.41 Uhr: Die Corona-Schutzimpfungen führen inzwischen offenbar zu einer sinkenden Zahl von Covid-19-Toten in den deutschen Pflegeheimen. Eine Umfrage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ unter großen Pflegeheimbetreibern habe ergeben, dass die Zahl der Infizierten, Erkrankten und Verstorbenen seit Beginn der Immunisierungskampagne deutlich zurückgehe, berichtete das Blatt.

So hätten etwa die 28 Johanniter-Seniorenheime in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz seit Beginn der Impfungen unter ihren 2400 Bewohnern so gut wie keine Corona-Toten mehr gezählt. Auch hätten die Krankenhauseinweisungen wegen schwerer Covid-19-Erkrankungen dort aufgehört. Der Caritas-Verband, der 128.000 Betten in 1800 stationären Einrichtungen unterhält, teilte der Zeitung mit, nach Verabreichung der Zweitimpfungen seien die Infektionszahlen in den Häusern um 35 bis 65 Prozent zurückgegangen.

Großbritannien nimmt Abschied von „Captain Tom“

12.13 Uhr: Mit militärischen Ehren wird der im hohen Alter zum nationalen Held aufgestiegene Weltkriegsveteran „Captain Tom“ an diesem Samstag bestattet. Der 100 Jahre alte Tom Moore war am 2. Februar nach einer Coronavirus-Infektion in einem Krankenhaus im englischen Bedford gestorben.

Die Trauerfeier soll nach Angaben seiner Tochter „ziemlich spektakulär“ werden. Uhrzeit und Ort wurden auf Wunsch seiner Familie zunächst geheim gehalten. Sechs Soldaten sollen demnach den Sarg zum Krematorium tragen. Dazu sollen Salutschüsse abgefeuert werden und ein Hornspieler werde das als „Last Post“ bezeichnete militärische Signal spielen. Auch einen Überflug mit einem Militärflugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg soll es geben. Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie werden nur acht Familienmitglieder teilnehmen.

Moore hatte mehr als 32 Millionen Pfund (etwa 36,8 Millionen Euro) an Spenden für den in der Pandemie schwer unter Druck geratenen britischen Gesundheitsdienst NHS eingetrieben und schaffte damit einen Guinness-Weltrekord. Er war dafür 100 Runden mit seinem Rollator durch seinen Hinterhof marschiert. Beinahe über Nacht avancierte er zum nationalen Helden. Queen Elizabeth II. schlug ihn zum Ritter.


Corona-Inzidenz in Thüringen doppelt so hoch wie bundesweit

11.46 Uhr: In Thüringen ist der Inzidenzwert bei Corona-Neuinfektionen doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt. Nach 516 neuen Fällen seit Freitag lag der Wert je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Samstag (0.00 Uhr) bei 125,5, wie die Staatskanzlei unter Berufung auf Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) mitteilte. In Thüringen hatten sich in den vergangenen sieben Tagen 2677 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Freitag hatte die Inzidenz im Freistaat noch bei 121 gelegen. Für Deutschland gab das RKI am Samstag einen Wert von 63,8 an.

Kommunen fordern „Corona-Notbremse“ zur Rücknahme von Lockerungen

10.23 Uhr: In der Debatte über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise plädiert der Städte- und Gemeindebund für eine Regelung, um bereits erfolgte Lockerungen notfalls wieder zurückzunehmen. Es sei „sinnvoll, eine Corona-Notbremse vorzusehen, sodass bei dramatischen Entwicklungen Öffnungen auch wieder rückgängig gemacht werden können“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Landsberg schlug vor, vorerst kleine Schritte zu gehen. Denkbar sei etwa, „bei Restaurants und Gaststätten vorrangig die Außengastronomie zu öffnen und im Innenbereich noch mehr Fläche pro Gast vorzusehen.“

Auch CSU-Generalsekretär Markus Blume mahnte zur Vorsicht. „Die Gefahren durch die Mutationen nehmen dramatisch zu, jede Erleichterung kann nur auf Bewährung stattfinden“, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“ vom Samstag. Im Zweifelsfall müsse für Sicherheit und Gesundheitsschutz entschieden werden.

Regierung will Beförderungsverbot um bis 17. März verlängern

10.56 Uhr: Die Bundesregierung hält nach einem Bericht unserer Redaktion am Beförderungsverbot für Einreisende aus Gebieten mit einem hohen Anteil an SARS-CoV-2-Mutationen fest. Ein Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums sieht eine Verlängerung um zwei Wochen bis zum 17. März vor. „Mit einem deutlich verringerten Eintrag von Virusvarianten sollen weitere Infektionen möglichst verhindert werden“, heißt es in dem Papier.

Die Bundesregierung will am Montag im so genannten kleinen Corona-Kabinett darüber beraten, ob parallel zum Beförderungsverbot auch die Kontrollen an der Grenzen zu Tschechien und Tirol fortgesetzt werden. Zumindest für Tschechien gilt dies als wahrscheinlich. Neben der Mutationsgefahr ist Tschechien mit einer 7-Tage-Inzidenz von derzeit über 700 das Land in Europa mit der höchsten Zahl von Neuansteckungen. Als Virusvariantengebiete gelten derzeit in Europa Großbritannien, Irland, Portugal, Tschechien und Tirol in Österreich. Das bisherige Beförderungsverbot für Transportunternehmen endet am 3. März.

Virtuelle Chorprobe in Zeiten von Corona

10.27 Uhr: Chöre können in der Corona-Pandemie nicht ohne Weiteres proben. Denn die Sänger stoßen besonders viele Aerosole aus. Wegen der Infektionsgefahr sind daher derzeit herkömmliche Chorproben verboten. Einige haben jedoch andere Mittel und Wege zum Singen gefunden: Gesangslehrerin Juliane Berg probt in Koblenz (Rheinland-Pfalz) virtuell mit ihrem Chor per Videokonferenz.

Reisebranche bereitet Sommerurlaube mit Impfpass und Schnelltests vor

10.08 Uhr: Deutschlands Reiseveranstalter hoffen trotz der weiter hohen Corona-Zahlen auf eine Reisewelle zur Sommersaison. Massenhafte Schnelltests und ein digitaler Impfausweis sollen nach einem Jahr der Krise eine dringend benötigte Trendwende im Tourismus herbeiführen. Denn die Einbußen durch Corona machen den Unternehmen nach Einschätzung des Deutschen Reiseverbands (DRV) angesichts des monatelangen Lockdowns immer mehr zu schaffen.

Nach Angaben des DRV verzeichneten die deutschen Reiseveranstalter und -büros im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 80 Prozent, im Januar sogar von mehr als 90 Prozent. DRV-Präsident Norbert Fiebig appellierte daher: „Die Menschen, die endlich wieder raus möchten, brauchen eine Perspektive, aber auch die Unternehmen, die Reisen anbieten und vermitteln, sowie die fast drei Millionen Beschäftigten im Tourismus.“ Auch die Urlaubsländer seien auf Touristen angewiesen.

Scholz mahnt gemeinsames Vorgehen bei Corona-Lockerungen an

9.44 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat vor den Bund-Länder-Gesprächen zu einem gemeinsamen Vorgehen bei möglichen Öffnungen in der Corona-Pandemie gemahnt. „Ich bestehe darauf, dass wir hier eine gemeinschaftliche Führungsleistung in Deutschland zustande bringen“, sagte Scholz im Deutschlandfunk. Es müsse auch die Bereitschaft geben, dass bei steigenden Infektionszahlen vor Ort schnell gehandelt werde, damit es nicht wieder eine Ausbreitung des Virus auf ein ganzes Bundesland oder Deutschland gebe.

Es sei bekannt, dass etwa der Einzelhandel in einer ganz schwierigen Lage sei. „Aber niemand hat etwas davon, wenn wir Geschäfte öffnen und kurz danach wieder schließen“, erklärte er. „Deshalb sage ich, ich bin dafür, dass es nicht bei vagen Aussagen bleibt, sondern dass wir sehr klare, präzise Festlegungen treffen, dass sie zwischen den Ländern und mit der Bundesregierung besprochen werden und dass wir dann uns auch gemeinsam vorwärts bewegen.“ Es müsse einen Plan geben, den alle gut verstehen könnten – in Kombination mit dem großflächigen Testen auf das Virus. „Das muss eine Lösung aus einem Guss sein.“

US-Repräsentantenhaus stimmt für Bidens Corona-Hilfspaket

9.21 Uhr: Das Corona-Hilfspaket von US-Präsident Joe Biden hat eine erste Hürde genommen: Das Repräsentantenhaus in Washington billigte das 1,9 Billionen Dollar (1,6 Billionen Euro) teure Maßnahmenpaket in der Nacht zum Samstag. 219 Abgeordnete stimmten für das Konjunktur- und Hilfspaket, 212 Abgeordnete dagegen, darunter zwei Demokraten. Nun muss noch der Senat zustimmen.

Die Zustimmung des Repräsentantenhauses galt als sicher, da Bidens Demokraten in der Kongresskammer die Mehrheit haben. Das Hilfspaket sieht Schecks über 1400 Dollar für Millionen Bürger vor. Außerdem sind unter anderem 160 Milliarden Dollar für Corona-Impfungen, Tests und Gesundheitspersonal vorgesehen, 130 Milliarden Dollar für eine sichere Wiedereröffnung von Schulen sowie 350 Milliarden Dollar Hilfen für Städte und Bundesstaaten.

Star-Figuren sollen in New Yorker Lokal für Corona-Abstand sorgen

9.02 Uhr: Ein New Yorker Steak-Restaurant hat Wachsfiguren von Stars aufgestellt, um seinen Gästen in der Corona-Pandemie beim Abstand halten zu helfen. Die Wachsfiguren stammten aus dem Museum Madame Tussauds und sollten bis Anfang März in dem Lokal Peter Luger im Stadtteil Brooklyn bleiben, teilten die Betreiber beider Einrichtungen mit. Zu sehen sind unter anderem die Schauspieler Jon Hamm und Audrey Hepburn (1929-1993) sowie der Moderator Jimmy Fallon.

Den Restaurants in New York war in der Pandemie erst vor kurzem erlaubt worden, ihre Innenräume wieder mit eingeschränkter Kapazität und unter Einhaltung von Masken-, Hygiene- und Abstandsregeln zu öffnen.


Experte rechnet mit starkem Anstieg der Corona-Infektionen

8.41 Uhr: Die dritte Welle der Corona-Pandemie wird nach Berechnungen des Saarbrücker Pharmazie-Professors Thorsten Lehr ähnlich stark ausfallen wie die zweite. „Ich gehe schon davon aus, dass wir wieder so Zustände wie vor Weihnachten bekommen werden“, sagte der Experte für Corona-Prognosen der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Er rechnete damit, dass in der erste Aprilhälfte wieder Sieben-Tage-Inzidenzen um 200 erreicht werden könnten.

Zwei Entwicklungen seien für den erneuten Anstieg der Corona-Zahlen verantwortlich. Zum einen sei die britische Mutante, die wohl um die 35 Prozent ansteckender sei, in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. „Sie wird auch hier die Oberhand gewinnen und weiter ansteigen bis in den 90-plus-Bereich“, sagte Lehr nach Analyse der jüngsten Zahlen des „Covid-Simulators“ an der Universität des Saarlandes.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen für Impfpass nach Vorbild Israels

8.14 Uhr: Eine große Mehrheit der Deutschen wünscht sich einen Corona-Impfpass, der den Besuch von Theatern, Fitnessstudios, Sportereignissen oder auch Reiseerleichterungen ermöglicht. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 16 Prozent dafür, einen solchen „Grünen Pass“ nach dem Vorbild Israels sofort einzuführen.

Weitere 44 Prozent meinen, man sollte damit warten, bis alle Menschen in Deutschland ein Impfangebot bekommen haben. Nach derzeitiger Planung soll das bis zum 21. September der Fall sein. Nur 35 Prozent lehnen die Einführung eines Passes, der Geimpften Vorteile gegenüber nicht Geimpften ermöglicht, grundsätzlich ab.


Patientenschützer kritisieren Öffnungsschritte mit Hilfe von Schnelltests als „reines Wunschdenken“

7.00 Uhr: Patientenschützer haben die Pläne von Bund und Ländern, weitere Öffnungsschritte mit Hilfe von millionenfachen, flächendeckenden Corona-Schnelltests abzusichern, als „reines Wunschdenken“ kritisiert: „Selbst für hunderttausende geimpfte Pflegeheimbewohner gibt es keine Freiheitsrechte, weil die täglichen Schnelltests für Besucher und Altenpflegekräfte fehlen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, unserer Redaktion. Schon für diese vergleichbar kleine Gruppe gelinge es nicht, genügend Schnelltests zu organisieren. „Wie soll es dann in Einkaufszentren, Schulen, Universitäten, Kneipen oder Kinos funktionieren?“ warnte der Patientenschützer.

Maas fordert europäischen Trauer-Akt für Corona-Tote

6.30 Uhr: Außenminister Heiko Maas hat einen gemeinsamen europäischen Trauer-Akt für die Corona-Toten gefordert. „Über eine halbe Million EU-Bürgerinnen und -Bürger haben mittlerweile in Verbindung mit einer Corona-Infektion ihr Leben verloren“, sagte der SPD-Politiker dieser Redaktion. „Ich würde mir sehr wünschen, dass wir der Verstorbenen auch in einem europäischen Akt gemeinsam gedenken.“ Lesen Sie mehr dazu: Außenminister Maas fordert Trauerakt für Europas Corona-Tote

Bundeswahlleiter fordert einheitliche Regelung für Maskenverweigerer in Wahllokalen

6.00 Uhr: Bundeswahlleiter Georg Thiel hat eine einheitliche Regelung für den Umgang mit Maskenverweigerern in Wahllokalen gefordert. „Ich bin der Ansicht, dass die Maskenpflicht im Wahllokal strikt befolgt werden muss. Die Bundestagswahl darf nicht zum Superspreader-Event werden“, sagte er unserer Redaktion. „Aber wir dürfen dabei das Recht auf Stimmabgabe nicht verletzen.“ Es dürfe nicht dazu kommen, dass Wahlhelfer in Rangeleien mit Corona-Leugnern verwickelt werden, betonte Thiel. „Wir wollen auch keine Sicherheitskräfte vor den Wahllokalen haben, um die Corona-Regeln durchzusetzen.“ Bis zum Sommer müsse eine Regelung gefunden werden, „die in allen Bundesländern gilt“.

Trotz der Pandemie sieht Thiel aber keine Veranlassung, die Bundestagswahl als reine Briefwahl zu veranstalten, sagte Thiel. „Wir müssen uns aber darauf einstellen, dass die Briefwahl dieses Mal größer wird“, sagte er. „Daher müssen wir mehr Briefwahlunterlagen drucken, und wir brauchen auch mehr Wahlhelfer. Wir hatten in der Vergangenheit bis zu 700.000 – dieses Mal werden womöglich zehn Prozent mehr gebraucht.“ Mehr dazu im Interview: Bundeswahlleiter gibt sein Wort: Die Briefwahl ist sicher

So viel gibt der Bund für Importe von Covid-19-Medikamenten aus


5.30 Uhr: Deutschland gibt für die Erforschung von neuen Covid-19-Medikamenten nur ein Bruchteil dessen aus, was es für den Import solcher Arzneien aus dem Ausland zahlt. Wie diese Redaktion unter Bezug auf eine Antwort des Bundesforschungsministeriums auf eine Grünen-Anfrage berichteten, stellte die Regierung für entsprechende Forschungsprojekte in Deutschland in diesem und dem vergangenen Jahr insgesamt 73 Millionen Euro zur Verfügung. Dagegen gab der Bund für Importe eines neuen Corona-Medikaments auf Antikörper-Basis zuletzt rund 400 Millionen Euro aus. Die staatlichen Ausgaben für den Ankauf im Ausland waren damit fünfeinhalb Mal höher als jene für die heimische Entwicklung solcher Arzneien.

Der Wissenschaftspolitiker der Grünen, Kai Gehring, kritisierte das Vorgehen der Koalition. „Wären vergleichbare Summen frühzeitig in die Medikamentenforschung zu Covid-19 geflossen, wären wir heute viel besser aufgestellt“, sagte er unserer Redaktion. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) habe in der Pandemie „wichtige Zeit verspielt“. Forscher in Deutschland suchten händeringend nach Finanzierung für ihre Projekte, die jetzt im großen Maßstab klinisch geprüft werden müssten. Gehring betonte: „Medikamente sind in der Pandemie echte Lebensretter und notwendig, um Langzeitfolgen einer Erkrankung abzumildern.“ Je mehr Verzögerungen es bei der Impfstrategie der Bundesregierung gebe, desto länger werden man auf solche Arzneien angewiesen sein.

UN-Sicherheitsrat fordert in Resolution gerechte Impfstoffverteilung

3.47 Uhr: Der UN-Sicherheitsrat hat in einer einstimmig verabschiedeten Resolution eine gerechte weltweite Verteilung von Corona-Impfstoffen gefordert. Alle 15 Ratsmitglieder unterstützten die von Großbritannien eingebrachte Resolution, die vor allem den Zugang zu Corona-Vakzinen in konfliktgeplagten und ärmeren Ländern verbessern soll, wie es am Freitag aus Diplomatenkreisen hieß. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, begrüßte die Resolution.

Es handelt sich um die zweite Resolution des UN-Sicherheitsrates zur Corona-Pandemie. Die Ratsmitglieder bekräftigten darin ihre Forderung nach Solidarität mit ärmeren Staaten sowie nach Waffenstillständen in Konflikten. In dem von der Nachrichtenagentur AFP eingesehenen Resolutionstext werden reichere Staaten dazu ermutigt, Corona-Impfstoffdosen an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu spenden.

US-Expertengremium empfiehlt Zulassung für Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

1.34 Uhr: Ein Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA hateinstimmig empfohlen, dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson eine Notfallzulassen zu erteilen. „Ich denke, wir müssen berücksichtigen, dass wir uns immer noch inmitten dieser tödlichen Pandemie befinden und dass es einen Mangel an zugelassenen Impfstoffen gibt“, erklärte am Freitag die Expertin Archana Chatterjee, die dem unabhängigen Gremium angehört.

Erwartet wird, dass die US-Gesundheitsbehörden der Empfehlung des Impfauschusses folgen und das Vakzin von Johnson & Johnson für Impfungen bei Erwachsenen rasch zulassen werden. Die USA hätten dann nach den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna einen dritten Corona-Impfstoff zur Verfügung. Bisher wurden US-weit bereits mehr als 66 Millionen Injektionen verabreicht.

Corona-News vom 26. Februar: Impfkommission plant neue Empfehlung für Astrazeneca-Vakzin

22.23 Uhr: Die Ständige Impfkommission in Deutschland (Stiko) will ihre Empfehlung zum Impfstoff des Herstellers Astrazeneca überdenken. Es werde „sehr bald zu einer neuen, aktualisierten Empfehlung kommen“, sagte der Chef der Kommission, Thomas Mertens, am Freitagabend im ZDF-„heute journal“.

Die Stiko hatte – anders als die EU-Arzneimittelbehörde EMA – den Impfstoff vorerst nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen, weil Daten zur Wirkung bei Älteren fehlen. Das Vakzin trifft bei vielen Menschen auf Vorbehalte. „Das Ganze ist irgendwie schlecht gelaufen“, räumte Mertens ein. Er rechtfertigte aber die Stiko-Entscheidung mit einer dünnen Datenlage. „Wir hatten die Daten, die wir hatten und haben auf der Basis dieser Daten die Empfehlung gegeben. Aber wir haben nie den Impfstoff kritisiert. Wir haben nur kritisiert, dass die Datenlage für die Altersgruppe über 65 nicht gut oder nicht ausreichend war.“ Ansonsten sei der Impfstoff „sehr gut“ und er werde „jetzt durch hinzukommende neue Daten noch besser in der Einschätzung“, betonte Mertens.

Corona-Tests können laut Kanzleramtschef Öffnungen ermöglichen

21.18 Uhr: Corona-Schnelltests und Selbsttests spielen Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) zufolge bei der Bekämpfung der Pandemie und dem weiteren Vorgehen eine wichtige Rolle. Der Aufbau von Kapazitäten und die Durchführung von Tests sei in der nächsten Zeit das „zentrale Instrument“, sagte er am Freitagabend beim digitalen Jahresempfang der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Wiesbaden. „Wir werden in Zukunft alle wesentlich häufiger getestet werden.“ Wenn man auf diese Weise schaffe, die Infektionszahlen gut zu stabilisieren, „dann haben wir eine Menge Öffnungsperspektiven“.

Angesichts der als ansteckender geltenden Virusmutationen müsse man auf dem Weg aus dem Lockdown sehr vorsichtig vorgehen, damit die Zahlen nicht wieder nach oben schnellen, betonte Braun. Es gehe darum, in „kleinen, vorsichtigen Schritten“ etwas zu ermöglichen. Das Schlimmste wäre: „Wir machen auf, stellen fest, es klappt nicht und dann sind die Zahlen wieder hoch und machen wieder relativ streng zu.“

Kretschmann: Nicht überhastet öffnen und bald wieder schließen müssen

20.23 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat seinen Vorstoß für eine stärkere Lockerung des Corona-Lockdowns mit Hilfe von Schnelltests verteidigt. Zugleich warnte er in einem Interview mit dem „Reutlinger General-Anzeiger“ vor zu hohen Erwartungen und übereilten Lockerungen.

„Wir bekommen neue Optionen, wenn nächste Schritte zur Öffnung von Schnelltests begleitet werden, in manchen Bereichen wird unter Umständen auch ein Freitesten möglich sein.“ Darüber müsse man am kommenden Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel und den anderen Ministerpräsidenten reden. Kretschmann mahnte jedoch weiterhin zu großer Vorsicht: „Die Zahl der Neuinfektionen, die Belegung der Krankenhausbetten dürfen wir nicht außer Acht lassen. Es wäre niemand damit geholfen, wenn wir überhastet öffnen und wir müssten in wenigen Wochen wieder zumachen.“

Das Staatsministerium hatte am Donnerstag in einem Impulspapier für die Bund-Länder-Beratungen vorgeschlagen, Geschäfte, Restaurants und Museen schrittweise mit Hilfe von Schnelltests wieder schrittweise zu öffnen.


WHO vermisst Kooperation für eine Ausweitung der Impfstoff-Produktion

19.52 Uhr: Um die Produktion von Impfstoffen gegen das Coronavirus deutlich anzukurbeln, müssen aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) endlich bestimmte Hürden fallen. Es gehe um Technologie-Transfer, freiwillige Lizenzen oder den befristeten Verzicht auf geistiges Eigentum, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. In einer Jahrhundertkrise wie dieser, sei der Moment für solche Schritte gekommen. „Wir stellen mangelnde Zusammenarbeit und sogar erheblichen Widerstand fest.“ Eine Ausweitung der Produktionskapazitäten wäre ein wichtiger Schritt, um Impfstoffe auch in den ärmeren Ländern schnell verteilen zu können. Davon würden alle Staaten profitieren, so Tedros.

Jüngst hatten sich Indien und Südafrika bei der Welthandelsorganisation (WTO) dafür eingesetzt, die Patente von Pharmafirmen auf Corona-Impfstoffe vorübergehend aufzuheben. Die Gespräche bei der WTO verliefen ergebnislos. Die reichen Länder argumentierten, dass es nicht genügend Produktionsfirmen gebe. Die Pharmaindustrie will verhindern, dass der Patentschutz angetastet wird. Investitionen in Medikamentenforschung lohnten sich nur, wenn die Firmen bei Erfolg damit auch Geld verdienen können, heißt es.

Pflegeheime verzeichnen sinkende Corona-Todesrate seit Impfbeginn

18.45 Uhr: Die Corona-Schutzimpfungen führen inzwischen offenbar zu einer sinkenden Zahl von Covid-19-Toten in den deutschen Pflegeheimen. Eine Umfrage der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ unter großen Pflegeheimbetreibern habe ergeben, dass die Zahl der Infizierten, Erkrankten und Verstorbenen seit Beginn der Immunisierungskampagne deutlich zurückgehe, berichtete das Blatt.

So hätten etwa die 28 Johanniter-Seniorenheime in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz seit Beginn der Impfungen unter ihren 2400 Bewohnern so gut wie keine Corona-Toten mehr gezählt. Der Caritas-Verband, der 128.000 Betten in 1800 stationären Einrichtungen unterhält, teilte der Zeitung mit, nach Verabreichung der Zweitimpfungen seien die Infektionszahlen in den Häusern um 35 bis 65 Prozent zurückgegangen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts, die das Blatt zitiert, waren in der letzten Dezemberwoche 2020 noch rund 4000 Menschen über 80 Jahre an oder mit Covid-19 gestorben. Innerhalb von vier Wochen sei diese Zahl auf 2600 gesunken.


Biontech-Chef glaubt an deutliche Veränderung der Infektionsrate ab Ende Mai

18.09 Uhr: Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass die Menschen in einiger Zeit eine dritte Dosis einer Corona-Schutzimpfung brauchen könnten. Dem „Spiegel“ sagte Sahin zudem, dass die Infektionsrate in Deutschland seiner Ansicht nach erst „ab Ende Mai oder Anfang Juni einen deutlichen impfstoffbedingten Rückgang verzeichnen“ könnte. „Wir haben das Problem, dass B.1.1.7 nun auch hier anfängt zu grassieren. Ab Mitte März sollte sich bei der zuerst geimpften älteren Bevölkerung die Mortalität reduzieren, wenn die Impfungen weiter vorangehen“, erklärte Sahin.

„Bis zum Spätsommer sollten wir die Pandemie deutlich besser unter Kontrolle haben, wenn sich genügend Menschen impfen lassen“, sagte der 55-Jährige. Das bedeute nicht, dass es keine neuen Ansteckungen mehr gebe. „Aber, dass wir ein normales Leben haben können.“


RKI verschärft Empfehlung zu neuen Corona-Varianten

17.52 Uhr: Angesichts der Ausbreitung ansteckenderer Varianten des Coronavirus in Deutschland verschärft das Robert Koch-Institut (RKI) eine Empfehlung für Ärzte. Bei einer Infektion mit einer der Varianten oder dem Verdacht darauf sollten Patienten – unabhängig von der Schwere, dem Alter oder einem Krankenhausaufenthalt – vorsorglich 14 Tage isoliert werden, heißt es in einer am Freitag aktualisierten Empfehlung des Bundesinstituts. Vor dem Verlassen der Isolierung sollte außerdem ein Antigentest oder ein PCR-Test gemacht werden.

Hintergrund sei eine noch unzureichende Datenlage zur Ausscheidung von Erregern. Zuvor enthielt die Empfehlung zu besorgniserregenden Virus-Varianten keine Angabe zur Dauer einer Isolierung, wie das RKI auf Anfrage erläuterte.

Corona-Impfstoff: Produzieren Österreich und Russland bald gemeinsam?

17.31 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz und Russlands Staatschef Wladimir Putin wollen Möglichkeiten für eine gemeinsame Produktion des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V ausloten. In einem Telefonat der beiden Politiker sei es „im Detail“ um die Pandemie-Bekämpfung, die mögliche Belieferung Österreichs mit Sputnik V sowie dessen gemeinsame Herstellung gegangen, teilte der Kreml am Freitag mit. Den Angaben zufolge war das Telefonat von der Regierung in Wien initiiert worden.

Russland hatte seinen Corona-Impfstoff im Sommer vergangenen Jahres zugelassen – noch bevor die klinischen Studien beendet waren. Dies hatte mit Blick auf die Wirksamkeit des Vakzins international zunächst Skepsis ausgelöst. Eine kürzlich im renommierten Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlichte Studie kam allerdings zu dem Schluss, dass Sputnik V sicher und zu mehr als 90 Prozent wirksam ist.


Modellrechnung: Millionen Bürger könnten schneller geimpft werden

17.25 Uhr: Millionen Bürger könnten deutlich schneller gegen Corona geimpft werden, wenn die zulässigen Intervalle zwischen Erst- und Zweitimpfung voll ausgeschöpft und keine Impfdosen mehr für Zweitimpfungen zurückgelegt werden. Dies zeigen Modellrechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung, die am Freitag veröffentlicht wurden. Würde so verfahren, könnten bis Ostern mehr als zwei Millionen zusätzliche Erstimpfungen gespritzt werden.

Und bis zum Beginn der Sommerferien in den ersten Ländern am 21. Juni könnten sogar mehr als 7,5 Millionen zusätzliche Erstimpfungen stattfinden. Laut dem Modell könnten dann 58 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfung erhalten. Im Unterschied dazu würden beim aktuellen Impfregime nur etwa 47 Prozent diesen Schutz bis zum Sommer bekommen, hieß es.

Elfenbeinküste erhält als zweites Land Corona-Impfdosen von Covax

17.11 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Elfenbeinküste als zweites Land der Welt Impfdosen von der internationalen Covax-Initiative erhalten. 540.000 Dosen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff seien am Freitag in der Hauptstadt Abidjan angekommen, teilte das UN-Kinderhilfswerk Unicef mit. Zuvor hatte Ghana als erstes Land am Mittwoch Corona-Impfdosen von Covax erhalten.

Die Covax-Initiative wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Impfallianz Gavi gegründet, um Länder mit kleinen und mittlerem Einkommen mit Corona-Impfstoffen zu versorgen. Die Initiative will nach eigenen Angaben in diesem Jahr knapp zwei Milliarden Dosen liefern.


Maskenpflicht in beliebten Hamburger Parks

16.41 Uhr: Aus Sorge vor steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie führt Hamburg an den Wochenenden eine Maskenpflicht in besonders beliebten großen Parks und Grünanlagen ein. Das teilte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag in der Hansestadt nach einer Senatssitzung mit. Die Vorschrift zum Maskentragen gelte darüber hinaus auch an allen Stellen im öffentlichen Raum, in denen es „eng“ werde und Abstände nicht garantiert seien.

Betroffen von der Maskenpflicht sind etwa die Grünanlagen entlang der Alster, der Hamburger Stadtpark und das Elbufer. Dabei handelt es sich um beliebte Ziele für Spaziergänge und Ausflüge. Die Pflicht gilt jedoch nur an Wochenende tagsüber zwischen 10 und 18 Uhr. Die Polizei werde die Einhaltung dieser Regeln kontrollieren, sagte Tschentscher. Bereits jetzt gilt in Hamburg eine Maskenpflicht in bestimmten zentralen Stadtgebieten.

Lauterbach erklärt, was passiert, wenn Lisa tanzen geht

16.21 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat in einer Reihe von Tweets auf die Gefahren von Corona-Selbsttests hingewiesen. Am Beispiel der jungen Frau Lisa erläutert der Politiker, dass ein solcher Test 40 Prozent der Fälle übersieht. Der Mediziner rät: „Daher wäre es besser, wenn Lisa noch gar nicht tanzen ginge, sondern erst dann, wenn wir zumindest die 3 Hochrisikogruppen geimpft haben.“


Altmaier: Öffnung von Außengastronomie um Ostern möglich

16.09 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hält eine Öffnung der Außengastronomie in Deutschland um Ostern herum für möglich. Das sagte Altmaier am Freitag in Berlin nach digitalen Beratungen mit seinen Ministerkollegen aus den Ländern. Voraussetzung sei die Einhaltung von Hygienevorschriften. Die Verfügbarkeit von Schnelltests könne eine Öffnung der Außengastronomie noch sicherer machen.

Altmaier sagte mit Blick auf das Vorgehen in der Corona-Krise, er wolle nicht von einem Paradigmenwechsel sprechen. Die Strategie aber müsse angepasst und weiterentwickelt werden. Es gehe um eine Perspektive, die Mut mache.

Bundesregierung erklärt Malta zum Corona-Hochrisikogebiet

15.57 Uhr: Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung das beliebte Urlaubsland Malta ab Sonntag als Hochrisikogebiet eingestuft. Das bedeutet, dass dann schon bei der Einreise nach Deutschland ein negativer Corona-Test vorgezeigt werden muss. Die Pflicht zu einer zehntägigen Quarantäne, von der man sich erst nach fünf Tagen durch einen weiteren Test befreien kann, bleibt unverändert bestehen.

Als „Hochinzidenzgebiete“ gelten die Länder, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (Inzidenz) über 200 lag. Malta wird am Sonntag als 29. Land in diese Kategorie aufgenommen. Die Inselgruppe im Mittelmeer zwischen Sizilien und Nordafrika hat rund 500.000 Einwohner. In dem kleinen EU-Land gab es in den vergangenen Tagen jeweils um die 200 neue Infektionsfälle innerhalb von 24 Stunden, am Freitag waren es 258.

Blutspenden sollen Auskunft über Herdenimmunität geben

15.16 Uhr: Mithilfe von Blutspenden will die Universität Magdeburg genauere Daten zur Ausbreitung des Coronavirus sammeln. Eine Studie soll Informationen zum aktuellen Stand der Herdenimmunität im Großraum der Landeshauptstadt liefern, wie die Universität am Freitag mitteilte. „Hierzu werden wir Blutspenderinnen und Blutspender aus Magdeburg und Umgebung auf Sars-CoV-2 Antikörper untersuchen“, sagte Professor Hans-Gert Heuft laut Mitteilung. Den teilnehmenden Menschen wird den Angaben zufolge kein zusätzliches Blut abgenommen, da die Probe für die Untersuchung Bestandteil der Blutspende sei. Zusätzlich müssen Studienteilnehmer einen Fragebogen ausfüllen.

Interessierte können sich online oder telefonisch zur Blutspende in der Uni-Blutbank anmelden. Die Studie ist eine Kooperation der Blutbank und zwei Instituten der Universitätsmedizin Magdeburg. Das Land fördere die Erhebung mit 240.000 Euro, hieß es.

Großteil der Pflegeheimbewohner gegen Corona geimpft

14.51 Uhr: Rund zwei Monate nach dem Start der Impfkampagne in Deutschland hat die große Mehrheit der besonders anfälligen Pflegeheimbewohner in Deutschland eine Corona-Impfung erhalten.

Mehr als 795.000 von ihnen wurde eine erste Dosis gespritzt, mehr als 550.000 auch schon die zweite, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (Stand: Freitag 10 Uhr) hervorgeht. Insgesamt wird von rund 900.000 Menschen in solchen Einrichtungen ausgegangen. Senioren in Gemeinschaftsunterkünften gelten als besonders gefährdet für schwere und tödliche Verläufe.

Biontech-Gründerpaar erhält das Bundesverdienstkreuz

14.26 Uhr: Die Gründer des Impfstoffherstellers Biontech, Özlem Türeci und Ugur Sahin, bekommen das Bundesverdienstkreuz. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier werde dem Ehepaar am 19. März im Schloss Bellevue das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreichen, teilte das Bundespräsidialamt am Freitag mit. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nehme an der Zeremonie teil.

Türeci und Sahin „verbinden medizinische Grundlagenforschung mit deren Übersetzung in eine praktische Nutzung“, erklärte das Präsidialamt. „Dank ihrer weltweit anerkannten Kompetenz im Bereich der mRNA-Technologien und ihres unermüdlichen Einsatzes gelang ihnen innerhalb kürzester Zeit die Entwicklung und Zulassung eines Impfstoffes gegen Covid-19. Sie haben damit einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie geleistet.“


Parade zum Christopher Street Day in Berlin geplant

14.20 Uhr: Am 11. September soll eine Parade zum Christopher Street Day durch Berlin ziehen. Im vergangenen Jahr hatte es wegen der Corona-Pandemie nur eine Online-Ausgabe und kleine Demos gegeben. Diesmal soll es wieder ein großes queeres Event mit Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor werden. Wenn die Parade wegen steigender Inzidenzzahlen nicht zu verantworten sei, sei der CSD schnell abgesagt, teilte der Veranstalter am Freitag mit. Über die Pläne hatten die „Siegessäule“ und der „Tagesspiegel“ berichtet.

Organisiert wird die Berliner Parade von der neuen „Aktionsgemeinschaft LGBTIQ*“. Diese sieht sich laut der Mitteilung aber nicht als Konkurrenz zu bestehenden Vereinen, sondern wünscht sich eine Zusammenarbeit.


Polen fordert Patentfreigabe für Impfstoffe – und erhöht Altersgrenze für Astrazeneca Vakzin

14.11 Uhr: Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki forderte am Freitag, dass Pharamaunternehmen, die öffentliche Gelder für die Impfstoff-Entwicklung erhalten haben, ihre Patente anderen Firmen zugänglich machen. Damit sollte anderen Herstellern ermöglicht werden, sofort weitere Impfstoffe zu produzieren.

„Geld, das wir für dieses Ziel (der raschen Impfstoffproduktion) eingesetzt haben, ging an Wissenschaftler ebenso wie an Firmen. Und nun sehen wir, dass diese Firmen mit ihrer Produktion in Rückstand geraten oder dass Impfstoffe aus europäischen Produktionsstätten außerhalb der EU verkauft werden“, schrieb Morawiecki bei Facebook.

Ebenfalls am Freitag gab das das polnische Gesundheitsministerium bekannt, dass in Polen nun auch Menschen bis zum 69. Lebensjahr mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft würden.

Biden würdigt Fortschritte bei Corona-Impfkampagne in den USA

13.59 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat die Fortschritte bei der Corona-Impfkampagne im Land angepriesen. Bei den Impfungen seien die USA dem Zeitplan um „Wochen“ voraus, sagte Biden anlässlich der 50-millionsten Impfung seit seinem Amtsantritt am 20. Januar. „Wir bewegen uns trotz des Chaos, das wir von der Vorgänger-Regierung geerbt haben, in die richtige Richtung“, fügte der Präsident bei einer Zeremonie im Weißen Haus mit Blick auf seinen Vorgänger Donald Trump hinzu.


Zehntausende Verstöße gegen Maskenpflicht bei der Bahn

13.42 Uhr: Gegen die Maskenpflicht in Zügen und auf Bahnhöfen gab es im vergangenen Jahr Zehntausende Verstöße. Von Mitte September bis zum Jahresende registrierte die Bundespolizei gut 236.000 Fälle, wie eine Anfrage der FDP im Bundestag ergab. Unterdessen kam es 2020 zu weniger Straftaten in Bahnhöfen und Zügen, wie aus der Antwort des Bundesinnenministeriums hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Ministerium betont: „Nach Auffassung der Bundesregierung sind die Bahnhöfe und Züge in Deutschland sicher.“

Bundestag billigt Zuschuss für Geringverdiener

13.21 Uhr: Geringverdiener, Langzeitarbeitslose und Sozialhilfebezieher erhalten in der Corona-Krise weitere Unterstützung. Der Bundestag billigte am Freitag ein Hilfspaket, das einen Zuschuss zur Grundsicherung vorsieht. So sollen erwachsene Geringverdiener, Langzeitarbeitslose und Sozialhilfebezieher pauschal einen Zuschuss von einmalig 150 Euro bekommen.

Vor dem Reichstagsgebäude demonstrierten mehrere Sozialverbände für weitere Hilfen. Der beschlossene Corona-Zuschuss für Hartz-IV-Empfänger sei nicht ausreichend.


Corona-Verfahren prägen Jahr 2020 an den Verwaltungsgerichten

12.56 Uhr: Bei den Verwaltungsgerichten in Nordrhein-Westfalen und am Oberverwaltungsgericht in Münster hat die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr tiefe Spuren hinterlassen. Zwar sind 2020 nach Angaben von OVG-Präsidentin Ricarda Brandts landesweit 13 Prozent weniger Klagen bei den Gerichten eingegangen als im Vorjahr. Das Minus sei aber wohl auf das Frühjahr 2020 zurückzuführen. Im ersten Lockdown hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rund einen Monat lang keine Asylbescheide zugestellt. So ging die Zahl der Eingänge mit Asylklagen um 29 Prozent bei den sieben Verwaltungsgerichten zurück, wie das OVG bei der Jahrespressekonferenz mitteilte.

Nach Impf-Ärger: FDP-Abgeordneter Bombis tritt von Ämtern zurück

12.47 Uhr: Nach Ärger um umstrittene Corona-Impfungen tritt der FDP-Landtagsagabgeordnete Ralph Bombis von seinen politischen Ämtern zurück. Das hat er dem Vorstand des FDP-Kreisverbands Rhein-Erft nach dpa-Informationen am Donnerstagabend mitgeteilt. Vor gut einer Woche war bekannt geworden, dass der 49-jährige Bombis und seine Frau bereits gegen das Coronavirus geimpft worden waren. Bombis leitet drei Senioren- und Pflegeheime. Am Donnerstag habe er nun erfahren, dass Impfreste aus seinen Einrichtungen auch an Personen aus seinem engen persönlichen Umfeld verimpft worden seien, schrieb Bombis an den Vorstand.

„Dieser neue Sachverhalt ist – unabhängig von einer rechtlichen Bewertung, die von anderen vorzunehmen ist – politisch von mir zu verantworten“, hieß es in der Erklärung des Abgeordneten aus Erftstadt, aus der am Freitag mehrere Medien zitierten. „Ich bitte noch einmal bei allen, die ich durch mein Verhalten verletzt habe, um Entschuldigung. Es tut mir aufrichtig leid“, schrieb Bombis. Er lege mit sofortiger Wirkung seine Ämter als Kreisvorsitzender, als Mitglied des FDP-Landesvorstands sowie als Bezirksvorstand der FDP Köln nieder. Bei der nächsten Landtagswahl werde er nicht mehr kandidieren.

Pandemie führt zu Rekordausgaben bei der Bundesagentur für Arbeit

12.44 Uhr: Die Bundesagentur für Arbeit musste vergangenes Jahr wegen der Pandemie eine Rekordsumme ausgeben. Wie die Behörde am Freitag mitteilte, lagen die Kosten 2020 zur Abfederung der Corona-Krise auf dem Arbeitsmarkt bei 61 Milliarden Euro. Im Vorjahr beliefen sich die Ausgaben auf lediglich 33,2 Milliarden Euro. “Die Ausgaben für das Kurzarbeitergeld waren historisch hoch. In der Spitze haben wir an einem Tag mehr Kurzarbeitergeld ausgezahlt als im gesamten Jahr 2019”, so Christiane Schönefeld, Finanzvorstand der Bundesagentur für Arbeit. Durch den Lockdown im Frühjahr 2020 waren in der Spitze bis zu 6 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit.

Corona: Über die Hälfte der Deutschen gehören zur Risikogruppe

12.42 Uhr: Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) tragen 36 Millionen Deutsche das Risiko eines schweren Covid-19-Verlaufs. Damit gehört mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung über 15 Jahren zur Covid-19-Risikogruppe. Lesen Sie dazu: 36,5 Millionen Deutsche gehören zur Corona-Risikogruppe

Eilantrag gegen „Verweilverbot“ – Maskenpflicht für Jogger am Rhein

12.24 Uhr: Gegen das „Verweilverbot“ in der Düsseldorfer Altstadt und am nahen Rheinufer ist am Verwaltungsgericht ein Eilantrag eingegangen. Die zuständige Kammer will laut einem Gerichtssprecher eventuell am Freitag über den Antrag entscheiden. Noch keine Beschwerde war am Gericht zunächst gegen die parallel verschärfte Maskenpflicht eingegangen. Sie sieht auch vor, dass Jogger am Rheinufer am Wochenende Maske tragen müssen. In Düsseldorf sollte am Freitag um 15.00 Uhr erstmals das „Verweilverbot“ in Kraft treten, wonach man in einer bestimmten Zone nicht mehr länger stehen bleiben, sich hinsetzen oder auf eine Wiese legen darf. Die Regelungen gelten auch am Samstag und Sonntag.


Die Verwaltung hat bereits damit begonnen, 300 rote Schilder aufstellen, die mit dem Schriftzug „Verweilverbotszone: Bitte gehen Sie weiter“ versehen sind. Zu den gleichen Zeiten und im gleichen Bereich gilt die verschärfte Maskenpflicht. Dass sie auch für Jogger gilt, gehe aus der entsprechenden Allgemeinverfügung hervor, sagte ein Stadtsprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Spahn zu Lockerungen: „Größtmögliche Umsicht und Vorsicht“ geboten

12.10 Uhr: In der Diskussion über Lockerungen der strengen staatlichen Beschränkungen in der Corona-Pandemie hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor übereilten Entscheidungen gewarnt. „Ich empfehle uns allen größtmögliche Umsicht und Vorsicht“, sagte der CDU-Politiker am Freitag vor Journalisten in Berlin. Er verwies darauf, dass der von Bund und Ländern angestrebte Wert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche vielerorts noch nicht erreicht sei – und für viele Bundesländer derzeit auch nicht erreichbar sei.

Spahn sagte, er wisse um die Ermüdung der Bürger nach dem wochenlangen Lockdown, ebenso um die Belastungen. Viele seien genervt. „Aber es nützt ja alles nichts. Das Virus ist da, und wir müssen damit umgehen“, sagte er. Spahn sagte, mit den nun in den meisten Ländern wieder teilweise geöffneten Schulen und Kitas werden täglich Millionen Menschen in Bewegung gesetzt. Dies sei richtig, schaffe aber auch neue Ansteckungsrisiken. Aus seiner Sicht gelte es, nun erst einmal zu schauen, wie sich dies auf die Infektionszahlen auswirke.

Niedersachsen prüft längere Quarantäne wegen britischer Mutation

11.55 Uhr: Weil die ansteckendere britische Mutation des Coronavirus in Niedersachsen rasant um sich greift, prüft das Land ein Verschärfen der Quarantäne-Regeln. Infizierte und enge Kontaktpersonen müssten dann statt zwei künftig drei Wochen in Quarantäne, sagte ein Sozialministeriumssprecher am Freitag in Hannover. Die Zahl nachgewiesener Neuinfektionen mit der britischen Variante verdoppele sich wöchentlich in Niedersachsen, über verlässliche Zahlen, welchen Anteil die Variante an den Infektionen hat, verfügt das Land noch immer nicht. In der Region Hannover etwa liegt sie bereits bei 50 Prozent. Bereits jetzt könnten Landkreise selber eine längere Quarantäne vorschreiben, wie dies der Kreis Leer entschied, sagte der Sprecher. Der Hintergrund sei, dass mit der britischen Variante infizierte Menschen länger als zwei Wochen ansteckend blieben.


Schnellere Corona-Impfungen in Härtefällen möglich

11.50 Uhr: Menschen mit Vorerkrankungen und einem besonders hohem Gesundheitsrisiko können in Einzelfällen bevorzugt in den Impfzentren in Nordrhein-Westfalen geimpft werden. Das sei aber nur aufgrund von Einzelfallentscheidungen möglich, teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Freitag mit. Voraussetzungen sind ein aktuelles Attest vom Arzt und ein Antrag. „Es gibt Menschen mit Vorerkrankungen, die sich in der Liste der Coronaimpfverordnung nicht wiederfinden“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Jetzt sei „ein im Grundsatz pragmatisches Verfahren“ geschaffen worden, das den Betroffenen „bestmöglich weiterhelfen“ solle. In Frage kämen zum Beispiel Personen, denen eine Chemotherapie bevorstehe. Zuerst hatte der WDR berichtet. Das Attest darf nicht vor dem 8. Februar datiert sein. Dann muss man einen Antrag auf vorgezogene Impfung inklusive Attest beim Kreis oder der kreisfreien Stadt stellen, wo man gemeldet ist.

Vergessen über Papier zu Öffnungsschritten zu twittern

11.45 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat ein Versäumnis bei der Veröffentlichung eines Strategiepapiers zu Öffnungsszenarien in der Corona-Pandemie eingeräumt. Das Konzept war am Donnerstag der Vorwoche auf der Webseite des Instituts eingestellt worden, aber bis zu Beginn dieser Woche von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt geblieben. Der Grund sei „banal wie tragisch“, erklärte RKI-Chef Lothar Wieler am Freitag in Berlin auf die Frage einer Journalistin. Das RKI-Internetteam sei „total überlastet“. „Wir haben tatsächlich vergessen, es zu twittern.“ Und weiter: „Vielleicht ist es peinlich.“ Er könne sich nur entschuldigen, sagte Wieler. An dem Konzept sei seit Dezember gearbeitet worden. Es werde auch noch weiter ausgearbeitet.

Spahn äußert sich zurückhaltend zu Vorwürfen gegen CSU-Politiker Nüßlein

11.27 Uhr: Im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen den CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein wegen der Beschaffung von Corona-Schutzmasken sind dem Bundesgesundheitsministerium im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben keine Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Auf die Frage, ob die jetzt erhobenen Vorwürfe bei der Prüfung des Angebots nicht aufgefallen seien, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin. „Nach meinem Kenntnisstand nein.”

Derzeit werde den damaligen Abläufen noch einmal nachgegangen. Aber „nach meinem Wissenstand, nach meiner Erinnerung, nach der ersten Rücksprache sind die Dinge genauso behandelt worden wie die anderen auch“. Spahn verwies darauf, dass es gerade in der Anfangsphase der Pandemie auch von vielen Abgeordneten Hinweise über Angebote der Maskenbeschaffung gegeben habe. Diese und auch die Zahlungsmodalitäten seien über den Beschaffungsstab der Bundesregierung geprüft worden. Das sei auch bei Angeboten passiert, die über Nüßlein eingingen.

Corona: Sommerurlaub 2021 – was dafür, was dagegen spricht

11.18 Uhr: Urlaub in Spanien, Italien oder Frankreich: Die Bürger sehnen sich danach. Tourismusbeauftragter Bareiß hofft auf einen Sommerurlaub im Süden. SPD-Politiker Lauterbach ist, selten genug, überfragt. Und warnt. Lesen Sie hier: Corona-Pandemie: Was wird aus dem Sommerurlaub im Süden?


Spahn: „Noch liegt zu viel Impfstoff im Kühlschrank“

10.55 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Länder dazu angehalten, ihre Kapazitäten für die Corona-Impfungen zügig aufzustocken. „Noch liegt zu viel Impfstoff im Kühlschrank“, sagte der CDU-Politiker am Freitag vor Journalisten in Berlin. Nach seinen Worten werden bis Ende kommender Woche schon rund elf Millionen Impfdosen an die Länder ausgeliefert worden sein. Schon jetzt seien rund 5,7 Millionen Impfungen verabreicht worden. Nach den Worten des Ministers sollen so bald wie möglich auch Arztpraxen in die Impfungen einbezogen werden. Dazu liefen Gespräche mit Großhändlern, Ärzten und Apotheken, etwa über Logistik und die Vergütung, sagte Spahn.

Zu den neuen Corona-Selbsttests, die bald überall im Handel erhältlich sein sollen, sagte Spahn, diese könnten dem Einzelnen „mehr Trittsicherheit“ geben. Er erwarte, dass sie Teil des Alltags und zur Routine werden – etwa vor Besuchen in Restaurants oder bei Konzerten. Die PCR-Tests, also Labortests, blieben aber „der Goldstandard“.

RKI-Chef warnt vor dritter Corona-Welle und mahnt zu Vorsicht

10.50 Uhr: Wenige Tage vor der nächsten Bund-Länder-Runde zur Corona-Politik hat RKI-Chef Lothar Wieler große Vorsicht bei möglichen Öffnungsschritten angemahnt. Die Bürgerinnen und Bürger müssten im Umgang mit der Pandemie „weiter wachsam“ sein, „ansonsten steuern wir in eine weitere, in eine dritte Welle hinein“, sagte Wieler. Wieler verwies darauf, dass es Hinweise auf erste messbare Positiv-Effekte der Impfkampagne gebe. Die Fallzahlen in der Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen nehme ab, sagte Wieler. „Das ist wahrscheinlich schon ein Effekt der Impfungen.“

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte vor zu großen Hoffnungen auf Lockerungen bei den Bund-Länder-Gesprächen kommenden Mittwoch. Zwar gebe es „ein Bedürfnis“ nach Schritten aus dem Lockdown, sagte er. Dabei müsse aber „behutsam“ vorgegangen werden – und es bedürfe einer umfassenden Strategie: „Vorsicht, Impfen, Testen sind drei wichtige Bestandteile für unseren Weg.“


Umfrage: Mehrheit der Deutschen möchte Lockerungen

10.44 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen möchte einer ZDF-Umfrage zufolge umgehend Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer“ finden 56 Prozent der Befragten, dass jetzt gelockert werden sollte. 41 Prozent sind dagegen, 3 Prozent antworteten mit „weiß nicht“. Vor allem mit Blick auf Läden und Geschäfte sehnen sich die Befragten nach Öffnungen – mit 40 Prozent steht dieser Bereich an der Spitze; mit 15 Prozent sind Restaurants das Schlusslicht. Zwar halten noch immer die Mehrheit der Deutschen (55 Prozent) die geltenden Maßnahmen für genau richtig. Doch der Anteil derer, die sie für übertrieben halten, ist mit 23 Prozent um neun Prozentpunkte im Vergleich zu Ende Januar gestiegen. Gut 1200 Menschen haben laut ZDF an der Umfrage im Februar teilgenommen.

Tests und Masken: Vorsichtige Öffnung der Hamburger Schulen geplant

10.32 Uhr: Tests, Wechselunterricht, Masken: Hamburgs Schulen sollen am 15. März für einzelne Klassenstufen wieder vorsichtig öffnen. Voraussetzung sei allerdings, dass die Infektionslage sich nicht erheblich verändere, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Freitag. Dann könnten nach den Ferien Grundschüler und Abschlussklassen der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in halbierten Klassen im Wechselmodell tageweise in der Schule lernen. „Um die Sicherheit zu erhöhen, wollen wir alle Schulbeschäftigten zwei Mal pro Woche kostenlos testen.“ Wenn genügend Tests zur Verfügung stehen, sollen nach Angaben von Rabe auch Schüler wöchentlich getestet werden. Außerdem müssen alle Masken tragen. Rabe betonte: „Die Präsenzpflicht bleibt aufgehoben, niemand wird gezwungen, in die Schule zu gehen.“

Günther: Impfnachweis für Inlandsreisen vorstellbar

10.24 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hält es für denkbar, Inlandsreisen jenen Bürgern zu ermöglichen, die ihre Corona-Impfung mit einem Impfpass nachweisen können. „Ich kann mir das auf jeden Fall vorstellen“, sagte der CDU-Politiker in der RTL/ntv-Sendung „Frühstart“ am Freitag. „Ich glaube ohnehin, dass Öffnungen in dem Bereich nur möglich sind, wenn wir bestimmte Restriktionen machen.“ Den von der EU geplanten europäischen Impfpass bezeichnete er als sinnvolles Instrument. Sobald allen Bürgern ein Impfangebot gemacht worden sei, könne man mit Hilfe eines solchen Passes weitere Öffnungsschritte verantworten.


Borjans: So schnell wie möglich raus aus dem Lockdown

10.17 Uhr: Der SPD-Bundesvorsitzende Norbert Walter-Borjans hat eine möglichst rasche Beendigung des derzeitigen Lockdowns gefordert. Aus ihm müsse man „so schnell wie möglich heraus“, sagte er am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Die Innenstädte verändern sich, wir haben drohende Insolvenzen.“ Allerdings dürfe Deutschland nicht in „Hip-Hop-Geschichten“ wie andere Länder verfallen, also schnelle Öffnungen und Schließungen veranlassen. „Wir müssen Schritt für Schritt Orientierung geben. Wir müssen gucken, ob wir von dem Inzidenzwert 35 runterkommen können“, betonte Borjans. Entscheidend hierfür sei der Impffortschritt bei den gefährdeten Altersgruppen. Zu dem umstrittenen Impfstoff Astrazeneca bemerkte der SPD-Chef: „Astrazeneca hat eine gute Wirkung und es sollte nicht so sein, dass daraus ein Ladenhüter wird.“

Ein Jahr „Coronavirus-Update“: Tempo beim Impfen ist entscheidend

9.50 Uhr: Schnelle Fortschritte beim Impfen sind für den Virologen Christian Drosten der entscheidende Faktor für den Weg raus aus der Pandemie. „Es geht auf der organisatorischen Ebene, auf der logistischen Ebene jetzt um die Wurst“, sagte der Leiter der Virologie an der Berliner Charité in der am Freitag veröffentlichten Jubiläumssendung des „Coronavirus-Update“. Der Podcast von NDR Info wurde vor einem Jahr zum ersten Mal ausgestrahlt.

Jens Spahn soll am Tag vor positiver Corona-Testung an Veranstaltung teilgenommen haben

9.44 Uhr: Regelmäßig appelliert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an die Bürger, die Corona-Maßnahmen streng zu befolgen und soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren.So auch am 20. Oktober, als er beim ZDF-Morgenmagazin über die Hauptansteckungspunkte gesprochen hatte, Veranstaltungen und geselliges Beisammensein. Laut „Spiegel“-Informationen soll er noch am selben Abend ein Unternehmerdinner in Leipzig mit rund zwölf Gästen besucht haben. Dass es sich um ein CDU-Spendendinner gehandelt habe, ließ Spahn unkommentiert. Den Termin selbst hat sein Abgeordnetenbüro bestätigt. Einen Tag später wurde er positiv auf das Coronavirus getestet. Lesen Sie dazu: Anspruch und Wirklichkeit: Jens Spahns fatales Abendessen

„L’Alsace“: Corona-Maßnahmen fördern Dezentralisierung in Frankreich

8.50 Uhr: Die Erhöhung der Corona-Warnstufe für mehrere französische Départements kommentiert die ostfranzösische Tageszeitung „l’Alsace“ am Freitag: „Zwanzig Départements können ab Ende nächster Woche verschärften Corona-Maßnahmen unterliegen, örtliche Lockdowns miteingeschlossen. Bemerkenswerterweise hat sich bei einem so zentralistischen Land wie dem unseren (…) bisher noch niemand gegen diesen “differenzierten” Ansatz erhoben. Die Corona-Krise wird also zumindest eine Errungenschaft erbracht haben: zuzulassen, dass nicht alle Gebiete immer und zu jeder Jahreszeit nach den gleichen Maßstäben beurteilt werden. Und wenn das heute für Gesundheitsfragen gilt, (…) warum sollte sich das morgen nicht auch für andere, ganz andere Bereiche lohnen.“

Hunderte verstoßen gegen Corona-Regeln auf Karnevalsfeiern in Israel

8.28 Uhr: Bei Feiern anlässlich des jüdischen Karnevalsfestes Purim haben in Israel nach Angaben der Polizei Hunderte gegen Corona-Regeln verstoßen. In Jerusalem lösten Beamte eine Party mit rund 250 Teilnehmern in einem Hotel auf, wie die Polizei am Freitag mitteilte. An anderen Orten der Stadt wurden demnach weitere Feiern mit jeweils Dutzenden Gästen beendet. Aus Sorge vor einer Zunahme von Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat die Regierung anlässlich des Purim-Festes von Donnerstagabend bis Sonntagmorgen nächtliche Lockdowns verhängt. Man darf sich dann nicht weiter als 1000 Meter von seiner Wohnung entfernen und auch nicht andere Haushalte besuchen. Partys dürfen nicht während der Lockdown-Stunden gefeiert werden.


Österreichs Kanzler für einheitliche Grenzregelungen

8.20 Uhr: Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz dringt auf eine einheitliche Grenzregelung in der Europäischen Union. „Ich hoffe, dass Europa bald ein einheitliches Vorgehen an den Grenzen zustande bringt“, sagte er dem „Münchner Merkur“ (Freitag). „Es gibt ja auch in Deutschland unterschiedlich strenge Grenzregelung, je nach Himmelsrichtung.“ Es sei sinnvoll, in Pandemiezeiten „auf ein Sicherheitsnetz mit Tests, Masken und anderem“ zu setzen, sagte Kurz. „Aber Maßnahmen, die dazu führen, dass der Binnenmarkt gefährdet wird, Menschen nicht mehr zu ihrem Arbeitsplatz kommen und Familien auseinandergerissen werden, halte ich nicht für sinnvoll.“

Unverheiratete Paare durch Grenzschließungen erneut getrennt

8.18 Uhr: Infolge der Ausweisung von Virusvariantengebieten sind Paare an der deutschen Grenze wieder getrennt – zumindest, wenn sie nicht verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sind. Wie das Bundesinnenministerium bestätigte, dürfen Partner aus Tschechien oder dem österreichischen Bundesland Tirol ohne einen solchen Nachweis nicht nach Deutschland einreisen. Ausnahmen gelten demnach nur für „Mitglieder der Kernfamilie“ von Deutschen, zu der Ehegatten und eingetragene Lebenspartner gehören. In diesem Fall müssen die Paare aber gemeinsam einreisen, einen negativen Corona-Test vorweisen und für mindestens fünf Tage in häusliche Quarantäne gehen.

Weil: Mehr Freiheiten auch für Getestete

8.16 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat angeregt, in der Corona-Pandemie nicht nur geimpften Menschen, sondern auch aktuell Getesteten mehr Freiheiten zu geben. „Wir können nicht nur an die einstweilen wenigen Glücklichen, die geimpft sind, denken“, sagte der SPD-Politiker der „Braunschweiger Zeitung“ (Freitag). An einer solchen Perspektive etwa für Gastronomen und Einzelhändler „müssen wir hart arbeiten“. Es sei klar, dass man weiter Maske tragen, Abstand halten und Hygienekonzepte beachten müsse.

Kaum mehr Fluggäste am Airport Hamburg zum Ferienbeginn erwartet

8.06 Uhr: Die aktuell niedrigen Passagierzahlen am Hamburger Flughafen werden sich zum Beginn der Ferien an diesem Wochenende nur leicht erhöhen. Das sagte eine Sprecherin des Airports auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Aktuell haben wir pro Tag nach wie vor nur 2000 bis 4000 an- und abreisende Passagiere, das sind 5 bis 8 Prozent des Vorjahres.“ Durchschnittlich seien es 20 Starts und 20 Landungen pro Tag. Das werde sich aufgrund der weiter bestehenden Reisebeschränkungen auch zum Ferienbeginn nicht signifikant ändern.

Soziologe: Gegner der Corona-Maßnahmen trauen der Regierung nicht

8.01 Uhr: Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen haben sich nach Überzeugung des Soziologen Simon Teune nicht erst Schritt für Schritt im Laufe des vergangenen Jahres radikalisiert. „Wenn man diese Proteste unter den verschiedenen Namen Hygienedemos, Querdenker und so weiter genauer anguckt, sieht man, dass viele, die da teilnehmen, schon vor den Protesten eine radikale Deutung der Corona-Krise plausibel fanden“, sagte Teune der Deutschen Presse-Agentur. „Sie sind überzeugt, dass damit die Gefahr einer Entdemokratisierung verbunden ist und dass sich Deutschland bereits auf dem Weg in die Diktatur befindet“, so der Protestforscher, der am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) in Potsdam arbeitet.


Corona-Verfahren spannen Thüringer Verwaltungsgerichte weiter ein

7.50 Uhr: Beschwerden gegen Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben den Verwaltungsgerichten in Thüringen bereits einiges an Arbeit beschert. Von Mitte März vergangenen Jahres bis Mitte Februar dieses Jahres waren dort 260 Verfahren anhängig, bei denen es um verschiedene Corona-Verordnungen ging, teilte das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Weimar mit. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Die Eingangszahlen seien nach wie vor hoch, hieß es. „Fast täglich werden beim Oberverwaltungsgericht neue Eilanträge gestellt.“

Luftverkehrsbranche fordert Regeln für sicheres Reisen in der Pandemie

5.30 Uhr: Die deutsche Luftverkehrswirtschaft fordert anlässlich des EU-Gipfels zur Bewältigung der Corona-Pandemie praktikable Regeln für sicheres Reisen unter Pandemiebedingungen. „Wer nachweislich geimpft ist, sollte – wie Reisende mit einem negativen Testergebnis – in jedem Fall von Quarantänebestimmungen ausgenommen werden“, sagte Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), dieser Redaktion, „denn es wäre völlig unverhältnismäßig, immunisierte Menschen in Quarantäne zu schicken.“

Zudem forderte er die EU-Staaten auf, den „Flickenteppich von unterschiedlichen Reisebeschränkungen“ zu überwinden: „Dabei sollten die kaum kontrollierbaren Quarantänepflichten durch eine wirksame und gut kontrollierbare Teststrategie ersetzt werden.“ Lesen Sie dazu: Coronavirus in Europa – Einige Länder lockern – geht das gut?

Corona-Krise: Einzelhandel droht mit Klagewelle

5.00 Uhr: Der Handel kämpft ums Überleben und verlangt von Bund und Ländern eine klare Öffnungsperspektive – Inhaber drohen mit einer Klagewelle. Jeder zweite Betrieb sieht sich ohne die stockende staatliche Hilfe in akuter Insolvenzgefahr. In den Innenstädten sind es sogar 60 Prozent. „Wir brauchen jetzt den Einstieg in den Ausstieg aus dem Lockdown“, fordert der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth. Lesen Sie hier: „Der Handel wird zum Schafott geführt“


Lauterbach fordert Verlängerung des Beförderungsverbots für Einreisende aus Virusmutationsgebieten

4.00 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat die Bundesregierung aufgefordert, am Beförderungsverbot und den Grenzkontrollen für Einreisende aus Virusvariantengebieten festzuhalten. „Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es vollkommen unverantwortlich, davon Abstand zu nehmen. Wenn sich die Lage nicht verbessert, sollte das Beförderungsverbot für Virusvariantengebiete verlängert werden”, sagte Lauterbach unserer Redaktion.

Das Beförderungsverbot, das mit der Corona-Schutzverordnung am 3. März ausläuft, habe sich bewährt. Er sei froh, dass Innenminister Seehofer „beherzt und schnell” reagiert habe. Lauterbach: “Die Aufgabe muss sein, die dritte Welle so abzuflachen, dass möglichst viele das rettende Ufer der Impfungen erreichen.”

Das Bundesinnenministerium sagte, die Bundesregierung beobachte das Pandemiegeschehen fortlaufend, alle getroffenen Maßnahmen würden geprüft und gegebenenfalls angepasst: „Über die Verlängerung der Coronaschutzverordnung wird zeitgerecht entschieden.” Das Beförderungsverbot gilt derzeit für Virusvariantengebiete wie unter anderem Großbritannien, Irland und Tschechien.

25. Februar: Rund die Hälfte der Infektionen in Frankreich mit britischer Mutante

  • Rund die Hälfte der Corona-Infektionen in Frankreich beruht inzwischen auf der erstmals in Großbritannien aufgetretenen Mutante des Virus
  • Einer Studie zufolge können zwei Wirkstoffe zur Behandlung von Rheuma den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung verbessern und die Sterblichkeit der Patienten senken. Mehr dazu: Studie -Rheuma-Medikamente helfen Covid-19-Patienten
  • Laut einer RKI-Erhebung, für die 1006 Erwachsene in Deutschland befragt wurden, wollen sich 66,8 Prozent “auf jeden Fall” gegen Corona impfen lassen
  • Die EU hat auf einem Sondergipfel über ihr weiteres Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Unter anderem wurde über die Einführung eines gemeinsamen EU-Impfpasses in Verbindung mit möglichen Vorteilen beim Reisen debattiert. Mehr dazu: Urlaub 2021 – Was ein europäischer Impfapass ändern würde
  • Bereits zugelassene Corona-Impfstoffe, die wegen neuer Virus-Varianten angepasst werden müssen, können nach Angaben der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) ohne große Hürden in der EU eingesetzt werden
  • Seit Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr sind weltweit bereits mehr als 2,5 Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben
  • Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigt sich offen für Vorteile für gegen Corona geimpfte Menschen
  • Beschäftigte von Schulen und Kitas können sich in einigen Berliner Arztpraxen bis zum 11. März zwei Mal die Woche kostenfrei auf Corona testen lassen
  • Deutschlands Intensiv- und Notfallmediziner haben eine Verlängerung des Lockdowns bis Anfang April gefordert
  • Die seit Samstag in Flensburg geltenden verschärften Corona-Regelungen werden etwas angepasst verlängert. So soll die Kontaktbeschränkung auf den eigenen Haushalt zunächst eine weitere Woche gelten
  • Wegen der Häufung hoch ansteckender Coronavirus-Varianten verschärft das Saarland die Einreiseregeln an der Grenze zum französischen Verwaltungsbezirk Moselle
  • Auf Mallorca dürfen Restaurants, Cafés und Kneipen in Folge einer deutlichen Verbesserung der Corona-Lage nach rund sieben Wochen ab Dienstag eingeschränkt wieder öffnen
  • Das RKI ist der Frage nach dem Beitrag von Schulen zur Pandemie nachgegangen. Eine Analyse von Meldedaten und Studien lege nahe, dass Schüler „eher nicht als “Motor” eine größere Rolle spielen“
  • Der Pharmakonzern Moderna rechnet auf Basis seiner bereits getroffenen Verkaufsvereinbarungen für 2021 mit Einnahmen in Höhe von 18,4 Milliarden Dollar durch seinen Corona-Impfstoff
  • Russland hat den Verkaufspreis für seinen Corona-Impfstoff Sputnik V um die Hälfte auf 866 Rubel (umgerechnet 9,60 Euro) gesenkt
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei den Bundesbürgerinnen und -bürgern um Vertrauen in alle zugelassenen Corona-Impfstoffe geworben
  • Die Kette “DER Touristik” schließt angesichts anhaltender Corona-Beschränkungen 40 ihrer rund 500 Reisebüros
  • Regierungen in aller Welt haben nach Erkenntnissen von EU-Ermittlern insgesamt 400 Millionen Dosen sogenannter “Geisterimpfstoffe” angeboten bekommen, die nicht direkt von den Herstellern kommen
  • Der Bundestag hat die Immunität des CSU-Abgeordneten Georg Nüßlein aufgehoben. Mehr dazu: Bundestag genehmigt Durchsuchung bei Abgeordnetem Nüßlein
  • Der Vizepräsident des Bundestages, Wolfgang Kubicki, hat die von der Koalition geplanten hohen Bußgelder für Impf-Vordrängler als “sinnlos” kritisiert
  • In den USA sind 73.386 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet worden
  • Nach einem Coronavirus-Ausbruch in einer Fabrik der Firma Miele im nordrhein-westfälischen Euskirchen sind rund 200 Mitarbeiter unter Quarantäne gestellt worden
  • Wegen der Häufung hoch ansteckender Coronavirus-Varianten verschärft Frankreich die Einreiseregeln für Teile des Grenzgebiets zu Deutschland
  • Die Zahl der Verkehrstoten ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit mehr als 60 Jahren gesunken. 2724 Menschen kamen ums Leben – das waren 10,6 Prozent weniger als 2019. Hauptgrund ist die Pandemie
  • Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat in der Corona-Pandemie Hoffnungen auf Biergartenbesuche im Sommer gemacht. Die nächsten Öffnungsschritte könne man mit Schnelltests verbinden
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet wegen der höheren Priorisierung von Grundschul- und Kita-Personal nicht mit einer späteren Corona-Impfung von vorerkrankten Menschen
  • Die Grünen dringen darauf, die Sonderregelungen zum erweiterten Bezug des Arbeitslosengeldes I in der Corona-Krise zu verlängern
  • Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz hat sich im ARD-Talk “Maischberger. Die Woche” für einen digitalen Impfpass nach israelischem Vorbild ausgesprochen
  • Akademiker sorgen sich in der Corona-Krise in erster Linie um ihre Karriere – gelernte und ungelernte Fachkräfte dagegen um ihr Einkommen und ihre finanzielle Sicherheit, wie aus einer Umfrage hervorgeht
  • Lehrervertreter fordern eine lückenlose Erfassung aktueller Corona-Fälle in Schulen, um frühzeitig zu erkennen, was in den Bildungseinrichtungen passiert
  • Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) will mit den nun zugelassenen Schnelltests zeitnah zur Normalität zurückkehren

24. Februar: RKI legt Roadmap zur Normalität vor

  • Alle reden über Lockerungen. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI). In einer “Handreichung zur Entwicklung von Stufenkonzepten bis Frühjahr 2021” schlagen die Virologen des Instituts vor wie Öffnungsschritte aussehen könnte. Mehr dazu: RKI-Papier zu Corona: In vier Stufen zurück zur Normalität
  • Der Pharmakonzern Moderna geht davon aus, in diesem Jahr weltweit 700 Millionen Impfdosen herstellen zu können und damit 100 Millionen mehr als bislang erwartet
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht für mögliche Lockerungen von Corona-Beschränkungen auf deutlich mehr Tests. “Eine intelligente Öffnungsstrategie ist mit umfassenden Schnelltests, gleichsam als Freitesten, untrennbar verbunden”, sagte sie der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”
  • Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will die US-Regierung mehr als 25 Millionen Gesichtsmasken an einkommensschwache Bürger verteilen
  • Impfvordängler müssen in Zukunft mit einem Bußgeld in der Höhe von bis zu 25.000 Euro rechnen
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich gegen Privilegien für Geimpfte ausgesprochen. “Solange die Zahl der Geimpften noch so viel kleiner ist als die derjenigen, die auf die Impfung warten, sollte der Staat beide Gruppen nicht unterschiedlich behandeln”, wird Merkel in der “FAZ” zitiert
  • Die Bundesregierung hält es für wahrscheinlich, dass die Reihenfolge der Impfungen gegen Covid-19 in den kommenden Monaten noch einmal angepasst wird

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(fmg/dpa/afp)

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