Press "Enter" to skip to content

Corona: Merkel will Lockerungen – früher Impfungen für Lehrer und Erzieher

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will für unterschiedliche Maßnahmen-Bereiche Stufenpläne für Lockerungen beschließen
  • CDU-Chef Armin Laschet hat sich gegen einen Stufenplan ausgesprochen
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat wegen der Ausbreitung der Corona-Mutationen vor Lockerungen zum aktuellen Zeitpunkt gewarnt
  • Im vielen Bundesländern haben heute die Grundschulen und Kitas wieder geöffnet
  • Die britische Regierung will bis zum 21. Juni alle Beschränkungen in England aufheben
  • Im Fall der vorgezogenen Impfung von Halles Oberbürgermeister ermittelt jetzt die Staatsanwaltschaft


Berlin. Die Planungen des Kanzleramts, wie mögliche Lockerungen der Corona-Maßnahmen aussehen könnten, haben begonnen. Kanzlerin Angela Merkel plädiert wohl für drei verschiedene Stufenpläne, die jeweils andere Bereiche abdecken. Ein Paket soll mögliche Lockerungen der Kontaktbeschränkungen regeln, ein weiteres das Thema Schulen und Berufsschulen abdecken und ein dritter Plan soll Sportgruppen, Restaurants und Kultur betreffen.



Experten bezweifeln aber, ob angesichts stagnierender Fallzahlen in absehbarer Zeit Lockerungsschritte möglich sein werden. Das sieht die Bundesregierung ähnlich: Wegen der Ausbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Variante in Deutschland dämpfte Regierungssprecher Steffen Seibert schon jetzt Hoffnungen auf weitere rasche Öffnungen. Er sagte am Montag: „Die gute Entwicklung, die uns über längere Zeit täglich sinkende Infektionszahlen beschert hat, ist im Moment vorbei.“



Laut dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach droht gar ein „Fiasko“, wenn weiter gelockert werden würde, während sich die Corona-Mutationen in Deutschland ausbreiten.

Corona-News des Tages: RKI meldet 4369 Neuinfektionen

In Deutschland sind binnen eines Tages 4369 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, wurden innerhalb von 24 Stunden zudem 62 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gezählt. Die Zahlen an Montagen liegen oft niedriger als an anderen Tagen, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und nicht alle Gesundheitsämter an das RKI melden.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag den Angaben zufolge am Montag bei 61. Sie stieg damit zum dritten Mal in Folge über den Wert vom Vortag, der am Sonntag bei 60,2 betragen hatte. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb dieses Zeitraums.

Lesen Sie dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert


Corona – Mehr Infos zum Thema



Corona-News vom 22. Februar: Fast 500.000 Corona-Tote: Biden lässt Flaggen auf halbmast setzen

19.58 Uhr: Die US-Regierung wird ihre Flaggen für fünf Tage auf halbmast setzen, um der fast 500.000 Corona-Toten in den Vereinigten Staaten zu gedenken. Präsident Joe Biden werde dies im Rahmen einer Gedenkveranstaltung anlässlich des „traurigen Meilensteins“ am Montagabend (Ortszeit) anordnen, sagte seine Sprecherin Jen Psaki bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Die USA dürften am Montag die Schwelle von einer halben Million Corona-Toten überschreiten. Bis Montagmittag (19.15 Uhr MEZ) hatten US-Behörden nach Daten der Universität Johns Hopkins 499 186 Todesfälle nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 gemeldet. In absoluten Zahlen gibt es in keinem anderen Land der Welt so viele bestätigte Corona-Todesfälle.

Bund und Länder für frühere Impfung von Grundschullehrern und Erziehern

19.16 Uhr: Zum Schutz vor Corona-Infektionen sollen sich Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie Erzieherinnen und Erzieher in Kitas früher impfen lassen können als bisher geplant. Das teilte der Vorsitzende der Länder-Gesundheitsminister, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), nach Beratungen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit. Diese Beschäftigten sollten von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge vorgezogen werden, soweit nötiger Impfstoff in den Ländern da sei.

Spahn hat dazu einen Entwurf für eine Änderung der Impfverordnung in die Abstimmung gegeben, die voraussichtlich an diesem Mittwoch in Kraft treten soll. Die höhere Priorisierung solle eine zügige und sichere Umsetzung von Öffnungsstrategien der Länder bei Kitas und Grundschulen ermöglichen, heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Denn dabei werde es zu vielen, oft auch engen Kontakten kommen, zumal sich bei kleineren Kindern nicht alle Schutzmaßnahmen gut umsetzen ließen. Holetschek sagte: „Wir müssen Berufsgruppen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko schützen.“


Corona-Impfung – Mehr zu den Impfstoffen:



Laschet gegen Stufenplan für Lockerungen

19.12 Uhr: CDU-Chef Armin Laschet hat sich gegen einen starren Stufenplan als Weg aus dem Corona-Lockdown ausgesprochen. „Ein Stufenplan, der regelt, welche Inzidenzwerte erreicht werden müssen, um bestimmte Bereiche wieder zu öffnen, könnte uns zu sehr binden“, sagte der NRW-Ministerpräsident der „Stuttgarter Zeitung“.

Wenn der Sieben-Tage-Inzidenzwert – also die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche – etwa nachhaltig knapp über 35 pendele, sei es nicht möglich, den Einzelhandel noch monatelang geschlossen zu halten. „Starre Automatismen helfen in dieser unklaren Lage nicht weiter“, ergänzte Laschet.

Man werde auch weiterhin „auf Basis aktueller Erkenntnisse entscheiden müssen, nicht allein aufgrund der Inzidenzwerte“. Wenn die Gesundheitsämter bald alle digitalisiert seien, könnten sie mehr Kontakte nachverfolgen, auch der flächendeckende Einsatz von Schnelltests biete mehr Sicherheit. So seien auch bei etwas höheren Werten mindestens punktuelle Öffnungen möglich.


Stadt Düsseldorf plant „Verweilverbot“ in Altstadt

18.03 Uhr: Nach einem unerwartet hohen Besucheraufkommen in der Düsseldorfer Altstadt am Samstag und Sonntag plant die Landeshauptstadt für das kommende Wochenende deutliche Einschränkungen. So soll die Maskenpflicht in der Altstadt ausgeweitet werden. Im Geltungsbereich der Maskenpflicht soll es außerdem ein sogenanntes Verweilverbot geben, wie Ordnungsdezernent Christian Zaum am Montag mitteilte.

Es soll dann nicht mehr erlaubt sein, sich etwa für ein Picknick hinzusetzen oder ein Eis zu essen. Die Besucher müssten sich bewegen, so Zaum. Eine am Wochenende stark frequentierte Freitreppe solle bis auf Weiteres gesperrt bleiben. Die Stadt will außerdem die Zufahrt für Autos beschränken.

Zaum gab die Zahl der am vergangenen Wochenende festgestellten Ordnungswidrigkeiten mit „weit über 300“ an. Die Stadt will die verschärften Regeln über eine Allgemeinverfügung in Kraft setzen. Das Gesundheitsministerium habe bereits zugestimmt, so Zaum. Mit den Neuregelungen will die Stadt nach Zaums Angaben schärfere Maßnahmen wie Zugangsbeschränkungen oder Alkoholverkaufsverbote verhindern.

Boris Johnson will bis Ende Juni alle Corona-Maßnahmen aufheben

16.51 Uhr: Die britische Regierung will bis zum 21. Juni alle Beschränkungen in der Coronavirus-Pandemie in England aufheben. Das sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Montag bei der Vorstellung seines Lockdown-Fahrplans im britischen Unterhaus in London.

Der Lockdown soll in mehreren Schritten im Abstand von fünf Wochen aufgehoben werden. Voraussetzung ist demnach jedoch, dass sich die positiven Trends bei der Reduzierung von Infektionszahlen und der Impfkampagne fortsetzen ließen und keine neue Virus-Variante die Lage verändere.


Bereits am 8. März sollen in dem größten britischen Landesteil alle Schulen wieder geöffnet werden. Auch soziale Kontakte sollen in England von der zweiten März-Woche wieder mehr als bisher erlaubt sein. Der nächste Schritt soll am 29. März erfolgen. Bis zu sechs Personen oder zwei Haushalte dürfen sich dann wieder im Freien treffen. Auch Sport-Einrichtungen im Freien wie Tennis- oder Golfplätze dürfen dann wieder öffnen. Vom 12. April an sollen Läden, Museen, Büchereien wieder Besucher empfangen dürfen. Auch Pubs und Restaurants sollen dann wieder öffnen, wenn auch nur für den Betrieb in Außenbereichen.

Frühestens am 17. Mai sollen auch wieder Kinobesuche und Hotelübernachtungen möglich sein, sowie Vereinssport in Innenräumen. Bis zu 30 Menschen dürfen sich wieder zu Hochzeiten oder anderen wichtigen Veranstaltungen treffen. Eventuell könnten auch internationale Reisen wieder erlaubt werden. Bis zu 10.000 Menschen könnten beispielsweise in Fußballstadien zusammenkommen.

Daten weisen auf weniger Ansteckungen nach Biontech-Impfung hin

16.31 Uhr: Der Impfstoff von Biontech und Pfizer verhindert einer Analyse britischer Daten zufolge auch Ansteckungen mit dem Coronavirus. Das Risiko für eine Infektion sinke nach der ersten der beiden vorgesehenen Dosen wohl um rund 70 Prozent, nach der zweiten um etwa 85 Prozent, teilte die britische Gesundheitsbehörde Public Health England am Montag unter Berufung auf vorläufige, noch nicht von unabhängigen Experten geprüfte Daten mit.

„Das deutet darauf hin, dass das Vakzin auch dabei helfen könnte, die Übertragung des Virus zu unterbrechen, weil man das Virus nicht weitergeben kann, wenn man nicht infiziert ist“, hieß es in der Mitteilung. Die gemeldeten Werte gehen auf die „Siren“-Studie zurück, bei der für eine Gruppe von etwa 40.000 Mitarbeitern aus dem Gesundheitsbereich regelmäßig Fragebögen zu Symptomen, Abstriche und Blutserum-Proben analysiert werden.


Ministerpräsident Weil will mehr Freiheiten für Geimpfte und Getestete

15.53 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat sich grundsätzlich dafür ausgesprochen, geimpften und negativ auf Corona getesteten Personen mehr Freiheiten zu gewähren. „Immer mehr Menschen werden nach und nach geimpft werden“, sagte der SPD-Politiker unserer Redaktion. „Wenn dann auch keine Ansteckungsgefahr mehr bestehen sollte, könnte auch ein Restaurantbesuch und manches mehr möglich sein.“

Als zweiten Weg nannte Weil Tests, die ein negatives Ergebnis aufweisen. „Wenn die neue Schnelltest-Generation leichter handhabbar und zugleich zuverlässig ist, ergeben sich daraus ganz neue Perspektiven“, sagte er. Beide Wege sollten zeitgleich eröffnet werden, forderte Weil. „Und am besten werden beide Wege durch eine bundesweite App zusammengeführt, etwa die vorhandene Corona-Warn-App.“

Grünen-Chefin Baerbock fordert Corona-Förderung für jedes Kind

15.38 Uhr: Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock pocht auf eine stärkere Unterstützung von Schülerinnen und Schülern in der Corona-Krise. Es brauche einen staatlich zugesicherten Anspruch auf Bildung für jedes Kind und jeden Jugendlichen, sagte Baerbock am Montag in Berlin. Dabei gehe es vor allem um jenes Fünftel, dem es an digitaler Ausstattung, Internet zuhause und Unterstützung fehle und die deswegen in den vergangenen Monaten nicht erreicht worden seien.

„Wir brauchen einen bundesweiten Anspruch auf Corona-Förderung für jedes Kind“, verlangte Baerbock. Dazu müsse geprüft werden, ob es Rückstände im Lernstoff gebe, damit jedes Kind individuelle Unterstützung bekommen könne. Es brauche einen Fonds, aus dem zusätzliche Nachhilfe bezahlt werden könne, etwa von Studenten im Masterstudium.


Wie schon Grünen-Chef Robert Habeck forderte auch Baerbock eine staatliche Abnahmegarantie für Corona-Schnelltests, damit die Firmen die Produktion der Tests rechtzeitig hochfahren, auch wenn noch Zulassungen fehlen. Allein für die nächsten Wochen müssten zehn Millionen Tests hergestellt werden, sagte Baerbock.

Bundesregierung zurückhaltend bei der Frage nach weiteren Corona-Lockerungen

15.10 Uhr: Die Bundesregierung mahnt angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen bei möglichen Lockerungen der bestehenden Regeln zur Vorsicht. Es gebe derzeit schon erhebliche Öffnungsschritte besonders bei Kitas und Schulen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. „Wir müssen sehr genau hinschauen, wie sich das auswirkt“, hob er hervor.

Seibert wies darauf hin, dass die Zeit sinkender Infektionszahlen offensichtlich „im Moment vorbei“ sei. Zudem seien die Anteile der gefährlicheren Varianten des Coronavirus inzwischen bei 20 bis 25 Prozent, und „wir müssen davon ausgehen, dass das weiter zunimmt“. Auch der R-Wert, der angibt, wie viele Menschen ein Infizierter ansteckt, liege „wieder klar über eins“.

Zwar solle weiterhin mit den Ländern über eine „vernünftige Öffnungsstrategie“ beraten werden, sagte Seibert mit Blick auf das nächste Bund-Länder-Spitzentreffen am 3. März. Es müsse aber berücksichtigt werden, dass derzeit „die erste Öffnungswelle rollt“. Neben Kitas und Schulen verwies Seibert auch auf die Öffnung von Gartencentern und Baumärkten in mehreren Bundesländern sowie demnächst der Friseursalons. Dies bedeute bereits „ein erhebliches Mehr an Kontakten“.


„Was wir aufmachen, das wollen wir dann auch durchhalten“, betonte Seibert. Lockerungen, „auf die dann wieder Schließungen folgen, kann niemand wollen“. Als ein Mittel, um Öffnungsschritte zusätzlich abzusichern, nannte er den geplanten verstärkten Einsatz von Corona-Schnelltests. Auch hier gebe es allerdings noch „eine ganze Reihe schwieriger Fragen“, die mit den Ländern besprochen werden müssten.


Reisen trotz Corona – Mehr zum Thema



Lauterbach warnt wegen Mutationen vor Lockerungen

15.11 Uhr: Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Epidemiologe Karl Lauterbach hat angesichts der Debatte um Lockerungen der Corona-Maßnahmen vor Öffnungsschritten zum aktuellen Zeitpunkt gewarnt. Eine Öffnungsperspektive müsse zwar gegeben werden, aber derzeit gelte es, ein „Fiasko“ zu vermeiden. „Wir lockern in die beginnende 3. Welle hinein und öffnen das Land für eine schnelle flächendeckende Verbreitung von B117 und B135“, twitterte der Gesundheitsexperte am Montag.

Gerade weil die britische Variante des Coronavirus tödlicher und ansteckender sei, würden Lockerungen die Situation verschlechtern: „Es würde stark die 55-80 Jährigen treffen, sie sind noch nicht geimpft“, so Lauterbach. Viele würden überleben, würden aber vorher schwer erkranken. Außerdem sei es naiv zu glauben, dass die Über-80-Jährigen bald durchgeimpft seien. Dies sei erst Anfang April der Fall, meint der SPD-Gesundheitsexperte.

Zudem würden Selbsttests die aktuelle Situation nicht zwangläufig verbessern: Antigentests würden nur helfen, wenn sie intelligent eingesetzt werden würden. „Selbsttestung führt dazu, dass Kontakte nie gewarnt werden“, twitterte Lauterbach, das Gesundheitsamt könne umgangen werden.


Steinmeier: Abgabe von Impfstoff ist Frage der Menschlichkeit

14.37 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die reicheren Nationen dazu aufgerufen, von ihren Corona-Impfstoffmengen etwas an ärmere Länder abzugeben. „Das ist nicht einfach, aber es ist eine Frage der Menschlichkeit und eine Frage unserer eigenen Maßstäbe, an denen wir uns messen lassen“, sagte er in einer gemeinsamen virtuellen Pressekonferenz mit dem Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Montag in Berlin.

„In den nächsten Wochen und Monaten werden Impfstoffdosen noch überall ein knappes Gut sein“, sagte Steinmeier. „Je rascher auch wir in Deutschland und in Europa bereit sind, ein wenig von dem abzugeben, was uns gesichert ist, desto eher können wir das Infektionsgeschehen global eindämmen.“ Ob und wie überzeugend die internationale Zusammenarbeit bei Impfungen, Tests und Medikamenten gelinge, sei auch „ein Lackmustest der internationalen Solidarität“.

Pharmakonzern Sanofi will Johnson & Johnson bei Impfstoff-Produktion helfen

14.17 Uhr: Der französische Pharmakonzern Sanofi will auch bei der Produktion des Corona-Impfstoffs des Pharmakonzerns Johnson & Johnson helfen. Sobald die Genehmigung für den Impfstoff erteilt sei, wolle Sanofi Zugang zu seinem Standort in Marcy-l’Étoile gewähren, teilte das Unternehmen am Montag mit. Sanofi hatte bereits erklärt, dem Mainzer Unternehmen Biontech Zugang zu seiner Produktionsinfrastruktur in Frankfurt-Höchst zu gewähren und Fertigungsschritte der späten Phase wie Abfüllen zu übernehmen, um die Lieferung des Covid-19-Impfstoffs zu unterstützen.

In Marcy-l’Étoile bei Lyon will Sanofi nun bei der sogenannten pharmazeutischen Formulierung und Abfüllung des Impfstoffs von Johnson & Johnson in einer Größenordnung von rund zwölf Millionen Dosen pro Monat helfen. „Für Johnson & Johnson wird Sanofi ab dem dritten Quartal 2021 mehrere Produktionsschritte übernehmen“, so das Unternehmen. Der US-Hersteller Johnson & Johnson hatte für seinen Impfstoff die europäische Zulassung beantragt.

Organisierte Impfvordrängler? Ermittler durchsuchen Büro von Halles Oberbürgermeister

13.59 Uhr: Seit dem Morgen durchsuchen Ermittler das Büro von Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos). Grund dafür ist „der Verdacht der veruntreuenden Unterschlagung von Teilen des der Stadt seit Ende Dezember 2020 zur Verfügung gestellten Corona-Impfstoffes“, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Wiegand und andere Mitglieder der Stadtregierung wird vorgeworfen, sich bei den Corona-Impfungen vorgedrängelt zu haben.

Wiegand hatte vor zwei Wochen auf Anfrage zunächst eingeräumt, dass er und zehn Stadträte schon geimpft worden waren. In den Tagen darauf waren weitere vorzeitige Impfungen aus seinem Umfeld bekannt geworden, der Oberbürgermeister hatte die Darstellung, wie es dazu gekommen sei, dabei geändert. Zunächst hatte er gesagt, ein „Zufallsgenerator“ habe ihn für die Impfung ausgewählt. Später sagte er dann, diese Entscheidung sei im „Sechs-Augen-Prinzip“ gefallen.

Neben dem Büro Wiegands, seien die Ermittler auch dabei, die Diensträume des städtischen Gesundheitsamtes sowie des Impfzentrums zur Sicherstellung von Beweisen zu durchsuchen, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. Diese bedeute keine Vorverurteilung. Es gelte die Unschuldsvermutung.

FDP-Vize Kubicki: Grundrechtsbeschränkungen für Geimpfte weitgehend aufheben

13.22 Uhr: Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Wolfgang Kubicki, hat Konsequenzen aus den israelischen Forschungsergebnissen über die hohe Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffs gefordert. „Da nun gesichert scheint, dass von Geimpften kaum noch Infektionsgefahr ausgeht, müssen die Grundrechtsbeschränkungen für diese Menschen weitgehend aufgehoben werden“, sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende dieser Redaktion. „Dass dies geschehen muss, ist keine Frage der Meinung, sondern unserer verfassungsrechtlichen Ordnung.“

Allerdings müsse alles dafür getan werden, dass die Rechte von Geimpften und Ungeimpften nicht zu weit auseinanderklaffen – „durch intelligente Lüftungskonzepte, Laien-Tests und damit auch der Ermöglichung von zwischenmenschlichen Kontakten“.

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach: Geimpften nicht mehr Rechte einräumen

13.20 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte und Epidemiologe Karl Lauterbach sieht die israelischen Forschungsergebnisse über die hohe Wirksamkeit des Biontech-Impfstoffs nicht als Grund, Geimpften in der Pandemie mehr Rechte einzuräumen als Ungeimpften. Eine schnelle Rückgabe von Freiheitsrechten sei „abwegig“, sagte Lauterbach dieser Redaktion. „Es wird noch bis Mitte des Jahres dauern, bis wir überhaupt die Risikogruppen geimpft haben.“ Wer jetzt schon über ausgedehntere Rechte für Geimpfte spreche, führe „eine Geisterdebatte“.

Lauterbach betonte: „Wenn sich die Daten zu Biontech aus Israel bestätigen, wenn sie auch für andere Impfstoffe gelten und wenn die Vakzine gegen sämtliche Mutationen wirken, dann müssen ausgedehntere Rechte für Geimpfte kommen.“ Das ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht gegeben. Außerdem glaube er, dass „die Schutzwirkung beim Astra-Impfstoff geringer sein wird als bei Biontech“.

94 Prozent weniger Klinikaufenthalte nach erster Impfdosis mit Astrazeneca

13.12 Uhr: Schon die erste der zwei Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca kann einer vorläufigen Datenauswertung zufolge das Risiko eines Klinikaufenthalts wegen Covid-19 wohl um bis zu 94 Prozent reduzieren. Das geht aus einer Analyse mehrerer schottischer Universitäten und der Gesundheitsbehörde Public Health Schottland hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Das Vakzin von Biontech und Pfizer reduziert das Risiko einer Hospitalisierung mit der ersten Dosis demnach um rund 85 Prozent.

Die Werte gelten für die vierte Woche nach Erhalt der ersten Dosis, verglichen wurde, wie viel Prozent weniger Klinikeinweisungen es bei erstmals Geimpften als bei noch nicht geimpften Menschen gab. Für die noch nicht in einem Fachmagazin erschienene Untersuchung griffen die Wissenschaftler auf die Daten von 5,4 Millionen Menschen zurück, fast der gesamten schottischen Bevölkerung. Berücksichtigt wurde der Zeitraum vom 8. Dezember bis 15. Februar. In dieser Zeit wurden in Schottland 1,14 Millionen Impfdosen verabreicht. Mehr als jeder Fünfte in dem britischen Landesteil wurde geimpft.


Söder fordert Millionen Corona-Schnelltests pro Tag in Deutschland

12.58 Uhr: Für die kommenden Monate braucht Deutschland nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder Millionen Corona-Schnelltests pro Tag. „Das Testen muss massiv ausgebaut werden. Wir brauchen deutlich mehr Schnelltests und zwar national“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München.

Damit dies möglich werde, müssten nun die Zulassungen für „alle Formen der Schnelltest“ beschleunigt werden. „Wir warten händeringend auf neue Formen der Schnelltests, der einfachen Anwendung der Schnelltest, das muss beschleunigt werden“, sagte Söder. Um die Ergebnisse des Schnelltests dann auch nachweisen zu können, brauche es eine digitale App, die vorgezeigt werden könne und in der das Ergebnis registriert bleibe. „Dies ist noch eine logistische Herausforderung, die dringend und so schnell wie möglich auf nationaler Ebene gemacht werden muss“, betonte Söder.

Brauer haben wegen Lockdown Bier im Wert von Millionen weggeschüttet

12.46 Uhr: Die monatelange Schließung der Kneipen und Restaurants hat für Brauereien nach Darstellung des Branchenverbandes schwerwiegende Folgen. Sie verkaufen kaum Fassbier und verlieren so wichtige Einnahmen, wie die Betriebe in einem Offenen Brief beklagen. „Ware im Wert von vielen Millionen Euro, deren Haltbarkeitsdatum überschritten wurde, musste bereits vernichtet werden“, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Schreiben. Neben Gaststätten, Restaurants, Kneipen und Bars fehlten auch Feste als Verkaufsort für Fassbier.

Bei den Hilfsprogrammen gingen die 1500 Brauer nach eigenen Angaben bisher weitgehend leer aus. Viele von ihnen seien handwerkliche Familienbetriebe. „Wenn Bund und Länder hier nicht gezielt, entschieden und schnell mit finanzieller Unterstützung gegensteuern, droht vielen unserer Betriebe die Insolvenz“, heißt es weiter. Laut Statistischem Bundesamt verkauften die Brauer im vergangenen Jahr 5,5 Prozent weniger Bier als 2019.

Jeder zehnte Ausbildungsbetrieb will wegen Corona weniger Azubis einstellen

12.34 Uhr: Die Corona-Krise führt zu einem deutlichen Rückgang bei Ausbildungsplätzen. Wie eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab, plant ein Zehntel der ausbildungsberechtigten Betriebe, das Angebot an Lehrstellen im Ausbildungsjahr 2021/2022 einzuschränken oder sogar ganz darauf zu verzichten. Bei Betrieben, die stark von der Pandemie betroffen sind, ist der Anteil noch erheblich höher – insbesondere im Gastgewerbe.

Laut der Studie könnte bei den besonders betroffenen Betrieben fast jeder vierte (24 Prozent) weniger Auszubildende einstellen, im Gastgewerbe sind es 28 Prozent. Für die Erhebung wurden im Dezember insgesamt 1511 ausbildungsberechtigte Betriebe befragt.


Corona: Bundesbank sieht Wirtschaft ab Frühjahr zurück auf Erholungskurs

12.02 Uhr: Nach einem Rückschlag zu Jahresbeginn dürfte die deutsche Wirtschaft aus Sicht der Bundesbank in diesem Frühjahr wieder Fahrt aufnehmen. „Mit sinkenden Infektionszahlen, der breiteren Verfügbarkeit von Impfstoffen und sukzessiven Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen sollten die gegenwärtigen Bremsfaktoren (…) nach und nach entfallen“, heißt es im Monatsbericht Februar, den die Notenbank am Montag veröffentlichte. „Die Wirtschaft dürfte daher wohl ab dem Frühjahr wieder auf ein deutlich höheres Leistungsniveau zurückkehren und ihren Erholungskurs wieder aufnehmen.“

Für das erste Quartal 2021 rechnet die Bundesbank wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mit einem Dämpfer für die Konjunktur. „Es steht aber nicht zu befürchten, dass die Wirtschaftsaktivität auf den Tiefstand während des Lockdowns im Frühjahr 2020 abrutscht.“

Tschechisches Verfassungsgericht kritisiert Corona-Schutzmaßnahmen

11.56 Uhr: Das tschechische Verfassungsgericht hat einen Teil der Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung rückblickend für nichtig erklärt. Konkret ging es um die Geschäftsschließungen in der Zeit vom 28. Januar bis zum 14. Februar. Das teilte eine Sprecherin am Montag in Brünn (Brno) mit. Die Richter bemängelten, dass die Maßnahmen ebenso wie eine lange Liste von Ausnahmen unzureichend begründet gewesen seien. Ohne eine überzeugende Erklärung komme es Willkür gleich, wenn zum Beispiel Blumenläden und Waffengeschäfte geöffnet sein dürften, andere Läden aber nicht.

Mit den aktuell geltenden Schutzmaßnahmen befasste sich das Gericht nicht, obwohl sie sich kaum von den früheren unterscheiden. Die Geschäfte des nicht-alltäglichen Bedarfs bleiben damit in Tschechien weiter geschlossen. Die Opposition begrüßte das Urteil dennoch. Geklagt hatten 63 Volksvertreter aus dem Senat, der zweiten Kammer des tschechischen Parlaments. Mit rund 968 Corona-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen steht Tschechien derzeit EU-weit an erster Stelle.


Corona-Impfkampagne im Gazastreifen hat begonnen

11.45 Uhr: In dem von der islamistischen Hamas beherrschten Gazastreifen hat die Impfkampagne gegen das Coronavirus begonnen. Wie das Gesundheitsministerium in dem Palästinensergebiet am Montag mitteilte, bekam die erste Person am Mittag eine Spritze mit dem russischen Sputnik-Impfstoff verabreicht. In einer ersten, dreiwöchigen Phase sollen 11.000 Menschen durchgeimpft werden. Vorrang haben medizinisches Personal, Ältere und Risikopatienten.

In dem Küstengebiet traf am Sonntag mit 20.000 Dosen die bislang größte Impfstofflieferung ein. Die Präparate wurden über Ägypten transportiert. Zuvor waren über die Palästinensische Autonomiebehörde 2000 Dosen aus dem Westjordanland in den Gazastreifen gebracht worden. Im Gazastreifen leben etwas mehr als zwei Millionen Menschen auf sehr engem Raum unter teilweise miserablen Bedingungen und bei schlechter medizinischer Versorgung. Seit Beginn der Pandemie wurden dort mehr als 54.000 Infektionen und über 540 Todesfälle registriert.

Giffey für Einsatz von mobilen Impfteams in Schulen und Kitas

11.24 Uhr: Bundesfamilienministern Franziska Giffey (SPD) will mobile Impfteams für Lehrer und Erzieher in Kitas und Schulen zu schicken. „Dadurch könnte das Ganze viel effizienter (…) laufen, viel schneller gehen und das muss jetzt die oberste Priorität haben“, sagte die Ministerin im ZDF-„Morgenmagazin“.

Derzeit gebe es noch keine ausreichenden Impfmengen, um solche Teams einzusetzen. Bis das der Fall sei, „muss das Testen als Brücke zur Impfung genutzt werden“, betonte Giffey. Sie empfahl Beschäftigten an Schulen und Kitas, sich zwei Mal pro Woche einem Schnelltest zu unterziehen. Aktuell sei die Strategie bei den Öffnungen ein „Mix aus eben den Hygieneregeln, plus einem vermehrten Testen, plus Impfen, sobald es geht“. Nach Öffnungen in Niedersachsen und Sachsen nehmen an diesem Montag in weiteren zehn Bundesländern Kitas und Grundschulen wieder ihren Betrieb auf oder weiten ihn aus.

Bundestagswahl wird wegen Corona-Pandemie so teuer wie nie

11.15 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie wird die Bundestagswahl in diesem Jahr so teuer wie noch nie. Das Bundesinnenministerium habe insgesamt rund 107 Millionen Euro für die Wahl veranschlagt, berichtete die „Saarbrücker Zeitung“ unter Berufung auf einen Ministeriumssprecher. Damit steigen die Kosten erstmals auf über 100 Millionen Euro. Mehr dazu: Corona macht Bundestagswahl 2021 so teuer wie noch nie


Weltgrößter Impfstoffhersteller bittet die Welt um Geduld

11.02 Uhr: Der weltgrößte Impfstoffhersteller hat angedeutet, dass es bei Exporten von Corona-Impfstoffen zu Verzögerungen kommen könnte. Der Chef der indischen Firma Serum Institute, Adar Poonawalla, schrieb auf Twitter: „Liebe Länder & Regierungen, während Sie #COVISHIELD-Lieferungen erwarten, bitte ich Sie demütig, Geduld zu haben. Das Serum Institute wurde angewiesen, dem großen Bedarf Indiens Vorrang einzuräumen und währenddessen die Bedürfnisse der übrigen Welt im Gleichgewicht zu halten. Wir geben unser Bestes.“

Die Firma stellt unter anderem den Astrazeneca-Impfstoff unter dem Namen Covishield zu günstigen Preisen her. Er wird deshalb besonders in ärmeren Ländern eine wichtige Rolle bei der Pandemiebekämpfung spielen. Indien wird oft – wie einst Deutschland – als die „Apotheke der Welt“ bezeichnet. Im zweitbevölkerungsreichsten Land werden nach eigenen Angaben rund die Hälfte aller Impfstoffe weltweit hergestellt. Indien hatte zuletzt auch Millionen Dosen Corona-Impfstoff an ärmere Länder seiner Region und darüber hinaus verschenkt. Weitere wurden verkauft.


Bayern: Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden öffnen am 1. März

10.40 Uhr: In Bayern sollen am 1. März Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden öffnen dürfen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag vor einer Videoschalte des CSU-Vorstands in München an – so werde er dies dem Kabinett an diesem Dienstag vorschlagen. Zum einen handle es sich um verderbliche Ware. Söder betonte: „Sonst wird dieses ganze Blumengeschäft nur bei Discountern stattfinden, und dann werden die Discounter überrannt.“ Deshalb mache eine Anpassung an dieser Stelle Sinn. Neben den Friseuren sollen nach Worten Söders ab 1. März auch andere körpernahe Dienstleistungen wie Fußpflege wieder möglich sein.

Merkel will drei verschiedene Lockerungs-Konzepte für einzelne Bereiche

10.28 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts der Sorgen vor einer dritten Corona-Welle erneut für eine vorsichtige Strategie bei möglichen Öffnungen plädiert. Öffnungsschritte müssten gekoppelt mit vermehrten Tests klug eingeführt werden, sagte Merkel am Montag nach Angaben von Teilnehmern in Online-Beratungen des CDU-Präsidiums. Die Sehnsucht der Bürger nach einer Öffnungsstrategie sei groß, das verstehe sie.

Merkel machte demnach deutlich, dass sie drei Bereiche sehe, für die man Pakete einer Öffnungsstrategie schnüren müsse. So gehe es zum einen um den Bereich der persönlichen Kontakte, zum zweiten um das Thema Schulen und Berufsschulen sowie um ein drittes Paket mit Sportgruppen, Restaurants und Kultur. Ziel sei es, Pakete zu schnüren, um Öffnung möglich zu machen und dann anzupassen, wurde sie zitiert.


Von diesem Dienstag an soll nach diesen Informationen eine Arbeitsgruppe mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und den Chefs der Staatskanzleien der Länder zum Thema Öffnungen tagen. Dabei soll die für den 3. März geplante nächste Ministerpräsidentenkonferenz mit der Kanzlerin vorbereitet werden. Ziel ist es, dann Pläne für mögliche Öffnungsschritte zu präsentieren. Braun sagte nach Informationen aus Teilnehmerkreisen im CDU-Präsidium, die Mutationen des Coronavirus zerstörten leider gerade die gute Entwicklung in Deutschland.

Söder sieht wachsende Gefahr einer dritten Corona-Welle

10.24 Uhr: CSU-Chef Markus Söder sieht die wachsende Gefahr einer dritten Corona-Welle in Deutschland. Wenn die als deutlich ansteckender geltende britsche Virusvariante die dominante werde, dann werde es immer schwieriger, die richtige Balance zu bekommen, sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Seit Jahresbeginn habe sich der Anteil der nachgewiesenen britischen Virusmutationen im Freistaat von 5 auf 28 Prozent erhöht. Noch vor einer Woche habe der Anteil bei 20 Prozent gelegen.

Die Wirkung der bisherigen Maßnahmen zum Infektionsschutz ließen währenddessen nach. „Es stagniert und in einigen Bundesländern steigt die Inzidenz wieder an“, sagte Söder. Es bestehe daher die Gefahr, dass Deutschland in drei bis vier Wochen vor ähnlichen Herausforderungen stehe wie im vergangenen Dezember. Die Politik dürfe aber nicht die Nerven verlieren, sagte Söder weiter. Es brauche eine Mischung aus Souveränität und Offenheit, eine neue Balance und einen deutlichen Ausbau bei den Impfungen. „Sonst kommt die dritte Welle unvermeidlich.“

DAK: Ausfalltage wegen psychischer Erkrankungen mit Höchststand im Corona-Jahr

10.06 Uhr: Die Krankschreibungen wegen psychischer Probleme haben im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Laut einer am Montag veröffentlichten Analyse der Krankenkasse DAK-Gesundheit gab es wegen psychischer Krankheitsfälle im Corona-Jahr rund 265 Fehltage im Job je hundert Versicherte. Das waren 56 Prozent mehr als noch 2010. Zudem registrierte die Kasse eine Rekorddauer von 39 Tagen bei den Krankschreibungen.

Der Anstieg der Ausfalltage wegen psychischer Erkrankungen bei den Erwerbstätigen betraf vor allem Frauen. Frauen haben wegen psychischer Probleme seit Jahren mehr Fehltage als Männer. Unter Pandemiebedingungen stiegen bei ihnen die Fehlzeiten noch weiter, während sie bei den Männern fast auf Vorjahresniveau verharrten. Depressionen waren demnach die wichtigste Ursache für Krankschreibungen. Mit 106 Fehltagen je hundert Versicherte lagen sie 2020 jedoch mehr oder weniger auf Vorjahresniveau. Bei den Anpassungsstörungen gab es hingegen mit acht Prozent den größten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Mit Anpassungsstörung ist eine Reaktion auf ein belastendes Lebensereignis, etwa einen Trauerfall, gemeint.


Großbritanniens Schulen sollen am 8. März wieder öffnen

9.38 Uhr: Laut einer Mitteilung der britischen Regierung sollen vom 8. März an wieder alle Schulen in England öffnen. Von Ende März an sollen auch soziale Kontakte sowie Freizeitsport zumindest im Freien wieder möglich sein. Das geht aus einem vorab verbreiteten Fahrplan für die schrittweise Aufhebung des Lockdowns in England hervor, den Premierminister Boris Johnson am Nachmittag dem Parlament vorlegen will.

Die britische Regierung will zudem noch an diesem Montag Daten über die Wirksamkeit ihrer Impfkampagne präsentieren. Mit Spannung werden vor allem Daten zum Astrazeneca-Impfstoff erwartet. „Es sieht gut aus“, sagte der zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi dem britischen Nachrichtensender Sky News. Das Impfprogramm beginne, Früchte zu tragen, erklärte der Politiker.

Vor gut einer Woche erreichte Großbritannien beim Impfen ein wichtiges Zwischenziel: 15 Millionen der rund 66 Millionen Einwohner erhielten bis dahin mindestens eine Impfdosis. Damit begann die Immunisierung der nächsten Gruppe, zu denen alle 65- bis 69-Jährigen sowie Risikopatienten gehören. Mittlerweile haben 17 Millionen und damit jeder dritte Erwachsene in Großbritannien die erste Impfspritze bekommen.

UN-Generalsekretär Guterres wirft Welt Versagen bei Impfstoffverteilung vor

9.44 Uhr: Der UN-Generalsekretär António Guterres findet, dass die Welt bei der gerechten Verteilung der ersten zur Verfügung stehenden Impfstoffe versagt hat. „Eine Gleichbehandlung mit Impfstoffen ist schlussendlich eine Frage der Menschenrechte“, sagte Guterres am Montag zum Auftakt der Sitzung des UN-Menschenrechtsrats. „Impfnationalismus verweigert diese Rechte.“ Nur zehn Länder hätten 75 Prozent der vorhandenen Impfstoffe verwendet, mehr als 130 Länder hätten noch nicht eine einzige Dosis erhalten. Das sei ein moralisches Versagen, sagte Guterres. Ärmeren Ländern müsse geholfen werden.

Der UN-Menschenrechtsrat tagt drei Mal im Jahr in Genf. Wegen der Corona-Pandemie findet das gut vierwöchige Treffen dieses Mal fast ausschließlich online statt. Die Redebeiträge werden per Video eingespielt.


FDP-Chef Lindner will über Sinn des Inzidenz-Grenzwerts diskutieren

8.50 Uhr: Der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Christian Lindner hat eine Debatte darüber gefordert, ob die angestrebten Lockerungen des öffentlichen Lebens tatsächlich erst beim Unterschreiten des Inzidenzwerts 35 umgesetzt werden können. „Die alleinige Orientierung an den Zahlen 35 oder 50 wird dem Pandemiegeschehen nicht gerecht“, sagte Lindner dem „Spiegel“. Je mehr Tests zur Verfügung stünden und je mehr Menschen mit hohem Risiko einer schweren Erkrankung geimpft seien, desto weniger sagten diese Zahlen alleine etwas aus.

Um Maßnahmen verhältnismäßig zu gestalten, müssten auch andere Messgrößen betrachtet werden, forderte der FDP-Chef. „Wichtig ist zum Beispiel zu wissen, welche Altersgruppen sich infizieren, wie die Auslastung der Intensivstationen ist und wie tatsächlich die Nachverfolgung von Infektionsketten gelingt“, sagte Lindner weiter. „Das Raster der Inzidenzen von 35 und 50 ist dafür längst zu grob.“

Schulbetrieb startet in weiteren zehn Ländern schrittweise

8.36 Uhr: Nach den Schulen und Kitas in Niedersachsen und Sachsen öffnen auch in den folgenden zehn weiteren Bundesländern an diesem Montag wieder Kindertagesstätten und Grundschulen:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Hessen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Nach rund zweimonatiger Schließung und Notbetreuung wird der Unterricht entweder im sogenannten Wechselbetrieb wieder aufgenommen mit halben Klassen, die abwechselnd zur Schule kommen, oder es gibt Vollbetrieb mit festen Gruppen, die sich möglichst nicht begegnen sollen. In den Kitas werden wieder alle oder mehr Kinder betreut. Die Einzelheiten regelt jedes Bundesland für sich.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) betonte die Wichtigkeit der Schulöffnungen am Montagmorgen im ARD-“Morgenmagazin” (Moma). Durch die langen Schulschließungen seien “Bindungs- und Bildungslücken” entstanden. Die schrittweise Rückkehr zum Schulbetrieb sei daher richtig und wichtig – dies müsse “natürlich verantwortungsvoll” geschehen.


Den Vorschlag, dass Kinder das Schuljahr grundsätzlich wiederholen sollen, lehnt Giffey ab. Dies sei nicht generell, sondern nur in Einzelfällen nötig, wenn Kinder Schwierigkeiten hätten, den fehlenden Stoff aufzuholen. “Wir sehen an vielen Stellen, dass trotz aller Schwierigkeiten das Homeschooling ganz gut funktioniert hat”, sagte Giffey im “Moma”.

Deutlich werde hingegen die “Schere zwischen bildungsfern und bildungsnah”. Wo Eltern unterstützen können, falle es den Kindern leichter, dranzubleiben. Gerade für Kinder, die ohnehin Schwierigkeiten hätten, welche durch Schulschließungen verstärkt würden, sei es wichtig, Zugang zu Notbetreuung zu bekommen, sofern die Schulen noch nicht geöffnet würden, so die Ministerin.

Corona-Beschränkungen in Neuseeland enden

6.32 Uhr: In Neuseelands größter Stadt Auckland enden die kürzlich wieder eingeführten Corona-Einschränkungen. Der Lockdown solle um Mitternacht Ortszeit (Montag 12.00 MEZ) aufgehoben werden, teilte Premierministerin Jacinda Ardern am Montag mit. Wegen drei Neuinfektionen war in Auckland ein dreitägiger Lockdown verhängt worden. Außerdem hatte Ardern eine landesweite Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz angeordnet.

Wegen extrem strenger Maßnahmen und genauer Kontaktverfolgungen ist Neuseeland bislang gut durch die Pandemie gekommen. In dem Inselstaat im Südpazifik mit knapp fünf Millionen Einwohnern gab es nur 2001 Fälle und 26 Tote. Am Montag wurde ein neuer Fall gemeldet. Der Patient sei seit Freitag in Quarantäne, teilte das Gesundheitsministerium mit. In der vorigen Wochen begannen in Neuseeland die Impfungen.

SPD zweifelt an Spahn-Zusage für kostenlose Schnelltests ab 1. März

6.07 Uhr: Die SPD bezweifelt, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sein Versprechen kostenloser Corona-Tests für alle Bürger ab 1. März halten kann. Generalsekretär Lars Klingbeil sagte am Sonntagabend in der Talkshow „Die richtigen Fragen“ auf Bild live: „Ich wünsche mir wirklich, dass die Ankündigung von Jens Spahn klappt, dass alle kostenfrei getestet werden können.“ Doch: „Beim Impfen haben wir gemerkt, wir können den Ankündigungen von Jens Spahn nicht glauben. Da wird jetzt immer weiter korrigiert und korrigiert. Und ich habe ein bisschen Angst, dass wir (beim Testen) die nächste Enttäuschung schaffen.“ Denn es gebe „viele Fragen, die Jens Spahn bis heute nicht beantwortet hat“.

Ähnlich kritisch bewertete FDP-Chef Christian Lindner das Test-Programm: „Wir haben die erste Chance auf einen Strategiewechsel beim Impfen verpasst und sind jetzt dabei, auch die zweite große Chance durch Schnell- und Selbsttest zu verstolpern.“ Lindner fügte hinzu: „Wir habe so viele Ankündigungen erlebt, so viele Enttäuschungen, Zahlen werden genannt, Zahlen werden korrigiert. Ich glaube Dinge nur noch, wenn ich sie wirklich sehe.“

Montgomery plädiert für Lockerung der Impf-Reihenfolge

5.44 Uhr: Angesichts wieder steigender Infektionszahlen warnt der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, vor weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen: “Wer in Zeiten steigender R-Werte über Lockerungen spricht, handelt absolut unverantwortlich”, sagte der Mediziner unserer Redaktion. Es sei zu früh für Lockerungen. “Bei jeder Lockerung wird es einen deutlichen Anstieg der Zahlen geben.”


Mit Blick auf die zuletzt wieder steigende Sieben-Tage-Inzidenz und den erneut hohen R-Wert warnte Montgomery: „Der Inzidenzwert zeigt, wo wir aktuell stehen. Der R-Wert zeigt, wohin wir gerade gehen. Bei einem Wert klar über 1,0 droht wieder exponentielles Wachstum – und genau das ist jetzt der Fall.” Das Virus habe mit seinen Mutationen eine neue Stufe erreicht. Es sei nicht nur ansteckender, sondern führe wahrscheinlich auch zu schwereren Krankheitsverläufen.

Als Reaktion auf die Entwicklung forderte Montgomery eine Beschleunigung der Impfungen: Impfstoffdosen, die in der ersten Prioritätsgruppe nicht abgerufen würden, müssten jetzt sofort in der zweiten Gruppe zum Einsatz kommen. “Wir dürfen uns hier nicht sklavisch an die Impfreihenfolge halten”, mahnte der Mediziner. Lesen Sie hier: Dritte Welle – Weltärzte-Chef rät zur Änderung der Impfreihenfolge

Bildungsexperten warnen vor Straftaten im Online-Unterricht

5.33 Uhr: Bildungsexperten und Strafverfolger haben in der Corona-Pandemie vor Sicherheitslücken bei Online-Lernplattformen gewarnt. „Auch ein Jahr nach Beginn der Pandemie lernen deutsche Schulklassen noch immer nicht mit einer sicheren und stabilen digitalen Unterrichtsplattform, das ist bedauerlich“, sagte Staatsanwältin Julia Bussweiler von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) in Hessen unserer Redaktion.

Die hessische Zentralstelle ermittelt derzeit nach eigenen Angaben in einem Fall, in dem ein unbekannter Täter in den Online-Unterricht einer zweiten Schulklasse eingedrungen ist, die Lehrkraft aus der Plattform ausgeschlossen und dann dort den Kindern pornografische Videos gezeigt hat.

Bei den Lehrerverbänden beobachtet man einen Anstieg der Fälle von Missbrauch der Online-Lernplattformen. Ein Massenphänomen seien die Störungen nicht, sagte Ilka Hoffmann, Mitglied im Vorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dieser Redaktion, aber die Fälle würden sich häufen. Lesen Sie dazu: Missbrauch im Distanzunterricht – Darum tut sich die Justiz bei der Strafverfolgung schwer

Umfrage: Mehrheit glaubt an Lockerungen durch Corona-Schnelltests

4.16 Uhr: Eine Mehrheit der Deutschen ist der Meinung, dass kostenfreie Corona-Schnelltest für alle zu einer Lockerung der aktuellen Beschränkungen führen können. Das geht aus einer Umfrage der Meinungsforscher von YouGov Deutschland hervor. 26 Prozent der Befragten stimmten demnach der Aussage „voll und ganz zu“, dass Schnelltests eine schnellere Öffnung von etwa Schulen, Hotels oder Einzelhandel begünstigen würden, 33 Prozent stimmten „eher zu“. Insgesamt 28 Prozent der Teilnehmer sahen die Schnelltests hingegen „überhaupt nicht“ beziehungsweise „eher nicht“ als mögliches Mittel für Lockerungen. 13 Prozent machten keine Angabe.

21. Februar: Verstoß gegen Corona-Beschränkungen: Polizei stoppt Line-Dance-Aufführung

22.12 Uhr: Die Polizei hat im Ostseebad Kühlungsborn wegen der Corona-Einschränkungen eine Line-Dance-Vorführung gestoppt. Rund 50 Teilnehmer der Tanzgruppe hatten sich in der Innenstadt getroffen und getanzt, wie ein Polizeisprecher sagte. Auch aufgrund des sonnigen Wetters sammelte sich schnelle eine Zuschauermenge von mehreren Hundert Personen. Dabei seien die Kontaktabstände nicht mehr eingehalten worden. So mussten die „Line Dancer“ ihre Aktivitäten abbrechen und die Besucher sich entsprechend der Vorgaben wieder anders verteilen.

Spahn hält vorgezogene Impfung von Lehrern und Erziehern für möglich

21.13 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, morgen mit den Gesundheitsministern der Länder über eine vorgezogene Impfung von Lehrern und Erziehern zu beraten. Danach wolle er zügig die Impfverordnung anpassen, sagte Spahn in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Dies könne binnen einer guten Woche geschehen. Ab Anfang März könnten die Lehrer und Erzieher dann in die Impfzentren kommen.


Spahn machte den genauen Beginn der vorgezogenen Impfungen aber von der Lage in den jeweiligen Bundesländern abhängig. Zuerst müsse die Priorisierungsgruppe eins, zu der vor allem Menschen über 80 gehören, durchgeimpft sein. Spahn hatte bereits am Samstag in Aussicht gestellt, dass Grundschullehrer und Erzieher – bislang in Priorisierungsgruppe drei – in die zweite Priorisierungsgruppe aufrücken.

Intensivmediziner – “Können Corona im Herbst im Griff haben”

20.15 Uhr: Der Präsident der deutschen Intensivmediziner, Gernot Marx, ist zuversichtlich, dass Deutschland die Corona-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte unter Kontrolle bekommen kann. “Wenn sich jetzt alle Menschen bald gut durchimpfen lassen, dann könnte es sein, dass wir Corona Ende des dritten Quartals 2021, also im Herbst, im Griff haben”, sagte Marx der “Augsburger Allgemeinen”. “Aber das setzt wirklich voraus, dass sich so gut wie alle impfen lassen. Sonst entstehen in der Zwischenzeit wieder neue Mutanten.”

Sorge bereitet die britische Mutante des Coronavirus, die deutlich ansteckender ist. Marx rechnet wie viele andere damit, dass die Corona-Zahlen deshalb wieder nach oben gehen werden: “Wir gehen von einer dritten Welle aus”, sagte er. “Unsere Bitte lautet darum: Lassen Sie sich impfen – auch mit AstraZeneca.”

Italien fürchtet nächste Corona-Welle

19.44 Uhr: In Italien steigt die Angst vor einer weiteren Ansteckungswelle mit dem Coronavirus. Besondere Sorge bereite die Ausbreitung der britischen Virus-Variante, auf die der Anstieg der Fallzahlen zurückzuführen sei, sagte der führende Virologe Massimo Galli der Zeitung „Il Messaggero“. Experten befürchten auch eine beschleunigte Verbreitung durch das milde Wetter am Wochenende, das kaum einen Italiener zu Hause hielt.

Stattdessen strömten Menschenmassen auf die Straßen, in die Parks und an die Uferpromenaden mehrerer italienischer Städte, um die Sonne zu genießen. Am Samstag und Sonntag musste in Rom die Via del Corso, eine der Haupteinkaufsstraßen in der Altstadt, für den Publikumsverkehr gesperrt werden: Der Zustrom der Passanten war so groß, dass Abstände nicht mehr eingehalten werden konnten. Ähnlich sah es in Mailand oder Neapel aus. In Ostia bei Rom drängelten sich die Menschen an den Stränden.

Corona-Krise: Spahn gegen Sechs-Monatsplan

19.04 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Forderungen nach einem zeitlich verbindlichen Plan für Lockerungen der Corona-Beschränkungen zurückgewiesen und einen Neuinfektionswert von unter 10 als anstrebenswert dargestellt. „Alle wünschen sich einen Drei- und Sechs-Monatsplan, aber das geht halt gerade nicht. Ich finde, wir dürfen da keine falschen Versprechungen machen“, sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“.

Zunächst will er auch angesichts der zunehmenden Verbreitung von Virusmutationen abwarten, wie sich die Öffnung weiterer Schulen und Kitas an diesem Montag auswirkt. „Es macht Sinn, miteinander – das ist ja das Gespräch mit den Ländern – Stufen zu definieren, ab wann der nächste Schritt gegangen werden kann. Aber die Wahrheit ist: Eine Inzidenz von unter 10, die ist jedenfalls in den allermeisten Regionen in Deutschland gerade ziemlich weit weg“, sagte Spahn.

Corona: Ministerpräsident Müller kündigt Stufenplan an

18.16 Uhr: Der von Bund und Ländern versprochene Stufenplan für weitere Schritte in der Corona-Pandemie sollte sich nach Ansicht des Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller (SPD), nicht nur an der Zahl der Neuinfektionen orientieren. „Der Inzidenzwert bleibt wichtig, aber auch ein R-Wert deutlich unter 1 und eine sinkende Auslastung der Intensivmedizin werden wichtige Kriterien für nächste Lockerungsschritte sein“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“.

Müller kündigte für die neue Woche „einen Vorschlag ohne die Werte 10 oder 25“ an, wie sie von einigen vorgeschlagen wurden. In seinem Entwurf werde es vielmehr um Zeiträume mit Ansteckungsraten unter 35 oder 50 gehen. „Wenn Bundesländer stabil über mehrere Wochen diese Inzidenzen erreichen, können weitere Schritte in der Kultur und der Gastronomie folgen.“


Astrazeneca liefert weniger Corona-Impfdosen nach Italien

17.50 Uhr: Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat weniger Corona-Impfdosen als vorgesehen nach Italien geliefert und damit Unmut der Politik auf sich gezogen. Die Situation sei „inakzeptabel“, sagte der Präsident der wirtschaftsstarken Region Lombardei, Attilio Fontana, im Fernsehen. Italiens neuer Ministerpräsident Mario Draghi solle sich in Europa mehr Gehör verschaffen, um die Impfkampagne zu sichern.

Der Konzern hatte bereits im Januar angekündigt, im ersten Quartal des Jahres weniger Impfdosen nach Italien zu liefern als geplant und geriet damals schon in die Kritik. Wie aus einer Mitteilung des Unternehmens vom Samstagabend hervorgeht, will Astrazeneca nun bis Ende März 4,2 Millionen Dosen liefern. Die Regierung hatte mit acht Millionen Dosen für die ersten drei Monate gerechnet.

Polizei verstärkt Corona-Kontrollen in zahlreichen Bundesländern

17.15 Uhr: Angesichts des warmen und sonnigen Wetters sah sich die Polizei in Deutschland mancherorts gefordert, die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren – etwa im Ostseebad Boltenhagen in Mecklenburg-Vorpommern: Dort fielen der Polizei nach eigenen Angaben etliche Autos aus benachbarten Bundesländern auf, so dass man an den Ortseingängen Kontrollstellen eingerichtet habe. Allein am Samstag seien dort 65 Menschen aus 28 Fahrzeugen abgewiesen und zur Rückreise aufgefordert worden, teilte die Polizei in Rostock mit.

In Bayern wurde wegen des großen Andrangs bei sonnigem Wetter die Gedenkstätte Walhalla in Donaustauf gesperrt. Viele Menschen hätten dort am Samstag keine Masken getragen und keinen Corona-Abstand gehalten, teilte die Polizei am Sonntag mit. Sie sprach zudem von einem „wahren Verkehrschaos“. Anwohner hatten sich über Falschparker beschwert.


Auch anderswo wurde es bei milden Temperaturen und viel Sonnenschein eng auf Straßen, Plätzen und in Grünanlagen. Aus Mainz berichtete die Polizei am Wochenende, Gruppen hätten zusammengestanden, Spaziergänger und Radfahrer hätten sich die zu eng gewordenen Wege geteilt, an Getränkeständen habe es teils lange Schlangen gegeben.

Pandemie: Zelt-Krankenhaus in der Westukraine

16.46 Uhr: Wegen Überlastung mit Corona-Patienten sind im Westen der Ukraine an einem Krankenhaus Zelte zur Behandlung aufgestellt worden. In Bohorodtschany im Gebiet Iwano-Frankiwsk seien somit 120 zusätzliche Betten bereitgestellt worden, teilte der Zivilschutzdienst mit. Auf Fotos war zu sehen, wie die Zelte mitten im Schnee direkt an der Klinik stehen. Die Karpatenregion unweit der EU-Außengrenze weist seit etwa zwei Wochen in der Ukraine die höchsten Infektionszahlen aus.

Corona: Fans dicht gedrängt beim Mailand-Derby vor Stadion

16.12 Uhr: Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Derby der Mailänder Fußballclubs AC und Inter haben sich tausende Fans vor dem Giuseppe-Meazza-Stadion getroffen. Wie auf Live-Bildern der Zeitung „Corriere della Sera“ zu sehen war, warteten die Anhänger von AC am Sonntag vor dem Anpfiff auf den Mannschaftsbus. Trotz geltender Corona- und Abstandsregeln standen die Fans dicht gedrängt zusammen und stimmten laute Fangesänge an. Bei der Einfahrt des Busses der Rossoneri zündeten einige bengalische Feuer und Rauchbomben.


Festnahmen bei illegalen Corona-Partys in Frankreich

15.36 Uhr: Gut 200 Menschen haben am Wochenende in Frankreich trotz strenger Corona-Regeln auf illegalen Partys gefeiert. Sowohl in der französischen Hauptstadt als auch im südlich von Paris gelegenen Orly versammelten sich etwa 100 Menschen, wie die Pariser Polizei auf Twitter mitteilte. Beamte nahmen in der Nacht zum Sonntag zehn Personen fest und sprachen mindestens 59 gebührenpflichtige Verwarnungen aus.

In Frankreich herrscht seit Wochen eine abendliche Ausgangssperre ab 18 Uhr. Auch zum Einkaufen oder Spazieren dürfen Menschen das Haus dann nicht mehr verlassen. Ausnahmen gibt es etwa für den Weg zur Arbeit und zurück.

Corona: Luxemburgs Außenminister warnt vor Grenzschließungen

15.04 Uhr: Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn hat Deutschland vor Grenzschließungen wegen der Corona-Pandemie gewarnt. „Natürlich muss es angesichts der Virusmutationen Tests geben, aber wir müssen alles dafür tun, dass die Pendler ohne Einschränkungen zu ihren Arbeitsplätzen kommen“, sagte Asselborn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Er verwies darauf, dass Luxemburg auf Grenzpendler angewiesen sei. „60 Prozent der Beschäftigten in unseren Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen sind Grenzgänger. Wenn diese Pendler nicht mehr einreisen können, dann bricht das Gesundheitssystem in Luxemburg zusammen.“

Nicht notwendige Reisen müssten in der Pandemie leider unterbleiben, so Asselborn. „Aber wir dürfen den Hundertausenden von Grenzpendlern das Leben nicht unnötig schwer machen. Allein nach Luxemburg pendeln jeden Tag 100 000 Menschen aus Frankreich, 50 000 aus Deutschland und 50 000 aus Belgien.“


Intensivmediziner: Können Corona im Herbst im Griff haben

14.32 Uhr: Der Präsident der deutschen Intensivmediziner, Gernot Marx, ist zuversichtlich, dass Deutschland die Corona-Pandemie in der zweiten Jahreshälfte unter Kontrolle bekommen kann. „Wenn sich jetzt alle Menschen bald gut durchimpfen lassen, dann könnte es sein, dass wir Corona Ende des dritten Quartals 2021, also im Herbst, im Griff haben“, sagte Marx der „Augsburger Allgemeinen“. „Aber das setzt wirklich voraus, dass sich so gut wie alle impfen lassen. Sonst entstehen in der Zwischenzeit wieder neue Mutanten.“

Sorge bereitet die britische Mutante des Coronavirus, die deutlich ansteckender ist. Marx rechnet wie viele andere damit, dass die Corona-Zahlen deshalb wieder nach oben gehen werden: „Wir gehen von einer dritten Welle aus“, sagte er. „Unsere Bitte lautet darum: Lassen Sie sich impfen – auch mit Astrazeneca.“

In den Klinken ist die Situation nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) inzwischen besser als Anfang des Jahres. „Die Lage hat sich im Vergleich zum Höchststand der zweiten Welle spürbar entspannt“, sagte der designierte Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß der „Welt“. Anfang Januar habe es fast 6000 Intensivpatienten und 25.000 Patienten auf den Infektionsstationen gegeben, mittlerweile sei man bei 3000 im Intensivbereich.

Polizei löst illegale Corona-Party in Berlin auf

14.08 Uhr: Die Polizei hat in der Nacht zum Sonntag eine illegale Party mit mehr als 30 Teilnehmern in Berlin aufgelöst. Demnach hatte die Polizei nach anonymen Hinweisen schon länger ein leerstehendes Industriegebäude im Blick, wie sie am Sonntag mitteilte. Wiederholt sollen dort Tanz-Events veranstaltet worden sein.

Am späten Samstagabend beobachteten die Beamten demnach mehrere Kleingruppen, die im Gebäude von einem Türsteher eingelassen wurden, und griffen zu. Bei den Partygästen stellten die Polizisten kleinere Mengen Drogen, die mutmaßlichen Einlassumsätze und einen Schlagstock sicher. Ein 38-jähriger DJ kam wegen Drogenbesitzes laut Polizei kurzfristig in eine Gefangenensammelstelle. Das Gebäude wurde nach dem Einsatz versiegelt. Es laufen nun mehrere Verfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- sowie das Infektionsschutzgesetz.

Friseur versteigert ersten Termin nach Corona-Lockdown

13.44 Uhr: Ein Friseur in Bayreuth hat den ersten Termin nach dem Lockdown für 422 Euro zu einem guten Zweck versteigert. Ein 43 Jahre alter Handwerker und Mitglied einer Hilfsorganisation, die sich für Kinder einsetzt und an die das Geld auch gehen soll, habe den Termin am 1. März auf der Plattform eBay ersteigert, sagte der Friseur Andreas Nuissl.

Zusätzlich zu den 422 Euro seien von Kunden und Freunden bisher 1310 Euro als Spenden zusammen gekommen. „Ich denke, dass in den nächsten drei Wochen, besonders wenn wir ab dem 1. März wieder geöffnet haben, noch zusätzliche Spenden kommen“, sagte Nuissl. Das Geld soll der Tafel Bayreuth und dem Kinderprojekt Round Table 98 Bayreuth am 15. März übergeben werden.

Neue Corona-Regeln für Italien?

13.16 Uhr: Italien wartet auf die Entscheidung der neuen Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. An diesem Montag ist ein Treffen des Kabinetts geplant, in dem es auch um das Corona-Dekret gehen soll. Die italienischen Medien spekulieren, dass Draghi stärker unterscheiden will, wie viel Risiko tatsächlich von Bars, Restaurants, Museen, Kinos und Fitnessstudios ausgeht.

Italien will weiter auf sein System aus drei Corona-Zonen setzen, wie die Zeitung „Corriere della Sera“ berichtete. Das Reiseverbot zwischen den Regionen mit Ausnahmen für Arbeit oder in begründeten Notfällen dürfte demnach bestehen bleiben. Im Raum steht auch, in einzelnen Regionen besonders strenge Regeln zu erlassen – etwa in der mittelitalienischen Provinz Perugia, wo die brasilianische Variante des Virus kursiert.


Briten wollen bis Ende Juli allen Erwachsenen ein Impfangebot machen

12.40 Uhr: In Großbritannien sollen alle Erwachsenen bis Ende Juli ihre erste Impfdosis erhalten können. Alle über 50-Jährigen sollen dabei bereits bis Mitte April eine erste Impfung angeboten bekommen, wie die britische Regierung mitteilt. Damit wird der ambitionierte Zeitplan nochmals beschleunigt: Bisher waren die Zielmarken die Impfung aller über 50-Jährigen bis Mai und aller Erwachsenen bis September.

Die erste Etappe wurde Mitte Februar erreicht, als 15 Millionen Menschen eine erste Impfdosis erhalten hatten, darunter die über 70-Jährigen und Krankenhauspersonal. Bis Samstag bekamen nach offiziellen Angaben weitere 2,2 Millionen Menschen ihre erste Impfung gegen das Coronavirus. Damit hat ein Drittel der Bevölkerung eine erste Spritze erhalten.

Brinkhaus hält auch Corona-Impfungen durch Zahnärzte für denkbar

11.35 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus hat sich für pragmatische Lösungen ausgesprochen, um die Impfkampagne gegen Covid-19 in Deutschland zu beschleunigen. „Wir sollten prüfen, ob wir bei einer flächendeckenden Impfung auch Zahnärzte und später auch Betriebsärzte miteinbeziehen können“, sagte der CDU-Politiker der „Welt am Sonntag“. „Daher sollten wir alle Ressourcen nutzen, die wir haben, um die Menschen schnell zu impfen.“

Israel führt Erleichterungen für Corona-Geimpfte und Genesene ein

10.17 Uhr: Israel hat am Sonntag Erleichterungen für Bürger eingeführt, die gegen das Coronavirus geimpft oder nach einer Erkrankung genesen sind. Mit einem Grünen Pass dürfen sie unter anderem Fitness-Studios, Hotels, Theater oder Sportereignisse besuchen. Gesundheitsminister Juli Edelstein schrieb bei Twitter, mehr als 3,2 Millionen Israelis könnten ab sofort diese Vorteile genießen. Ziel ist es, die Wirtschaft im Land wieder anzukurbeln. „Der Grüne Pass öffnet das Land schrittweise wieder“, sagte Regierungschef Benjamin Netanjahu am Samstagabend.


Im Rahmen eines zweiten Öffnungsschritts nach einem wochenlangen Lockdown wurden am Sonntag auch Einkaufszentren, Museen, Bibliotheken und Gebetshäuser für Nicht-Geimpfte geöffnet. Dort müssen weiter die Corona-Regeln wie Maskenpflicht und Abstand eingehalten werden. Auch die Schulen wurden für weitere Klassen geöffnet.

In Israel kann sich jeder Genesene sowie jeder Geimpfte eine Woche nach der zweiten Impfung einen Impfausweis online erstellen. Persönliche Informationen sind mittels eines einfachen QR-Codes ablesbar. Besitzer eines solchen Impfausweises können sich dann einen Grünen Pass ausstellen lassen, unter anderem über eine spezielle App.

Israelisches Ministerium: Biontech/Pfizer-Impfstoff hochwirksam

9.22 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer verhindert laut Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums nach der zweiten Impfung zu rund 99 Prozent schwere Krankheitsverläufe oder Todesfälle. Das geht aus Daten hervor, die das Ministerium am Sonntag veröffentlichte. Israel hatte am 19. Dezember begonnen, den Impfstoff zu verabreichen. Die Daten reichen bis zum 13. Februar.

Nach Berichten von „Spiegel“ und „Bild“ geht aus einer großen Beobachtungsstudie in Israel zudem hervor, dass das Vakzin zu 89,4 Prozent die Übertragung des Virus verhindere. Bei den Infektionen habe sich ein Rückgang in immer größeren Teilen der Bevölkerung gezeigt.

Fast die Hälfte der Israelis hat bereits eine erste Dosis des Corona-Vakzins erhalten. Bislang war unklar, ob Geimpfte nur selbst geschützt sind, das Virus aber weitergeben können – oder ob sie tatsächlich nicht oder kaum mehr ansteckend sind. Zumindest für den Biontech-Impfstoff ist den Daten zufolge Letzteres der Fall.

Das Ergebnis sei überraschend eindeutig, schreibt der „Spiegel“. Die Untersuchung basiere auf Daten von 1,7 Millionen Geimpften. Sie sei von den Unternehmen zusammen mit dem israelischen Gesundheitsministerium vorgenommen worden und noch nicht veröffentlicht, weder als sogenannter Preprint noch in einem wissenschaftlichen Fachmagazin. Das solle aber noch passieren.

Lauterbach: Astrazeneca-Impfstoff für alle drei Prioritätsgruppen

8.43 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat gefordert, den Astrazeneca-Impfstoff sofort für alle Impfberechtigten unter 65 Jahren aus den ersten drei vorrangig zu impfenden Gruppen freizugeben. „Es bleibt Impfstoff liegen, weil sich nicht genug Personen aus der ersten Prioritätsgruppe anmelden oder nicht zum Termin erscheinen. Das ist eine absurde und unerträgliche Situation“, sagte Lauterbach der „Bild am Sonntag“. „Wir sollten beim Astrazeneca-Impfstoff jetzt unbürokratisch die Impfzentren für alle unter 65 Jahren aus den ersten drei Prioritätsgruppen öffnen. Dann könnten wir die Impfzentren endlich voll auslasten.“

Bei der Impfreihenfolge in Deutschland sind drei große Gruppen festgelegt: Gruppe eins mit „Höchster Priorität“, Gruppe zwei: „Hohe Priorität“, und Gruppe drei: „Erhöhte Priorität“. Der Impfstoff von Astrazeneca wird in Deutschland zurzeit nur Menschen zwischen 18 und 64 Jahren verabreicht – es fehlen Daten zur Wirkung bei Älteren. Deshalb bekommen die Beschäftigten in Pflegeheimen oder Intensivstationen in dieser Altersgruppe nun vorrangig dieses Vakzin geimpft. Die Vorbehalte gegen das Präparat sind aus Sicht von Wissenschaftlern unbegründet.


Fast 16.000 Personen an Grenzen zu Tschechien und Tirol abgewiesen

8.17 Uhr: Bei Grenzkontrollen an den Übergängen zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol sind in dieser Woche fast 16.000 Menschen zurückgewiesen worden, davon allein 4522 Personen ohne negativen Corona-Test.

Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Angaben der Bundespolizei wurden im Zeitraum vom 14. Februar bis Samstag insgesamt 104.178 Personen vor der Einreise nach Deutschland kontrolliert, dabei wurden insgesamt 15 877 Menschen abgewiesen. Neben fehlender Corona-Tests hatten die Abgewiesenen entweder keine digitalen Reiseanmeldung oder gehörten nicht zu den Ausnahmen für eine Einreise nach Deutschland – etwa Ärzte und Pflegepersonal.

Die Bundesregierung hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols in Österreich zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt. Seit vergangenem Sonntag dürfen von dort nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es für Lastwagenfahrer und Grenzgänger mit systemrelevanten Berufen. Sie müssen einen negativen Corona-Test mitführen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Corona-Kabinett berät über höhere Warnstufe für französische Region

7.45 Uhr: Das Corona-Kabinett der Bundesregierung wird nach Informationen unserer Redaktion am Montag über eine höhere Warnstufe für das französische Department Moselle beraten. Bisher gilt Frankreich als „Risikogebiet“. Nun könnte die an das Saarland grenzende Region als „Hochinzidenzgebiet“ oder sogar als „Virusvariantengebiet“ eingestuft werden. Außerdem will Innenminister Horst Seehofer (CSU) eine Verlängerung der Kontrollen an den Grenzen nach Tschechien und Tirol bis zum 3. März erreichen. Sie laufen in den Nacht zu Mittwoch aus.

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans machte deutlich, dass er neue Grenzkontrollen nach Möglichkeit vermeiden will. „Wenn Inzidenzen krass auseinanderlaufen und es keine gemeinsamen Bekämpfungsstrategien gibt, dann kommen auch Grenzkontrollen als Ultima Ratio in Betracht“, sagte der CDU-Politiker unserer Redaktion. „Unsere Antwort setzt aber auf Zusammenhalt statt auf Abgrenzung. Gemeinsam mit unseren Nachbarn in Frankreich und Luxemburg werden wir konsequente Maßnahmen ergreifen, die den Infektionsschutz in der Grenzregion verbessern und gleichzeitig das alltägliche Leben nicht durch Kontrollen an den Grenzen belasten.“


Das Saarland entwickele eine ambitionierte Teststrategie, die der Verbreitung auch von Virusvarianten „besser, mindestens aber ebenso Einhalt gebietet wie belastende Grenzkontrollen”, kündigte Hans an. Dazu zählten regelmäßige freiwillige Tests von Grenzpendlern, um Infektionen am Arbeitsplatz möglichst zu verhindern.

Bundesschülerkonferenz fordert verschärfte Maskenpflicht an Schulen

7.10 Uhr: Um den Schulbesuch für Schüler und Schülerinnen sicherer zu machen, fordert die Bundesschülerkonferenz auch an Schulen eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken. „Wir erleben das überall sonst im Alltag, warum nicht an den Schulen?“, sagte Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz unserer Redaktion. Ebenfalls wichtig seien jetzt Investitionen für eine funktionierende Teststruktur. „Wir brauchen an den Schulen tägliche zertifizierte Selbsttests und Schnelltests für alle, die ein Schulgebäude betreten“, sagte Schramm.

Die Öffnung der Schulen wird generell von der Bundeschülerkonferenz, die die Landesschülervertretungen der Länder bundesweit vertritt, begrüßt. Allerdings müssen Öffnungen unter Einhaltung strenger Hygienepläne stattfinden, so Schramm.

Auch sei noch die Frage zu klären, wie man die Schüler auf dem Weg zur Schule vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützt. „Schulträger müssen jetzt schon in die Kommunikation mit den Schulen gehen, um gerade die Beförderung der Schülerinnen und Schüler zu klären.“ Schramm empfiehlt gestaffelte Anfangszeiten an den Schulen, um den Andrang im öffentlichen Nahverkehr abzufedern.

Fitzenberger warnt vor „Generation Corona auf dem Arbeitsmarkt

6.45 Uhr: Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Bernd Fitzenberger, hat vor massiven Auswirkungen der Corona-Krise auf den Ausbildungsmarkt gewarnt. „Ein besonderes Augenmerk muss auf der Unterstützung von ausbildungsberechtigten Unternehmen liegen, Ausbildungsplätze aufrechtzuerhalten oder sogar auszubauen“, sagte der Leiter des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit (BA) unserer Redaktion. „Es darf keine Generation Corona auf dem Arbeitsmarkt entstehen.“

Arbeitslosigkeit zu Beginn einer Erwerbsbiografie führe noch Jahre später zu einem geringeren Lohn und häufigerer Arbeitslosigkeit, mahnte Fitzenberger. „Bei einer Verlängerung der Corona-Maßnahmen sollten die Unterstützungsmaßnahmen für die Betriebe oder das Programm ‚Ausbildungsplätze sichern‘ ebenfalls verlängert werden.“ Der Ausbildungsmarkt sei in der Corona-Krise stark in Mitleidenschaft gezogen, beklagte der Institutsleiter. Betriebe reduzieren die Anzahl der für 2021 angebotenen Ausbildungsstellen, und die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle ist nochmals um etwa 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert zu diesem Zeitpunkt zurückgegangen.“ Lesen Sie hier: Arbeitsagentur: Warum eine “Generation Corona” droht

Lehrerverband warnt vor Gesundheitsgefährdungen für Lehrkräfte

6.15 Uhr: Kurz vor dem Start des Schulbetriebs in zehn Bundesländern hat der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vor einem Öffnungswettbewerb zwischen den Ländern und Gesundheitsgefährdungen für Lehrer gewarnt. „Die Öffnungen sind kein Wettbewerb, bei dem das Bundesland gewinnt, das die weitgehendsten Lockerungen umsetzt und die Gesundheit aller Beteiligten maximal riskiert“, sagte VBE-Chef Udo Beckmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Sonntag). „Der föderale Vergleichsmaßstab muss sein, welches Land am besten Neuinfektionen verhindert.“

Beckmann kritisierte: „Lehrkräfte müssen sich bei der von Montag an breitflächigen Öffnung der Schulen zum Teil ungeschützt ausgeliefert in Situationen begeben, denen sich kaum jemand anders stellen muss: nämlich dass viele Haushalte über mehrere Stunden zusammen in einem Raum sind – im Klassenraum.“ Er fügte hinzu: „Die Lehrkräfte sind nicht geimpft, es ist unklar, wer sich wann wo testen lassen kann, und teilweise bekommen sie keine oder nicht ausreichend Masken gestellt.“

Wer öffnen wolle, müsse Impfangebote machen. Dass eine Priorisierung von Lehrkräften beim Impfen geprüft werde, sei gut. „Die Frage ist nur, wann eine Entscheidung getroffen wird – und warum die Schulöffnungen davor stattfinden sollen“, sagte Beckmann.

20. Februar: Neue Erkenntnisse zum Astrazeneca-Vakzin – wahrscheinlich frühere Impfungen für Lehrkräfte

  • Mindestens zwölf Wochen Abstand zwischen der ersten und zweiten Impfdosis haben beim Impfstoff von Astrazeneca und der Universität Oxford den Entwicklern zufolge positive Auswirkungen auf dessen Wirksamkeit.
  • Deutschland ist nach Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) momentan in einer „echt schwierigen Phase“ der Corona-Pandemie. Bei einer Online-Diskussion zum Thema Impfen sagte der CDU-Politiker am Samstag weiter, alle seien nach zwölf Monaten müde.
  • In Schweden ist erstmals die in Brasilien entdeckte Variante des Coronavirus nachgewiesen geworden.
  • Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich für Corona-Schutzimpfungen für Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher an deren Arbeitsplatz ausgesprochen.
  • Weltweit sind laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP inzwischen mehr als 200 Millionen Impfstoffdosen verabreicht worden.
  • Die Corona-Pandemie wird nach Meinung von Bundeskanzlerin Angela Merkel einen nachhaltigen Schub für die Digitalisierung bringen.
  • Russland lässt einen dritten heimischen Impfstoff gegen das Coronavirus zu. Die ersten 120.000 Dosen des Vakzins mit dem Namen CoviVac sollen im März bereitgestellt werden.
  • Der Deutsche Philologenverband fordert Corona-Impfungen für alle Lehrer, bevor die Schulen wieder ganz öffnen.
  • Zwei Katzen einer an Corona verstorbenen Hamburgerin sind ebenfalls positiv auf das Virus getestet worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut habe die Infektion der Katzen bestätigt, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium mit.
  • FDP-Parteichef Christian Lindner verlangt eine umgehende Öffnungserlaubnis für Geschäfte, Restaurants und Fitnessstudios in Regionen mit niedriger Sieben-Tage-Inzidenz. Mehr im Interview: FDP-Chef Lindner: „Viele sind mit den Kräften am Ende“
  • Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert die Bundesländer, die ungeachtet der Ausbreitung mutierter Coronaviren ihre Schulen öffnen.

Corona-News vom 19. Februar: RKI-Chef warnt vor Wendepunkt – Fallzahlen stagnieren

  • RKI-Präsident Lothar Wieler warnte vor der Ausbreitung von Mutationen des Coronavirus gewarnt. “Wir stehen möglicherweise erneut an einem Wendepunkt”, sagte Wieler. Der Trend der vergangenen Wochen setze sich nicht mehr fort, die Fallzahlen schienen zu stagnieren.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will zügig die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Grundschullehrer und Kita-Betreuer schneller geimpft werden als bislang geplant.
  • Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat seinen geplanten Dienst in einem Leverkusener Impfzentrum abgesagt. „Leider hat es schon im Vorfeld so viele angekündigte Proteste gegen das Leverkusener Impfzentrum gegeben, dass ich den Start erst einmal absagen muss. Polizei und Sicherheitsbehörden sahen Gefährdung“, twitterte Lauterbach.
  • Die Reproduktionszahl des Coronavirus liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts in Deutschland erstmals seit längerem wieder über der Schwelle von 1.
  • In Flensburg werden nach Angaben von Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) Corona-Infektionen fast nur noch mit mutierten Viren festgestellt. In den vergangenen Tagen seien in 80 Fällen Mutationen nachgewiesen worden, sagte Lange. Lesen Sie dazu auch: Corona-Hotspot Flensburg: Lauterbach für strikten Lockdown
  • Die deutschen Arztpraxen wollen ab Beginn des zweiten Quartals bundesweit in die Impfungen einsteigen.
  • Die Corona-Krise hat Hoteliers und Wirte im vergangenen Jahr ein gutes Drittel ihres Umsatzes gekostet. Das Statistische Bundesamt bezifferte den Rückgang im Vergleich zu 2019 am Freitag auf 36,6 Prozent.
  • Die Bundesregierung hat einen Sonderbeauftragten für Corona-Impfstoffe berufen. Christoph Krupp soll künftig die stockende Versorgung mit Vakzinen voranbringen, Ansprechpartner für die Hersteller sein und unter anderem dafür sorgen, dass sie genügend Rohstoffe bekommen.
  • Dänemark schließt aufgrund der Corona-Situation in Flensburg mehrere kleinere Grenzübergänge nach Deutschland

Corona-News vom 18. Februar: Biontech testet Corona-Impfstoff an Schwangeren

  • Das US-Pharmaunternehmen Pfizer und sein Mainzer Partner Biontech haben eine klinische Studie gestartet, um ihren Corona-Impfstoff bei Schwangeren zu testen.
  • Auch in Frankreich breitet sich die britische Coronavirus-Variante schnell aus: 36 Prozent aller positiv Getesteten sind inzwischen damit infiziert, wie Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend in Paris mitteilte.
  • Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat angegeben, dass sein Impfstoff zu mehr oder weniger 100 Prozent vor den schweren Verläufen der Covid-19-Erkrankung schützt.
  • Die Corona-Pandemie hat die Lebenserwartung in den USA um ein Jahr sinken lassen. Im ersten Halbjahr 2020 betrug die Lebenserwartung der US-Bevölkerung im Schnitt 77,8 Jahre, der niedrigste Wert seit 2006.
  • Im Juni des vergangenen Jahres reichten einem Bericht zufulge die Pharmaunternehmen Pfizer und Biontech bei der EU-Kommission ein vertrauliches Angebot für ihren Corona-Impfstoff ein. Laut Informationen von NDR, WDR und “SZ” soll der geforderte Preise damals bei 54,08 Euro für eine Dosis Corona-Impfstoff der Unternehmen gelegen haben.
  • Nach einem größeren Corona-Ausbruch in einem Leipziger Pflegeheim ist fast ein Viertel der Bewohner gestorben.
  • Während in Deutschland Politiker dem Osterurlaub in diesem Jahr bereits eine Absage erteilt haben, machen ihn andere Länder möglich – für Geimpfte. Lesen Sie hier: Corona: In diesen Ländern dürfen Geimpfte Osterurlaub machen
  • Eine großangelegte Studie an Corona-Toten bestätigen nach Angaben des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf die positive Wirkung von Blutverdünnungsmitteln.
  • Der Biontech-Impfstoff schützt einer aktuellen Untersuchung zufolge wahrscheinlich auch vor der südafrikanischen Virusvariante – allerdings ist die Zahl der dagegen gebildeten Antikörper wohl geringer.

Alle bisherigen Corona-News

11.15 Uhr: Hier startet das neue Corona-Newsblog. Alle älteren Nachrichten können Sie hier in unserem bisherigen Corona-Newsticker lesen.

(fmg/dpa/afp)

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen


Be First to Comment

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *