Corona: Inzidenz in 63 Regionen über 100 – Söder warnt

  • Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann kritisiert „ernste Versäumnisse“ bei der Bestellung von Corona-Selbsttests
  • Gesundheitsminister Spahn versichert, dass ausreichend kostenlose Schnelltests vorhanden seien
  • Bayerns Ministerpräsident Söder warnt vor einer Abkehr von Inzidenzwerten als Messlatte
  • Das RKI meldet erneut einen Anstieg der Infektionen
  • Alle Schüler sollen laut der Präsidentin der Kultusministerkonferenz noch im März wieder in die Schule gehen können
  • Bund und Länder haben sich beim Corona-Gipfel auf einen Stufenplan für Öffnungen geeinigt


Berlin. Führende Politiker und Politikerinnen von Bund und Ländern haben in der Corona-Pandemie zur Vorsicht gemahnt und daran erinnert, dass die Öffnungen nicht unumkehrbar sind. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Donnerstagabend in einem ARD-„Extra“, in diesem „sehr ausbalancierten Konzept“ gebe es Öffnungsperspektiven, aber vorsichtige mit Notbremse. „Es ist keine Einbahnstraße. Wenn die Zahlen wieder schlechter werden, werden die Öffnungen zurückgenommen“, stellte Söder klar.





Schon ab kommenden Montag sollen nach den Beschlüssen die Kontaktbeschränkungen gelockert werden. Dann werden wieder private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt möglich sein, jedoch beschränkt auf maximal fünf Personen. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen greift eine Notbremse: In diesem Fall geht es für die Region wieder in den Lockdown.


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Derweil machte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in einer Pressekonferenz am Freitag deutlich, dass für den Start kostenloser Schnelltests als Angebot für alle Bürger ab kommender Woche ausreichend Tests vorhanden seien. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hielt dem Bund dagegen „ernste Versäumnisse“ wegen der späten Bestellung von Corona-Selbsttests vor.

Corona-Zahlen: RKI meldet 10.580 Neuinfektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 10.580 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 264 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9997 Neuinfektionen und 394 neue Todesfälle verzeichnet. Lesen Sie dazu: RKI meldet Corona-Fallzahlen und aktuellen Inzidenz-Wert


Corona-News vom 5. März: Tschechien bittet Deutschland um Übernahme von Covid-19-Patienten

15.41 Uhr: Tschechien nimmt in der Corona-Krise nach langem Zögern nun doch Hilfsangebote aus dem Ausland an. Man habe Deutschland, Polen und die Schweiz um die Übernahme und Behandlung von mindestens einem Dutzend Covid-19-Patienten gebeten, teilte das Gesundheitsministerium in Prag am Freitagnachmittag mit. Grund sei die Überlastung der Krankenhäuser, so dass die üblichen Behandlungsstandards nicht mehr gewährleistet werden könnten.

Tschechien hat derzeit EU-weit die höchste Neuinfektionsrate, sie ist gut zehnmal so hoch wie in Deutschland. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach Berechnungen mehr als 800 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Coronavirus an. Seit

63 Regionen haben eine Inzidenz von über hundert

15.19 Uhr: Bund und Länder haben auf dem Corona-Gipfel am Mittwoch Öffnungsschritte abhängig von der Sieben-Tagen-Inzidenz in dem jeweiligen Bundesland oder Region beschlossen. Die Marke für Lockerungen liegt bei einer Inzidenz von hundert pro 100.000 Einwohner. Liegt sie höher greift eine Notbremse und Öffnungen werden zurückgenommen. Am heutigen Freitag würde dies 63 Kreise und kreisfreie Städte betreffen. Am höchsten liegt der Wert in Hof (Bayern) mit 342,61 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte am Freitag in seiner Regierungserklärung im Landtag: „Die Inzidenz ist nach wie vor der mit Abstand beste und verlässlichste Wert.“ Es mache aus seiner Sicht keinen Sinn zu warten, bis die Zahl der Corona-Toten wieder steigt.

Der Ministerpräsident verteidigte das von Bayern übernommene Konzept von Bund und Ländern zur stufenweisen Lockerung. Es gebe keinen Blindflug, sondern eine „atmende Matrix“, die auch wieder zu Schließungen führen könne, wenn dies angemessen sei. „Es gibt bei allem Verständnis und Ärger, den die Einschränkungen bedeuten, keinen Grund nachzulassen“, so Söder. Die britische Mutation gewinne die Oberhand, dies sei besonders in den Regionen an den bayerischen Außengrenzen zu beobachten.


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“Ungleichheiten verschärft” – Corona zerstört Fortschritte bei Gleichberechtigung

14.52 Uhr: Die Corona-Pandemie hat einem Bericht der EU-Kommission zufolge verheerende Auswirkungen auf die Gleichberechtigung von Frauen. „In Europa und darüber hinaus hat die Pandemie die bestehenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern in fast allen Lebensbereichen verschärft und hart erkämpfte Fortschritte der vergangenen Jahre wieder zunichtegemacht“, teilte die Behörde mit.

Zudem wird bemängelt, dass es in Corona-Krisenstäben einen „eklatanten“ Mangel an Frauen gebe. Eine Studie, die auch 17 EU-Länder betrachtet habe, habe ergeben, dass mehr als 85 Prozent dieser Gremien hauptsächlich männlich besetzt seien.

Außerdem habe die Pandemie zu mehr häuslicher Gewalt gegen Frauen geführt. So sei etwa die Zahl der Meldungen zu häuslicher Gewalt in der ersten Lockdown-Woche in Frankreich um 32 Prozent und den ersten drei Wochen in Litauen um 20 Prozent gestiegen. „Irland verzeichnete einen Anstieg der Fälle von häuslicher Gewalt um das Fünffache, und die spanischen Behörden meldeten einen Anstieg der Meldungen um 18 Prozent in den ersten zwei Wochen des Lockdowns“, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Dabei stehen Frauen in der Pandemie auch an vorderster Front: Allein 86 Prozent der Pflegekräfte im Gesundheitswesen sind laut Kommissionsangaben Frauen.

Hochschulen fordern Öffnungen und kostenlose Schnelltests

14.31 Uhr: – Nach der schrittweisen Öffnung der Schulen im Corona-Lockdown fordern auch die Hochschulen die Rückkehr zu mehr Präsenzlehre. „Wir haben Studierende, die seit zwei Semestern immatrikuliert sind und ihre Hochschule und Kommilitonen noch nie in Präsenz erlebt haben“, sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Peter-André Alt, am Freitag in Berlin.

Vor allem Examenskandidaten müssten die Möglichkeit bekommen, ihre Prüfungsvorbereitung in Präsenz fortzusetzen. Das gleiche gelte für Laborübungen. „Hier können und müssen Testkonzepte vorsichtig erprobt und Schnelltests genutzt werden“, sagte Alt.

Die Öffnungsmöglichkeiten für Schulen, die Bund und Länder vereinbart hätten, seien zwar nicht direkt auf die Hochschulen übertragbar. „Wenn über Test- und Impfstrategien aber wieder mehr Präsenzlehre möglich ist, sollten diese Optionen auch genutzt werden“, forderte HRK-Vize Oliver Günther. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschulen sollten ebenso auf kostenlose Schnelltests zurückgreifen können, wie dies für Angestellte von Unternehmen avisiert sei.


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Wie ein Corona-Selbsttest funktioniert

14.06 Uhr: Eine Grafik der Deutschen Presse-Agentur zeigt, wie ein Corona-Schnelltest für Laien funktioniert. Aktuell sind drei Tests zur Selbstanwendung zugelassen. Sie funktionieren mit einem Abstrich im vorderen Nasenbereich. Die Übertragung der Probe in die Flüssigkeit sowie die Art der Auslesung des Testergebnisses können je nach Hersteller variieren.


Start-up-Initiative gegen bundesweite Einführung der Luca-App

13.47 Uhr: Die Start-up-Initative „Wir für Digitalisierung“ hat sich gegen eine exklusive Einführung der Luca-App zur bundesweiten Kontaktverfolgung in der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Eine einheitliche Lösung kann, auch mit Blick auf die Erfahrung mit der Corona-Warn-App, nur zum Scheitern verurteilt sein“, erklärte am Freitag Jan Kus, Geschäftsführer der Railslove GmbH, die mit der Recover-App eine konkurrierende Lösung zur Luca-App anbietet.

Die Initiative strebe eine „kollaborative, offene und gemeinsame Schnittstelle“ an, an die sich alle Kontaktdatenerfassungssysteme anbinden könnten, darunter auch Luca. Die Kontaktdaten aus den verschiedenen Erfassungslösungen könnten dann über eine einheitliche Schnittstelle zur Nachverfolgung an Systeme der Gesundheitsämter übermittelt werden.

Am Montag wollen die Bundesländer eine Entscheidung über eine bundeseinheitliche App zur digitalen Nachverfolgung der Kontakte treffen. Diese soll dann in allen Ländern zum Einsatz kommen. Die Luca-App gilt dabei als favorisierte Lösung.

Familien und Firmen bekommen weitere Hilfen in der Corona-Krise

13.19 Uhr: Familien, Firmen und Grundsicherungsempfänger bekommen weitere Finanzhilfen in der Corona-Krise. Der Bundesrat billigte am Freitag ein vom Bundestag vor einer Woche beschlossenes Gesetzespaket, zu dem der Kinderbonus, steuerliche Erleichterungen und das Sozialpaket III mit einer Einmalzahlung für Grundsicherungsempfänger gehören.

Der Kinderbonus in Höhe von 150 Euro wird für jedes kindergeldberechtigte Kind gezahlt. Einen solchen Bonus hatte es bereits im vergangenen Jahr gegeben; damals betrug er 300 Euro. Daneben wurde beschlossen, auf Speisen in Gaststätten länger als zunächst geplant nur den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent zu erheben. Die Regelung wäre eigentlich Ende Juni ausgelaufen; sie wurde nun bis Ende 2022 verlängert.


Leichte Corona-Lockerungen auch in Flensburg ab Montag

12.50 Uhr: Auch in der von hohen Infektionszahlen betroffenen Stadt Flensburg werden die besonders strengen Corona-Regeln von Montag an etwas gelockert. Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) nannte am Freitag das bisher absolute Kontaktverbot: Demnach darf von Beginn der nächsten Woche an wieder eine Person aus einem anderen Haushalt getroffen werden. Bis dahin wird die am Samstag auslaufende Kontaktsperre verlängert. Auch dürfen die Friseure in der Fördestadt am Montag unter Auflagen wieder öffnen.

Nasenabstrich: Bei Kindern kann die Gegenwehr groß sein

12.46 Uhr: Alle bisher zugelassenen Coronavirus-Schnelltests für Laien verlangen einen Abstrich in der Nase. Auch wenn der Tupfer nur wenige Zentimeter ins Nasenloch hinein geführt werden muss, kann das unangenehm sein – besonders für Kinder. „Selbst wir in der Praxis haben da manchmal Probleme und für Eltern wird das in vielen Fällen sehr schwierig und manchmal gar nicht möglich sein, weil die Gegenwehr zu groß ist“, sagt der Berliner Kinderarzt Jakob Maske. Das erhöhe auch die mögliche Fehlerquote bei den Selbsttests. Wichtig ist aus seiner Sicht: Wenn das Kind sich sehr wehrt, sollte man von dem Abstrich absehen.

Kultureinrichtungen des Landes öffnen am 12. März

12.44 Uhr: Die Kultureinrichtungen des Landes Hessen öffnen ab dem 12. März für Besucher. Dies teilte Kulturministerin Angela Dorn (Grüne) am Freitag mit. Dies gelte für das Hessische Landesmuseum Darmstadt, das Museum Wiesbaden, die Museumslandschaft Hessen-Kassel, die Staatlichen Schlösser und Gärten sowie das Archäologische Landesmuseum mit der Saalburg und der Keltenwelt am Glauberg. Voraussetzung: Die Zahl der Infektionen binnen 7 Tagen pro 100 000 Einwohner bleibe hessenweit stabil unter dem Wert 100.

Nikosia: Ab 1. Mai keine Quarantäne mehr für geimpfte Briten

12.34 Uhr: Das EU-Mitglied Zypern erlaubt vom 1. Mai an allen Briten, die gegen das Coronavirus geimpft sind, ohne Quarantänepflicht und andere Formalitäten ihren Urlaub auf der Mittelmeerinsel zu verbringen. Dies teilte am Freitag der für den Tourismus zuständige Vizeminister Savvas Perdios im zyprischen Staatsfernsehen (RIK) mit. „Wir haben die Regierung in London darüber informiert“, sagte Perdios. „Keine Quarantäne mehr für geimpfte Briten ab 1. Mai.“ Ab 1. April gilt die gleiche Regel auch für gegen das Corona-Virus geimpfte Touristen aus Israel. Dies hatte Präsident Nikos Anastasiades bei einem Treffen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu im Februar vereinbart. Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Zyperns.

Tschechien führt Quarantäne-Bonus ein – Krankenhäuser extrem belastet

12.12 Uhr: Tschechien führt im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Quarantäne-Bonuszahlung ein. Präsident Milos Zeman unterzeichnete am Freitag ein entsprechendes Gesetz. Arbeitnehmer erhalten umgerechnet bis zu 14 Euro täglich, solange sie sich in behördlich angeordneter häuslicher Quarantäne befinden. Die Auszahlung erfolgt zusätzlich zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall in Höhe von 60 Prozent des Durchschnittsverdiensts.

Steinmeier: 70.000 Corona-Tote sind „erschütternde Dimension“

12.00 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat an die vielen Menschen erinnert, die in Deutschland im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben sind. Mehr als 70.000 Menschen seien dem Virus bereits zum Opfer gefallen – „das ist und das bleibt eine erschütternde, verstörende Dimension“, sagte das Staatsoberhaupt am Freitag in Berlin bei einem Gespräch mit Hinterbliebenen.


Corona-Pandemie: Frauen arbeiten häufig in systemrelevanten Berufen

11.53 Uhr: Frauen sind in Sachsen besonders stark in Berufen vertreten, die in der Corona-Pandemie als systemrelevant gelten. So liege der Frauen-Anteil in der Altenpflege bei 85,5 Prozent, teilte das Statistische Landesamt in Kamenz am Freitag anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März mit. Erziehung und Sozialarbeit sind mit 85,2 zu einem ähnlich hohen Prozentsatz Frauensache. Im Lebensmittelverkauf lag der Frauenanteil bei 82,8 Prozent und bei der Lehrtätigkeit an allgemeinbildenden Schulen bei 75,5 Prozent. Alle Zahlen des Amtes beziehen sich auf 2019.

Rom zu Impf-Exportstopp: „Kein feindseliger Akt gegen Australien“

11.43 Uhr: Nach dem Export-Stopp für Corona-Impfstoffe des Herstellers Astrazeneca hat Italien betont, dass das von Rom erwirkte Verbot dem Gesundheitsschutz dienen soll und keine Attacke gegen Australien sei. „Das Ganze ist kein feindseliger Akt Italiens gegen Australien“, schrieb Außenminister Luigi Di Maio am Donnerstagabend auf Facebook. Das Verbot sei Teil einer am 30. Januar in Europa beschlossenen Export-Kontrollregelung. Die Verzögerungen bei der Verteilung der Impfstoffe in der Europäischen Union (EU) seien „nicht akzeptabel“, unterstrich Di Maio. „Und wir erwarten, dass sich die von uns bezogene Position positiv auf die europäische Impfkampagne auswirkt.“


Laumann: Kostenlose Schnelltests nicht gleich überall verfügbar

11.30 Uhr: Das Angebot kostenloser Schnelltests wird nach Einschätzung von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nicht gleich am 8. März für alle Bürger flächendeckend verfügbar sein. „Also es ist so, dass wir nicht nächste Woche allen Bürgern dieses Angebot machen können“, sagte Laumann in der Bundespressekonferenz am Freitag in Berlin. Die Infrastruktur für die Schnelltests, die von geschulten Personal vorgenommen werden, müsse für das Angebot von mindestens einem Test pro Woche für jeden Bürger größer werden. Nicht das Material und die Verfügbarkeit sei das Problem, sondern wer es mache. Laumann zeigte sich aber davon überzeugt, dass die flächendeckende Testinfrastruktur in NRW schnell aufgestellt werden kann.

Australiens Premier zeigt Verständnis für Italiens Impf-Exportstopp

11.25 Uhr: Australiens Regierung hat auf den Lieferstopp von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union enttäuscht, aber auch mit Verständnis reagiert. Premier Scott Morrison sagte am Freitag nach einer Kabinettssitzung, er verstehe die Gründe, warum Italien als zuständiges EU-Land die Ausfuhr von 250 000 Dosen des Herstellers Astrazeneca gestoppt habe. „In Italien sterben etwa 300 Menschen am Tag“, erklärte er Medien zufolge vor Reportern. „Sie befinden sich in einer unkontrollierten Krisensituation. Das ist in Australien nicht der Fall.“

Kretschmann beklagt „ernste Versäumnisse“ bei Selbsttests im Bund

11.24 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat dem Bund „ernste Versäumnisse“ wegen der späten Bestellung von Corona-Selbsttests vorgehalten. Er verstehe nicht, warum der Bund hier nicht schneller und umfangreicher gehandelt habe, sagte der Grüne am Freitag bei der Sondersitzung des Landtags in Stuttgart zu den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern. „Da ist leider noch nichts passiert.“ Erst seit kurzem gebe es eine gemeinsame Plattform von Bund und Ländern, um Schnelltests in großem Stil zu bestellen. „Wir verlieren da leider wieder wertvolle Zeit“, beklagte Kretschmann.

Museen, Burgen und Zoos dürfen Montag öffnen – mit Termin und Maske

11.07 Uhr: Museen, Galerien, Burgen, Schlösser oder Zoos dürfen in NRW ab Montag unter Auflagen wieder öffnen: Man muss vorher einen Termin ausmachen und in geschlossenen Räumen eine medizinische Maske tragen. Zudem darf sich drinnen nur eine Person pro zwanzig Quadratmeter aufhalten. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten neuen Coronaschutz-Verordnung hervor.


Krebskranker scheitert vor Bundesverfassungsgericht mit Antrag auf frühere Impfung

11.00 Uhr: Ein an Krebs erkrankter 78-Jähriger ist vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe mit dem Versuch gescheitert, sich eine frühere Corona-Schutzimpfung zu erstreiten. Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung sei unzulässig, teilte das Gericht am Freitag mit. Zuvor hatten schon das Verwaltungsgericht München und der bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) gegen ihn entschieden. (Az. 1 BvQ 15/21) Der Mann soll bald eine Chemotherapie bekommen und wollte sofort geimpft werden. Das Verwaltungsgericht lehnte ab, weil er nur in die Gruppe mit der zweithöchsten Priorität falle. Der VGH wies seine gegen die Entscheidung gerichtete Beschwerde ab. Vor dem Bundesverfassungsgericht beantragte der Mann daraufhin, die Beschlüsse aufzuheben und die Stadt München oder das Bundesland Bayern dazu zu verpflichten, ihn sofort zu impfen.

Dies lehnte das Bundesverfassungsgericht am 22. Februar ab, wie es nun öffentlich machte. Der Mann habe nicht nachvollziehbar dargelegt, dass ihm durch das Warten auf eine Impfung innerhalb der Gruppe zwei ein schwerer Nachteil entstünde oder dass er eine erste Impfung als Teil dieser Gruppe nicht bald erhalten könne, teilte das Gericht mit. Das Gericht war auch nicht überzeugt davon, dass der Mann sich nicht isolieren könne, um das Risiko zu verringern. Er habe nicht näher erklärt, warum das Ansteckungsrisiko bei einer teilstationären Behandlung hoch sei.

Corona: Tutus Stiftung prangert ungleiche Impfstoffverteilung an

11.00 Uhr: Südafrikas Friedens-Nobelpreisträger Desmond Tutu prangert über seine Stiftung die ungleiche globale Verteilung der Corona-Impfstoffe an. „Da muss unverzüglich mehr passieren, um ärmeren Ländern schnelleren Zugang zu Covid-19-Impfstoffen, Diagnosegeräten und Behandlungen zu sichern“, fordert die vom früheren Erzbischof Desmond Tutu und seiner Frau Leah gegründete Stiftung am Freitag in einer Erklärung. Unter Hinweis auf eine Studie der Duke-Universität heißt es darin: „Während reiche Länder gerade mal 16 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, halten sie zur Zeit 60 Prozent der bisher verkauften Impfstoffe gegen Covid-19.“

„Wir blockieren“: Paris begrüßt Impfstoff-Lieferstopp für Australien

10.57 Uhr: Frankreich begrüßt den europäischen Lieferstopp von Corona-Impfstoff für Australien. „Das zeigt, dass wir als Europäer fähig sind, nicht naiv zu sein und unsere Interessen zu verteidigen“, sagte Europa-Staatssekretär Clément Beaune am Freitag im Sender RTL France. Italien habe richtig gehandelt, die Lieferung zu verhindern. Es habe sich um viele Impfstoffdosen gehandelt, und in Australien sei der Bedarf weniger dringend als in Europa. „Wir blockieren. Und wir behalten ihn“, sagte der Vertraute von Staatschef Emmanuel Macron mit Blick auf den Impfstoff.

NRW holt vor den Osterferien alle Schüler in die Klassen zurück

10.56 Uhr: Nordrhein-Westfalen holt ab 15. März auch alle Schüler der weiterführenden Schulen zumindest tageweise in die Klassen zurück. Geplant sei vorerst bis zu den Osterferien ein Unterricht bei halbierter Klassenstärke im Wechselmodus, schrieb das NRW-Schulministerium am Freitag in einer Mail an die Schulen. Kein Schüler solle dabei länger als eine Woche ohne Präsenzunterricht zu Hause lernen müssen.


RKI-Chef: Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten

10.10 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht „Signale einer Trendumkehr“ bei der Corona-Pandemie in Deutschland. Es erwartet, dass die ansteckendere britische Mutante demnächst die Oberhand gewinnt: „Es ist absehbar, dass B.1.1.7 bald die vorherrschende Variante in Deutschland sein wird“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Freitag in Berlin. „Dann wird es noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten.“ Die in Großbritannien entdeckte Variante sei „noch ansteckender und noch gefährlicher“.

Spahn: Corona-Öffnungen an der Grenze des Verantwortbaren

9.50 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut zu Vorsicht bei weiteren Lockerungen von Corona-Beschränkungen gemahnt. Die von Bund und Ländern vorgesehenen Öffnungsmöglichkeiten gingen an die Grenze dessen, was unter dem Gesichtspunkt des Gesundheitsschutzes verantwortbar sei, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Keine Öffnungsschritte zu wagen, wäre aber auch kaum verantwortbar gewesen. Wichtig sei deswegen die vereinbarte „Notbremse“ für den Fall, dass die Zahl der Neuinfektionen wieder stark ansteigen sollten. Spahn machte deutlich, dass für den Start kostenloser Schnelltests als Angebot für alle Bürger ab kommender Woche ausreichend Tests vorhanden seien.


Computerspielkauf im Lockdown: Flüchtiger in England geschnappt

8.30 Uhr: Der Kauf eines Computerspiels hat einen Mann in England die Freiheit gekostet. Polizisten fiel der Mann auf, weil er trotz Ausgangsbeschränkungen mit einem Kumpel in der Innenstadt von Birmingham unterwegs war. „Ich will mir das neue “Call of Duty”-Spiel kaufen, weil ich nicht immer nur herumhocken will im Lockdown“, sagte der zweite Mann, wie auf einem Polizeivideo zu hören ist. Als die Beamten den beiden klar machten, dass sie gegen Corona-Regeln verstießen und ihre Personalien aufnehmen wollten, trat der Flüchtige einem Polizisten in den Bauch und lieferte sich mit den Beamten ein Handgemenge. Schließlich wurde er jedoch festgenommen.

Papst Franziskus tritt erste Auslandsreise seit Pandemie-Beginn an

8.07 Uhr: Papst Franziskus ist zu einem historischen Besuch im Irak aufgebrochen. Der Papst flog am Freitagmorgen von Rom aus Richtung Bagdad. Es ist der erste Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts in dem krisengeschüttelten Land und die erste Auslandsreise des Papstes seit Beginn der Corona-Pandemie.

WHO meldet „ernste Bedenken“ gegen geplanten EU-Impfpass an

8.01 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat „ernste Bedenken“ gegen den von der EU geplanten Corona-Impfpass angemeldet. So sei unsicher, wie lange die Immunität nach einer Corona-Impfung anhalte, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge der Zeitung „Die Welt“ vom Freitag. Auch könne die Impfung nicht unbedingt verhindern, dass der Empfänger andere Menschen anstecke. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten bei ihrem Gipfeltreffen vergangene Woche die Einführung eines europaweit gültigen Impfausweises bis zum Sommer beschlossen.


Giffey: Corona hat Ungleichheiten zwischen Geschlechtern verstärkt

7.53 Uhr: Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey bestehende Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern „sichtbar gemacht und auch verstärkt“. „Die Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen ist nach wie vor ungleich verteilt“, sagte die SPD-Politikerin, die auch Berliner SPD-Landesvorsitzende ist, dem „Tagesspiegel“ (Freitag) vor dem Frauentag am 8. März. Frauen würden weiterhin „die meiste familiäre Sorgearbeit“ übernehmen. Allerdings würden Väter hier aufholen.

Roberto Blanco trauert um Bruder: „Victor wird mir sehr fehlen“

7.50 Uhr: Schlagerstar Roberto Blanco („Ein bisschen Spaß muss sein“) trauert um seinen Bruder Victor (73). Laut dem „Bild“-Bericht verlor Blancos Bruder im Februar in Beirut das Gleichgewicht und stürzte. Er sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Zuerst sei zu hoher Blutdruck als Ursache vermutet worden. Doch dann habe ein Corona-Test positiv angeschlagen. „Victor hatte überhaupt keine Symptome, doch er starb nach drei Tagen“, sagte Blanco. Die Frau seines Bruder habe ihm die die traurige Nachricht am Telefon mitgeteilt. Blancos Bruder soll dem Bericht zufolge in der Schweiz beigesetzt werden.

Schulleiter fordern Impfangebot für alle Schulbeschäftigten

7.40 Uhr: Angesichts des gestaffelten Wiederbeginns des Schulunterrichts fordert der Schulleitungsverband Niedersachsen ein Impfangebot für alle Schulbeschäftigten. „Das Impfangebot für die Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen von Beginn der kommenden Woche an ist ein erster Schritt“, teilte der Verband in Hannover mit. Nun müsse es auch Beschäftigten der weiterführenden und berufsbildenden Schulen ermöglicht werden, vorzeitig und umgehend geimpft zu werden, wenn in Landkreisen und Städten Impfdosen übrig seien. Spätestens bis zum Ende der Osterferien müssten die Lehrer und Lehrerinnen aller Schulformen, die sich impfen lassen wollten, auch geimpft sein, forderte der Schulleiterverband. Der Landesschülerrat und der Landeselternrat forderten einen weiteren Ausbau des Infektionsschutzes an Schulen.


Bericht: Corona-Krise verschärft Spaltung zwischen Arm und Reich

7.33 Uhr: Die Corona-Pandemie trifft einem Bericht zufolge vor allem die unteren Einkommensschichten. Bis Ende August 2020 mussten bereits 15,5 Millionen Haushalte in Deutschland Einkommenseinbußen hinnehmen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ am Freitag unter Berufung auf den Entwurf des sechsten Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung berichtete. Darunter zu leiden hätten vor allem Gering- und Normalverdiener. Besonders betroffen seien Selbstständige. Aber auch auf dem Arbeitsmarkt trifft die Pandemie die Schwächeren in der Gesellschaft dem Bericht zufolge härter. Wer eine geringere Qualifikation habe, habe ein größeres Risiko, seinen Job zu verlieren.

Sport trotz Corona: Fenster-Gymnastik für Senioren

7.12 Uhr: Wenn die Sportler wegen der Corona-Pandemie nicht zum Verein kommen dürfen, kommt der Verein zu ihnen: Die TSV Reinbek im südlichen Schleswig-Holstein bietet den Bewohnern einer nahe gelegenen Seniorenwohnanlage zweimal wöchentlich Fenstergymnastik an. „Das Angebot ist aus Corona erwachsen. Es ist für alle die, die wir mit Livestreams und Videos nicht erreichen, wie zum Beispiel Menschen in einem Altersheim“, sagt der sportliche Leiter der TSV Reinbek, Uwe Schneider. So sei die Idee entstanden, extra für diese Menschen etwas zu machen.


Trotz Corona-Krise: China will „mehr als sechs Prozent“ wachsen

5.52 Uhr: China will in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von „mehr als sechs Prozent“ erreichen. Das geht aus dem Arbeitsbericht hervor, den Regierungschef Li Keqiang am Freitag in Peking zur Eröffnung der Jahrestagung des Volkskongresses vorlegte. Nachdem der Premier im Vorjahr wegen der Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie davon abgesehen hatte, wie sonst üblich eine solche Vorgabe zu machen, setzte er damit – entgegen vielen Erwartungen – doch wieder ein Ziel für die zweitgrößte Volkswirtschaft.

KMK-Chefin Ernst: Alle Schüler sollen noch im März zur Schule

5.00 Uhr: Alle Schüler sollen nach den Worten der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, noch im März wieder in die Schule gehen können. „In der Kultusministerkonferenz sind wir uns einig: Wir wollen, dass noch im März alle Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule gehen – auch wenn es im Regelfall erst mal Wechselunterricht sein wird“, sagte Brandenburgs Bildungsministerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). „Einige Bundesländer, in denen die Inzidenzwerte sehr niedrig sind, werden sich auch für Präsenzunterricht entscheiden“, fügte die SPD-Politikerin hinzu. Gerade der Wechselunterricht ermögliche das Einhalten von Abständen sehr gut.

Corona-News vom 4. März: Corona-Krise – Mehr Armut in Lateinamerika

22.30 Uhr: Rund 22 Millionen Menschen sind laut UN infolge der Pandemie im vergangenen Jahr in Lateinamerika und der Karibik in die Armut abgerutscht. Die Zahl der in Armut lebenden Menschen stieg dort auf rund 209 Millionen – gut ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Region, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) vorstellte. Demnach lebten Ende des Jahres 78 Millionen Menschen in extremer Armut. Das entsprach 12,5 Prozent der Bevölkerung – die höchste Zahl seit 20 Jahren.


Corona-Streit stürzt slowakische Regierung in Krise

21.47 Uhr: Knapp ein Jahr nach ihrem Amtsantritt ist die Regierung in der Slowakei durch einen Streit über die Bekämpfung der Pandemie in ihre bisher größte Krise geraten. Der liberale Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Richard Sulik forderte den Rücktritt des populistisch-konservativen Regierungschefs Igor Matovic.

Auch die zweite Vize-Regierungschefin Veronika Remisova von der konservativen Partei Für die Menschen drohte mit dem Bruch der Koalition. Bei dem Streit geht es unter anderem darum, dass Matovic entgegen einem offiziellen Regierungsbeschluss den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V bestellt und persönlich in Empfang genommen hatte.

21.45 Uhr: Der Fahrplan aus der Pandemie ist ein Bürokratie-Monster: Es braucht mehr Macher. Sonst organisieren wir uns zu Tode, schreibt Chefredakteur Jörg Quoos. Lesen Sie den Kommentar: Der Öffnungsfahrplan – Warum es nun Zeit ist für echte Profis

Bolsonaro fordert: “Hört auf zu jammern”

21.17 Uhr: Trotz hoher Totenzahlen hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro seine Landsleute aufgefordert, das Jammern zu unterlassen. “Wie lange soll das Geheule noch weiter gehen?”, fragte er bei einer Versammlung. Die Bevölkerung könne sich nicht länger verkriechen. Keiner könne das mehr ertragen. Er bedauere die Todesfälle. Es müsse aber eine Lösung gefunden werden. In Brasilien sterben derzeit so viele Menschen an Covid-19 wie noch nie, es ist weltweit eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder.

Corona-Krise – Scholz hält Nachtragshaushalt 2021 für notwendig

20.45 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz zufolge wird dieses Jahr trotz bereits hoher Neuverschuldung ein Nachtragshaushalt nötig. Deutschland werde in der Corona-Krise solange wie nötig gegenhalten, sagte der SPD-Kanzlerkandidat in einem TV-Interview der “Welt”. “Das können wir auch.” Es gebe aber neue Anforderungen, etwa für verstärkte Tests. Deshalb sei ein Nachtragshaushalt jetzt notwendig. Zum genauen Volumen wollte Scholz nichts sagen.


Institut hat keine Bedenken gegen AstraZeneca-Impfstoff

20.20 Uhr: Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hält den Covid-19-Impstoff von AstraZeneca für ebenso gut wie die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Allerdings würden für den Vektorimpfstoff mehr Verdachtsfälle von Nebenwirkungen gemeldet als für die beiden mRNA-Impfstoffe, berichtete das Institut in seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Sicherheitsbericht.

Die Melderate unerwünschter Reaktionen sei bei AstraZeneca „vergleichsweise höher“, berichtete das PEI. Daraus könne aber „nicht zwangsläufig auf eine höhere Reaktogenität des Impfstoffes geschlossen werden, da die erhöhte Melderate auch mit der erhöhten medialen Aufmerksamkeit für den Impfstoff und den unterschiedlichen Altersgruppen der geimpften Personen zusammenhängen könnte.“

20.00 Uhr: Trotz Lockdown sind erste Garten- und Baumärkte offen. Ab Montag gelten zudem bundesweit einheitliche Regeln. Wir geben einen Überblick: In diesen Bundesländern dürfen Baumärkte jetzt wieder öffnen

Britische Corona-Variante macht 60 Prozent der neuen Fälle in Frankreich aus

19.45 Uhr: In Frankreich sind nach Regierungsangaben 60 Prozent der neuen Positiv-Tests inzwischen auf die zuerst in Großbritannien nachgewiesene, ansteckendere Mutation zurückzuführen. Deswegen habe sich die Verbreitung des Virus in den vergangenen zwei Wochen beschleunigt, sagt Ministerpräsident Jean Castex. In Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko solle nun verstärkt geimpft werden.

19.30 Uhr: Viele hatten beim Corona-Gipfel auf Lockerungen für Hotel- und Reisebranche gehofft. Doch ob Oster-Urlaub möglich ist, bleibt unklar. Lesen Sie hier: Corona-Gipfel – Was jetzt für den Oster-Urlaub gilt

Unterstützung für Merkel auf niedrigstem Wert seit Pandemie-Beginn

19.13 Uhr: Nach 55 Prozent im Vormonat sind aktuell 50 Prozent mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, 49 Prozent üben Kritik. Das ist der schlechteste Wert für das Berliner Kabinett seit Ausbruch der Pandemie im vergangenen Jahr. Das zeigen Zahlen des aktuellen ARD-DeutschlandTrend.

Gleichzeitig haben die aktuell geltenden Corona-Eindämmungsmaßnahmen die Zustimmung einer deutlichen Mehrheit von zwei Dritteln der Bevölkerung. 47 Prozent der Befragten gaben an, sie hielten die Maßnahmen für angemessen und 20 Prozent sprachen sich sogar für eine Verschärfung aus. Nur 30 Prozent erklärten sie für zu weitgehend. Auch interessant: Merkel nach Corona-Gipfel – So war die Pressekonferenz

18.40 Uhr: Hat der Mensch Schuld am Coronavirus? Eine Studie legt nahe, dass die Menschheit zumindest eine Teilschuld an dessen Entstehung trifft. Lesen Sie dazu: Wie der Klimawandel, Fledermäuse und Corona zusammenhängen

Astrazeneca auch für Ältere empfohlen – verzögern sich jetzt die Lehrer-Impfungen?

17.44 Uhr: Nach der Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs auch für Menschen ab 65 Jahren befürchtet Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Verzögerungen bei der Impfung von Lehrern, Kita-Personal und Polizei. Die Impfung dieser Gruppen werde „natürlich nicht mehr so schnell vorangehen“, sagte Laumann am Donnerstag im Landtag. Denn bis Ende März stünden beispielsweise in NRW nur eine Million Dosen des Herstellers Astrazeneca zur Verfügung. „Wir haben nicht mehr.“

Allein 1,6 Millionen Menschen über 70 Jahre gehörten aber in die Priorisierungsgruppe zwei sowie rund 750 000 andere Personen wie Kita-Beschäftigte und Lehrkräfte. NRW werde sich an die festgelegte Impfreihenfolge halten. Laumann sprach sich zwar dafür aus, dass auch Hausärzte möglichst schnell impfen können sollten. Er rechnete aber vor: Wenn man jedem Hausarzt nur 100 Dosen gebe, dann brauche man in NRW schon 1,1 Millionen Impfdosen.

Israel, Österreich und Dänemark wollen Impfstoff-Allianz schmieden

17.31 Uhr: Israel, Österreich und Dänemark wollen sich bei der künftigen Versorgung mit Impfstoffen besser aufstellen. Die Regierungschefs der drei Länder, Benjamin Netanjahu, Sebastian Kurz und Mette Frederiksen, vereinbarten am Donnerstag in Jerusalem eine vertiefte Zusammenarbeit. Enger kooperiert werden soll unter anderem bei Forschung und Produktion. Netanjahu sagte, dazu wollten die drei Länder unter anderem gemeinsam einen Fonds auflegen.

Kurz hatte vor dem Besuch angekündigt, sich bei der Coronavirus-Impfstoffbeschaffung nicht mehr allein auf die Europäische Union verlassen zu wollen. Fredriksen wies vor den Gesprächen zurück, bei der geplanten Zusammenarbeit handele es sich um einen Bruch bei der Kooperation innerhalb der EU.

Berliner Geschäfte dürfen ab Dienstag öffnen – Kunden brauchen Termin

16.52 Uhr: Die Geschäfte in Berlin dürfen in der nächsten Woche unter bestimmten Bedingungen und in eingeschränkter Form wieder öffnen. Einkaufen soll dann mit vorher gebuchten Terminen möglich sein. Darauf einigte sich der Senat am Donnerstag und setzte damit wie erwartet die entsprechende Vereinbarung zur Corona-Pandemie von Bund und Ländern vom Mittwoch um, wie Teilnehmer berichteten. Bleibt der Corona-Inzidenzwert binnen einer Woche unter 100, dürfen die Geschäfte abhängig von der Ladengröße eine jeweils begrenzte Anzahl von Kunden zum Einkaufen einlassen. Termine müssen aber vorher über das Internet gebucht werden.

In Gartenmärkten und Gartencentern kann auch ohne Buchung eingekauft werden. Buchhandlungen haben in Berlin schon geöffnet. Die Regelungen können ab Dienstag genutzt werden, der Montag ist in Berlin Feiertag. Steigen die Infektionszahlen wieder über 100 können die erlaubten Öffnungen wieder zurückgenommen werden. Sinken sie hingegen unter 50, soll das Einkaufen weiter erleichtert werden. Lesen Sie dazu auch: Corona-Lockdown: Was sich wo für den Einzelhandel ändert


Erstmals Export von Astrazeneca-Impfstoff aus der EU gestoppt

16.25 Uhr: Erstmals ist die Ausfuhr von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union in einen Drittstaat über die neue Exportkontrolle gestoppt worden. Italien verhinderte den Export von 250.000 Dosen Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca an Australien, wie EU-Kreise am Donnerstag bestätigten. Zuerst hatte die „Financial Times“ darüber berichtet.

Die EU hatte Ende Januar die Möglichkeit von Exportbeschränkungen eingeführt, nachdem der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca angekündigte Lieferungen in den ersten Monaten des Jahres deutlich gekürzt hatte.

Ministerpräsident Weil muss vorübergehend in Quarantäne

16.10 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) muss nach einem Corona-Infektionsfall in der Staatskanzlei voraussichtlich vorübergehend in Quarantäne. „Es geht uns gut, keiner hat Symptome“, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag in Hannover mit. Das Landesgesundheitsamt gehe aber davon aus, dass der Ministerpräsident als direkte Kontaktperson bis zum Montag kommender Woche in Quarantäne müsse. Die endgültige Entscheidung treffe das Gesundheitsamt der Region Hannover.

Wegen des Infektionsfalls einer leitenden Mitarbeiterin in der Staatskanzlei wurde die Pressekonferenz der Landesregierung zum künftigen Corona-Kurs kurzfristig abgesagt. In einer digitalen Konferenz sollten die Medien später informiert werden. Die Mitarbeiterin, die Mitglied der Morgenlage in der Staatskanzlei ist, hatte am Sonntag erste Grippe-Symptome verspürt und wurde anschließend positiv auf das Coronavirus getestet. Schnelltests und anschließende PCR-Tests beim Ministerpräsidenten und seinem Umfeld waren negativ.

In Brandenburg sollen weiterführende Schulen schon Mitte März öffnen

15.55 Uhr: Nach den Grundschulen sollen in Brandenburg vom 15. März an auch die weiterführenden Schulen wieder öffnen. „Wir wollen Mitte März auch in den weiterführenden Schulen in den Wechselunterricht gehen“, kündigte Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Brandenburger Landtags an. Dies solle begleitet werden mit mehr Schnelltests an den Schulen, ebenso wie in den Kitas, sagte Woidke. Seit dem 22. Februar sind bereits die Grundschulen im Wechselunterricht geöffnet.

Zudem solle für jeden Bürger ab Montag wöchentlich ein Schnelltest zur Verfügung stehen, kündigte der Regierungschef an. Die Neuregelung der Corona-Beschränkungen mit der siebten Eindämmungsverordnung soll am Freitag im Kabinett beschlossen werden, erklärte Woidke. Lesen Sie auch: Corona-Gipfel: Das sind die Beschlüsse zu Schulen und Kitas


Drastische Folge für Impfverweigerer – griechisches Altenheim entlässt Mitarbeiter

15.54 Uhr: Ein kirchliches Altenheim im Westen der Halbinsel Peloponnes hat zwei Mitarbeitern gekündigt, weil sie sich nicht impfen lassen wollten. „Wir haben ihnen 15 Tage Zeit gegeben, sich impfen zu lassen oder ein Attest vorzulegen, warum eine Impfung nicht möglich ist – aber sie waren unnachgiebig und sagten, das käme für sie nicht in Frage“, sagte Metropolit Germanos, Kirchenoberer des Bezirks Elis, dem Onlineportal Patrisnews am Donnerstag.

„Eine Impfung ist notwendig“, sagte der 89-jährige Geistliche weiter. „Wir mussten die Mitarbeiter leider entlassen, damit die Gesundheit der Heimbewohner und des Personals nicht gefährdet wird.“ Er selbst habe sich, sobald dies möglich wurde, sofort im nächstgelegenen Impfzentrum impfen lassen.

Laschet: Bundesregierung entscheidet am Montag über einheitliche Corona-App

15.25 Uhr: Bei der digitalen Nachverfolgung der Kontakte soll am Montag die Entscheidung über eine bundeseinheitliche App gefällt werden, die in allen Ländern zum Einsatz kommen soll. Das gab CDU-Chef Armin Laschet in einer Unterrichtung des Landtags in Düsseldorf. Kanzlerin Merkel hatte beim Corona-Gipfel am Mittwoch bereits die “luca”-App als Beispiel erwähnt. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung sei Finanzminister Olaf Scholz sogar daran interessiert. Lesen Sie dazu: “luca”: So erleichtert die Corona-App den Weg aus dem Lockdown


Novartis wird Impfstoff von Curevac produzieren

14.53 Uhr: Das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac kooperiert bei der Herstellung seines Impfstoffs mit Novartis. Der Schweizer Pharmakonzern Novartis werde bis Jahresende bis zu 50 Millionen Dosen produzieren, erklärte Curevac am Donnerstag in Tübingen nach der Vertragsunterzeichnung. Im kommenden Jahr solle Novartis 200 Millionen Dosen zuliefern. Zuvor war Curevac bereits Produktionskooperationen mit anderen Pharmakonzernen eingegangen, darunter Bayer und Wacker.

Deutsche schon wieder so viel unterwegs wie vor der Pandemie

14.26 Uhr: Rund ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie schränken die Menschen zumindest bei schönem Wetter ihre Mobilität kaum noch ein. Wie aus einer Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden vom Freitag hervorgeht, hat sich die Mobilität in der zweiten Februarhälfte 2021 „stark dem Vorkrisenniveau angenähert“.

In einigen ostdeutschen Bundesländern sehen die Daten in der zweiten Februarhälfte tagsüber sogar ein Anstieg der Mobilität gegenüber dem Vorkrisenniveau: In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt war die Mobilität vom 15. bis 26. Februar höher als im Februar 2019. Die stärksten Mobilitätsrückgänge wurden in diesem Zeitraum in Hamburg und Berlin gemessen. Wenig überraschend geben die Statistiker das Wetter als Hauptgrund für den Anstieg an. Bei den zuletzt sonnigen Tagen seien wesentlich mehr Menschen unterwegs gewesen, als während des Winterchaos zuvor.

Brandenburg will Lockerungen landesweit beschließen

14.00 Uhr: In Brandenburg sollen die Corona-Lockerungen im Fall niedriger Infektionszahlen landesweit durchgesetzt werden. Das geht aus Informationen der Deutschen Presse-Agentur hervor. Damit würde auf Öffnungen je nach Entwicklung in Landkreisen und kreisfreien Städten verzichtet. Am Donnerstag sprach sich in einer Telefonkonferenz des Kabinetts mit Kreisen und kreisfreien Städten eine große Mehrheit der Kommunalvertreter dafür aus. Mit dieser Vorgehensweise soll auch verhindert werden, dass die Menschen den Lockerungen in anderen Kreisen hinterherfahren. Das Kabinett will bis Freitag darüber entscheiden.

Impfkommission empfiehlt Astrazeneca-Vakzin auch für Ältere

13.22 Uhr: Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) den Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca künftig auch für Ältere ab 65 Jahren. „Das ist eine gute Nachricht für alle Älteren, die auf eine Impfung warten. Sie können schneller geimpft werden“, sagte Minister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag. Die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ berichtete, eine entsprechende Stellungnahme sei seit Mittwoch fertig, es liefen noch Abstimmungen.

Das Gremium empfiehlt das Mittel bisher nur für 18- bis 64-Jährige, da für Ältere zunächst nicht genügend Studiendaten vorgelegen hätten. Bund und Länder hatten am Mittwoch in ihrem Beschluss zum weiteren Corona-Vorgehen festgestellt, dass der Impfstoff nach Studienergebnissen aus Großbritannien generell eine hohe Wirksamkeit aufweise. Dies ist auch in der älteren Bevölkerung der Fall. „Dazu erwarten Bund und Länder eine kurzfristige Entscheidung der Stiko über die Empfehlung des Impfstoffs für die Bevölkerungsgruppe über 65 Jahre, um die Impfterminvergabe entsprechend zügig anpassen zu können, damit der Impfstoff schnell und priorisierungsgerecht verimpft werden kann.“

Lesen Sie hier: Astrazeneca-Impfung hat überraschende Wirkung bei Älteren

Zahl der neuen Corona-Infektionen in Europa steigt wieder

13.11 Uhr: Mehr als die Hälfte der Länder in Europa haben in der vergangenen Woche einen Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Wie das Europabüro der Weltgesundheitsorganisation WHO am Donnerstag mitteilte, ist die Anzahl der Neuinfektionen um neun Prozent gestiegen. Damit habe der vielversprechende Rückgang der letzten sechs Wochen gestoppt.

Die Virusvariante B.1.1.7, die zuerst in Großbritannien auftrat, sei inzwischen in 43 der 53 europäischen Länder aufgetreten. Die südafrikanische Mutation B.1.351 sei in 26 Ländern, die brasilianische Variante in 15 Ländern gemeldet worden.

Bundestag bestätigt „epidemische Lage“ wegen Corona-Krise

12.49 Uhr: Der Bundestag hat wegen der Corona-Pandemie weiterhin eine „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ festgestellt. Einem entsprechenden Antrag der großen Koalition stimmten am Donnerstag auch Grüne und Linke zu. Die FDP enthielt sich, die AfD votierte dagegen.

Diese festgestellte Lage gibt dem Bund besondere Befugnisse, direkt ohne Zustimmung des Bundesrates Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests und Impfungen. Der Bundestag hatte die „epidemische Lage“ erstmals am 25. März 2020 festgestellt und sie im November bestätigt.

Das Parlament beschloss aber auch ein Gesetz der Koalition, das hierfür künftig einen Drei-Monats-Mechanismus vorsieht: Entscheidet der Bundestag nicht spätestens drei Monate nach Feststellung einer solchen Lage, dass sie fortbesteht, soll sie automatisch als aufgehoben gelten.

Hausärzte sollen ab April gegen Corona impfen

12.31 Uhr: Das Impfen gegen Corona soll in Deutschland deutlich schneller vorankommen. Darauf haben sich Bund und Länder auf dem Gipfel am Mittwoch geeinigt. Haus- und Facharztpraxen sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Auch sie sollen ab April die Impfstoffe verabreichen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema: Covid-19: Wann bekomme ich die Impfung beim Hausarzt?

Drogeriekette stellt Zelte für kostenlose Schnelltests auf

12.11 Uhr: Die Drogeriekette DM hat in Karlsruhe ein Zelt für Corona-Schnelltests aufgestellt. Das Unternehmen hat der Landesregierung Baden-Württemberg vorgeschlagen, an DM-Märkten im Bundesland zertifizierte Corona-Schnelltest-Zentren aufzubauen. Am Donnerstag wurde die Initiative vorgestellt. Die Tests sollen kostenlos angeboten und die Zentren sukzessive im Laufe des Monats aufgebaut werden.


Studie: Corona-Pandemie beeinträchtigt Krebsbehandlung von Kindern

11.49 Uhr: Die Corona-Pandemie hat auch für die Behandlung krebskranker Kinder weltweit negative Folgen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die US-Forscher am Donnerstag im Fachblatt „The Lancet Child and Adolescent Health“ veröffentlichten.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die Covid-19-Pandemie größere Auswirkungen auf die Behandlung von Krebs bei Kindern weltweit hatte, als es auf einzelne Regionen konzentrierte Studien vermuten lassen“, erklärte Studien-Autor Daniel Moreira vom St. Jude Children’s Research Hospital in den USA. Besonders stark litten demnach die Krebstherapiezentren in Ländern mit geringen und mittleren Einkommen.

Für ihre Studie hatten Moreira und seine Kollegen zwischen Juni und August vergangenen Jahres 311 Kollegen in 213 Behandlungszentren in 79 Ländern befragt. 78 Prozent der befragten Einrichtungen gaben an, dass ihre Arbeit unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten habe. In 43 Prozent der Einrichtungen wurde die Krebs-Diagnostik bei Kindern eingeschränkt und 34 Prozent verzeichneten einen Anstieg der Patienten, die ihre Krebstherapie abbrachen.

Nach Gipfel: Intensivmediziner rechnen mit mehr Corona-Fällen

11.07 Uhr: Intensivmediziner gehen angesichts des Öffnungs-Fahrplans von Bund und Ländern in der Pandemie von einer deutlichen Zunahme der Corona-Fälle aus. „Ich rechne damit, dass wir durch die beschlossenen Öffnungsszenarien deutlich steigende Zahlen von Neuinfektionen erleben werden – und dann auch vermehrt Intensivpatienten mit Covid-19“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Die Sorge ist, dass wir in eine dritte Welle rutschen.“

Hintergrund sind Prognosen der Fachgesellschaft, wonach frühe Lockerungen, je nach Impftempo und Ausbreitung der ansteckenderen Varianten, zu einer erneut hohen Belastung der Intensivstationen führen könnten. Im schlimmsten Szenario war von einer nicht mehr zu bewältigenden Zahl von 25.000 zu versorgenden Covid-19 Patienten die Rede

EU-Arzneimittelbehörde startet Prüfung zur Zulassung von Sputnik-V

10.49 Uhr: Die Zulassung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik-V in Deutschland und den anderen EU-Staaten rückt näher. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA gab am Donnerstag überraschend bekannt, dass sie offiziell eine fortlaufende Überprüfung des Russen-Impfstoffs begonnen hat. Das „Rolling Review Verfahren“ ist eine Vorstufe des eigentlichen Zulassungsverfahrens der EMA, das durch die Vorarbeiten dann auf wenige Wochen verkürzt werden kann. Die EMA erklärte, die Entscheidung für die fortlaufende Überprüfung basiere auf Ergebnissen der Laborstudien und klinischen Studien bei Erwachsenen.

Diese Studien zeigten, dass Sputnik-V die Produktion von Antikörpern und Immunzellen auslöse, die auf das SARS-CoV-2-Coronavirus abzielen und zum Schutz vor COVID-19 beitragen können. Die fortlaufende Überprüfung werde fortgesetzt, bis genügend Nachweise für die Beantragung einer formellen Genehmigung vorliegen. Antragsteller für die Überprüfung ist die R-Pharm Germany GmbH, ein Lohnhersteller aus dem bayerischen Illertissen.

Sputnik-V ist im EU-Land Ungarn bereits über eine nationale Notfallzulassung auf dem Markt, mehrere osteuropäische EU-Länder wollen ebenfalls den russischen Impfstoff einsetzen. Der CDU-Gesundheitsexperte Peter Liese äußerte sich allerdings skeptisch: Die klinischen Daten zu Sputnik-V seien mit einem großen Fragezeichen zu versehen, eine genaue wissenschaftliche und kritische Überprüfung der Daten durch die EMA seien in diesem Fall besonders notwendig, meinte Liese. Doch schließe er nicht aus, dass der Impfstoff als wirksam bewertet und in der EU eingesetzt werden könne.


Spahn verteidigt schwierige Balance bei weiterem Corona-Vorgehen

10.25 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat auch bei möglichen nächsten Öffnungen in der Corona-Krise zu notwendiger Vorsicht gemahnt. Niemand wolle Einschränkungen einen Tag länger als nötig, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Bundestag. Doch die Pandemie sei „noch nicht am Ende“, wie die Infektionszahlen, die Lage auf den Intensivstationen und ein Blick in europäische Nachbarländer zeigten. Daher sei es richtig, dass der Bundestag weiter eine „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ feststelle. Die AfD hatte zuvor die Aufhebung der „epidemischen Lage“ verlangt, weil sie genutzt werde, „um Grundrechtseinschränkungen zu legitimieren“.

Spahn verteidigte die Beschlüsse von Bund und Ländern, bei denen um eine schwierige Balance zwischen dem Bedürfnis nach Normalität und der Kontrolle über die Pandemie gerungen worden sei. Ab diesem Montag übernehme der Bund die Kosten für kostenlose Schnelltests durch geschultes Personal für alle Bürger in Testzentren – und damit eine Woche später als zunächst geplant. Die Länder hätten deutlich gemacht, das Angebot vor Ort pragmatisch umzusetzen. Dafür müsse der Bund auch nicht Tests zentral beschaffen, diese seien verfügbar.

Städte- und Gemeindebund: Beschlüsse gehen in die „richtige Richtung“

10.03 Uhr: Aus Sicht des Präsidenten des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Marco Trips, gehen in der Corona-Krise die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse „in die richtige Richtung“. Trips sagte am Donnerstag: „Wir müssen Perspektiven haben und dazu kommen die Risiken durch vermehrte Impfungen und bessere Testverfahren in den Griff zu bekommen.“ Wenn dies gelinge, könnten die Kinder auch wieder in die Schulen und Kitas geschickt sowie dem Handel und der Gastronomie wieder Chancen gegeben werden.

Zwar wird der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nach den Bund-Länder-Beratungen am Mittwochabend angesichts weiter hoher Infektionszahlen grundsätzlich bis zum 28. März verlängert. Allerdings soll es je nach Infektionslage Öffnungsmöglichkeiten geben.

Ifo: Kurzarbeit in Corona-Krise weiter gestiegen

9.45 Uhr: Die Kurzarbeit in Deutschland ist im Februar nach Schätzungen des Ifo-Instituts weiter gestiegen. Mit 2,8 Millionen Betroffenen stieg die Zahl im Vergleich zum Januar um 100.000, wie die Münchner Wirtschaftsforscher am Donnerstag mitteilten. Das ist jeder zwölfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. „Das Bild ist zweigeteilt: Während die Kurzarbeit vor allem in Hotels und Gaststätten sowie im Einzelhandel zunahm, ist sie in der Industrie rückläufig“, sagt Ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link.

Im Gastgewerbe ist der Anteil der Arbeitnehmer in Kurzarbeit auch nach wie vor am höchsten: Hier sind 57 Prozent der Beschäftigten betroffen. Im Handel waren es knapp 15 Prozent, bei wirtschaftsnahen Dienstleistern 14 und in der Industrie gut 7 Prozent. Kaum betroffen ist nach wie vor der Bau mit 4 Prozent Kurzarbeit.

Coronaviren im Abwasser – Forscher entwickeln Frühwarnsystem

9.23 Uhr: Auf der Suche nach Coronaviren gehen Wissenschaftler des Umweltforschungszentrums (UFZ) in Leipzig dorthin, wo man Gesundheitsforscher eher nicht vermuten würde: in die Kläranlagen der Republik. Das Ziel des Helmholtz-UFZ-Teams ist es, gemeinsam mit Forschern der TU Dresden ein Frühwarnsystem zum SARS-CoV-2-Infektionsgrad der Bevölkerung zu entwickeln.

Ende letzten Jahres haben die Forscher dafür rund 2500 Proben aus Kläranlagen quer durch Deutschland verteilt eingesammelt. Sie wurden nach dem Erbgut des Coronavirus durchsucht. Im Prinzip sei das genau der gleiche diagnostische Test, wie er im normalen Labor auch gemacht werde, sagte Projektleiter Rene Kallies. Noch sind die Ergebnisse der Forscher nicht veröffentlicht worden. Aber Kallies zeigte sich schon jetzt überzeugt: „Es funktioniert.“

Wenn die Corona-Fallzahlen hochgehen, gebe es ein „Signal“ im Abwasser. Und das sei früher dran als die offiziellen Erhebungen. Denn bis Patienten zum Arzt gingen, einen Test machten und ein Ergebnis bekämen, vergehe einige Zeit. Über das Abwasser würden zudem auch Menschen erfasst, die gar nicht getestet werden oder die nicht wissen, dass sie infiziert sind.


Handel: Lufthansa mit Rekordverlust im Corona-Jahr

9.04 Uhr: Der Geschäftseinbruch in der Corona-Krise hat der Lufthansa 2020 einen Rekordverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von 6,7 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 1,2 Milliarden ein Jahr zuvor, wie der vom Staat gestützte Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Nach dem schwierigen Start ins neue Jahr wird Vorstandschef Carsten Spohr auch für 2021 ein Stück pessimistischer.

Das Flugangebot dürfte lediglich 40 bis 50 Prozent des Niveaus aus dem Vorkrisenjahr 2019 erreichen. Bisher hatte er bis zu 60 Prozent für möglich gehalten. Im abgelaufenen Jahr brach der Umsatz des MDax-Konzerns um 63 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro ein. Eine Dividende für die Aktionäre wird es erneut nicht geben. Für 2021 geht Spohr davon aus, dass der Verlust geringer ausfällt und die Lufthansa trotz der weiterhin schwierigen Lage die gewährten Staatshilfen von insgesamt 9 Milliarden Euro nicht ganz in Anspruch nehmen muss.


Ergebnisse des Corona-Gipfels sind „Katastrophe“

8.45 Uhr: Die Ergebnisse des Corona-Gipfels sind nach Einschätzung des Handelsverbands HDE eine „Katastrophe“ für den Einzelhandel. Faktisch werde der Lockdown damit für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende März verlängert, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Donnerstag. Eine stabile Inzidenz von unter 50, die für eine Wiedereröffnung aller Geschäfte als Bedingung genannt wird, sei auf absehbare Zeit wohl nicht flächendeckend zu erreichen.

Die Verlängerung des Lockdowns bis zum 28. März kostet die geschlossenen Handelsunternehmen nach HDE-Schätzung im Vergleich zum Jahr 2019 rund zehn Milliarden Euro Umsatz. Gleichzeitig kämen staatliche Hilfszahlungen nur spärlich an, sagte Genth.

Landkreistag fordert Überprüfung der Lockerungs-Beschlüsse

8.21 Uhr: Der Landkreistag hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Lockerung der Corona-Maßnahmen kritisiert. „Bund und Länder haben ein sehr kompliziertes Regelwerk beschlossen. Ich weiß nicht, ob das in der Bevölkerung gut nachvollzogen werden kann“, sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager unserer Redaktion.

Nicht nachvollziehbare Regeln müssten „im Interesse einer breiten Akzeptanz der Maßnahmen auf den Prüfstand“. Für die Schnelltests forderte Sager „eine verlässliche Planung zu Zeitpunkten, Abläufen und Verantwortlichkeiten“. Hierbei sei auf ein möglichst unbürokratisches Verfahren zu achten. „Mit einer guten Schnelltest-Kampagne ist es auch möglich, für Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel zu zügigen Lockerungsschritten zu gelangen“, sagte der Landrat des Landkreises Ostholstein.

Scholz ist mit Gipfel-Beschlüssen sehr zufrieden

7.47 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz hat sich im ARD-Morgenmagazin sehr zufrieden mit den Beschlüssen der Bund-Länder-Gespräche gezeigt. Die Lockerungen seien verantwortbar: „Wir haben jetzt neue, umfassendere Möglichkeiten zu testen.“ Mit einer umfassenderen Teststrategie könne sich mehr Spielraum für Öffnungen erarbeitet werden. Zugleich würden immer mehr Menschen geimpft und vor dem Virus geschützt. Teil der Öffnungsstragie sei, dass durch Testen mehr möglich ist. Das müsse auch für Menschen gelten, die geimpft sind.


Kretschmann ist für kürzere Schulferien

7.12 Uhr: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat eine Verkürzung der Schulferien vorgeschlagen, um Bildungsdefizite wegen Corona-Schließungen aufzuholen. „Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen“, sagte der Grünen-Regierungschef in einem Interview mit dem „Mannheimer Morgen“ . Eine Verkürzung der Sommerferien sei denkbar.

Er fürchte, dass tiefe Schäden in der Bildung und der Psyche der Kindern entstanden seien, sagte Kretschmann der Zeitung. „Wir müssen uns verstärkt um diese Kinder kümmern, wenn der Unterricht wieder normal läuft. Das wird eine große Aufgabe.“ Die Lehrer müssen sich dem Ministerpräsidenten zufolge zunächst einen Überblick über die im Fernunterricht entstandenen Lücken verschaffen. „Zur Behebung der Defizite braucht es zusätzliche Betreuungsangebote und Sonderprogramme“, sagte Kretschmann der Zeitung. Notwendig seien auch besondere Formen der Nachhilfe.


Streit zwischen Söder und Scholz bei Bund-Länder-Treffen

6.45 Uhr: Kurz vor dem Ende der Beratungen von Bund und Ländern zur weiteren Corona-Strategie sind Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder heftig aneinandergeraten. Auslöser war dem Vernehmen nach die Finanzierung eines Härtefallfonds zu gleichen Teilen von Bund und Ländern. Kurz nach Ende der Konferenz sagte der CSU-Chef auf Nachfrage aber bereits wieder: „Ich will nicht sagen wir sind ein Herz und eine Seele, aber jetzt ist alles wieder gut.“

Nach Angaben von Teilnehmern hatte der SPD-Kanzlerkandidat zunächst an alle Ministerpräsidenten gerichtet erklärt: „Es braucht keiner zu träumen, dass der Bund ein Konto einrichtet, von dem alles bezahlt wird.“ Es werde keinen anderen Konsens geben als die anteilige Finanzierung von Bund und Ländern.

Laschet spricht von „Perspektivwechsel“

5.44 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat angesichts des von Bund und Ländern vereinbarten Stufenplans für Lockerungen in der Corona-Krise von einem “Perspektivwechsel” gesprochen. „Wir dürfen nicht nur auf Inzidenzwerte schauen”, sagte Laschet in der Nacht in Düsseldorf. Es gebe eine Abkehr vom pauschalen Schließen, hin zu einer „fokussierten, kontrollierten Sicherheit“.

Das mutierte Virus breite sich weiter aus. „Wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben“, betonte Laschet. Entscheidend seien jetzt die drei Elemente Impfen, Testen und die digitale Nachverfolgung von Infektionsketten etwa durch die Luca-App.

Bundesverband Groß- und Außenhandel fordert ein höheres Tempo bei Impfungen und Tests

3.00 Uhr: Der Groß- und Außenhandel fordert mehr und schnellere Impfungen und Tests, um schneller aus dem Lockdown zu kommen. „Um aus dem Schlamassel zu kommen, brauchen wir mehr Tempo beim Testen und Impfen“, sagte Anton Börner, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) nach den jüngsten Corona-Beschlüssen unserer Redaktion. „Wir haben in Handel und Industrie Spezialisten, die Logistik und Distribution ebenso können wie das Entwickeln von Öffnungsstrategien ohne jegliche Abstriche beim Gesundheitsschutz.“

Börner begrüßt die geplanten schrittweisen Öffnungen. „Zwar ist es gut, dass endlich erste weitere Schritte gemacht werden. Das schafft aber neue Ungerechtigkeiten und Verdruss“, sagt der BGA-Präsident. Je länger die Krise andauere, umso offensichtlicher werde, wie notwendig es sei, „bei der Lösung endlich die Kompetenzen der Unternehmen zu nutzen und die Wirtschaft mit an den Tisch zu holen.“

Deutscher Reiseverband kritisiert weiteren Lockdown als inakzeptabel

2.12 Uhr: Der Deutsche Reiseverband (DRV) kritisierte die jüngsten Corona-Beschlüsse und fordert eine Beschleunigung der Impfungen. „Es ist inakzeptabel, dass wir aufgrund des Fehlen von Tests und des viel zu langsamen Impfprozesses gezwungen werden, weitere Monate im Lockdown zu verharren“, sagte der DRV-Präsident Norbert Fiebig unserer Redaktion. Fiebig fordert die Politik auf, ihre Appelle zum Reiseverzicht zu beenden. „Organisierte Reisen sind nachweislich nicht Treiber der Pandemie – das sagen nicht wir, das sagt das RKI in einer aktuellen Studie.“

Der Reiseverbandschef fordert eine Beschleunigung des Impfens sowie eine schlüssige Teststrategie. „Statt einer starren Quarantäneregelung sei eine intelligente Teststrategie gefordert“, sagte Fiebig. Insbesondere die Quarantäne bei Rückkehr nach Deutschland schrecke Urlaubsfreudige ab. „Hier brauchen wir unbedingt Wege, um mit einem negativen Corona-Testergebnis eine drohende Quarantäne auszuhebeln – mehr Tests helfen hier definitiv.“

Ostern – Noch keine Gipfel-Beschlüsse zum Fest

1.00 Uhr: Anders als ursprünglich diskutiert, gibt es vorerst noch keine Regeln für das Osterfest. Verwandtenbesuche können deshalb noch nicht geplant werden. Beschlüsse zu Ostern könnten aber noch beim nächsten Corona-Gipfel getroffen werden. Bund und Länder sollen sich bereits am 22. März wieder zur Beratung treffen – zunächst war der 24. vorgeschlagen worden.

Christian Lindner kritisiert Gipfel-Beschlüsse scharf

0.38 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Corona-Pandemie scharf kritisiert. „Für die Bundesregierung bleibt offenbar der Lockdown das einzig denkbare Rezept. Dabei wäre mit innovativen Konzepten mehr gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben möglich“, sagte er unserer Redaktion. „Stattdessen droht bei den angekündigten Schnell- und Selbsttests eine Enttäuschung wie beim Impfen. Ein angebotener Schnelltest pro Woche ist zu wenig.“


0.35 Uhr: Bund und Länder haben sich auf eine Verlängerung des Corona-Lockdowns und einige Lockerungen geeinigt. Doch der Fahrplan ist mutlos, kommentiert Chefkorrespondent Miguel Sanches. Lesen Sie hier: Corona-Gipfel – Ergebnis ist ein Kompromiss ohne Perspektive

Apotheker verlangen klare Regelungen zu kostenlosen Tests

0.30 Uhr: Die Apotheken fordern die Politik auf, nachvollziehbare Regeln für die jetzt beschlossene Ausweitung der kostenlosen Corona-Tests zu schaffen. Notwendig seien „klare und detaillierte Rahmenvorgaben, welche Personengruppen wie oft kostenfrei in Apotheken, Arztpraxen oder Testzentren getestet werden sollen“, sagte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Gabriele Regina Overwiening, dieser Redaktion. Unklar sei zudem, „welche Vergütung dafür vorgesehen ist“, bemängelte sie.

Hausärzte fordern von Kassen Unterstützung bei Impfungen

0.23 Uhr: Nach der Bund-Länder-Vereinbarung zu einer stärkeren Einbeziehung von niedergelassenen Ärzten bei den Corona-Impfungen, fordern die Hausärzte bürokratische Entlastungen und eine stärkere organisatorische Einbeziehung der Krankenkassen. Um neben der Versorgung der Patienten auch die Impfungen sowie die zusätzlichen Testungen stemmen zu können, „muss jeglicher vermeidbarer Aufwand wegfallen“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, unserer Redaktion.

So besteht nach seinen Worten die Gefahr, dass die Atteste, die die Hausärzte im Rahmen der Impfpriorisierung für Patienten ausstellen sollen, den Prozess enorm verlangsamten und „schnell zum bürokratischen Overkill“ werden, warnte Weigeldt. Der Verbandschef schlug vor, statt dessen könnten die Krankenkassen bei der Vorrangprüfung „durch ein flächendeckendes Einladungsverfahren“ unterstützen.

Die Kassen verfügten über die notwendigen Patientendaten und die Expertise. Zugleich müssten die Dokumentationspflichten bei Impfungen und Testergebnissen für die Hausärzte möglichst gering gehalten werden, forderte Weigeldt. Die Mediziner müssten sich voll und ganz auf ihre ärztlichen Aufgaben konzentrieren, „für mehr ist keine Zeit“.

Linkenfraktionschef Bartsch kritisiert Corona-Gipfel als „Lockerungswirrwarr“

0.22 Uhr: Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat die Ergebnisse des Bund-Länder-Gipfels als „Corona-Irrgarten“ bezeichnet. „Heute haben wir ein Inzidenz- und Lockerungswirrwarr erlebt, der die Bürger und Bürgerinnen weiter verunsichern wird“, sagte Bartsch unserer Redaktion.

Das Schlüsselthema des zügigen Impfen habe hingegen kaum eine Rolle gespielt. „Merkels Impfversprechen ist aber im Schneckentempo nicht zu erreichen“, kritisierte Bartsch: „Die Kanzlerin muss die Impffrage zur Chefsache machen. Wir brauchen eine nationale Kraftanstrengung beim Impfen, um den Lockdown dauerhaft hinter uns zu lassen.“

Müller und Söder sprechen in Pressekonferenz nach dem Gipfel

0.13 Uhr: Alleine über das Thema Impfen habe man sich „zwei oder zweieinhalb Stunden“ unterhalten, verrät Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) auf der Pressekonferenz. Es sei keinesfalls so, „dass überall Millionen von Impfdosen herumliegen und nicht verimpft werden.“ Irgendwann würden die Impfzentren tatsächlich an ihre Grenzen kommen, so Müller. Daher sei es auch so wichtig, die Hausärzte in den Impf-Anstrengungen miteinzubeziehen.

„Vorsicht, Vertrauen und Verantwortung“ seien jetzt die drei zentralen Begriffe, sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). „Dieser Monat, der jetzt vor uns liegt, ist ein Monat des Übergangs.“ Es könne sich jetzt zum Guten, wie zum Schlechten entwickeln.


Niedersachsen und Sachsen-Anhalt werden wohl von Corona-Plan abweichen

0.05 Uhr: Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben eine Protokollnotiz zum Beschlusspapier verfasst. Demnach verstehen sie “die Beschlüsse zu den Öffnungsschritten als Orientierungsrahmen”. Damit dürften in diesen Ländern Abweichungen von dem Stufenplan bevorstehen.

Gipfel-Beschlüsse – Merkel macht Deutschland Hoffnung

0.01 Uhr: „Ich glaube, es waren harte Verhandlungen“, sagt Merkel. Sie erklärt das neu vereinbarte Öffnungsmodell: Bei Sieben-Tage-Inzidenzen unter 50 seien Lockerungen möglich. Weitere Öffnungsschritte können dann nach 14 Tagen sinkender Inzidenz ergriffen werden. Bei einer Inzidenz von 100 über drei Tage hinweg greift eine Notbremse: Dann geht die Region wieder in den Lockdown.

Merkel spricht von einem „schrittweisen Vorgehen“ und von „Paketen, die geschnürt werden“. Deutschland werde in den nächsten Tagen erleben, wie die dominante britische Mutation das ursprüngliche Virus verdrängen wird, prophezeit sie. „Wir befinden uns in einer heiklen Phase.“

Sie sei sich bewusst, dass die vorsichtigen Lockerungsschritte „viele Menschen enttäuschen“ werden. Es wären aber viel mehr Menschen enttäuscht, wenn großzügigere Lockerungen rasch wieder zurückgenommen werden müssten.


Corona-News vom 3. März: Pressekonferenz nach fast zehnstündigen Beratungen

23.45 Uhr: Nach fast zehnstündiger Beratung gibt Kanzlerin Angela Merkel die Ergebnisse des Corona-Gipfels nun gemeinsam mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller auf einer Pressekonferenz bekannt.

Bund und Länder wollen Inzidenzgrenzwert 35 kippen

22.55 Uhr: Eine Beschlussvorlage von Bund und Ländern zeigt, dass Öffnungsschritte nicht mehr an eine Sieben-Tage-Inzidenz von 35 geknüpft werden sollen. Stattdessen sollen die Grenzwerte 50 und 100 ausschlaggebend sein.

Merkel hatte den Verzicht auf die Orientierung an die Sieben-Tage-Inzidenz 35 offenbar angeboten, wenn die Länder auf noch schnellere Öffnungsschritte für den Handel verzichten.

Corona – New York will rund um die Uhr impfen

22.25 Uhr: Mit der ersten Lieferung des am Wochenende in den USA zugelassenen Corona-Impfstoffs des US-Konzerns Johnson & Johnson sollen mehrere Impfzentren in New York nun rund um die Uhr arbeiten. Im Yankee Stadion in der New Yorker Bronx, im Kongresszentrum Javits Center in Manhattan sowie in einem Impfzentrum im Norden des Bundesstaates New York solle so lange rund um die Uhr geimpft werden, bis di ersten rund 164.800 noch diese Woche erwarteten Dosen des Impfstoffs verabreicht seien, sagte Gouverneur Andrew Cuomo.

22.20 Uhr: In einem Monat ist Ostern und die Deutschen stellen sich viele Fragen: Darf ich trotz Corona-Krise meine Familie zu Ostern besuchen? Sind die Kirchen geöffnet? Wir liefern die wichtigsten Antworten zum Fest. Lesen Sie hier: Ostern 2021 in der Corona-Pandemie – Das sind die Regeln

Hitzige Diskussionen bei Corona-Gipfel

21.45 Uhr: In einer eindringlichen Ansprache warnte Kanzleramtschef Helge Braun vor zu weitreichenden Öffnungen unter Verweis auf die Gefahr, die von der britischen Mutation ausgehe. Schon mit den jetzigen Vorschlägen gehe man über die Empfehlungen des RKI hinaus. “Ich hoffe, es geht gut”, sagte Braun Teilnehmern zufolge.

Weil die Stimmung immer angespannter wurde, hatte Merkel eine kurze Pause veranlasst. Allen Teilnehmern ist klar, dass man nicht ohne Ergebnis auseinander gehen kann.


Impfungen im Einzelhandel sorgen für Zoff beim Gipfel

21.00 Uhr: Beim Corona-Gipfel kam es zu einer hitzigen Diskussion um die Frage, ob Einzelhandelgeschäfte verpflichtet werden können, ihre Mitarbeiter testen zu lassen. Denn das ist in der Beschlussvorlage zum Beispiel für Geschäfte mit körpernahen Dienstleistungen vorgesehen. Markus Söder verwies auf ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichts, das die Testpflicht für Mitarbeiter von Pflegeheimen wieder gekippt hatte. Wenn dies nicht bei Pflegeheimen vorgeschrieben werden könne, dann wohl erst recht nicht bei Geschäften, sagte Söder.

Bei der Frage, ab wann Impfungen auch in Arztpraxen möglich sein sollen, gerieten Laschet und Söder aneinander. Laschet hatte gewarnt: Übergebe man das zu früh an die Arztpraxen, breche dort Chaos aus, weil nicht genügend Impfstoff vorhanden sei. Söder entgegnete daraufhin spitz, er wolle ja bei Laschet kein Chaos auslösen.

Teilnehmer berichten, Merkel habe sich mehrfach vor Gesundheitsminister Spahn gestellt. Etwa, als ihm vorgeworfen wurde, der Bund habe nicht genügend Selbsttests bestellt. Der Bund könne nicht Dinge bestellen, die noch nicht auf dem Markt seien, sagte die Kanzlerin. Mehrfach verwechselten Ministerpräsidenten im Eifer des Gefechts auch Schnell- und Selbststests

Neben der Inzidenz 35 und der Inzidenz 100 wurde noch über eine weitere Inzidenz diskutiert: die 50. Einige Teilnehmer plädierten dafür, weitgehende Öffnungen bereits ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern zu ermöglichen.

Länder machen Spahn schwere Vorwürfe wegen Selbsttests

21.15 Uhr: Kurz vor einer kurzen Gipfelpause wurde es in der Videoschalte beim Streit um Selbsttests hitzig. Wie aus Teilnehmerkreisen zu hören ist, musste Kanzlerin Merkel einräumen, dass der Bund für die dringend benötigten Selbsttests zur Absicherung geplanter Lockerungen bislang keine Vorbestellungen getätigt habe. Erst ab April seien jetzt erste verbindliche Lieferungen mit Herstellern vereinbart worden.

Aus Länderkreisen heißt es, das sei haarsträubend. „Der Bund hat nichts geordert.“ Dabei habe Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ganz andere Erwartungen geweckt. Nun würden Selbsttests zur Eigenanwendung zuerst bei Discountern im Regal liegen – bevor die Regierung relevante Mengen bereitstellen könne.

Die Länder hatten gehofft, der Bund werde sie bei den Testungen von Schulen und Kitas rasch mit Schnelltests unterstützen können. Viele Länder haben zwar längst selbst Tests bestellt und geliefert bekommen. In Berlin beispielsweise reichen sie aber derzeit nicht aus, um Lehrern zugesagte zweimalige Testungen pro Woche einzuhalten.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kritisierte demnach in der Runde, die Bundesregierung mache erneut ihren Job nicht. Erst sei zu wenig Impfstoff, nun seien zu wenig Selbsttests bestellt worden. Das sei ein „Desaster“: „Ständig werden Hoffnungen geweckt und nicht erfüllt“, sagte Schwesig nach Informationen unserer Redaktion an die Adresse von Merkel und Spahn.


Aldi verkauft ab Samstag Corona-Schnelltests

20.50 Uhr: Der Discounter Aldi verkauft ab Samstag deutschlandweit Corona-Schnelltests. Pro Kunde werde die Abgabemenge auf eine Packung begrenzt, damit möglichst viele Kunden zum Zuge kämen, teilten Aldi Nord und Aldi Süd mit. Eine Packung umfasst demnach fünf Tests für einen Nasenabstrich, der Preis beträgt 24,99 Euro pro Packung. Die Packungen sind direkt an der Kasse erhältlich.

Vor Aldi hatten die Drogerieketten dm und Rossmann für die kommende Woche den Verkaufsbeginn für die zum Eigengebrauch gedachten Schnelltests angekündigt. Bisher wurde für Schnelltests medizinisches Personal benötigt, die neu zugelassenen Produkte soll jeder selbst anwenden können.

Biden kritisiert Corona-Lockerungen in Bundesstaaten

20.45 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat die Lockerung von coronabedingten Beschränkungen in mehreren US-Bundesstaaten kritisiert. “Ich glaube, dass es ein großer Fehler ist”, sagte der Demokrat am Mittwoch im Weißen Haus mit Blick auf entsprechende Lockerungen in Texas und Mississippi. Es werde noch Monate dauern, bis alle Amerikaner gegen das Coronavirus geimpft werden könnten. Bis dahin sei es entscheidend, die von der Wissenschaft empfohlenen Schutzmaßnahmen zu befolgen.

Auch die Chefin der US-Gesundheitsbehörde CDC, Rochelle Walensky mahnte: “Jetzt ist nicht die Zeit, alle Auflagen zu lockern.” Sie appellierte an die Menschen, sich weiter an die Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie das Tragen von Masken zu halten, “unabhängig von der Entscheidung des Bundesstaates”.

Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte angekündigt, die Maskenpflicht und alle Kapazitätsgrenzen für Restaurants und andere Betriebe in seinem Bundesstaat aufzuheben.

Bundestag stimmt über Verlängerung der epidemischen Notlage ab

20.15 Uhr: Der Bundestag stimmt am Donnerstag über die Fortsetzung der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ ab. Mit der Verlängerung bleibt die Rechtsgrundlage für die gegenwärtigen Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit in der Corona-Pandemie erhalten; sie würde sonst Ende März auslaufen. Das Gesetz enthält noch weitere Neuerungen – unter anderem soll es festschreiben, dass sich die Beschränkungen künftig nicht mehr nur am Inzidenzwert orientieren müssen, sondern auch andere Kennzahlen berücksichtigen können.

Corona-Gipfel – Kein Ende in Sicht

19.49 Uhr: Nach fünf Stunden Beratungen ist beim Corona-Gipfel noch kein Ende in Sicht: Gegen 19.30 war die Runde gerade erst bei Punkt 5 (von insgesamt 17 Punkten) der Beschlussvorlage angekommen. In Punkt fünf geht es um die entscheidende Frage, wo und bei welcher Inzidenz als nächstes geöffnet werden kann. Zu Debatte steht etwa, ob ein Museumsbesuch oder Shopping mit vorheriger Terminvergabe (Click and Meet) ab einer Inzidenz unter 100 wieder möglich sein soll.

Die ersten Ministerpräsidenten planen ihren Abend neu: Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) hat seine für den Abend geplante Pressekonferenz auf Donnerstag verschoben – “aufgrund der fortgeschrittenen Zeit” wie es beim Hessischen Rundfunk heißt.


Corona – R-Wert sinkt leicht

19.05 Uhr: Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht bei 0,93 (Vortag 0,94). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Griechische Regierung verpflichtet Privatkliniken zur Hilfe in Pandemie

18.37 Uhr: Wegen der weiterhin steigenden Corona-Zahlen im Großraum Athen wird die griechische Regierung Privatkliniken zur Unterstützung verpflichten. Das teilte der griechische Gesundheitsminister Vassilis Kikilias im Staatsfernsehen mit. Am Mittwoch hatte die griechische Gesundheitsbehörde binnen 24 Stunden 2702 Corona-Neuinfektionen und damit den bisherigen Höchstwert in diesem Jahr registriert.

Die Neuaufnahmen in den Krankenhäusern seien ebenfalls nochmal gestiegen – das Gesundheitssystem liege damit vor allem im Großraum Athen nicht mehr im roten, sondern im tiefroten Bereich, sagte Kikilias. Wegen der Entwicklung verlängerte die Regierung die Lockdown-Maßnahmen landesweit bis zum 16. März.

Flächendeckende Corona-Impfungen spätestens nach Ostern

18.00 Uhr: Es werden weitere Details aus den Gesprächen zwischen der Kanzlerin und den Länderchefinnen und -chefs bekannt: Flächendeckende Impfungen in Arztpraxen sollen voraussichtlich bereits Ende März, spätestens aber nach Ostern beginnen.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte nach Informationen unserer Redaktion in der Bund-Länder-Runde darauf hingewiesen, dass aktuell vier Millionen Impfdosen in den Ländern „auf Halde“ lägen. Die Impfkapazitäten müssten jetzt dringend hochgefahren werden und man müsse schneller als bislang geplant mit den Impfungen bei niedergelassenen Ärzten beginnen.

US-Bischöfe raten von Johnson & Johnson-Impfstoff ab

17.45 Uhr: Die US-Bischofskonferenz hat die Katholiken aufgefordert, bei der Wahl eines Corona-Impfstoffs nach Möglichkeit auf das Produkt des Pharmaherstellers Johnson & Johnson zu verzichten. Grund ist der Einsatz von Zelllinien aus abgetriebenem fötalem Gewebe, das in der Entwicklung und Produktion des Impfstoffs verwendet worden sein soll.

Johnson & Johnson habe das Medikament nicht nur aus Zelllinien entwickelt, die aus Abtreibungen stammten, sondern es auch mit deren Hilfe produziert, kritisierten die Vorsitzenden verschiedener Fachausschüsse der Konferenz in einer Erklärung. Die Bischöfe verweisen als Alternative auf die Impfstoffe der Hersteller Moderna und Pfizer-BioNTech. Beide verwendeten zwar auch Zelllinien aus abgetriebenen Föten, allerdings nur zu Testzwecken.

RKI: Fast die Hälfte aller Infektionen mit B.1.1.7

17.35 Uhr: Das RKI hat einen neuen Bericht zum Anteil von Varianten in Deutschland getwittert. Darin erläutern die Experten, wie häufig besorgniserregende Varianten des Coronavirus zurzeit in Deutschland vorkommen.

Demnach hat die Verbreitung der zuerst in Großbritannien nachgewiesenen Corona-Variante B.1.1.7 weiter zugenommen. Ihr Anteil an einer Stichprobe von knapp 25.000 positiven Fällen aus der vergangenen Woche betrage rund 46 Prozent, heißt es in dem RKI-Bericht. Weitere mutierte Varianten, die etwa in Südafrika und Brasilien zirkulieren, spielen dem RKI-Bericht zufolge hierzulande bislang eine untergeordnete Rolle.


Gipfel – Impfreihenfolge soll flexibler gestaltet werden

17.09 Uhr: Die Bund-Länder-Beratungen laufen nach wie vor. Nach zähen Gesprächen ist aber nun das Thema Impfungen abgeschlossen. Bund und Länder haben sich darauf verständigt, dass die Länder bei der Impfreihenfolge flexibler entscheiden können. Derzeit wird um das geplante Angebot an flächendeckenden Schnelltests diskutiert.

Brasilianische Mutation erstmals in Dänemark nachgewiesen

16.48 Uhr: Nach der britischen und der südafrikanischen ist nun auch die zunächst in Brasilien nachgewiesene Variante des Coronavirus in Dänemark nachgewiesen worden. Dänemarks Technische Universität DTU habe den ersten Fall der Variante P.1 gefunden, teilten Gesundheitsminister Magnus Heunicke und das dänische Gesundheitsinstitut SSI am Mittwoch mit.

Scholz will Corona-Beschränkungen für Geimpfte zügig aufheben

16.18 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) will die Beschränkungen für Geimpfte zügig aufheben. „Nachdem erste Studien nun nahelegen, dass Geimpfte die Virus-Erkrankungen nicht mehr übertragen und damit kein Ansteckungsrisiko darstellen, sollten wir als nächstes diskutieren, welche Beschränkungen für diese Gruppe wegfallen können“, sagte Scholz am Mittwoch der „Süddeutschen Zeitung“.

„Ich kann mir gut vorstellen, dass der Impf-Nachweis wie ein negativer Schnelltest genutzt werden kann. Geimpfte erhalten Zugang zu all jenen Orten, die ansonsten nur mit einem Schnelltest zugänglich sind.“ Demnach könnten Geimpfte Theater, Kinos. Sportanlagen oder Biergärten besuchen, ohne einen tagesaktuellen Test vorlegen zu müssen.


Bericht: Söder will Impfungen beschleunigen – Haus- und Betriebsärzte einbinden

15.50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat in den Corona-Beratungen von Bund und Ländern eine Beschleunigung der Impfungen auch unter Einbeziehung von Ärzten in der Fläche gefordert. Das Motto müsse sein: „All you can vaccinate“, sagte Söder nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in der Schalte am Mittwochnachmittag.

Man müsse aus der starren „Impfbürokratie“ in mehr Flexibilität kommen. Deshalb müsse man so schnell wie irgend möglich alle Ärzte einbeziehen, niedergelassene Hausärzte, Betriebsärzte, Krankenhäuser und dann auch Schulärzte. Söder bezog sich dabei dem Vernehmen nach zunächst auf den Impfstoff von Astrazeneca, später müsse dies auch für andere Impfstoffe gelten.

Innenminister für Teilnehmer-Obergrenze bei Demos

15.28 Uhr: Die Innenminister von Bund und Ländern drängen auf strengere Einschränkungen bei Demonstrationen in der Corona-Pandemie. Das geht aus Informationen des „Spiegel“ hervor. Das Magazin zitierte vorab aus einem Beschluss der Innenministerkonferenz (IMK) mit dem Titel „Personenobergrenzen bei Versammlungen als wirksame Infektionsschutzmaßnahme“, demzufolge die Länderressortchefs „das außerordentlich dynamische Infektionsgeschehen mit großer Sorge“ betrachten.

Merkel zeigt sich zu Beginn des Gipfels zuversichtlich

14.50 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben am Mittwoch ihre Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise begonnen. Dabei soll besprochen werden, wie es nach dem Ende des zunächst bis zum 7. März befristeten Lockdowns bei der Pandemie-Eindämmung weitergeht.

Zu Beginn des Gipfels gab sich Merkel zuversichtlich. „Das ist ein wichtiger Tag, wir können den Übergang in eine neue Phase gehen“, sagte sie Teilnehmern zufolge.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn teilte in der Runde zudem mit, dass er von einer baldigen Zulassung von Astrazeneca für Menschen über 65 Jahre ausgeht – unter Verweis auf die Studien aus Schottland und England. Die Ständige Impfkommission (Stiko) befinde sich in der finalen Entscheidungsfindung.


ifo-Institut: Deutlich mehr Menschen könnten im Homeoffice arbeiten

14.24 Uhr: Deutlich mehr Menschen in Deutschland könnten einer Studie des ifo-Instituts zufolge im Homeoffice arbeiten. Danach arbeiteten im Februar nur rund 30 Prozent der Beschäftigten mindestens teilweise im Homeoffice, wie das Institut am Mittwoch in München mitteilte. Das Potenzial liege bei 56 Prozent, sagte ifo-Forscher und Studienautor Jean-Victor Alipour: „Die Firmen und die Mitarbeiter schöpfen es bei weitem nicht aus.“

Die im Januar beschlossene Pflicht der Firmen zum Homeoffice, um die Corona-Ansteckungen zu verringern, sei deshalb bislang zum Teil verpufft. Der Anteil der Firmen, die Homeoffice nutzten, lag im Februar bei 81 Prozent.


Ischgl sagt Wintersaison endgültig ab

13.57 Uhr: Der österreichische Wintersportort Ischgl wird seine Lifte in dieser Wintersaison nicht mehr in Betrieb nehmen. „Diesen Winter haken wir ab“, sagte Tourismuschef Andreas Steibl. Angesichts des nach wie vor beunruhigenden Infektionsgeschehens, der verschärften Reiserestriktionen und der noch immer fehlenden Perspektiven für Öffnungsschritte in Gastronomie und Hotellerie sei eine Aufnahme des Skibetriebes weniger denn je vertretbar, teilte die Silvrettaseilbahn AG mit.

Ischgl war im Frühjahr 2020 als Hotspot bei der Verbreitung des Coronavirus international in den Schlagzeilen. In der Wintersaison setzt der Tiroler Ort normalerweise 300 Millionen Euro um. Im Gegensatz zu vielen anderen Wintersportgebieten in Österreich hatte Ischgl auf den seit Ende Dezember 2020 wieder erlaubten Skibetrieb verzichtet.


Wien will auch über 65-Jährige mit Astrazeneca impfen

13.52 Uhr: Österreichs Bundeshauptstadt Wien will den Impfstoff von Astrazeneca ab sofort auch bei über 65-jährigen Personen einsetzen. „Es geht derzeit um die Schnelligkeit, und wir wissen von diesem Astrazeneca-Impfstoff, dass er auch bei älteren Personen gute Wirkung zeigt“, sagt der ärztliche Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes, Michael Binder. Lesen Sie auch: Drosten: Deutscher Perfektionismus verlangsamt das Impftempo

Sri Lanka will Corona-Tote auf kleine Insel auslagern

13.28 Uhr: Die Regierung auf Sri Lanka hat beschlossen, dass Corona-Tote zukünftig auf einer kleinen Insel vor der Hauptinsel begraben werden sollen. Doch ein großer Teil der rund 150 Einwohner der Insel protestiert gegen die Entscheidung. Sie befürchten, dass sich die Ansteckungsgefahr nun drastisch erhöht, sagte ein örtlicher Priester, der den Protest mitorganisiert hat. Bislang hätte es noch keine Corona-Fälle auf der kleinen Insel gegeben.

Bis vor kurzem hatte die Regierung in Sri Lanka noch eine umstrittene Einäscherungspflicht für bestätigte Covid-Tote und Verdachtsfälle vorgeschrieben. Die Regierung hatte argumentiert, dass das Begraben von Corona-Toten das Grundwasser verschmutzen und sich die Krankheit so verbreiten könnte. Dafür gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine wissenschaftliche Grundlage.

Weniger Arbeitsunfälle durch Homeoffice und Kurzarbeit

12.47 Uhr: Die Corona-Einschränkungen für Unternehmen und Beschäftigte haben im vergangenen Jahr zu deutlich weniger Arbeitsunfällen geführt. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ging 2020 um 12,8 Prozent auf 760.369 Unfälle zurück, teilte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) auf Basis vorläufiger Zahlen mit. „Die Beschäftigten waren weniger mobil, viele arbeiteten in Kurzarbeit oder im Homeoffice, deshalb sind die Arbeitsunfallzahlen gesunken“, sagte DGUV-Hauptgeschäftsführer Stefan Hussy.

Deutschland will Grenzkontrollen offenbar verlängern

12.34 Uhr: Die stationären Kontrollen an der Grenze zu Tschechien und dem österreichischen Bundesland Tirol sollen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa zunächst bis zum 17. März verlängert werden. Das teilte laut dpa der Parlamentarische Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) am Mittwoch im Innenausschuss des Bundestages nach Angaben von Teilnehmern einer nicht-öffentlichen Sitzung mit.

Deutschland hatte Tschechien, die Slowakei und weite Teile Tirols Mitte Februar zu sogenannten Virusvariantengebieten erklärt.

Lockerungen: Nur wenig Kreise mit Inzidenz von unter 35

12.12 Uhr: Lediglich jeder achte Landkreis in Deutschland liegt bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz derzeit unter der politisch definierten Schwelle von 35. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts von Mittwochmorgen hervor.

Demnach wurden zuletzt in 55 von etwas mehr als 400 erfassten Landkreisen und kreisfreien Städten weniger als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche registriert. In rund 250 Kreisen lag die Inzidenz bei über 50 – in 57 Kreisen und kreisfreien Städten lag sie sogar bei über 100.


Zahl der Neuinfektionen in Polen binnen Tagesfrist fast verdoppelt

11.58 Uhr: In Polen haben die Behörden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 15.698 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet – der höchste Stand seit Ende November. Dies seien fast doppelt so viele neue Fälle wie am Vortag, sagte Vizegesundheitsminister Waldemar Kraska am Mittwoch dem öffentlich-rechtlichen Sender Polskie Radio.

Im gleichen Zeitraum seien 309 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. „Die heutigen Werte zeigen, dass die dritte Welle nicht nur Fakt ist, sondern auch Tempo aufnimmt“, sagte Kraska. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat das Nachbarland als Risikogebiet eingestuft.

Sprengsatz explodiert an Testzentrum in Amsterdam

11.39 Uhr: In der Nähe eines Corona-Testzentrums nördlich von Amsterdam ist ein Sprengsatz explodiert. Niemand sei verletzt worden, die Explosion habe aber Fenster an dem Testzentrum zerstört, teilte die Polizei in der Provinz Nord-Holland am Mittwoch mit. Zu der Explosion kam es um kurz vor 7 Uhr in dem Ort Bovenkarspel, etwa 60 Kilometer nördlich von Amsterdam.

Die Polizei sperrte den Bereich ab und leitete Ermittlungen zur Ursache ein. Im Januar hatten Randalierer ein Corona-Testzentrum im niederländischen Fischerdorf Urk angezündet. Die Aktion sollte offenbar eine Antwort sein auf eine nachts geltende Ausgangssperre, die als Teil des Lockdowns von der Regierung verhängt worden war.

Vizekanzler Scholz fordert „vorsichtige“ Öffnungsstrategie

11.25 Uhr: Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz fordert vorsichtige Lockerungen der Corona-Maßnahmen. „Wir haben mehr Möglichkeiten zu testen. Die Selbsttests kommen jetzt in großem Umfang auf den Markt“, sagt der SPD-Kanzlerkandidat im Inforadio vom rbb. Auch bei den Impfungen komme man voran. „Das muss beides mit einer konkreten Öffnungsstrategie verknüpft werden, die gleichzeitig so vorsichtig ist, dass wir ein Ausbrechen der Infektionszahlen verhindern können.“

Dafür müsse ermöglicht werden, dass Unternehmen ihre Beschäftigten testen können, Schnelltests in Schulen bereitgestellt werden und alle Bürger die Möglichkeit bekämen, sich testen zu lassen.


Mehr als 1800 Corona-Tote binnen eines Tages in den USA

11.03 Uhr: In den USA sind 1819 Todesfälle binnen eines Tages im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Diese Zahl für Dienstag meldete die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore am Mittwochmorgen (MEZ) auf ihrer Internetseite. Der bisherige Höchstwert an Corona-Toten wurde am 12. Januar mit 4398 verzeichnet.

Spahn rechnet in „wenigen Tagen“ mit Astrazeneca-Empfehlung auch für Ältere

10.45 Uhr: Um die Geschwindigkeit bei den Corona-Impfungen zu beschleunigen, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) möglichst bald auch über 65-Jährige mit dem Vakzine von Astrazeneca impfen lassen. „Aus England und Schottland liegen jetzt Daten vor, dass Astrazeneca bei den über 65-Jährigen sehr gut wirkt“, sagte Spahn am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Er habe deshalb die Ständige Impfkommission (Stiko) gebeten, die Empfehlung für das Vakzine auszuweiten, und gehe von einer Entscheidung „in wenigen Tagen“ aus.

Bisher wird der AstraZeneca-Impfstoff in Deutschland – anders als in anderen Ländern – aufgrund der Stiko-Empfehlung nur für Menschen unter 65 verwendet. Die Stiko hatte dies mit mangelnden Daten für die Wirkung des Impfstoffs bei Älteren begründet.

Wo welcher Impfstoff liegen bleibt

10.38 Uhr: Unser Impfmonitor zeigt, wie ganz Deutschland und die Bundesländer beim Impfen vorankommen, wie gut Risikogruppen bereits versorgt sind – und wo welcher Impfstoff im Kühlschrank liegen bleibt. Hier sehen Sie alle Grafiken.


Einzelhandel pocht auf Wiedereröffnung zum 8. März

10.05 Uhr: Der Einzelhandel fordert vor den Corona-Beratungen von Bund und Ländern eine rasche Wiedereröffnung der Geschäfte. „Wir möchten Sie eindringlich auffordern, die Wiedereröffnung des gesamten Einzelhandels auf der Basis der funktionierenden Hygienekonzepte zum 8. März zu ermöglichen“, heißt es in einem Schreiben des Branchenverbands HDE an das Kanzleramt.

Die von Bund und Ländern angepeilte Zulassung von Einkaufen mit Terminvereinbarung („Click & Meet“) könne die meisten Händler wirtschaftlich nicht retten. Sie sei auch „kein deutlicher Schritt hin zu der lange überfälligen Öffnungsstrategie für den gesamten Einzelhandel“. Blieben die Geschäfte abseits des Lebensmittelhandels weiter geschlossen, werde dies für die Unternehmen und ihre Beschäftigten „verheerende Folgen“ haben. Lesen Sie dazu: Click and Meet: So soll das Termin-Shopping funktionieren


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10.00 Uhr: Hier startet das neue Corona-Newsblog. Alle älteren Nachrichten können Sie hier in unserem bisherigen Corona-Newsticker lesen.

(fmg/dpa/afp)

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